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Full text of "Anhang zu Homers Ilias, schulausgabe"

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ANHANG 



ZU 



HOMERS ILIAS. 



SCHULAUSGABE 

VON ^ ^*' ■ 

K. F. AMEIS. 

IL HEFT, 
ERLÄÜTERÜNOEK ZU GESANG IV— VI. 



ZWEITE UMGEARBEITETE UND ttiT EINLEITUNGEN VERSEHENE AUFLAGE, 



BESORGT 

VON 

De. C. HENTZE, • 

OBSRXiSKBSB AM 0TMKAIXI7M SU OÖTTIKOBH. 




LEIPZIG, 

DKUCK UND VEBLAG VON B. O. TEUBNER. 

1882. 

AMMTM'ISCaBRDRUCKT.C>MnSB&«U\^K% 



.J. » 



•Ä 



Einleitung. 

Litteratur: Laehmann Betrachtungen p. 19 — 20 und darin 
Haupts Zusätze p. 105 f.; Benicken das dritte und vierte Lied 
vom Zorne des Achilleus nach K. Lachmann aus F und J der 
liias herausgegeben, Halle 1874 p. 40 ff., Benicken das filnfte 
Lied vom Zorne des Achilleus etc., Halle 1873 p. Iff« Zu Lach- 
manns Kritik: Fftrber ditputatio Hamerica^ Brandenburg 1841 
p. 29 ff., Grofs vindiciarum Homericarum pari. I, Marburg 1845 
p. 53 ff., Bftumlein in Zeitschr. f. Altertumswiss. VI, 1848 p. 335, 
Butter für litterarisehe Unterhaltung 1844 p. 503 £, Hoffmann 
im PhiIoL HI p. 207 K, Dfintzer in d. allgemeinen Monatsschrift 
fOr Litterai 1850, 11 «» Homerische Abhandlungen p. 46 C 53 1, 
Friedlaender die homerische Kritik von Wolf bis Orote p. 67, 
Holm ad Cor. Lachmamü exemplar de äUguot lUadis carmmum 
eamposiUone quaeritur, Lübeck 1853 p. 4, Gerlach im PhiloL XXX 
p. 20 ff. — Köchly de JUadis carmtn. dissertoL IV, Turici 1857 
p. 5 ff., desselben Iliadis camm. XVI p. 78—85, 93—99, 1031, 
vgl dazu Ribbeck in Jahrbb. f. Phüol. Bd. 85 p. 13 f. 16 f., 
Düntzer hom. AbhandL p. 281 ff., Benicken d. dritte und vierte 
Lied p. 48 ff. — Düntzer das 3. bis 7. Buch der Ilias als selb^ 
stftndiges Gedicht, in den hom. Abhandl. p. 250 ff. und 272 ff. — 
Kammer zur homerischen Frage. Königsberg 1870. I p. 15 ff., 
vgl. Düntzer homer. Abhandl. p. 272 f^ — Jacob über die Ent- 
stehung d. Ilias und Odyssee p. 195 ff. — Nitzsch Sageo|>oesie 
p. 199 8: 210 ff. «- Kiene die Komposition d. Hias p. 78. 83. — 
Genz zur Dias p. 19£ — Naber quaestUmes Hamericae, Amstelo- 
dami 1877 p.l60& — La Boche in Zeitschr. t oesterr. Gymn. 1863 
p. 168. — K. L. Kays er homer. Abhandlungen herausgegeben 
von üsener, Leipz. 1881 p. 99. — Kraut die epische Prolepsis 
nachgewiesen in d er Hias, Tübingen 1863 p. 18£, — Bischoff 
im PhiloL XXXrV p. 9 f. — Bernhardy Grundrils d. griech. Lit- 
terat 'n, 1, p* 168. Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 569 ff. 
— Hoffmann guaesU. Hom. TL p. 1211 168. 171. 204—207. 
Oiseke homer. Forschungen p. 143 f. 158. 169. — Beloch in 
Bivista di fiMogia, 1875 p. 305 ff.: Versuch J 1—219 in Te- 
trastiehen zu gliedern, vgL Bursians Jahresbericht 1874—1875 
p. 140f. 



4 ^. Einleitung, 

Den Hanptinhalt des vierten Oeeaagee bilden der Vertrags- 
bmeh (i^nlmr ^vypfötg) nnd die dadurch yeraalarste Aufnahme 
der ScUachi Zwischen beide Teile ist eine grölsere Episode ein- 
gefttgt, ^AfaiU^povo^ Immilfiöig Agameninons Bundgang nnd An- 
sprache an die henrorragendsten Heerführer. Im einzelnen ent« 
wickelt sieh die Handlung in folgender Weise: 

Ä Der Vertragsbruch V, 1—219. 

1) OMterrrat, in welchem die Fortsetzung des Kampfes nnd 
die 2^rst0rung Trojas beschlossen wird; Sendung der Athene, 
um die Troer zum Bruch des Vertrages zu veranlassen, 
1—78. 

2) Athene bestimmt Pandaros auf Venelaos zu schieben, 
74—104. 

3) Pandaros verwundet Menelaos durch einen PfeilschuCi, 
106—147. 

4) Agamemnons Sorge um den Bruder, 148 — 191. 

6) Der von Talthjbios berufene Arzt Machaon besorgt Mene- 
laos' Wunde, 192—219. 

B» Die Vorbereitungen zur Schlacht, 220 — 421. 

Agamemnons Bundgang nnd Ansprache an Idomenens nnd 
Meriones, die beiden Aias, Nestor, Menestheus nnd Odjssens, 
Diomedes und Sthenelos. 

C. Der Beginn der Schlacht, 422—544. 

1) Das Anrücken beider Heere und der Zusammenstob, 422 
—466. 

2) Einzelk&mpfe, in denen Antilochos, Aias und Odjssens 
sich hervoTÜiun; die Troer weichen, 467 — 606. 

3) Apollo ermuntert von Pergamos aus die Troer, Athene 
die Achfler, 606—616. 

4) Weitere Einzelk&mpfe bis zur vollen Entwicklung der 
Schlacht, 617—644. 

Der dritte Gesang schlo£g mit einer ungelösten Frage. Nach- 
dem Paris durch Aphrodite der Qefahr des Zweikampfes entrOckt 
und von Menelaos vergeblich gesucht war, hatte Agamemnon den 
Sieg fdr Menelaos in Anspruch genommen und auf Orund des 
Vertrages an die Troer die Forderung gestellt, die Helena samt 
den Schfttzen herauszugeben« Ohne dafs nun auf diese Forderung 
von Seiten der Troer eine Antwort erteilt ist, folgt sofort im Ein- 
gang des vierten Gesanges eine Beratung der im Saale des Zeus 
versanmielten GOtter, welche den Zweikampf mit angesehen haben, 
ttber die vorliegende Situation, welche zu dem Beschlub führt 



A, Einleiiaiig. 5 

Athene auf das Schlachtfeld hinabznsenden und durch sie die Troer 
zum Bruch des Vertrages zu ^veranlassen. Von hier aus entwickelt 
sich die Handlung des Gesanges bis zu dem Punkte, wo die Schlacht 
auf allen Seiten entbrannt ist, was die Schlufsverse 539 — 644 
besonders markieren. 

Danach bildet der erste Abschnitt des Oesanges (1 — 230) 
das notwendige Mittelglied, um die Erzfthlung von dem Zweikampfe 
in T zu der in £ vorbereiteten, aber durch diesen Zweikampf 
verzögerten allgemeinea Schlacht überzuleiten. Die sodann zwi- 
schen den Vertragsbruch und die Schlacht selbst episodisch ein- 
gefügte £pipolesis, welche da einsetzt, wo das Anrücken der Troer 
angekündigt ist und die Achäer sich zur Aufnahme des Kampfes 
bereit machen, bereitet nicht blofs die am SchluTs folgenden 
Kampfscenen vor, sondern weist als Einleitung zu einem um- 
fassenden Schlachtgemälde den breitesten Baum einnehmend über 
die Grenzen des vierten Gesanges hinaus. Dem entsprechend 
bildet die am Schlufs folgende Schlachtschilderung, obwohl die 
beiden letzten Verse des Gesanges einen KulÜBeren Abschlufs geben, 
doch nur das Vorspiel für den folgenden Gesang, die Aristie des 
Diomedes. 

Eigentümlich ist in der Anlage des Gesanges .die Art, wie 
die Lösimg der am Sohlufs von T entstandenen Frage so aus- 
schlieljBlich in die Hand der Götter gelegt wird, dafs die zunächst 
beteiligten Troer, ohne sich über ihre Stellung zu dieser Frage 
auch nur zu äuisem, lediglich als die Vollstrecker des göttlichen 
Willens erscheinen. Noch mehr befremden die Verhandlungen des 
Götterrats selbst. Es wird hier nicht nur die vorliegende Frage, 
sondern zugleich das Schicksal Trojas Überhaupt entschieden, eine 
Art von Anachronismus, der sich den ähnlichen in T bemerkten 
anreiht. Diese Entscheidung aber ist das Resultat eines zwischen 
Zeus und Here geschlossenen Paktes, bei dessen Abschlufs nicht 
sowohl die Bücksichten göttlicher Gerechtigkeit, als vielmehr die 
persönlichen Interessen dieser beiden Götter den Ausschlag geben. 
XJnd was unserer Anschauung am meisten widerstrebt, Zeus selbst, 
unter dessen Schutz zumal der in T abgeschlossene Vertrag ge- 
stellt ist, trägt kein Bedenken durch Sendung der Athene die 
Troer zum Bruch eben dieses Vertrages zu veranlassen. 

Auffallend ist femer das gänzliche Zurücktreten Hektors in die- 
sem Gesänge, obwohl derselbe als der, welcher den Vertrag in T ab- 
geschlossen hat, in erster Linie auch hier beim Vertragsbruch eine 
Bolle zu spielen berufen scheint. Es ist dies offenbar eine Folge 
der besprochenen eigentümlichen Anlage des Gesanges. Im übrigen 
werden in dem ersten Abschnitt des Gesanges neu eingeführt auf 
trmscher Sttte Pandaros, auf griechischer Machaon. In der Epi- 
polesis tritt Eurymedon als Wagenlenker des Agamemnon auf, der 
sonst nicht vorkommt. Von den Helden, an die Agamemnon An- 



6 ^- Einleitung. 

gpraohen riobteti werden Idomenens, Diomedes und Sthenelos hier 
nun ersten Mal redend eingefohrt, VeneetheaB und Meriones 
ttberbaupt lum ersten Mal genannt, unter den im Kampf auf- 
tretenden Helden wird Antilochos hier suerst eingefohrt, sonst 
treten Aias, Odysseus und Thoas henror. Als besondere Eigen- 
tttmlichkeiten des Gesanges sind zu bemerken, dab Athene nur hier 
und E 908 den Beinamen ^Akahiofuvffi ffthit, sowie daTs die sonst 
ebenfalls nur in E auftretende Hebe nur hier als Weinschenkin 
bei den GUSttem fungiert. 

Die Darstellung steht der des dritten Gesanges kaum nach. 
Die auch hier klar und leicht fortschreitende Erz&hlong ist durch 
eine Reihe von ausgeftlhrten, zum Teil prächtigen Oleichnissen be- 
lebt. Beschreibungen, wie die des Bogens des Pandaios und seines 
Schusses, Schilderungen wie die Ton dem Anrttcken und Zusammen- 
stofs beider Heere gehören zu den gelungensten Darstellungen ihrer 
Art» Die einen breiten Baum einnehmenden Reden tragen ein 
ungleiches Gepräge. Wahrend die in dem ersten Abschnitt nach 
ihrem Inhalt der Situation angemessen und im Ausdruck nicht un- 
geschickt sind, geben die in der Epipolesis teils durch ihre Weit- 
schweifilgkeiti teils durch den Inhalt, an einigen Stellen auch durch 
Unklarheit des Ausdrucks begründeten Anstofs. 

Die Hapaxlegomena des Gesanges sind zusammengestellt von 
Benicken das dritte und vierte Lied p. 64. 



Der kritischen Untersuchung des Gesanges bietet sich als 
nächste Aufgabe das Verhältnis desselben zu dem vorhergehenden 
zu prüfen. Bei dieser Prüfung ergab sich Lachmann das Re- 
sultat, dafs die Erzählung von ^ 1 an sich zwar genau an die 
Geschichte des Zweikampfes und an die Entführung des Paris an- 
knüpfe, aber gleichwohl keine Fortsetzung des dritten Liedes sei, 
"rielmehr sich an ein anderes Lied anschlielke, welches verloren 
sei. Die Gründe daflir sind, dafs einmal nach der im dritten Liede 
(nach Laohmann) notwendigen Athetese der offxia dem vierten, der 
offxbnv cvfxvctg, die nötige Voraussetzung fehle, sodann, daCa auch 
bei der Aufgabe jener Athetese zvdschen beiden Stücken nicht 
genug Übereinstimmung sei. Letzteres aber wird dadurch be- 
gründet, dafs nach J 159 sie bei dem Bündnis sich auch die 
Hände reichten, wovon in F nichts vorkomme, sodann dadurch, 
dafs der von dem Bruch der o^tua in J gebrauchte Ausdruck (67. 
72. S36. 271) von denen in P (107. 299) offeriere, endlich dafs 
bei ii 1 ein Liedesanfiuig sei, wie B 1, da hier an den Schlufs 
von r durchaus nicht wieder angeknüpft werde, namentlich nicht 
an Agamemnons Worte 458 f., worin er die Herausgabe der Helena 
samt den Schätzen und die Zahlung einer geziemenden Bufise for- 
dert Diese Ansicht Lachmanns ist von Haupt gebilligt und 



J. Einleitang. 7 

neuerdingB yon Beniokon aasf&hrlioher dargelegt and durch wei- 
tere Gründe untersttttii Für die Trennung beider Oesttnge führt 
letzterer namentlioh noch an, dafs im Beginn des Tierten Buches wohl 
etwas vom Siege des Menelaos stehe, nichts aber Ton dessen Bedin* 
gung und Preis, wie solches in F festgestellt war: *die Rückgabe der 
Helena an Menelaos wird von Zeus nur als Folge der Möglich« 
keit angegeben, dafs die GMtter etwa Lust h&tten Frieden swi« 
sehen beiden kftmpfenden Parteien herbeiiuftthren'. Eine weitere 
schwer wiegende Differeni ist ihm *dafs in J Athene den Pan- 
daroB dadurch sum Bruche des in ^i als geschlossen Torausgesetsten 
Bundes yermittelst eines Schusses auf Menelaos veranlafst, dab 
sie ihm sagt^ die Troer wünschten des Menelaos Tod, wahrend 
doch nach F 458 f. die Troer dem Alexandros abgeneigt sind'. 
Femer *ist nach A 98 (af ms fli^ Paris Augenzeuge des Schusses 
des Pandaros, nach T 880 ff. ist er durch Aphrodite Tom Kampf- 
plati entführt und in seine Wohnung versetit'. Bndlich scheint 
ihm die TenweiflungsyoUe Sprache, welche Agamemnon ^ 155 ff. 
nach der Verwundung des Bruders führt, unvereinbar mit der 
selbstbewubten, fkst übermütigen Rede desselben T 456 ff. 

In fthnlioher Weise wie Lachmann hat auch Bernhardj 
die TTnTereinbarkeit von A mit T behauptet: *Ohne Besiehung auf 
r tritt A ein'. Jacob und Qens erkennen iwar die unsweifel- 
hafte Rttokbeiiehung von A auf T an, finden aber swisohen beiden 
Gesingen so wenig inneren Zusammenhang und teils in dem die- 
selben durchwehenden Geist teils in Einzelheiten soviel Wider- 
spruch, dafs sie in A nur eine von einem andern Dichter gedichtete 
(schwache) Fortsetzung von T erkennen. Auch Ribbeok sieht in 
A nur eine Fortsetzung des interpolierten Liedes vom Zwei* 
kampi^ welche namentlich mit V 458 im Widerspruch stehe. Da- 
gegen haben gegen Laohmauns Anbicht Hoffmann, Düntzer, 
Grofs, Eüchly, Gerlach den entschiedensten Widerspruch er- 
hoben und die ursprüngliche Zusammengehörigkeit von A (in 
grüfiMrem oder geringerem ümfisngf) mit F angenommen. Auch 
Bergk teilt diese Ansicht insoweit, als er von V 1 — A 921 ein 
Lied annimmt, schreibt jedoch den Gütterrat im Eingang von A 
sowie die Einführung des Machaon dem Diaskeuasten su. 

Nach der bereits in der Einleitung su T p. 178 f. begrün- 
deten Zurückweisung der Athetese der S^icia in V enthalt für uns 
der dritte Gesang jedenfalls die notwendige Voraussetzung für die 
ifM/tiv ^iff}»^ in Ay und haben wir demnach nur die von Lach- 
mann sonst für die Trennung von A und T geltend gemachten 
Gründe su prüfen. 

Der zwischen ^i 159 und T wegen der dort erwähnten, hier 
nicht vorkommenden i%\%til bestehenden Differenz hat Lachmann 
selbst kein grofses Gewicht beigelegt, da er auf die Möglichkeit 
hinweist, dafs der Vers A 159 aus Jl 341 eingeschaltet sei, und 



8 ^' Einleitung. 

Benicken hat denselben mit Köchlj geradezu aus dem Texte 
entfernt Aber auch wenn derselbe an dieser Stelle, wie wir an- 
nehmen, ursprünglich ist, so ist doch die dann mit ^ bestehende 
Differenz Yon keinem entscheidenden Gewicht. Ist iiiifd mit Lach- 
mann in dem Sinne Ton Handschlag, und nicht mit Düntzer in 
dem übertragenen Sinne von Zusage, Vertrag zu verstehen, so ist 
eben in der Beschreibung der o^xia in P ein Einzelzug übergangen, 
der bei Vertragsabschlüssen wohl stehend imd auch ohne beson- 
dere Erwähnung ftir den mit den Gebrftuchen bekannten Hörer 
selbstverständlich war. Hoff mann verweist passend auf den Ab- 
schlufs des Vertrags in T, indem er bemerkt: ^Hat der Dichter 
in T 250 ff. nicht für nötig gehalten das Ausgiefsen des Weins 
zu erwähnen, so brauchte er auch in J* den HandsAilag nicht zu 
besingen'. Anders steht die Sache in J 158 f wo es dem Redenden 
gilt die Treulosigkeit der Troer in ein helles Licht zu stellen 
und es daher von wesentlichem Belang ist alle einzelnen Momente 
aufzuzählen, welche die Troer hätten binden sollen (Grofs). Ebenso 
wenig Gewicht kann die Differenz in den Ausdrücken für den Bruch 
des Vertrags in beiden Gesängen beanspruchen. Zunächst ist Lach- 
manns Angabe in Bezug auf J dahin zu berichtigen, dafs dieser 
Gesang aufser der von Lachmann angeführten Wendung t^^ oqnicc 
iflXiicaiS^ai noch die Wendungen %a%ic d' o^jua mcta naxt^öav 157 
und cvv y o^' fjj&wiv 269 enthält Sodann ist die Differenz in 
den von Lachmann verglichenen Wendungen in A und F selbst 
nur eine geringe und unwesentliche, da auch die Wendungen in. 
T 107. 299 das wd^^ welches die in 2/ hat, dort in wtt^^ch^ 
und hier in derselben Form der Präposition enthalten. Dafs femer 
der Zusatz Aw% zu o^tu P 107 durch den Zweck die Heiligkeit 
des zu schliefsenden Vertrags hervorzuheben im Zusammenhange 
genügend gerechtfertigt werde, ist von Grofs mit Becht bemerkt 
und dagegen durfte von Benicken doch nicht geltend gemacht 
werden, dafs bei Abschlief sung des Vertrages aufser dem Zeus 
auch Helios und der Erde Opfer gebracht werden sollen und Aga- 
memnon nicht nur Zeus, sondern auch Helios, die Flüsse, die Erde 
und die Erinyen anrufk. Nun gehören aber die Stellen T 107 
und 299, welche jene Wendungen enthalten, zu den von Lach- 
mann athetierten und diese Interpolationen in T sind nach Haupt 
und Benicken gerade durch die Beziehungen des vierten Liedes 
auf das verlorene, die sich aus dem vorhandenen dritten nicht er- 
klärten, veranlafst Danach sollte man doch, schliefst Gerlach, 
meinen, ein Interpolator würde die im vierten Buche enthaltenen 
Andeutungen sorgfältig benutzt haben, und in den IQeinigkeiten 
um so genauer sein, je weniger er seinem Vorbilde im grofsen 
gleichkommen konnte, während dies gerade nicht der FaU ist 
Jedenfalls wird der Schlufs, den Benicken zieht: *Für Literpola- 
tion in T spricht der Wechsel in den Ausdrücken in der formelhaften 



A, Emleitang. 9 

epischen Poesie' dadurch hinfällig, dafs A nicht nur eine Aus« 
drucksweise zur Bezeichnung des Vertragsbruchs zeigt, sondern 
selbst mit der formelhaft gebrauchten Wendung vsrc^ o^kmt dijlijtf«- 
tfdai zwei andere wechseln iSfst, die sich ihrem Inhalt nach von 
jener weit mehr entfernen, als die beiden in JT, welchen dieselbe 
Anschauung zu Grunde liegt. 

Nach Lachmann ist femer bei 2/ 1 ein Liedesanfang be- 
sonders darin erkennbar, dafs an den Schlufs von T durchaus nicht 
wieder angeknüpft werde, namentlich nicht an Agamemnons Worte 
458 f., was Benicken genauer dahin erläutert, dafs die Bückgabe 
der Helena an Menelaos von Zens nur als Folge der Möglichkeit 
angegeben werde, dafs die Götter etwa Lust hätten Frieden zwi- 
schen beiden kämpfenden Parteien herbeizuführen, nicht aber als 
notwendige Folge seines Sieges, was doch in T der Angelpunkt 
des ganzen Zweikampfes sei: ^Dann, sagt Zeus, d. L wenn dieses 
allen angenehm und lieb wäre, würde des Priamos Stadt ruhig 
fortbewohnt, Helena aber von Menelaos nach Hause znrückgeführt 
werden'. Diese Angabe ist insofern ungenau, als im Text die Opta- 
tive des Nachsatzes oUkoixo und a^^oiTo ohne xiv stehen, also 
vielmehr potential zu fassen sind oder in koncessivem Sinne ein 
Zugeständnis des Zeus an die troerfreundlichen Götter enthalten. 
Die Sache selbst liegt aber doch so. Die auch nach Lachmanns 
drittem Liede gegebene Voraussetzung ist die, dafs der Sieger im 
Zweikampf die Helena samt den Schätzen empfangen und dann 
beide Völker Freundschaft und einen festen Bund sohliefsen sollen 
(r 92 — 94). Nachdem nun die Aufforderung Agamemnons (am 
Schlufs von r) die Helena samt den Schätzen herauszugeben von 
Seiten der Troer ohne Antwort geblieben und die Lösung der 
Frage vom Dichter in die Hand der Götter gelegt ist, werden in 
der Fragestellung des Zeus die für die Götter wesentlichsten Ge- 
sichtspunkte: firneueiimg des Krieges oder Abschlufs des im dritten 
Gesänge vorgesehenen Freundschaftsbundes unter göttlicher Ein- 
wirkung, in den Vordergrund gestellt Dafs bei dieser Formulie- 
nmg der Frage das Detail der Ausführung bei Seite gelassen 
wird, ist ohne allen Anstofs, da nach allem vorhergehenden die 
Bedingungen für den Abschlufs des Friedens bekannt sind. Nach 
dem ganzen Znsammenhange aber konnte die Bückgabe der Helena 
hier gar nicht als notwendige Folge des Sieges des Menelaos ge- 
nannt werden, weil Zeus trotz der Anerkennung, dafs der Sieg 
dem Menelaos gehöre (13), gleichwohl für die Götter eine davon 
unabhängige, völlig freie Entscheidung in der Weise in Anspruch 
nimmt, dafs durch die Einwirkung der Götter selbst jene Folge 
des Sieges verhindert werden kann. In der Ausführung 17 — 19 
aber, an der Benicken Anstofs ninmtt, weil hier die Rückgabe 
der Helena nur als Folge der Möglichkeit angegeben werde, dafs 
die Götter Lust hätten den Frieden herbeizuführen, sind die V^t- 



10 ^. Einleitung. 

tragabestimmuDgen, wie sie Paris F 71 — 75 aufgestellt hat, so 
weit sie hier in Betraeht kommen^ kurz zusammengefafst und der 
Sinn des Ghuizen ist: sollten die Gatter aber den Frieden herbei 
ftihren wollen, so können (mögen immerhin) die zwischen beideü 
Völkern verabredeten Yeriragsbestimmimgen ansgeführt werden, 
wobei die Erhaltung Trojas mit Nachdruck yorangestellt ist, um 
Here zum Widerspruch zu reizen. Die Worte selbst aber schliefsen 
sich an F 71—75 so eng an, dafs man nicht zweifeln kann, dafs 
der Dichter das dort Gesagte vor Augen hatte. 

Ob femer die Worte J 98 f. aX nnv Ui(i Mivilaov — c^ 
ßiliX iiMifiivzu nvffyq hußavt akeyHVfjgno zu verstehen sind, 
dafs Paris notwendig als Augenzeuge des Schusses gedacht sein 
mufs, ist mir deswegen zweifelhaft, weil das Objekt nicht sowohl 
in M. öfMi^ivray als in inißavta enthalten ist und dies nicht in 
eigentlichem Sinne, sondern etwa in der Bedeutung unserer Wen- 
dung *in das Grab steigen' gemeint ist. Setzen diese Worte aber 
auch die Anwesenheit des Paris auf dem Schlachtfelde wirklich voraus, 
so kann der Dichter sehr wohl Athene diese Voraussetzung für 
ihren Zweck machen lassen, da im Heer unbekannt ist, wo er 
sich befindet. Wie endlich die Verschiedenheit der Sprache, die 
Agamemnon am Schlufs von F und nach der Verwundung des 
Bruders in J ftthrt, für eine Trennung beider Gesänge geltend 
gemacht werden kann, ist nicht zu ersehen. P 457 ff. stellt Aga- 
memnon einfach auf Grund des Sieges des Menelaos die nach dem 
Vertrag berechtigte Forderung der Zurückgabe der Helena samt 
den Schätzen und der Zahlung einer Bufse; von einem an Über- 
mut streifenden Selbstbewufstsein vermag ich in diesen Worten 
nichts zu entdecken. Die tiefe Niedergeschlagenheit desselben nach 
Menelaos* Verwundung aber ist doch sachlich genfigend motiviert 
und entspricht auch der sonstigen Zeichnung seines Charakters. 

Von allen von Benicken für die Trennung von F und J 
geltend gemachten Differenzen ist nur eine, auch von Bibbeck 
hervorgehobene, von Gewicht. Wenn F 453 f. gesagt war, dafs 
Paris den Troern und Hülfsvölkem in den Tod verhafst sei, so 
scheint es allerdings nicht aus dem Geiste desselben Dichters, dafs 
Athene dem Pandaros zumutet, * Paris zu Liebe einen solchen Frevel 
zu begehen, für den gehafsten, eben schmählich besiegten Paris 
das zu thun, was ihm das allererwünschteste war, und dann noch 
sagt, damit werde er sich bei allen Troern Dank und Ruhm er- 
werben' (Ribbeck). Allein es ist doch zu beachten, dafs das 
letztere Motiv, der Dank der Troer vorangestellt ist, für diese 
aber hier ihr Verhältnis zu Paris gar nicht in Betracht kommt, 
sondern doch lediglich ihr eignes mit dem des Paris zusammen- 
fallendes Interesse, dafs sie des Eoieges herzlich satt (Fl 11 f.) 
durch Menelaos' Tod desselben entledigt zu werden hoffen dürfen 
vgL 170 — 174. Femer ist wesentlich, daüs zu der Aussicht auf 



^. Einleitanir. 11 

Dank und Anerkennung von Seiten des Paris die iykaa 8mQa als 
VerfOhrungsmittel nachdrücklich hinzugefügt werden. Danach finde 
ich auch diese Motivierung nicht in dem Mafse mit F 453 f. un- 
Tereinhar, dafs beide Gesftnge notwendig als auf verschiedenen 
Voraussetzungen beruhend von einander zu trennen wftren. 

Solange also nicht ein unwiderleglicher Beweis dafttr erbracht 
wird| daüs die o^ui im dritten Gesänge interpoliert sind, ist uns 
die o^x/bov ffvy%viS$g von diesem Oesange unzertrennlich und es 
kann nur die Frage sein, ob dieselbe ursprünglich im Zusammen- 
hange mit r von demselben Dichter verfafst oder von einem andern 
Dichter im engen Anschluls an Pgedichtet ist, um diesen Gesang fort- 
zusetzen. Angenommen nun, dafs der dritte Gesang ursprünglich ein 
Einzellied bildete^ welches nachträglich in die Dias eingefügt wurde, 
so können wir uns doch schwer mit Ribbeck davon überzeugen, 
dab mit dem Schlufs des Gesanges das Thema, welches sich der 
Dichter vorgesetzt» erschöpft sei Denn dafs die Troer, nachdem 
Paris durch göttliche Macht der Gefahr entrückt ist, infolge dessen 
die Sache diesmal für abgemacht nehmen und ihrerseits nichts 
thun das Recht des Siegers in Vollzug zu setzen, vielmehr auf 
weitere göttliche Einwirkung warten sollen, das sind Voraus- 
setzungen, die man doch nicht ohne weiteres machen darf und die 
im Gedicht selbst keinen Anhalt haben. lat Paris den Troern in 
den Tod verhafst so dafs sie, wenn sie seinen Aufenthaltsort 
wfifsten, ihn dem Menelaos nntteilen würden (456) und haben sie 
andrerseits den Wunsch des drückenden Krieges entledigt zu werden 
(Ulf.), so scheint vielmehr die Erwartung berechtigt, dafs sie 
auf Agamenmons Forderung die Berechtigung derselben anerkenfien 
und dazu thun sie in Vollzug zu setzen. Zum mindesten aber 
darf der Hörer doch erwarten, dafs Hektor, welcher den Zwei- 
kampf vorgeschlagen und die Übereinkunft abgeschlossen hat, sich 
über Agamenmons Forderung äufsere. Oder sollten wir in dieser 
nur eine formelle Rechtsverwahrung erkennen müssen, bei der 
Agamenmon stillschweigend voraussetze, dafs gegenwärtig von den 
Troern die Erfüllung des Vertrags nicht zu erwarten sei, und auf 
welche er auch gar keine Antwort erwarte? und sollten griechi- 
aehe Hörer durch solchen Abschlufs in der That befriedigt ge- 
wesen sein und keine Frage mehr an den Sänger gehabt haben? 
Ein positiver Hinweis auf den folgenden Vertragsbruch ist uns 
überdies F 302 gegeben in den freilich von Lach mann verwor- 
fenen Worten ovi* &Qa nni ö^iv imn^ubuvi K^vlwv in Verbin- 
dung mit dem Gebete der Troer und AchSer, in welchem sie 
Zeus' Stra^richt auf die den Vertrag zumrst brechende Partei 
herabrufen, vgl. ^ 160 £, ^ ein Hinweis, der freilich nicht 
in dem Sinne, wie Köchlj wollte, zu verstehen ist, dafs Zeus 
damals bereits entschlossen gewesen sei den Vertragsbruch herbei- 
zuführen. 



12 ^. Einleitung. 

Dafs der diiite Oesang auch als Einzellied mit der von Seiten 
der Troer unbeantwortet gelassenen Forderung Agamemnons die 
Helena samt den Schtttzen herauszugeben keinen genügenden Ab- 
achluTs habe, sondern eine Fortsetzung verlange, in welcher jene 
Frage zur Entscheidung komme, erkennt auch Jacob an, indem 
er bemerkt, dafs der Götterrat die Entscheidung gebe, auf welche 
Agamemnon yorher vergebens wartete. Oleichwohl scheint ihm 
der Zusammenhang zwischen beiden Gesftngen nur ein fiufserlicher 
und es ergeben sich ihm und andern Kritikern namentlich aus 
dem Oötterrat und der Zeichnung der Götter Indicien, welche die 
Annahme desselben Dichters zu verbieten scheinen. ^Die Götter 
erscheinen hier beinahe wie Kinder, welche Weltregierung spielen' 
(Jacob). Genz vermifst in der Darstellung der Götter die tiefe 
sittliche Auffassung von F: Mie Feindschaft und Freundschaft der 
Götter ist launischer Hafs und launische Zuneigung'. Auch Bergk 
llbt sich namentlich durch die Behandlung der Götterwelt dazu 
bestimmen den Götterrat dem Diaskeuasten zuzuweisen, indem er 
annimmt, dafs durch die Einschaltung desselben ein Teil des alten 
Liedes beseitigt sei, in welchem wohl Hera durch Athene den 
Pandaros zom Bruch des Vertrages habe verlocken lassen. 

So sehr wir geneigt sind an der Art, wie hier die Götter 
gezeichnet sind, Anstofs zu nehmen, so ist doch solcher Anstols 
vom Standpunkt des Einzelliedes aus kaum berechtigt. Ist unser 
Blick lediglich auf den dritten Gesang gerichtet, so glauben wir 
dem Dichter, der kein Bedenken trug dort 383—425 der Aphro- 
dite jene uns so befr^cndende Rollo zuzuteilen, auch zutrauen zu 
dürfen, dab er hier die Götter so zeichnete, wie sie im Götterrat 
geschildert sind. Richten wir unsem Blick aber auf den inneren 
Zusammenhang des Vertragsbruchs mit JT, so befremdet allerdings 
die Art, wie vom Dichter die Lösung der am Schlufs von JT ent- 
standenen Frage tlber die zunächst beteiligten Troer hinweg in 
die Hand der Götter gelegt wird. Nirgend eine Äniserung von 
Seiten der Troer darüber, wie sie sich zu der Forderung Aga- 
memnons stellen; Hektor zumal, welcher in F den Vertrag ab- 
geschlossen hat und danach an erster Stelle berufen wäre dem 
Agamemnon Bede zu stehen, ist nicht nur am Schlufs von F, 
sondern während des Vertragsbruchs gänzlich verschwunden und 
tritt erst bei der Aufnahme der Schlacht wieder hervor. Dieser 
plötzliche und imvermittelte Übergang wird zwar einigermafsen 
verdeckt duroh den äufserlich engen Anschlufs von 2/ an P, indem 
durch die Imperfecta im Eingang die Götterversammlung als gleich- 
zeitig mit dem Zweikampf in F eingeführt wird und da awlna 
(5) auf den Moment zurückweist, wo Aphrodite Paris eben aus 
dem Kampf entführt hat, die Götterberatung den letzten Vor- 
gängen auf dem Schlachtfelde parallel gedacht ist. Allein es ist 
doch der Gedanke imabweisbar, dafs die £ ricklung der Hand- 



J. Einleitung. 13 

\\n!\% mit dem Eingang von J eine Richtung nimmt, für welche 
in der vorhergehenden Erztthlnng in F genügende Motive nicht 
gegeben sind, während die dort gegebenen nicht weiter verwendet 
werden. Dafs namentlich Zeus, unter dessen Schutz der in F 
abgeschlossene Vertrag gestellt ist, es nicht nur geschehen Ittfst, 
dafs die Troer den Vertrag brechen, sondern selbst durch Athene 
dieselben zum Vertragsbruch verleiten läfst, ist doch ein schwerer 
Anstofs. 

Freilich galt es hier durch göttliche Einwirkung einer Ent- 
wicklung der Dinge Einhalt zu thun, welche den Plan des Zeus 
zu vereiteln drohte und so könnte das, was im Hinblick auf die 
unmittelbar vorhergehende Erzählung befremdend und anstöHsig 
erscheint, in dem dichterischen Plane des Ganzen seine Erklärung 
£nden. Ohne Zweifel ist der Vertragsbruch das Mittel, um nach 
der retardierenden Erzählung vom Zweikampf die Aufioahme des 
allgemeinen Kampfes vorzubereiten und so den dichterischen Plan 
au£&ünehmen« Auch könnte man geneigt sein in dem Oötterrat 
im Eingang von J ein Seitenstück zu der in A zwischen Here 
und Zeus spielenden Scene zu finden. Allein es ist doch nicht 
zu verkennen, dafs dem Dichter des Götterrats die grusdlegenden 
Motive in A nicht recht gegenwärtig gewesen sein können. 

Ist schon der hier zwischen Zeus und Here geschlossene Pakt 
über die Zerstörung Trojas im zehnten Eriegcgahr überhaupt be- 
fremdend, so besonders Zeus' Zugeständnis, dafs Troja erhalten 
bleiben möge (z/ 19 f.). Bergk findet dasselbe schlechterdings 
unverträglich mit dem Plane des homerischen Zeus, und ähnlich 
urteilt Fried laen der: ^Als ob er nie der Thetis ein Versprechen 
gegeben die Griechen unterliegen zu lassen, will er nur die Frage 
verhandeln, ob der Krieg fortgesetzt oder beendigt werden soll, 
zeigt nur Interesse für die Bettung Trojas und gerät nur so in 
Widerspruch mit den Troja feindlich gesinnten Göttern'. Freilich 
wird dieser Anstofs dadurch gemildert, dafs Zeus' Vorschlag Freund- 
schaft zwischen beiden Völkern eintreten zu lassen nur ein ver- 
stellter ist, zu dem Zweck Here zu reizen. Aber die Verstellung 
scheint doch übel angebracht, da die Götter aus der Verhandlung 
des vorhergehenden Tages wufsten, was Zeus der Thetis ver- 
sprochen hatte (Nah er). Entweder hätte Here den Vorschlag 
des Zeus sofort als nicht ernstlich gemeint erkennen oder, zumal 
gereizt durch Zeus* Spott, demselben seinen Wankelmut mit bit- 
term Hohn vorwerfen und um so mehr haben auf den Krieg be- 
stehen müssen (Jacob). Diesen Anstöfsen gegenüber hat Bergk 
angenommen, dafs es ursprünglich Here gewesen wäre, welche auf 
eigne Hand durch die Sendung der Athene den Vertragsbruch herbei- 
geführt hätte. Indelli nimmt Bischoff auch an der Verführung des 
Pandaros dureh Athene an sich Anstofs und glaubt nachweisen zu 
können, dafs diese Erzählung, wie der Götterrat, der ältA«.tAa^l^v^- 



14 ^. Eixüeitiing. 

tong fremd gewesen seL Seine Gründe sind einmal, daDs Pandaros 
selbst weiterhin in seinen Beden im fünften Gesänge kein BewuÜBt- 
sein einer so frevelhaften That zeige und ebensowenig Aneas und 
Diomedes ebendort von dem Frevel wissen; sodann dafjB Agamemnon 
nur im Eingang seiner Rede A 155 — 159 der o^xm und ihres 
Bruches gedenke, weiterhin aber nicht mehr, und das von ihm 
bei der Sendung des Talthjbios an Machaon über Menelaos' Ver« 
wundung gesprochene Wort t^ yikv xXiog, Sfifu di niv^og 197 
unbegreiflich sei, wenn die That ein so ungeheuerer Frevel. End- 
lich scheint ihm in de;r Epipolesis abgesehen von der kurzen Er- 
wähnung des Vertragsbruchs 271 alles im Widerspruch mit einem 
solchen Ereignis zu stehen. 

Wir werden auf diese Fragen in der weiteren Untersuchung 
zurückkommen; zunftohst sind noch einige Stellen innerhalb des 
ersten Abschnittes des Gesanges zu prüfen, welche zu Athetesen 
Anlafs gegeben haben. So sind die V. 81 — 85 von Jacob, 
Düntzer, Naber als absurd beanstandet und Benicken hat die- 
selben in dem Texte des vierten Liedes in Klammem gesetzt. 
Der Hauptanstofs ist, dafs die dort angenommenen zwei Möglich- 
keiten, Erneuerung des Krieges oder Frieden, mit einem einfachen 
7 neben einander gestellt seien, während sie sich doch ausschlieCsen 
und das wunderbare Feuerzeichen vielmehr nur auf etwas Schreck- 
liches hindeuten könne, nicht aber auf die gewünschte friedliche 
Lösung. Als Kennzeichen der Interpolation aber werden geltend 
gemacht, daXs V. 84 «» 7* 220, 82 fl aber nach 15 f. gebildet sein, 
infolge dessen iftqxniQOttti hier unpassend sei, weil es sich auf die 
Sprechenden selbst mit beziehe, sowie dafs die Rede mit gleichem 
Verse eingeleitet und abgeschlossen sei. Ich kann diesen Gründen 
keine genügende Beweiskraft beimessen. Dafs das Herabstürmen 
der Athene vom Himmel wie ein feuriges Meteor notwendig nur 
auf etwas Schreckliches zu deuten sei, wäre erst zu erweisen. In 
der vorliegenden Situation aber, wo die Frage der Entscheidung 
harrt, ob die Troer die Forderung Agamemnons anerkennen und 
Helena herausgeben werden oder nicht, ist doch die Deutung der 
auTserordenüichen Erscheinung in dem Sinne, dafs vun den Göt- 
tern, speziell von Zeus, eine Entscheidung nach der einen oder 
andern Seite bevorstehe, ganz natürlich. Nun wird als das wahr- 
scheinlichere — dafs die Troer die Wiederaufnahme des Kampfes 
von Seiten der Achäer erwarten, zeigt 114 f. — die Erneuerung 
des Kampfes vorangestellt; aber auch die entgegengesetzte Mög- 
lichkeit, wenn sie auch nach menschlichem Ermessen die unwahr- 
scheinlichere ist, hat ihr Becht, zumal da hier ausdrücklich das un- 
mittelbare Eingreifen des Zeus als rafdrfg nolifioM betont ist. Über- 
dies ist es gewifs nicht homerische oder überhaupt epische Art 
bei so aufserordentlichen Erscheinungen, wie die vorliegende, zumal 
die Ge?7)^1ter auf eine Entscheidung gespannt sind, die beteiligten 



A. Einleitung. 15 

Persoken in- stummes Staunen versinken zu lassen, ohne ihren Ge- 
danken Ausdruck zu geben. 

In der Eede des Agamemnon nach Verwundung des Menelaos 
lö5 — 182 fand Friedlaender einen unerträglichen Anstofs in der 
jähen TöUig unvermittelten Aufeinanderfolge gläubige^ Zuversicht 
und mutloser allen Trostes und aller Hoffiiung barer Verzweif- 
lung und glaubte daher zwei von einander unabhängige Recen- 
sionen annehmen zu müssen, deren eine 165 — 170, die andere 
155—157 und 169 (oder 171)— 182 enthielt Femer fand Nitzsch 
die ^in reiner Übertreibung sanguinisch ausgesprochenen sorglichen 
Fantasien' Agamemnons 171 — 182 so anstöfsig, dafs er darin eine 
rhapsodische Übertreibung zu erkennen glaubte. Ebenso sieht 
Franke in 171 — 182 einen späteren Zusatz, indem er besonders 
betont^ dafÜB, wenn diese Verse ursprünglich wären, 163 — 165 
(= Z 447 — 449) hier von einer späteren Zerstörung Trojas durch 
irgend einen andern verstanden sein müfsten, während doch die- 
selben in Z entschieden nur von dem endlichen Siege der Griechen 
verstanden sein, der Nachahmer aber, sei es nun in Z oder in z/, 
sie unmöglich in einem so ganz andern Sinne gebrauchen konnte, 
als er sie in dem Liede, aus welchem er sie entlehnte, gebraucht 
fand. Der Ansicht Friedländers stimmte Eöchly so weit zu, dafs 
er 158 — 170 für die ältere Fassung hielt, glaubte aber in 163 — 
165 eine Interpolation aus Z annehmen zu müssen. Letztere findet 
Nah er wenigstens passender in Z als in ^ und verwirft mit 
Nitzsch und Franke 171 — 182. Dagegen sieht Düntzer in 
156 — 168 einen späteren Zusatz, der sich durch den vereinzelten Sin- 
gular S^xiov und die sonderbare Einführung der Ägis verrate. Fulda 
endlich verwirft 163 — 168 und 176 — 182. Gegen die Annahme 
einer doppelten Becension und irgend welcher Interpolation hat 
sich namentlich Bekker ausgesprochen, indem er den Zusammen- 
hang mit den Worten erörtert: *Der Meineid, sagt Agamemnon, 
wird an den Troern gerächt werden, nicht sofort durch uns Achäer, 
deren Feldzug mit dem Tode des Menelaos ein schmähliches Ende 
nimmt, aber durch Zeus und spät, in unbestimmbarer, vielleicht 
weit entlegener Zukunft (vgl. £ 324 — 5). Der fromme König also 
vertraut auf die göttliche Gerechtigkeit, deren Walten nicht aus- 
bleiben kann, aber sich keine Zeit vorschreiben läfst: der klein- 
mütige verzweifelt für den Augenblick an sich und seinen mensch* 
liehen Helfern« Das wäre Widerspruch?' Auch Benicken be- 
kämpft die Annahme einer doppelten Becension, indem er zeigt, 
dafs 171 an 157 gefügt einen ganz unpassenden Gedankenanschlufs 
ergeben würde und dafs 184 in der Antwort des Menelaos die 
Verse 171 £E1 zur Voraussetzung habe. Er selbst scheidet 163—* 
165 aus und erläutert so den Zusammenhang: *Im ersten Teil 
spricht Agamemnon die bestimmte Erwartung aus, Zeus werde 
den geschehenen Frevel rächen, wenn er im Kampfe fortfahre, im 



16 ä^ EinleitiiDg. 

zweiten Teile verzweifelt er nicht um des Zeus willen, sondern 
der Achäer wegen, von denen er fürchteti sie würden, wenn Mene* 
laos an seiner Wunde sterbe, nach Hause zu kehren begehren'. 
Auch Oenz hat sich gegen die Annahme von Interpolationen aus- 
gesprochen: *Den Beden in A ist die Weitschweifigkeit eigen'« 

Wie yerfehlt die meisten der yorgeschlagenen Athetesen schon 
darum sind, weil die durch dieselben zusammengerückten Stfleke 
keinen passenden Credankenanschlufs haben, ist bereits von Benickan 
gezeigt- Was insbesondere die von den meisten angenommene Athe- 
tese von 171 — 182 betrifft, so ist unbegreiflich, dafs die Vertreter 
derselben nicht das Mifsverhältnis bemerkt haben, welches dadurch 
in die Entwicklung der Hauptgedanken kommt. Agamemnon be- 
ginnt mit der Selbstanklage, dafs er Menelaos' Tod versehnldet 
habe, der dabei erw&hnte Vertragsbruch ftLhrt ihn aber zunftchst 
zu der Ausftihrung über die sicher zu erwartende Bestraftmg des- 
selben 158 — 168 und erst mit 169 kommt er wieder auf das 
eigentliche Thema, den drohenden Tod des Henelaos zurück. Und 
da soll seine Bede mit 170 schliefsen? Vielmehr folgt eine Be- 
trachtung über den etwaigen Tod des Bruders, wie sie der natür- 
lichen Naivetftt des homerischen Menschen entspricht: es wird nicht 
der Verlast des geliebten Bruders in sentimentalen Beden beklagt, 
sondern es werden die Folgen seines Todes und zwar in erster 
Linie für Agamemnon selbst, dann in Bezug auf Menelaos' Nach- 
ruhm ausgemalt und beklagt. Einen wirklichen Anstofs in dem 
Zusammenhange der Bede bieten nur die mit Z 447 — 449 iden- 
tischen Verse 163 — 165. Können dieselben nur, wie wir Franke ' 
zugeben müssen, von der Zerstörung Trojas durch die Aehfter 
verstanden werden, so würde denselben allerdings die Voraussetzung, 
dafs der Kampf durch Menelaos' Tod nicht beendigt würde, zu 
Grunde liegen, während 171 f. das Gegenteil vorausgesetzt wird. 
Htttte femer Agamemnon die Zerstörung Trojas durch die Griechen 
im Sinne, so würde auch das x«l oi^l x^hX 161 wenig begreiflich 
sein, da nach dem Zeichen in Aulis die Zerstörung Trojas auf 
das zehnte Jahr, in welchem man bereits stand, verkündet war* 
Da aber die Verse in Z ihre fest begründete unerschütterliche 
Stellung haben, so ist es danach in hohem Grade wahrscheinlich, 
dafs sie hier auf Nachahmung beruhen und nachtrftglich eingefügt 
sind. Ist das der Fall, so werden aber auch die drei folgenden 
Verse 166 — 168 demselben Interpolator angehören. Denn, dafs 
wie Köchly und mit ihm Benicken annehmen, der selbstftndige 
futurische Gebrauch des Konjunktivs haacüi^Ci mit Anlafs zur 
Interpolation der vorhergehenden Verse gegeben habe, ist wenig 
wahrscheinlich; und im Anschlufs an den vorhergehenden Aorist 
inhiaav scheint der an sich seltene und meist im Anschlufs an 
Futurum gebräuchliche selbständige Koi\junktiv doch bedenklich. 
Ist femer, ¥rie Köchlj sagt, der ganze Gedanke 166 f. im Anschlufs 



A, EmleiiuDg. 17 

an 163 — 165 matt, so wäre andrerseits das neue Hervorheben des 
Zeas in einem ganzen Verse nach 161 f. einigermaCsen befremdend. 
Wohl aber konnte nach Einfügung von 163 — 165, welche ganz 
allgemein von Trojas Untergange reden, es dem Interpolator nötig 
scheinen, die Thätigkeit des Zeus und die Beziehung auf den Ver- 
tragsbruch (aTrarijg 168) im Zusammenhang damit hervorzuheben, 
worauf er mit den Worten ta (a^v iüifnai ov% itilsifta zu 161 
zurückkehrend sich den Übergang zum Folgenden bahnte. 

9eim Übergange zur Epipolesis stofsen wir sofort auf eine 
viel bestrittene Stelle, jene drei Verse 220 — 222, in welchen kur^ 
die Vorbereitungen beider Parteien zur Wiederaufnahme des Kampfes 
berichtet werden. * Unser Dichter, sagt 6enz, bat die Wieder- 
eiregung des Streites schildern wollen und hat es nicht vermocht. — 
Nicht wird weiter erzählt, wie es dazu (dem Anrücken der Troer) 
hat kommen können, kein Lärm und Wortstreit, kein Wort aus 
dem Munde eines der troischen Anführer, was man über den Schufs 
denken und was nun werden solL' Ähnlich findet es Kammer 
^unmotiviert, dafs alle Troer nach der Verletzung des Bundes durch 
einen aus ihrer Mitte sogleich auch ihrerseits die Schuld des Treu- 
bruchs auf sich nehmen; man würde doch eher erwarten, dafs die 
Griechen, von Zorn über diesen schmählichen Verrat erfüllt, auf 
die Troer sich werfen werden'. Auch Naber scheint es nicht 
klar, warum die Troer die Achäer angreifen. Düntzer endlich 
vermifst eine weitere Beschreibung des Auffahrens zu den Waffen. 
Dazu kommen folgende Einzelheiten in Betracht: F 115 liegen die 
Troer dicht bei den Achäern, hier rücken sie an (G-enz); 1^326 f. 
sitzen beide Heere, dafs sie sich erhoben hätten, ist nirgends ge- 
sagt; r 114 haben >beide Heere die Waffen abgelegt, dafs die 
Troer sie wieder angelegt, ist nirgends berichtet 

Diesen Schwierigkeiten gegenüber hat man von verschiedenen 
Standpunkten aus verschieden Stellung genommen. Während Bergk 
das mit F 1 beginnende Lied hier mit V. 221, KÖohlj mit 222 
schlieljBt, weist Genz die Epipolesis, wie die oqkUhv 0vyxv0ig dem- 
selben Dichter zu und erklärt die mangelhaften Übergangsverse 
aus dem Unvermögen des Dichters. Düntzer wiederum nimmt 
an, dafs die Stelle bei der Zusammenordnung der Ilias gelitten 
habe: ursprünglich habe mit 220 eine Rhapsodie geschlossen, die 
neue mit einer weiten Beschreibung des Auffahrens der Heere zu 
den Waffen begonnen, letztere sei aber von den Anordnem der 
Blas durch die zwei ungenügenden Verse 221 f. ersetzt. Kammer 
findet die Stelle alteriert durch die Einfügung des Liedes vom 
Zweikampf. Benicken endlich findet keine Schwierigkeiten: er 
«etzt die Büstung der Troer und Achäer vor die mit zf 1 begin- 
nende Fortsetzung des verlorenen Liedes und sieht beide Völker 
als während des ganzen Umfangs des Liedes gerüstet an, indem 
er 222, welcher die Neurüstung der Achäer berichtet, als unechten 

HavTia, Anhang in Homers lUu. II. ^ 



18 ^- Einlaitang. 

Zusatz entfernt; ja er meint sogar, dafs wir uns die Troer Tiel« 
leicht mit der Fabel, der dieser Dichter folgte, in der Stadt auf 
der Mauer stehend und von der Hauer dem auch für dies Lied 
vorauszusetzenden Zweikampfe zusehend denken dürften, sodafs das 
Anrücken der Troer nicht so eilig sei und für die folgende Bunde 
Agamemnon» Zeit lasse. 

Blicken wir von den Übergangsversen aus zurück auf das in 
r und A Erzilhlte, so ergeben sich unzweifelhafte Lücken in der 
Erzfthlung. So ist übergangen, dafs Troer und Achäer sich wieder 
erhoben haben, nachdem sie T 326 sich niedergesetzt hatten, ebenso 
dafs die Troer die Waffen wieder angelegt, welche sie, wie die 
Achfter i^ 114 abgelegt hatten. Nun findet Athene den Pandaroa 
mit seinen Scharen stehend, A 90. Sind femer /^ 114 die Achäer 
noch sitzend gedacht (/iij n^iv ova2((Krv fv^iox vXi^ ^AyjDtmv)^ so 
findet doch Talthybios 201 den Machaon mit seinen Scharen eben- 
falls bereits stehend. Die Scharen des Machaon aber sowohl wie 
die des Pandaros werden itsmoxttl genannt. Ist daraus ittit Benicken 
zu schliefsen, dafs sie die Waffen bereits wieder augelegt haben 
— und das Epitheton w&re in der. That unbegreiflich, wenn die 
Schilde noch neben ihnen auf der Erde gelegen hätten, vgl. 221 — , 
so haben während der Vorgänge am Schlufs von F und im Ver- 
lauf des ersten Abschnitts von A beide Heere sich wieder erhoben 
imd beide auch bereits sich wieder gewaffnet und zwar die Troer 
früher, die Achäer später und zwar nach dem Schufs des Pan- 
daros, womit aber im offnen Widerspruch steht, dafs erst 222 
von den Achäem ausdrücklich berichtet ^ird, dafs sie die Waffen 
wieder angelegt hätten. Zweifelhaft bleibt die weitere von Oenz 
hervorgehobene Differenz mit JT, dafs die Troer dort (115) dicht 
bei den Achäern liegen, während sie hier heranrücken, -^ weil 
die Auffassung der Worte nh^clov aUifAcov, oUfn d' f\v iftg>l^ 
Sfoviftc bestritten ist und dieselben vielleicht richtiger von dem 
Zwischenraum zwischen den einzelnen Büstungen verstanden werden. 

Eine weitere Frage ist, ob das Anrücken der Troer durch die 
vorhergehende Erzählung hinreichend motiviert ist. Benicken 
nimmt dies an, indem er bemerkt: ^Nachdeip der Bund einmal 
gebrochen war, liefs sich weiter nichts ihun, als .den Kampf wieder 
aufnehmen; und das hatten ja auch die Götter beabsichtigt'* Dafs 
es aber die Troer sind, welche zuerst zum Kampfe vorgehen, wäh- 
rend Kammer es natürlicher fände, dafs die Griechen von Zorn 
über den schmählichen Verrat erfüllt, auf die Troer sich würfen, 
mag dadurch motiviert scheinen, dafs sie zunächst mit der Für- 
sorge für Menelaos beschäftigt waren. Allein wie wir nach dem 
Schlufs von r es befremdend finden, dafs auf die Forderung Aga- 
memnons, die Helena herauszugeben, keiner der troischen Führer 
sich vernehmen läfst, überhaupt davon, wie die Troer diese Forde- 
rung aufnehmen, nicht die Bede ist, so scheint doch auch hier 



A, Eiiüeiiuiig. 10 

die Frage berechtigt, wie die troischen Führer, zumal Hektor, sieh 
zu dem Vorgehen des Pandaros stellen, man erwartet doch min- 
destens eine Andeutung, welch einen Eindruck dasselbe auf troi- 
sdier Seite hervorrief Dafo wir von alledem nichts hören, erklftrt 
sich viellffiicht bis zu einem gewissen Orade aus der eigentttmlichen 
Anlage des ganzen Gesanges, welche die Entscheidung der nach 
dem Abbruch des Zweikampfes zu lösenden Frage ganz in die Hand 
der Götter legt. Nachdem Ach&er, wie Troer durch die aufsSr- 
ordentliche Erscheinung der vom Himmel herabfahrenden Athene 
auf eine bevorstehende göttliche Entscheidung gespannt waren, 
dann aber der Bundesbruch durch Pandaros erfolgte, konnte darin 
allerdings eine Bestätigung der (82) von beiden Seiten ausgespro- 
chenen Vermutung, dafs der Kampf von neuem beginnen solle, 
gesehen werden. Danach mochte die Wiederaufnahme des Kampfes 
beiderseits selbstverstftndlich scheinen. Gleichwohl bleibt es be- 
fremdend, dafs darüber kein Wort gesagt ist, und jedenfalls ver- 
missen wir die Klarheit der Motivierung, welche die homerischen 
Gedichte sonst auszeichnet. Überdies bleibt der nicht zu besei« 
tigende Anstofs in den Übergangsversen 222, die Neurüstung der 
Achfier, befremdend, weil Machaon und seine Scharen bereits 201 f. 
bewaffnet dastehen, aber auch an sich, weil es natürlich und selbst- 
verstftndlich scheint, dafs wenn die Troer sich wieder erhoben und 
die Waffen wieder angelegt haben, auch die Ach&er, mindestens 
nach dem Vertragsbruch, das Gleiche gethan haben. Dieser An- 
stofs kann auch nicht durch die von Benicken vorgenommene 
Athetese von 222 beseitigt werden, denn dieselbe Voraussetzung 
liegt auch der folgenden Darstellung der Epipolesis zu Grunde, 
wie ^(o^cwovro 252 und xo^vtftfia'^v 274 zeigen. 

Wenden wir uns nun zu der Epipolesis selbst (223 — 421), 
so ist das Verhftltnis derselben zu der vorhergehenden Erzählung 
sehr verschieden beurteilt. Hoffmann hftlt nach seinen metri- 
schen Untersuchungen die Epipolesis für jünger; Bergk erkennt 
zwar den unmittelbaren AnsohluCs derselben an die vorhergehende 
Erzttblung an, weist dieselbe aber dem Diaskeuasten zu, welcher 
darin ein Seitenstück zur Teichoskopie liefern wollte; Köchly ver- 
bindet dieselbe gar mit der Teichoskopie zu einem Liedoi indem 
er eine Reihe von Beziehungen, Parallelen und Anspielungen zwi- 
schen beiden nachzuweisen sucht; Kammer glaubt, dafs die Epi- 
polesis ihren ursprünglichen Anschlufs an B 815 gehabt habe, wo- 
gegen Ribbeck dieselbe wegen der Vorwürfe, die hier Agamemnon 
dem Odjsseus macht, der noch eben in JB sich so grofse Ver- 
dienste erworben; unvereinbar mit der vorhergehenden Erzttblung 
findet. Eine eigentümliche Ansicht ist die von Scholl (SophocL 
Aias p. 62), dafs in der Epipolesis ein umgedichtetes Bruchstück 
eines älteren und poetischer gestalteten Helden- und Scharenver- 
zeichnisses, als der Katalog ist, zu erkennen sei* Dagegen ls&«Le.^ 

1^ 



20 ^* Einleitang. 

Lachmann und JBenioken, sowie Dtlotzer und Genz dieselbe 
im Zusamxnenbang mit dem Vertragsbrucb gedichtet sein. 

Die sahlreiohen Bedenken, welche gegen die Epipoleais an 
dieser Stelle ausgesprochen sind, betreffen teils den Zusammen- 
hang mit der Erzfthlung i^om Vertragsbruch, teils die Ausdehnung 
der zwischen Agamemnon und den übrigen Fürsten gewechselten 
Beden und deren Inhalt, teils Einzelheiten. Was die Beziehung 
auf^den Vertragsbruch betrifft, so findet Bischoff abgesehen von 
der kurzen Erwähnung desselben 271 alles mit einem solchen 
Ereignis in Widerspruch: *Wie konomen die beiden Aias, wie Nestor 
dazu, sich zu rüsten? Wissen sie aber von der Sache, wie ist 
es möglich, dafs weder Agamemnon gegen sie, noch auch sie gegen 
ihn des auTserordentlichen Vorfalls, der alle Gemüter bewegen mulste, 
Erwähnung thun? und wie kann Agamemnon den Menestheus, 
Odjsseus, Diomedes schelten? Sie wissen ja offenbar nichts vom 
Bruch der oQxia. Aber warum sagt er ihnen dann nichts davon?' 
Kammer aber* begreift nicht, wozu die Auüstellung wiederholt 
werde, da beide Heere schon in F auf einander losgerückt sind, 
zumal alles auf einen erbitterten Angriff hindränge. Allein diese 
Bedenken sind nur zum Teil begründet Bisch off hat übersehen, 
daXs 211 berichtet ist, dafs nach dem Behufs des Pandaros alle 
die edelsten um Menelaos sich gesammelt hatten, und eine wieder- 
holte Erwähnung des Vertragsbruchs bei den einzelnen Ansprachen 
Agamemnons zu verlangen ist doch unberechtigt. Kammer aber 
hat vergessen, dafs beide Heere vor Beginn des Zweikampfes die 
Waffen abgelegt und sich auf den Boden gesetzt hatten. Es war 
also bis zu einem gewissen Grade eine neue Aufstellung und Ord-* 
nung der Scharen erforderlich, während die 252 und 274 erwähnte 
Rüstung nach dem oben Bemerkten allerdings nicht mehr an der 
Stelle ist. Aber es ist doch Kammer zuzugeben, dafs die takti- 
schen Anordnungen und Weisungen Nestors 297 ff. den Eindruck 
machen, als ob jetzt überhaupt die erste Aufstellung und Ordnung 
der Scharen vor sich gehe, welche doch bereits am Morgen dieses 
Tages in B erfolgt war. Begründet scheint auch dfis Bedenken, 
wie Agamemnon, da die Troer schon 221 und jedenfalls aus nicht 
groCser Entfernung anrücken ^ die Zeit gewinnen könne bei den 
einzelnen Führern die Bunde zu machen und mit ihnen lange Beden 
zu wechseln. Beobachtet man indessen, dafs während die näher 
stehenden Scharen des Idomeneus und der Aias bereits zur Auf- 
nahme des Kampfes vorzugehen im Begriff sind oder sohon sich 
in Bewegung setzen, Nestor wenigstens bei der Aufstellung be- 
schäftigt ist, die fernerstehenden Odjsseus und Menestheus, Dio- 
medes und Sthenelos dagegen noch unthätig dastehen und dies 
dadurch motiviert wird, dafs eben erst die Scharen der Troer und 
der Achäer sich gegeneinander bewegten, so ist doch anzuer- 
kennen, dafs der Dichter einigermafsen in den Grenzen der Wahr- 



d, Einleitung. 21 

Boheinliohkeit sich gehalten hat. Aber die geschwätzige Breite der 
Beden ist der Situation, die zum Handeln drftngt, allerdings wenig 
angemessen und der Inhalt nnd Ton der Ansprachen hat manches 
Befremdende: so die zweimalige Beziehung auf die Gerontenmahl- 
Zeiten 269 £ 343 ff., der schnöde Vorwurf gegen Odjsseus, zumal 
nach den grofsen Verdiensten dieses Helden in der Heeresver- 
sammlung in J3, was Kibbeck mit Recht hervorhebt, um die Un- 
vereinbarkeit der Epipolesis mit^ der vorhergehenden ErzKhlung zu 
erweisen, endlich der gehässige Angriff auf Diomedes. Diese *un- 
wirsche und unbesonnene Art, mit der er einzelne Heerführer 
anfuhrt', schickt sich, wie wir Kammer zugeben, allerdings nicht 
recht zu der Situation, da wir bei Agamemnon nach dem von ihm 
168 ff. ausgesprochenen sichern Vertrauen auf das Walten der 
göttlichen Oerechtigkeit, zumal da Menelaos aufser Gefahr ist, eher 
eine feste, gehobene Stimmung zu erwarten berechtigt wären. Im 
einzelnen sind als Eigentümlichkeiten dieser Partie bemerkt, dafs 
Eurymedon nur hier als Wagenlenker des Agamemnon erscheint, 
sodann dafs Odysseus sich 364 als Vater des Telemach bezeichnet, 
wie B 260, was die Bekanntschaft des Dichters mit der Odyssee 
voraussetzen lä&t, und die Verwandtschaft von 288 — 291 mit 
B 371-^374, wo nach Nabers Urteil der Gedanke angemessener 
scheint. 

Innerhalb der Epipolesis selbst hat Düntzer drei bedeutendere 
rhapsodische Eindiohtungen angenommen: 226 — 250, 251 — 272, 
327 — 864, die Ansprachen Agamemnons an die Krieger, die Wechsel- 
reden zwischen ihm und Idomeneus, sowie die zwischen ihm und 
Odjssens. In dem Verdacht gegen die erste Partie begegnet sich 
mit Düntzer Kammer^ welcher 232 — 250 für interpoliert hält 
In der zweiten beschränken sich Kammer und Köchlj auf die 
Athetese von 268 oder 269—271. Die beiden letzteren Kritiker, 
welche die Epipolesis aus dem Zusammenhange mit der vorher- 
geh^ndto Erzählung lösen, beseitigen damit eben die Beziehungen 
auf den Vertragsbruch. Die von Düntzer gegen die ganze Partie 
226 — 272 geltend gemachten Bedenken sind von Benicken mit 
Becht zurückgewiesen; sie genügen jedenfalls nicht um die Not* 
wendigkeit oder auch nur Wahrscheinlichkeit der Athetese zu 
erweisen. Überdies wäre ein Anschlufs von 273 {y^X^z ö() an 225 
ganz unverständlich y höchstens gestatteten, wie Kammer richtig 
sah, die Worte imnnletro ctixug ivdQwv 23 1 denselben. Dafs aber 
auch die an 327-^364 von Düntzer gemachten Ausstellungen 
zum grofoen Teil unbegründet sind und die Unechtheit dieser Partie 
nicht erweisen können, hat bereits Benicken dargethan, aufweichen 
wir verweisen. — Endlich haben Köchly und Benicken die aus- 
führliche Erzählung von Tydeus in Agamemnons Rede 370 ff. von 
den Worten ov ^a^ fyaye 374 bis zu AhdXiog 399 in Klammem 
gesoUoBsen. Diese Ausscheidung ist auch von la Boche, Düntzer 



22 ^- Einleitung. 

und W. Jordan angonommen und da die abermftTeige Auedehnung 
der Bede zu der Situation sich übel schickt, die Ausscheidung 
aber, welche sich ohne alle Schwierigkeit vollziehen Iftfst, eine 
sechsseilige Bede ergiebt, wie sie den vorhergehenden und folgen« 
den entsprichti so hat die Annahme der Interpolation Wahrsohein- 
lichkeil 

Mit 421 schlierst Lach mann sein viertes Lied, denn *die 
Vorbereitung xur Schlacht schlielst hier ohne Übergang, ohne da£s 
man erfiUirt, wohin sich Agamemnon begiebt: nnd erst £ 38 kommt 
er vrieder vor' und ^gleich, wo das fOnfte Lied anfllngt, 2^422 
zeigt sich ein ganz anderer, uns aber bereits wohlbekannter Charakter 
der Darstellung, nämlich der des zweiten Liedes; ja wenn man ea 
recht bedenkt, auf B 483 oder 780 — 785 kann man, ohne eine 
Störung zu bemerken, J 422 unmittelbar folgen lassen'. Damit 
sind für die weitere Erörterung die Fragen gestellt: scheidet sich 
in der That die folgende Scblachtschilderung in J und £ ftufiser- 
lich und innerlich so vollständig von der vorhergehenden Erzählung 
in r und J^ daCs hier 421 der AbschluCi der einen und 422 das 
Anheben einer ganz neuen, auf andern Voraussetzungen beruhen- 
den Entwicklung erkennbar ist oder bestehen zwischen beiden 
Erzählungen derartige Beziehungen, dafs ein Zusammenhang irgend 
welcher Art anzunehmen ist? 

Der von Lachmann fttr die Sonderung geltend gemachte 
äufsere Grund, dab die Vorbereitung zur Schlacht ohne Übergang 
fichliefse, ohne dafs man erfahre, wohin sich Agamemnon begebe, 
ist von Gross und Düntzer bestritten. Jener führt dagegen an, 
dafs aus 428 sich genügend ergebe, dafb sich Agamemnon wieder 
zu den Seinigen begeben habe, dieser sagt: der Dichter mufste 
Agamemnon im Heere verschwinden lassen, um die Epipolesis nicht 
ins Unendliche zu verlängern. Beide Gegengründe widerlegen nicht 
die ThatsachCi dafo die Epipolesis gegen allen epischen Brauch 
ohne rechten Abschlufs ist und ein Übergang zum folgenden fehlt. 
Denn, wie Jordan mit Becht bemerkt, *ohne dafs man aus dem 
eben Gesagten wenigstens ungefähr weifs, was mit einander ver- 
glichen werden soll, kommt sonst niemals ein Vergleich so herein- 
geschneit, wie 422—427'. 

Prüfen wir die weiter fttr die Scheidung beider Abschnitte 
beigebrachten inneren Grttnde, so führt Lachmann nur an, dals 
gleich mit J 422 sich ein ganz anderer Charakter der Darstellung 
zeige, was auch Bergk anerkennt, indem er hier den lebendigen 
Atem kriegerischen Geistes findet, der überall in den echten 
Teilen der Uias wahrnehmbar sei. Man wird dem kein grofses 
Gewicht beilegen können, weil das Hervortreten dieses Charakters 
durch den veränderten Sto£P bedingt ist Wie unsicher derartige 
Urteile überhaupt sind, geht daraus hervor, dafs Hoff mann in 
dem Schlufs von J (mit Ausnahme von 467 — 544) und £ in 



/i. Einleitung. 23 

Bezog auf den Charakter der Darstellung viiol mehr Verwandtschaft 
mit den älteren Teilen von F nnd 2/, als mit B 1 — 483 findet. 
Mehr Gewicht haben die weiter von Bergk und Kammer fUr die 
Scheidung geltend gemachten Gründe. Sie heben hervor, daiÜB sich 
in dem folgenden Kampfe bei den Ach&em keine Spur einer leiden- 
schaftlichen Erregung, einer Erbitterung zeige, wie sie doch der 
vorhergehende Vertragsbruch erwarten lasse, und ebensowenig die 
Götter, denen doch die Strafe des Meineids oblag, um jenen Ver- 
tragsbruch sich weiter kümmenii obwohl dieser Gesichtspunkt in 
^158 gebtthrend hervorgehoben sei. Wenn Pandaros aber im 
fünften Gesänge durch Diomedes^ Hand fftllt, ^so lag doch gewiCs 
nichts nfther, als den Tod mit jener That in Verbindung zu bringen, 
Aber nirgends, so oft sich auch Gelegenheit darbot, wirjl auf den 
Verrat angespielt; man sieht deutlich, dafs dem Dichter der Aristie 
des Diomedes dieses Lied unbekannt war' (Bergk). Dabei wird 
vorausgesetzt, dafs E 206 ff., wo Paudaros seines Schusses auf 
Menelaos gedenkt, von dem Diaskeuasten eingefügt seien, wtthrend 
Bisch off aus dem Wortlaut dieser Vorse schliefst, dafs Pandaros 
nur eine gewöhnliche Kampfscene vor Augen habe, weil er dabei 
in keiner Weise das Bewufstsein eines Unrechts verrate, daher die 
Verführnngsgeschichte in J dem Dichter von E nicht könne bekannt 
gewesen sein. Von bedeutendem Gewicht ist hier, dafs allerdings 
nach der Athetese von E 206 — 8, welche, wie wir in der Ein- 
leitung zu E nachweisen werden, unwiderleglich geboten ist, in £ 
jeder Hinweis und jede Beziehung auf den Vertragsbruch fehlt. 
Zu einer solchen war aber an mehr als einer Stelle Anlafs und 
vor allem war sie da geboten und zu erwarten, wo die Erlegung 
des Pandaros durch Diomedes mit Hilfe der Athene, derselben 
Athene, welche jenen zum Vertragsbruch verleitete, berichtet wird. 
Die Bedeutung dieser Thatsache sucht Düntzer mit Unrecht da- 
durch abzuschwächen, dafs er die Auffa8sui\g des Schusses des 
Pandaros als eines eigentlichen Vertragsbruchs darum bestreitet, 
weil duroh die Rettung des Paris durch Aphrodite die im Ver- 
trag vorgesehene Bedingung für die Auslieferung der Helena uner- 
füllt geblieben sei, und in jenem Schufs nichts als ein episches 
Mittel zur Fortsetzung der Handlung sieht, worauf der Dichter, 
nachdem es seine Dienste getban, dann auch später gar keine 
Bücksicht mehr nehme. Diese Ansicht ist bereits von Benioken 
mit guten Gründen zurückgewiesen und es bedarf nur des Hin- 
weises darauf, dafs Düntzer alle Stellen, die seiner Auffassung 
widerstreben, ausgeschieden hat. Steht aber die Auffassang des 
Schusses des Pandaros als eines wirklichen Vertragsbruchs und 
schweren Frevels auCser Frage und ist dieser der Ausgangspunkt 
und das treibende Motiv für den im Schlufs von J beginnenden 
allgemeinen Kampf, so ist es wahrlich unbegreiflich, dafs von 
solchem Zusammenhange nirgends eine Spur zu entdecken ist und 



24 ^' Einleiiiuig. 

selbst bei dem Tode des Pandaroa keine Besiebung darauf genom- 
men wird. 

Dem gegenüber ist andrerseits zu konstatieren, dafs zwischen 
der Diomedeia nnd der Epipolesis sieb eine Reibe Ton Beziebnngen 
nngesncbt ergiebt. Die Epipolesis scbliefst mit der YorfÜhning 
des Helden, dem in der folgenden Scblacbt die Arisiie zugeteilt 
ist, des Diomedes: seine von Agamemnon A 370 ff., wenn auch 
niebt etnstlicb bezweifelte Tapferkeit wird dort glänzend bewftbrt. 
Die Art aber, wie Diomedes eingeführt wird, ist mit Becbt als 
besonders gelungen anerkannt. 'Gerade sein bescheidenes Auf- 
treten ist die passendste Einleitung zu seinen glftnzenden Thaten^ 
(Ger lach). 'Diomedes wird zuletzt bei der Musterung, aber am 
glänzendsten und mit TÖllig richtiger und glücklicher Charakteristik 
geschildert. Es ist dies ein gelungener Wurf unseres Dichters; 
wir fühlen sogleich die ganze Bedeutung des Helden' (Genz). 
Vergleichen wir aber, wie in £ 241 ff. Sthenelos im Yerh&ltnis zu 
Diomedes geschildert wird mit der Art, wie beide in der Epipo- 
lesis auftreten, so erkennen wir dann erst, wie es sich in Wirk- 
lichkeit mit beiden yerhSlt: 'Hier, wo es wirklichen Kampf gilt, 
ermuntert Sthenelos zur Flucht, und abermals mufs ihn Diomedes 
zurechtweisen. Offenbar ist dies ein beabsichtigter Gegensatz zu 
d^ Stelle im vierten Buche. Wir erkennen jetzt, daüs jene Be* 
scheidenheit des Diomedes in seiner Tüchtigkeit, im BewuMsein 
seines Heldenwertes wurzelt' (Gerlaöh). Diese Beziehungen, wie 
sie in den Thatsachen und in der Charakteristik der Personen 
hervortreten, sind so augenfftllig und bedeutsam, dals wir unmög- 
lich mit Benicken hier eine bewuDste und planmKftige dichterische 
Thätigkeit leugnen können, so d^s wir mit ihm die Untelredung 
den Agamemnon mit Diomedes an letzter Stelle nur daraus erklären 
sollten, dafs dieser am weitesten von dem Mittelpunkte der Schlacht- 
ordi^ung entfernt gestanden habe. Dazu können uns auch nicht 
die Bedenken desselben GelehrteA bestimmen, dafs, wenn derselbe 
Dichter, welcher Diomedes von Agamemnon ausschelten lällist, ihn 
im Gegensatz dazu nur um so höher SBU heben beabsichtigt hätte, 
er nicht bis JS 1 mit s^er Einführung würde gewartet haben, 
noch weniger aber ihn dort so, wie das geschieht, eingeführt haben 
würde, ohne auch nur die Schelte zu erwähnen. Welche Bedenken 
erheben sich dagegen andrerseits gegen die Annahme, dafs mit 
^421 das Lied vom Yertragsbruch schliefse. Mit Recht haben 
Hoffmann und Gerlach eingewandt, dafs ein solches Lied ohne 
Abschlufs, ohne künstlerische Abrundung sein würde, 'nichts als 
ein abgebrochenes Stück einer Statue, unverständlich und unbe- 
friedigend in seiner Isoliertheit, so schön und bedeutend es auch 
als Teil des Ganzen gewesen war^ -^ 'Diomedes springt kampf- 
bereit vom Wagen und mit diesem kühnen Sprunge schlieft das 
Lied* (Gerlach), 



J. Kisleiiuiig. 25 

Die Ton Laobmann tuertt aufgottellte MögUohkeit dea An* 
•oblutttit von A 499 an JS hat mehrfkch BeUkll gefunden. Der 
Recentent der Laobmannsohen Betrachtungen in den Dlllttern für 
litie/ariiohe Unterhaltung sah in dem lettten Abeobnitt Ton A 
g<^radelu* einen ureprttnigliohen BettandteU dea iweiten Buchea, 
welcher direkt an B 786 ansuaeblieOsen aei, wfthrend er Jedoch den 
ganten fünften Geaang nicht tu den echten und uraprUngllcben 
Beatandteilen der Iliaai aondem tu den wertloaen Zuthaten rechnete. 
Bergk femeri welcher in dem Qeaange Tom Zweikampf und Ver- 
tragabrnch eine Ton dem Diaakeuaaten überarbeitete und erweiterte 
Fortaetaung der lUaa aieht und erat in ^499 die uraprünglicbe 
Dichtung wieder anantrefPen glaubt, will dieaea Stück unmittelbar 
an B488 anachlieflien , wenn gleich B 465 — 488 problemaiiach 
aeien. Auch Kammer erkennt in dem Zweikampf mit aelnen 
Folgen ein aelbatHndigea^ die uraprttngliche lliaa erweiterndea Lied, 
nnteracheidet aiob aber Ton Bergk dadurch , dafk er die Bpipo- 
leaia für einen uraprünglicben Beatandteil der lliaa hält und dieae 
mit dem folgenden Scblulk Ton A aofort auf die Vorbereitungen 
aur Schlacht in B (483) folgen laaaen will. 

Die leta'are Anaicht unterliegt Jedenfklla groben Bedenken. 
Freilich bat Ktfobly eine Reihe Ton Ähnlichkeiten und Beaiebun- 
gen awiachen der Bpipoleaia und B 1 — 484 aufinteallhlt, aber mit 
Recht hat Benicken dieaelben teile aua der Natur der Sache 
oder der Ähnlichkeit der Situation erklärt, teile überhaupt ala 
unbegründet aurüokgewieaen. Ktfohly aelbat aber bat andreraeita 
wieder heryorgeboben, wie wenig im übrigen der Inhalt in beiden 
Partieen auaammenatimme, Tor allem iat der gehäaaige Tadel, den 
Agamemnon gegen Odyaaeua auaaprioht, wie auch Ribbeck ea 
betont bat, nicht tereinbar mit dem groftien Dienet, welchen 
dieaer an demaelben Morgen in der UeereaTeraammlung in B jenem 
erwieaen hat. Auch daa terdit^nt wohl Beachtung, wie noch weit 
unpaaaender Agamemnona aweimalige Beai^hung auf die Oeronten- 
mahlaeiten iat, wenn die Fttraten aoeben Von einer aolohen Mahl* 
aeit bei Agamemnon (B 404 ff.) kommen. 

Von den übrigen Gelehrten, welche eine Mlbatändige Anaieht 
geäufbert haben, aind noch Hoff mann und Gena lu nennen. 
Jener wahrt den Zuaammenbang dea Zweikampfaa, dea Vertrage« 
brucha und der Ariatie dea Diomedea und atellt r9— 146. 946—461. 
A l—- 999 und (vielleicht) 499—466. E 1—448 auaammen ala 
^einen eignen Abaohnitt der Iliade, der jedoch tum Gange der 
Haupthandlong (dem Unierliegen der Aohäer lu Bhren dea Achil- 
lea) in keinerlei Beaiehung ateht, aondem aie im Gegenteil Tüllig 
aufhält*. Oeni aieht in J 1—491 eine Zwiachendichtung mit 4er 
Beatimmnng V und die Ariatie dea Diomedea mit einander au Terbinden. 

Von den in dem letiten Abaohnitt Ton A torgeachlageuen 
Atheteaen betriflFt die erate V. 446—451. Düntaer findet die in 



26 ä. Einiditung. 

diesen Versen enthaltene Schilderung des beginnenden Kampfes 
unvereinbar mit dem 452 ff. folgenden Gleichnis und nimmt an, 
dafs dieselben aus 6 60 — 65 irrig in diese Stelle gekommen seien. 
Benickeui welcher mit Lachmann in 6 1 — 252 eine späte Inter- 
polation sieht und die Verse in ^ für ursprünglich hftlt, giebt allen- 
falls zu, dafs 451 im Verhältnis zum folgenden Gleichnis Anstofs 
gebe und hat diesen Vers in seinem fünften Liede in Klammem 
gesetzt, doch nicht ohne ein Fragezeichen beizufügen. Allein die 
Athetese von 451 genügt doch nicht, um den in der That anzu- 
erkennenden Anstofs zu beseitigen. Wenn das Gleichnis 452 — 456 
das Getöse beim Zusammenstofs zum Gegenstande bat und in den 
Worten yivno l^ir^ xt jtovog u deutlich der Beginn des Kampfes 
bezeichnet wird, so ist der Anschlufs dieses Gleichnisses zwar au 
449 als Ausführung der Worte Ttokvg d' o^fucyöog oQciQU mög- 
lich und passend, aber nicht an 450, da die hier erwähnten olfjMyii 
und sxfXGiJii] bereits Über den ersten Zusammenstofs hinaus auf die 
Entwicklung des Kampfes im einzelnen weisen, während das Gleich- 
nis wieder auf den ersten Zusammenstofs zurückführt. Überdies 
stehen 450 und 451, da dLkvvzonv und ollv(iivwv die erklärende 
Ausführung zu olfuoyq und svxmXi^ geben, in so enger Beziehung 
zu einander, dafs es nicht möglich ist sie zu trennen. Wohl aber 
genügt die Athetese von 450 und 451, um den Anstofs zu beseitigen. 
Eine weitere Athetese hat Köchlj unter Zustimmung von 
Ribb eck ausgesprochen gegen die ganze Partie 457 — 538, welche 
er zu der Klasse der nach seiner Meinung von den Rhapsoden 
nach Belieben verwerteten ^Mordgeschichten' rechnet und mit andern 
Stücken aus E in Verbindung bringt, die sich ihm als Bruchstücke 
eines andern Liedes ergeben. Welchen grofsen Bedenken diese 
Annahmen unterliegen, hat Benicken erörtert: warum die Aristio 
des Diomedes durch die hier geschilderten Einzelkämpfe nicht pas- 
send eiogeleitet werden sollte, ist in der That nicht zu sehen; 
ohne diese sind überdies die Schlufsverse 539 — 544, die einen 
Höhepunkt in der Entwicklung der Schlacht bezeichnen, ohne Be- 
ziehung und geradezu unverständlich, so dafs man, fehlten die vor- 
hergehenden Einzelkämpfe, ohne Zweifel eine Lücke annehmen 
würde. Freilich begegnen sich in der Beanstandung dieser Partie 
mit Köchly zum Teil auch Hoffmann und Düntzer, indem 
jener auf Grund seiner metrischen Untersuchungen zu dem Resultat 
kommt, dafs 467 — 544 nicht mit der ersten Hälfte von E zusammen- 
gehört haben können, dieser aber 507 — 544 beanstandet. Allein 
die ästhetischen Bedeuken Düntzers sind zu wenig begründet, die 
Resultate der Hoffmannschen Untersuchungen aber, die in diesem 
Falle auch von Kays er bestritten sind, für sich nicht ausreichend, 
um die Athetese zu rechtfertigen. Für die Schlufsverse 539 — 544 
giebt Benicken die Möglichkeit zu, dafs sie unecht seien, und 
hat dieselben in dem Text seines fünften I des ui Hinzufügung 



J, Einleitolg. 27 

eines Fragezeichens in Klammem gesetzt. Die beiden letzten Verse 
543. 544 hatten schon Bentlej und Heyne verworfen, und neuer- 
dings hat auch Nauck dieselben als spurii*^ bezeichnet. Da diese 
beiden Verse mit dem Plusquamperf. thavro in Verbindung mit 
der Zeitbestimmung ^fiort %slvtj) offenbar das abschliefsende Resul- 
tat des Tageskampfes geben, so können sie in der That nicht an 
einer Stelle bestehen, wo innerhalb desselben Tages imd desselben 
Kampfes mit iv&^ av der Anschlufs der Aristie des Diomedes 
folgen solL Diese beiden Verse verraten sich als ein rhapsodischer 
Zusatz, welcher den Zweck hatte bei Abbruch des Vortrages an 
dieser Stelle einen vorläufigen Abschlufs zu geben. Aber es ist 
wohl nicht unwahrscheinlich, dafs auch die damit in engem Zu- 
sammenhang stehenden vorhergehenden Verse 539 — 542, wenn sie 
auch an sich dem folgenden Anschlufs der Diomedeia nicht wider- 
streben, doch dem gleichen Zweck gedient haben. Denn dafs, wenn 
543 f. nicht ursprünglich waren, die Erwähnung der Athene 541 f. 
zu der unmittelbar folgenden Eioführung derselben Göttin E 1 sich 
nicht wohl schickt, mufs man Düntzer zugeben. 

Die vorstehenden Erörterungen ergeben eine Reihe von schweren 
Bedenken gegen den einheitlichen Zusammenhang der im vierten Oe« 
sänge enthaltenen Abschnitte teils mit dem vorhergehenden Oesange, 
teils unter sich. Der erste Abschnitt, der Vertragsbruch, ist zwar 
zweifellos im Anschlufs an F gedichtet, allein die eigentümliche Art, 
wie die Handlung weitergeführt wird, ist durch die vorhergehende Er- 
zählung 80 wenig vermittelt und entfernt sich so sehr von den dort 
gegebenen Voraussetzungen und Motiven, dafs man zweifeln mufs, 
ob hier noch die Hand desselben Dichters zu erkennen ist, welcher 
F dichtete. Die Epipolesis wiederum zeigt zwar mehrfache Be- 
ziehungen auf den Vertragsbruch, schliefst aber in den ftufseren 
Voraussetzungen sich so ungenau an die vorhergehende Erzählung 
an und scheint in ihrer Ausdehnung und namentlich in den dem 
Agamemnon in den Mund gelegten Ansprachen der durch den Ver- 
tragsbruch geschaffenen Situation so wenig angemessen, dafs es 
fraglich ist, ob sie ursprunglich im Anschlufs an den Vertrags- 
bruch gedichtet ist. Dagegen bestehen zwischen ihr und der folgen- 
den Diomedie die engsten Beziehungen, indem die geflissentliche 
Herirorhebung des Diomedes am Schlufs darauf berechnet ist auf 
die glänzenden Thaten dieses Helden in E hinzuweisen. Aber auch 
der Übergang von der Epipolesis zu der daran schliefsenden Kampf- 
beschreibung ist nicht nach epischer Weise vermittelt. Gegen die 
Kampfbeschreibung selbst liegen abgesehen von Einzelheiten wesent- 
liche Bedenken nicht vor; die Frage nach dem Verhältnis derselben 
zum Vertragsbruch wird im Zusammenhange mit der Diomedie in 
der Einleitung ftu E erörtert werden. 



28 ^' AnmerkongeQ. 



Anmerkungen. 

1 ff. über das Verhältnis des Gesanges zum dritten vgl. die 
Einleitung p. 6£ und dazu Lachmanns Betracht, p. 19, Benicken 
das dritte und vierte Lied p. 40—46, 61 f., 69, 90 ff., 162, Orofs 
Yindio. Hom. I p. 53 ff., Hoffmann im Philol. III p. 307» Dttntser 
hom. Abh. p. 46 f., Oerlacb im Philol. XXX p. 20 £, Köchlj de 
IHadis carmm. dissertat. IV p. 6, Jacob Entstehung d. Ilias u. 
Od. p. 196, Oenz zur Ilias p. 19 f., Bernhard/ OnUidrib der 
griech. Literaten, 1, p. 163, Bergk griech. Literaturgesch. I 
p. 569. — Zur Kritik des OOtterrates vgl. die Einleitung p. 12 ff., 
dazu Friedlftnder die homer. Kritik p. 67, Bergk griech. Literatur- 
gesch. I p. 571, Benicken das dritte und vierte Lied p. 79 ff.. 
Kaber quaestt. Hom. p. 160, Oenz zur Dias p. 20, Bischoff im 
Philol. XXXIV p. 9, Jacob Entstehung d. IL u. Od. p. 197, Kraut 
die epische Prolepsis p. 18, Nitzsch Sagenpoesie p. 200 f. 

3 f. Statt des handschriftlich allein überlieferten Jf>vo%offi, 
welches Bekker hier und i; 266 unverändert gelassen hat, während 
er A 598 und o 141 /oivoxoa herstellte, verlangt Cobet MiscelL 
erit. p. 296 i^oivoxoH und Nauck hat ioivoxSn geschrieben. — 
4. jdndl%axm^ iununvioiuu und SadlOKOfiat sind nach Ursprung und 
Gebrauch von L, Mejer in Bezzenbergers Beiträgen II p. 260 ff. 
erörtert mit dem Resultat, dafs diese Formen unter sich zusammen- 
gehörig von SiUwfu zu trennen und auf eine Wurzelform Sin 
snrficksuführen seien, welche ihr getreues Abbild im altindischen 
dftf finde: wie dieses in ganz besonders ausgebildeter Weise die 
den Oöttem dargebrachte Huldigung bezeichnet, so tritt auch im 
Homer bei den angegebenen Verben die nahe Beziehung zur Oötter- 
welt noch mehrfach deutlich hervor. 

8. *Alahio(ß.ivfilg wird noch mehrfach als eine Erweiterung 
von uXaXKO^vri *die Abwehrende' betrachtet. Vgl. Seiler-Capelle's 
Hom. Wörterbuch und das Lexicon- Homer. Aber gegen diese 
Deutung spricht zuerst die Zusammenstellung mit ^A^ihfj sodann 
die Form selbst, weil an ein Particip. Femin. nicht noch die Endung 
lg gehängt wird. 0. Autenrieth bemerkt darüber: *Von einem 
Particip. wdrde man nicht eine Ableitung mit -ig bilden, sondern 
man würde eben das Participium selbst nehmen, wie in der spä- 
tem Notiz des Et. M. eine '^ga ilahiofUvfiy aber freilich daselbst 
auöh ein Zsvg ^AlaJiHOfuvevg vorkonunt. Es war überhaupt in alter 
Zeit nicht Sitte, Participia den Gottheiten als Beinamen zu geben, 
die das Wesen derselben bezeichnen sollten, ausgenommen Zivg 
tdd'iqt vatavj Iloasiiamv sv^v9tQ€tt»v und fvffviiftmv (die man als 
Participia nicht mehr empfand). Denn Zii/g ßgovtuv gehört einer 
spätem Zeit und den Phrjgem an, *An6lXatv trotz Welckers 



ä. AmnerkungexL 29 

Annahme nicht evid^t ein Parücip; der ^Ej^wßXr^n fuaviiuvog be^ 
zeichnet, nur einen vorübergehenden Zoetand; die Jv^^r^vtiq Noer- 
iy^vaa und ^HQoaxXiig wtXufiUvog sind nar Bilder in bestimmter kon- 
Icreter Fassung (jene des Praxitjeles), so wohl auch ^Afpffoihti 
muinifpLivfi , die '^H^a wiupivofUvti ist durch den Oegensat»? x^^ 
und rsXdof erklftrt; Jfifi^xri^ imkvcafUvui ist gewits nur eine kon- 
krete AuCEassung des Moments. Die Göttin ist wohl toxi *Akak^ 
%o^val benannt (ygL Boißi^lg von Bolßti); der Ort lag am Triton- 
flOfschen ettdlich vom Kopaissee, woselbst auch das ^Alahtqidvsiav^ 
als Geburtssttttte der Athene {T^futoyivsuc) gefeiert. Sulla raubte 
das Elfenbeinbild der Göttin, und der Tempel zerfiel, der Ort 
^AlaXxofUval, südlich davon am Fufs des Gebirgs, bestand noch im 
2. Jahrh. nach Christo. Wie ausgebreitet der Dienst dieser Göttin 
war, beweist auch der böot. Monatsname ^AXcelKO^vtog {-stog) »> att 
Maimakterion. Dafs der böot. Heros Alalkomeneus oder Alalkomenes 
Gemahl der Athenais und Autocbthon ist und zugleich Sohn der 
Nbbe, also Morgenlftnder (wie Eadmos), ist bemerkenswert; ebenso 
dafs der Tempel der Iddifiva ^Ixmvla westwärts in der Nfthe lag, 
wo die Un^omuu gefeiert wurden, wieder ein Beweis der cen- 
tralen Bedeutung dieser Göttin für Böotien, deren ni^uS^g Hades 
oder Zeus genannt wird (c^ Bursian I 284 f.). In uralter Zeit 
aoU es am Tritonbach auch ein Eleusis und Athenae gegeben habenj 
welche Orte durch den See verschlungen sein sollten (Burs. I 198). 
— Für ^JXtthnoiuvf^tq als genHUiium entscheiden sich auch Welcker 
Grieoh. GötterL I, 316 und Eduard Kräh De fixis quae dkuf/Ormr 
äwrum ü hfiraum ^pUheUs (Königsberg 1862) p. 22. 

17. niXotto ist die Aristarchische Lesart, yhoixo^ welche 
die Handschriften allein bieten, die des Aristophanes, entsprechend 
H 387 vgL CD 435. Ein entscheidender Grund mit Ameis der 
Lesart des Aristarch den Vorzug zu geben ist nicht beigebracht; 
die Beziehung unserer Stelle zu H 387, wo über Aristarchs Schrei- 
bung nichts vorliegt, spricht für yivoixo. Zweifel bleiben wegen 
der Schreibung im Eingang des Verses, wo nach Aristarch ge- 
wöhnlich $1 d' av Ttmg gelesen wird, während Aristophanes crv 
xmg oder avimg schrieb, wonach die Handschriften zwischen ovro^, 
tgitmg und mkmg schwanken. Beide Lesarten entbehren der Ana* 
logie. Auch die am meisten ansprechende und von den neueren 
Herausgebern (mit Ausnahme von Nauck, welcher avtmg schreibt) 
vorgezogene «rv nmg macht Schwierigkeiten wegen des crv, welches 
nach gewöhnlichem Gebrauch einen Gegensatz zum vorhergehenden 
andeuten müfste, vgL tc 105. 6 371. 376. Andrerseit-s würde das 
nng nach Stellen, wie i 388 und n 148, wie Lange der homerische 
Gebrauch der Partikel £l I p. 371 bemerkt, die Auffassung des tt* 
Satzes als Wunschsatz nahe legen — eine Auffassung, die nicht 
allein, wie Lange anerkennt, möglich, sondern vortrefflich passend 
sein würde, weil der geradezu ausgesprochene Wunsch der Bei- 



30 ^- Anmerkangeii. 

legnng des Kampfes den aofserordentlicheii Zorn der Here 24 ff., 
sowie die weiter folgende £rklftrmig des Zeus, wo er die Zer- 
störung Trojas als ein ihm schwer abgerungenes Zugestttndnis hin- 
stellt 43 ff., besser motivieren würde, als die blofse Fallsetzung. 
Um dieselbe zu ermöglichen, bedflrfte es einer Änderung der Les- 
art, wie ü ifj nmg^ wie Axt Coniectan. Hom. p. 5 vermutet hat 
Tneben d J* ovv ^oi;)) oder etwa it d^ ovtiog oder »Vd^ ovtng 
(^ 178). . 

27. Ugoa statt des handsehrifUichen tiQä sehreibt Nauck, 
auch Ahrens Beiträge zur griech. und lat. Etymologie I p. 133 f» 
empfiehlt für dieses Wort die unkontrahierten Formen. -— 31. Die 
Fragen mit tC sind zusammengestellt von Jordan de pronomina* 
lium quae diountor interrogationum usu Hom. Halle 1879 p. 18 ff., 
welcher tl hier erklftrt: inwiefern. — 34. Der (^Satz wird von 
Lange der hom. Gebrauch der Partikel il I p. 369 zu den bedin- 
genden Fallsetzungssfttzen gerechnet, wobei er den Optaüv kon- 
zessiv (den Fall zugestehend, da& dieses geschehe) fafst. Diese 
Auffassang scheint der Stelle nicht gerecht zu werden. Gewifs 
giebt Franke bei Faesi den Sinn richtig wieder: ja, wenn du 
verzehren könntest, quid $i etc., womit der Satz, wenn ich recht 
verstehe, als ein Wiusch aus den Gredanken der angeredeten Here 
verstanden wird. Die Möglichkeit dieser Auffassung aber ergiebt 
sich, wenn mau bedenkt, dafs auch in den postpositiven e^Sätzen 
der Bedende einen Wimsch aus der i|n;%ix^ Sta^0ig des Angerede- 
ten ausspricht, wie ß 351. 1 132, vgl. Lange a. 0. I p. 390 f., 
indem der Sprechende die ijfvxiKrj iia^BOig dessen, mit dem er 
spricht, naiv zu der seinigen macht. — 35. An Stelle der nur 
hier vorkommenden Form ßeßi^io^otg vermutet Nauck in den M6* 
langes Gr6co-Romains IV p. 35 nach ßeßgcoyuog X94. ;|r 403: ßi- 
ßqfOKOigy woneben p. 299 die andere Möglichkeit statuiert wird, 
dafs umgekehrt an den angeführten Stellen nach der vorliegenden 
ßsß^co^oig zu korrigieren sei. Zur Beurteilung der ganzen Wen- 
dung aber vgL Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 806. — 43 ist 
aufßlllig, dafs L Bekker nach seinen metrischen Grundsätzen 
das überlieferte dcoxa nicht in die Form Iduoxa verwandelt hat. 
Vgl. den Anhang zu B 102. — 62. Nach dieser Stelle werden 
aiich bei Späteren die erwähnten drei Städte oft zusammen genannt, 
wie bei Ovid. Met. VI, 414; Fast. VI, 47. 

55. L Bekker, Franke, Nauck haben Vers 65 und 56 
athetiert nach dem Vorgange des Arie tarch, von dem Aristonikos 
berichtet: a&erovvtai a^/uporeQOi, m Tt^v laqiv avakvovöiv^ il xal 
fti) nQoSETid'sig dvvctrcct tovx* ^xsiVy was L. Friedlaender erklärt: 
*quia nulla gratia Itmoni a love dehereiur, $i lupiter etiam nuUis 
precibtis adhihitis optatum impetrare passet*. Dagegen bemerkte Ameis : 
1) 'Nach Athetierung der Verse scheint mir der Einwand 67 «AAor 
Xfiil 7i((l ifjuov ^i^ivui Ttovov ovx ortilectov seine einfache Beziehung^ 



Ji. Axunerknngeii. 31 

SU yerlieren. Oder man mttfste mit dem Schol. Vict. uvxi rov ^i} 
atiliCtov die Negation unrichtig zum Infinitiv ^fAevai ziehen. 
2) Es ist psychologisch begründet, da£3 wenn jemand von einem 
andern ein erwünschtes Zugeständnis erhält, er sofort sich gedrun* 
gen fühlt, den wirklichen Vorzug dieses andern lobend und demütig 
auszusprechen. In diesem Sinne hat Here nach den 37 und 43 
vernommenen Äufserungen die Übermacht des Zeus bereitwillig 
anerkannt. 3) Man sieht nicht den Zweck, warum gerade hier 
Here 58 bis 61, wie sonst nirgends, ihre Hoheit und Würde so 
emphatisch hervorheben sollte, wenn nicht vorher als gegensätz- 
liche Veranlassung die Übermacht des Zeus ausdrücklich erwähnt 
ist. Die Wiederholung von (pd'oviovüa giebt dem Gedanken einen 
besondern Nachdruck: vgl. t 205 bis 208 und den Anhang zu r 444. 
Was 1. Bekker in der Ännotaiio beifügt: *cf. ^515. M 450. 
S 213, P 172', das sind Stellen von verschiedenartiger Beschaffen- 
heit, die an ihrem Platze behandelt werden sollen. Selbst der 
ErzathetesenschafFner Payne Enight hat hier zu 55. 56 ein ^öbelo 
fwtati ob causam minus validam' angemerkt'. Von den geltend 
gemachten Gründen wtbrde der an erster Stelle erwähnte, dem 
Zusammenhang der Gedanken entnommene von entscheidendem 
Gewicht sein, wenn Ameis' Auffassung begründet wäre. Dieser 
setzte nämlich eine enge Beziehung von 57 auf die beiden vor- 
hergehenden Verse in der Weise voraus,, dafs der Zusammenhang 
wäre; ^aber es frommt dir deine Obermacht auch für mich zu 
gebrauchen'. Allein wo die Beziehung des durch äXka X9^ ^7 
eingeleiteten Gegensatzes zu suchen ist, zeigt deutlich (üe ab- 
schliefsende Zusammenfassung der ganzen vorhergehenden Gedanken- 
reihe in 62. 63. Danach tritt einfach dem in 51 — 54 gemachten 
Zugeständnis mit ilXa xqi^ 57 die Gegenforderung gegenüber, was 
Here ihrerseits beansprucht; und durch eine Beziehung auf 55 u. 
56 würde gerade diese klare Anordnung der Gedanken verwischt 
werden. In der Litotes ovx atiXeörov statt des erwarteten (iri 
d'ifuvat ariXiOTov sehe ich keine Nötigung zu einer anderen Auf- 
fassung: es findet dieselbe ihre Erklärung in der nach den gewähl- 
ten Ausdrücken unverkennbaren Beziehung auf 26 nag iMXeig aXiov 
^Bivm novov i}d' axiXiaxov; und scheint mit ihrer Kraft besonders 
geeignet für den Ton einer kategorischen Gegenforderung, wie sie 
Here nach einem bedeutenden Zugeständnis im Bewufstsein ihrer 
Stellung (58 — 61) zu machen sich berechtigt glaubt. Damit scheinen 
auch alle sonstigen Bedenken erledigt zu sein, welche gegen die 
Ausscheidung der beiden Verse erhoben werden, welche in der 
Thall>«sehr störend in den Zusammenhang eingreifen. Vgl. auch 
Eöchly de IL earmm. diss. IV p. 6, Benicken das dritte und 
vierte. Lied p« 51 f., welche ebenfalls die Athetese annehmen, während 
Düntzer hom. Abh. p. 250 Anmerk. und Grofs Vindic. Hom. I 
p. 55 f. dieselbe ablehnen. — 58. Zur Rechtfertigung der enkli* 



82 ^' Aamerkongeo. 

tischen Form de« Pronomens ii itoi Tgl. Bekker Hom. BUtt. I 
p. 221. — 69. ^Das Wort n(f$6ßvtatriv wird darch den folgen- 
den Vers ausdrücklich erklärt und ist daher nicht in wörtlicheiii 
Sinne su Terstehen als ^^frflhergeboren*' wie f 452 Eorydike. 0a8 
lat pris-eus ans pHuf-* n^itg (vgL nlilv) hat auch teil an dieser 
qualitativen Begriffsteigerung zum Ehrwürdigen: vgL seigneur» 
senor und Senior als Titel, dasu den Anhang su ß 14' 0. Auten- 
rietlL — 62. Zweifelhaft ist, ob mvoc/^o^v als Koxg. Aor, oder 
als Ind. Fut. zu fassen sei. Capelle im Philol XXXVI p. 679 
unterscheidet mit Beoht für solche mit iXV ifuu vorkommende 
Beispiele der ersten Person Pluralis zwei F&lle: *Ent weder ver* 
spricht einer etwas im Namen anderer und dann muTs das Futurum 
stehen, so B 36« oder es richtet einer an andere eine Aufforderung, 
wie fft 291 — 98, und dann steht der Eoiijunktiv' und rechnet su 
dem letzteren Fall auch die vorliegende Stelle. Da indes Here 
hier nur die ihrerseits^ wie die von Seiten des Zeus bereits vor« 
her gegebene Zusage zusammenfassend wiederholt und überdies 
der ganze Gedanke das Vorhergehende abschliefsend nur zur Vor- 
bereitung der 64 folgenden Aufforderung dient, so scheint das 
Futurum der Stelle angemessener« 

73 ff. Zur Kritik der folgenden ErsShlung von der Ver- 
führung des Pandaros durch Athene vgL die Einleitung p. 13 f. und 
dazu Nitzsch Sagenpoesie p. 201 und andrerseits Bischoff in 
Philol. XXXIV, 9. — 76. SUtt der Überlieferung iavtQa ^xs 
haben Barnes Bentlej Heyne Payne Knight Bekker* aus 
Eoigektur atfri^' fi/xf gegeben. VgL dagegen Fr. Spitzner. Auch 
die übrigen Beispiele des Hiatus an dieser Versstelle hat Bekker 
nicht entfernt: vgL die Stellen bei C. A. J. Hoff mann Quaesk 
HanL I, 92 sq. Hierzu kommt, dafs die Aoriste ^na und hftut 
ursprünglich nach Fick VergL Wörterb.' I, 226 mit Signui an* 
lauten (G. Gurtius Grieoh. Etym.^ p. 403 nimmt j an). — 
Was die Erklftrung der Stelle betrifft, so herrscht hier die all« 
gemeine Annahme, dafis das Bild mit der Wirklichkeit sich ver- 
wirrt habe, oder dafs das Gleichnis dem Dichter unter der Hand 
in eine thatsftchliche Erscheinung umgeschlagen seL So bemerkt 
G. W. Nitzsch Beitr. zur Gesch. der ep. Poesie S. 843 sohlieüslich: 
^ein gOttüohes Vorzeichen, eine aufserordentliehe Erscheinung ist 
demnach jedenfalls gemeint und zu verstehn, und zwar ein bei 
Tage gesehenes Meteor. Sagt nun unsere Naturkunde nut 
Feuerkugeln oder s. g. Meteorsteine kftmen bei Tage vor, so ist 
das Problem dieses: entweder der Dichter hat verschiedene Mete- 
ore verwechselt, oder wir haben seinen Ausdruck Stern, welcher 
Funken sprüht, da er im weiteren Sinne gebraucht, zu eng gefafst. 
Die letztere ErklSnmg wird durch die schon viel verglichenen 
mehren Stellen der Alten, in denen eine solche Erscheinung bei 
7a ge stattfindet, unterstützt. Dabei ist wahrzunehmen, dafs das 



^. Anmerkungen. SS 

Volk nicht die Athene, sondern das niederfallende Meteor 
sieht'. Aber von einer solchen Vermischung des Gleichnisses mit 
der Wirklichkeit ist ein zweites Beispiel im Dichter nicht zu ent- 
decken. Sodann ist auch von einem wirkliehen *bei Tage ge- 
sehenen Meteor* nicht die loseste Spar zu finden. Diesen Zusatz 
hat erst der Nachahmer dieser Stelle im J^mn, in Ap<M.Fy&K 263 
(441) mit fijtfy ^fiovi hinzugebrachi Andere erklären nach der- 
selben Auffiassuog: ^Pallas fliegt als Sternschnuppe zur £rde\ 
oder *als Feuerkugel und zwar als platzende nach 77'. Die 
Worte des Textes geben einfach ein ausgeführtes von einer 
Nachterscheinung (wie £5. Z 296. 401. ui 62. 7*381. JSC26. 
317. 108) entlehntes Oleichnis. Wie Athene hier mit einem 
fallenden StemOi so wird sie gleichfalls beim Herabsteigen P 5 47 ff. 
mit einem Regenbogen rerglicheni den Zeus vom Himmel her aus- 
spannt. Und umgekehrt wird der aufsteigende Ares £864 ff. 
mit einer aufoch webenden Wolke verglichen. — 77. Zar Unter- 
scheidung mehrerer wurzelhaft verftchiedooer Verba U^f^ui vgL Leo 
Meyer in Bezzenbergers Beitrttgen I p. 306 ff. u. Ahrens Bei- 
träge zur griech. und latein. Etymologie I p. 118 f. — 80 wird 
von Nauck als spurius? bezeichnet — 81 — 85 werden ver- 
worfen von Benicken das dritte und vierte Lied p. 64 ff. 110 ff., 
Dttntzer hooL Abb. p. 250, vgl. auch Naber quaestt. Hom. p. 160 
und Jacob Entstehung d. IL o. Od. p. 199, und dagegen die Ein- 
leitung p, 14. — 90. Über die Verteilung der zusammengehö- 
rigen Worte i^nistimv laäv an den SohluTs des ersten uad den 
Anfitng des folgenden Verses vgl Lehrs de Arist' p. 452 und 
dazu Benicken das dritte u. vierte Lied p. 166, welcher vor- 
Bchlftgt nach iciu^imv zu interpungieren mit Komma und laeiv 
als Apposition zu fassen, vgl B 625. 

94. Aristarch hat nach seinen Quellen mit Trennung Mevs- 
hif ¥nt TfQoiiuv gegeben, wie Herodian berichtet, unter Ver- 
gleichung von %S ^ %cA ht* *Avnv6^ l&vve [wo also S^vsv, statt 
des gewöhnlichen l^vno, die Aristarchische Lesart zu sein scheint 
wie jd 132. £ 290. 9^871]. Diese Trennung ist der Schreibweise 
vip^ tv vorzuziehen. Denn an den übrigen Stellen, wo dies ^fuc 
xifucXovv erseheint, finden wir nur eine malerische VoUstSndigkeit 
des Begriffs, um einfach und ausführlich die Sichtung za 
bezeichnen Mahin ent8enden^ i 520 avS^ag il XiiS<Si0^ai ijct" 
nQoiriMv iQÜtovg, P 708 nsivov ftiv Sri viivclv inup^oiriKoc ^oigcty. 
J? 58 SB 439 xov fiiv iym, . .vrivtAp inu^oltiiMc itoQavüf^ "Ihov eüa, 
o 299 lv&£v tf* av vtfioiciv imn^oiipu ^ojjciv. An unserer Stelle 
dagegen soll der Betgriff der Feindseligkeit bei einem persön- 
lichen Dativ hervorgehoben werden. Und dies geschieht deut- 
licher und nachdrücklicher bei der Aristarchischen Trennung und 
Anastrophierung der Präposition. — TXaltig %iv ist mit Lange a. 0. 
p. 881 £ als Nachsatz zu der vorhergehenden wünschead«^ ^x.'^^ilSt 

HivTss , Aabuig MQ Homer» IIIm. IL ^ 



34 ^. Anmerkupgen. 

ge&fst. Als AuBdruek einer höflichen Anffordening, wie Ameis 
wdlte, ist der Optativ mit %i bei Homer wohl nicht naehsaweisen« 
Dagegen ist die chiastisehe Stellung der Verba am Schlols. des 
ersten nnd im Anfang des sweiten Satzes ^ welche eine eigentüm- 
liche leicht ins Gehör fsUende rhythmische Bewegung swischen 
beiden Gedanken bezeichnet, unserer Stelle entsprechend mehrÜMsh 
xa beobachten, namentlich bei Aufforderungen oder Wunschsfttxen^ 
die einen parataktischen Nachsatz haben, wie £ 228. Z 284. 285. 
c 254. 255. Übrigens zeigt Y. 95, der die Verwirklichung der in 94 
enthaltenen Annahme zur Voraussetzung hat, seinerseits wiederum 
eine chiastisehe Wortstellung zum vorhergehenden Satze. — 97. 
Vgl. K. Lehrs Quaed. Ep. p. 77 sq.: *lioc loco na^afpii^tv aptisH- 
mum est: sigmficat mm auferre (ä> iUo dona^ aeeedente diam no- 
Hone döhsi eon$üii* eet. Wer dagegen rov unmittelbar von na^* 
abhingig machen will, der ISfst den Vers in zwei gleiche Hftlften 
zerfallen, indem er das zu ß 80 erläuterte Gesetz verletzt — 99. 
Über ddfi Verhältnis der Parücipia iiiiffiivxa und imßavt« zu ein- 
ander vgl, Classen Beobachtungen p. 127. 132. — 100—103 hat 
Köchly in Iliad. carm. XVI in Klammem gesetzt, unter Zustim- 
mung von Düntser hom. Abh. p. 282, vgl. dagegen Be nicken 
das dritte und vierte Lied p. 158. 

117. *lipfur ist eine alte crus mterpräiimf an der auch die 
Neuem sich abmühen. Bnttmann Lex. Nr. 28, 3 erklftrt: *Die 
schwarzen, grausamen Schmerzen setzen alle ihre Zuversicht auf 
Mnen so scharfen Pfeil': eine Erklärung, worüber L. Düderlein 
Hom. Gloss. § 2483 mit Becht das urteil fällt: 'Selten l&lst sich 
der feinsinnige Mann eine so gezwungene Erkl&rung zu Schulden 
kommen'. Döderlein selbst hSlt ÜQfuic *fär eine leichtere Aus- 
spraehe von Iffyiui Werkzeug', was sich sprachlich nicht nach- 
weisen Iftfot Die meisten deuten mit grdfserer oder geringerer 
Bestimmtheit nach vermeintlichem Vorgange des Eustathius das 
Wort wie Fr. Spitzner 'Ursache und Anfang der Schmerzen' 
(^MdUgo dolarum causam et prineipium*). Die neuesten Inter* 
preten endlich wollen darin den Begriff 'Halter oder Fessel' oder 
'das Fesselnde' finden mit dem Zusätze: 'der Pfeil fesselt die 
Schmerzen bei der Verwundung, er schlftgt sie gleichsam fest'. 
Aber die Vorstellung ist um kein Haar besser als die obige Butt- 
mannsche Ausdeutung, ja sie würde sogar nach homerischen Be- 
griffen viel eher das Oegenteil bezeichnen, weil 'gefesselte' oder 
'festgeschlagene' Schmerzen ihre Gewalt nicht ausüben könnten 
({<^' iSvvag A 848), so dals wir im Grunde auf das vermeint- 
lich Aristarchische odwoiv imkv\!M %o ßiXog zurückkftmen. Was 
ist nun das Gemeinsame in allen diesen Erklärungen? Nichts an- 
deres als das Streben, aus dem Worte durchaus einen aktiven 
Sinn herauszuqu&len und mit Schillers Ausdruck im Teil 'Komm 
du hervor, du Bring er bittrer Schmerzen' irgend eine Ähnlich- 



J, AiuneT]nuige&. 35 

keit aufzufinden. Aber Sprache und bomerische Anscbaulicbkeit 
zusammen müBsen dabei Sohiflfbruob leiden^ Es ist daher ein an- 
derer Weg ewusoUagen* Die Ableitung des Wortes Ton der 
Wurzel tff(»y 1^9 l^ kann nicht zweifelhaft sein, da die analogen 
Bildungen im Homer uns vorliegen (G. Curtius Etjm.' S. 330 
Nn 518, ^355), darunter der Plural l^fcara von *Ohrgehftngen' 
jr 182. 9 2^7. Der Begriff 'Ohr' liegt natOrlich nicht m dem 
Worte, sondern ist erst durch den Zusatz XoßoSuv {S 182) und 
durch die stehende Sitte im Gebrauch hinzugekommen. Hier nun 
haben wir den Singular in einer isolierten Verbindung, es mufs 
also auch eine isolierte Situation yersinnlicht werden. Wenn 
jemand nach der Entfernung des KOcherdeckels einen Pfnl aus 
der dichtgedrängten Menge herausnahm {i% S* tXn livy was O 323 
fpuQttquig iiilXiTO ntnqhv itctov heibt), so muflite er ihn mit dem 
Daumen und Zeigefinger angefafst haben, sodafs der herausgezogene 
Pfeil zunftchst Ton diesen Fingern herabhieng. Was ist nun na- 
türlicher, als einen neuen noch ungebrauchten Pfeil in der Hand 
eines guten Schtltzen während dieser kurzen Situation *ein Qereihe 
(Gebinde) schwarzer Schmerzen' zu nennen? Die Schmerzen 
sind in dem herabhttngenden Pfeile an einander gereiht oder mit 
einander zu einem Ganzen verbunden zu denken. Wem aber 
der Ausdruck 'Gereihe' oder 'Gebinde' nicht gefallen solUe, der 
möge dafttr *Kette' sagen oder 'Schnur' oder 'Qeh&nge'. Doch 
welchen Ausdruck man wfthlen möge, 6ins mufs als wirkliche 'Fes- 
sel' der ErklSrung festgehalten werden, nttmlich die Beziehung der 
Endung -fia aufis passive Perfekt im Sinne eines to if^vov. 
Mithin darf man nur denken an die dem Pfeile noch passiv in- 
hSri<erende Eigenschaft, die bei Homer auch anderwärts deutlich 
ausgepr&gt ist: vgl. den Anhang zu S 622, wo of^olo^ 'zomlos' 
(ß 221, das in den Lexicis ganz wunderlich erklärt wird) und 
vieles andere hinzugefügt werden konnte'. Dies ist die ErklSrung 
von Ameis. Dazu bemerkt Autenrieth: 'Es ist merkwürdig, 
dafs der immerhin auffällige Ausdruck m einem Verse steht, der 
nicht nur leicht entbehrlich, sondern schon von Aristarch ftlr un- 
echt erklärt worden ist; offenbar ist in dem Ausdruck eine Um- 
schreibung des nat^v beabsichtigt, das als bitter aufgefafst ist'. 
G. Curtius griech. EtjmoL^ p. 350 hat unser Sipfto mit o^ftif zu- 
saounengestellt und in dem Sinne des spätem «^^im erklärt 
Über die Ansicht Aristarchs vgl. E. Lehrs de ArisL^^j^, 63 ff. 
Aristarchs Athetese ist angenommen vonJBenicken das dritte und 
vierte Lied p. 69. — Vers 122. Themist or. 22 p. 171^ — 123. 
Themist or. 9 p. 121^ Gegen die Ursprünglichkeit dieses Verses 
erhebt Naber quaestt Hom. p. 60 aus dem Grunde Zweifel, weil 
wie die Waffen überhaupt, so die Pfeile bei Homer nicht von 
Eisen, sondern überall von Erz sein. Folge dieser Interpolation 
scheint ihm auch, dals 139 die ursprüngliche Lesart ^aXiio^, welche 



86 ^* AamerlniDgen. 

Zenodot Tertrtt, durch iiotog TerdrSugt sei — 126 iit Ton 
KOobly in Uiid. carmnu XVI unter den Text gesetzt. 

ISO. Die allgemein angenonunene Beziehung Yon Ag auf tiöinß 
liebe sieh (xiehtiger, aU durch n 206) durch Stellen, wie i 104, 
^402* X425 an sich rechtfertigen, wenn nur zwischen dem Gleichnia 
und dem quantitatiren xoöov irgend eine engere Beziehung ersicht- 
lidi wire. Allein schon die Verhindung d&c VergleichspartikeL 
mit Ssi oder M deutet von Tomherein auf eine viel losere Be« 
liehung zum Vorhergehenden, als in den angeführten Beispielen 
■wischen dem Relativsätze und der hinweisenden Grad- oder Mab- 
bestimmung besteht Sollte das Gleichnis, wie Franke in der 
Faesiacben Ausgabe will, nur fttr die Banmangabe dienen, so mflfste 
doch in demselben irgend eine dahin sielende Andeutung gegeben 
sein, etwa der Art, dats die Mutter die Fliege bis in die Nfthe 
des Kindes herankommen lasse und dann erst fortscheuche: ohne 
eine solche Angabe, die doch keineswegs selbstvenitlndlich ist^ 
würde das Gleichnis seinen Zweck, zu veranschaulichen, nicht er- 
füllen. Ebensowenig befriedigt Dttntzers Erklärung: *Die Kutter 
treibt die Fliege nur sowmt als nötig mit einer kurzen Hand- 
bewegung weg, da sie beim Kinde sitzen bleibt' Die Worte des 
Gleichnisses ftUiren weder zu dieser, noch zu jener AufGMSung. 
Dagegen nötigt die doch jeden&lls nicht abzuweisende, durch fJy. 
angedeutete Besiehung von Totfov auf den in 132 folgenden Gegen- 
satz, in t6ao¥ die Angabe des Mafses oder des Grades filr Si(ff9v 
zu sehen. Der Pfeil wurde nicht vOUig von der Haut abgehalten, 
sondern die Thitigkeit der GOttin beschrttnkte sich darauf, dem-« 
selben die Bichtung auf eine tOtUohe Stelle zu nehmen und eine 
solche BU geben, dafs die schützenden Waffenstttcke nur ein leichtes 
Streifen der Haut gestatteteu« Dafs die Beziehung von to^av (äv 
aber in diesem Sinne lediglich in dem folgenden Gegeosatz zu 
suchen ipt, zogen die folgenden Stellenr 2 878. Ji:322. !F454. 
An diesen ist die Beuehnng von fotfov lUv auf den folgenden 
Gegensatz aulser allem Zweifel, und zwar ist das dadurch an*. 
gedeutete GedankenverhSltnis derart, dafis der zweite Gedanke den 
Punkt enthiat wodurch die absolute Geltung des ersten eingeschränkt 
wird. Auf diesen beschrankenden Punkt nun hinzuweisen ist die 
Au^be des toöov fiiv soweit zwar^ daher an zweien der an- 
geführten Stellen ttberdies noch zur Verdeutlichung dieses Yerh&lt* 
nisses ein äXXo (sonst) hinzugefügt ist. Ganz entsprechend ist 
die Aufgabe von tiag fUif) fmg lUv bei nachfolgender adversativer 
Zeitbestimmung, worüber im Anhang zu ß 148 (3. Auflage) Näheres 
bemerkt ist Danach erhalten wir für unsere Stelle den Gedanken: 
sie aber hielt zwar soweit den Pfeil vom Leibe ab, doch richtete 

sie ihn ihrerseits dahin, wo So sdnlicht und einÜMh wie in 

den Parallelstellen ist der hier gefundene G^ensata allerdings 
nicht; verstftndlicher wftre derselbe, wenn das zweite Glied etwa 



d, AnmerkoDgen. 87 

lautete wie 139 ienL^oxoxov S^ Sq* oitftbg iniy^a^B iqiu fpmt6gi sie 
hielt zwar soweit den Pfeil Tom Leibe ab^ doch strafte er die 
OberflSche desselben. Dieser einfache Gegensatz ist aber, wie ee 
seheint, dadurch alteriert, dafs einmal der Vergleich sieh dazwi- 
schen schob und sodann dem negativen ff^j^sv gegenüber die posi* 
tilre Thfttigkeit der Göttin hervorgehoben wurde, was audi die 
YoransteUung von ovvif veranlaiste. VgL übrigens jetzt auch die 
abweichende Auffassung von W. Jordan Homers Ilias übersetzt 
tmd erklftrt p. 562. — 139. ^levUerqm e corpore summo degusM 
cuspis gmeroswm e^rema cruorem* Sil. ItaL V 273 und daselbst 
Buperti; Btai Silv. I 2, 79 sq. — 140. Dieser Vers, sowie 149 
wurde wegen des abweichenden Gebrauchs von mttXi^ von Aristarch 
verworfen, vgL Aristonic. ed. Friedl. p. 94 und dazu Lehrt de 
Arist.^ p. 58, auch Benicken das dritte und vierte Lied p. 59, 
Kaber quaestt. Hom. p. 160. — 141 berücksichtigen Lucian. Imag. 
e. 8; Achill. Tai I 8. p. 8, 26 und daselbst Jacobs. VgL Btai 
Achill. I, 307 sq. 

142. Zur sachlichen Erklärung vgl. K. Orashof Über das 
Fuhrwerk bei Homer und Hesiod 8* 39; G. Wustmann im N. 
Bhein. Mus. XXIII S. 237. Statt des durch alle Handschriften über- 
lieferten tieitfovy das auch Aristarchs Lesart war, hat L Bekker 
tmc^ wegen 145 in den Text genommen: es ist dies die Lesart 
des Aristophanes. Vgl. A. Nauok Arisi Bjz. p. 66 noi 58. Ganz 
so urteilt K. Grashof. Aber der Dativ wttre nur dann notwendig, 
wenn man Tra^iov als Adjektiv verstehen müfste und wenn nuun 
bei Vrenm an einen Beiter denken dürfte. Da beide OedanKen 
nicht statthaft sind, so ist mit Twtav die allgemeine Angabe 
des Bossegespanns vorzuziehen. Nachdem aber Twjtmv voraus- 
gegangen war, konnte timtp 145 nicht mehr mifsverstlndlich sein. 
Denn der Singular ist dort nur aus Symmetrie mit iXutij^i g^^^^ 
iXaTfjgot^ aber konnte nicht gebraucht werden, weil jedes. Bosse- 
gespann beim Wettrennen nur 6inen Lenker hatte. Übrigens be- 
zweifelt Nauck die Ursprünglichkeit von 145. — 146. über die 
Form fuot^v vgl. J. La Boche Hom. Untersuch. (Leipzig 1869) 
•S. 290 f. und G. Curtius das Verbum d. griech. Spr. II p. 322, 
welcher mit Ahrens Konjug. auf (u p. 36 (Uav^tp zu schreiben 
empfiehlt, wogegen sich Nauck in den MManges Gr^eo-Bomaine 
rv p. 26 und V. Christ in Sitzungsber. d. philos. phiL n. histor. B9. 
d. bayer. Acad. 1879 p. 200 aussprechen. 

155-rl82. Die an dieser Bede geübte Kritik ist erürtert in der 
Einleitung p. 15 ff. Litteratur: Friedlaender im PhiloL IV p. 578£, 
Nitzsch Sagenpoesie p. 146, & Franke in d. Jahrbb* f. PhiloL 
Bd. 77 p. 225 f., Köchlj de Iliadis carmm. disoert, IV p. 6 £, Faber 
qunestt, Hom. p. 161, Fulda Untersuchungen p. 106 f., Düntzer 
hom. Abh. p. 251, Benicken d. dritte und vierte laed p. 53 ff.» 
62. 111. 130. 168, Bekker hom. Blätter I p. 212, Kiene Korn- 



SS J. AamwrIrongeB. 

poMtkm d. Hits p. 83, Oeu zur Iliafl p. 20. — 157. Die Worte 
m^ J l^€iloip T^mg haben manche als Ausruf Yerstanden, wae 
sehon bei Heyne ans Hesychius bemerkt und Yon Boissonade 
und andern adopüert worden ist mit der Deutung ^wie schmfth- 
lich!' Wenn dies aber möglich sein sollte, so mfifste ein » nifttot 
Torheigehen, wie % 88. n 364. a 26. Andere erkllren wie schon 
Bekkers Pan^hraet Sv x^ojtw oder wie L. Döderlein und Y. 
E. Koeh mit K. Lehrs de Arist' p. 159: 'd 373 ig est m ovuk 
«< J 157 \ was doch zw«i yerschiedenarüge Stellen sein dflrften. 
Hier wird ein mg wegeia des unmittelbar vorhergehenden Verses 
immer etwas Erzwungenes und nicht recht Natflrliches haben. A m eis 
erklärte: *Das natfirlichste und einfachste scheint cS^ (ig) zu sein 
nach folgender Au£Eutung. Homer hat bekanntlich noch keine 
eigentlichen Folgesfttxe mit otfre gebildet, sondern er ersetxt die* 
flfdben durch einfsch parataktische Bede unter andenn dadurch, 
daÜB er den Oedanken des Folgesatzes direkt Toranschickt, 
die Begründung aber oder die Veranlassong, wodurch jener Ge- 
danke herbeigeflihrt wird, mit mg nachfolgen Ulst. Daher ist der 
Sinn nnsrer Stelle: ovtmg i IßaXov T^migj mati 9ivai6v vv rot 
9^mm uiiufuv, und von dieser Art ist der Zusammenhang in Z 109. 
N 133. SWL O 698. Sl 422. t 480. t 34. y 88. % 285. Indes ist 
es eine begründete Bemerkung, die E. Lehrs mit den Worten 
giebt: ^Hoc munquam fieri paterU ut omnüms locis affirmari passü 
säne mg an Stg scrtbmdum, Dafs aber L Bekker für mg eine 
gewisse Vorliebe habe, wurde schon im Anhang zu i 93 bemerkt'. 
-^ 159. Dieser Vers ist von Köchly de Hiad. carmm. dissertoL 
IV p. 5, Benicken das dritte und vierte Lied p. 40. 53. 91. 168, 
Naber quaestt Hom. p. 161 nach der Andeutung von Lachmann 
Betracht p. 19 verworfen. Vgi dagegen die Einleitung p. 7 £ und 
dazu Grofs Vindic. Hom. I p. 53, Baeumlein in Zeitschr. £ Alter- 
tumswiss. 1848 p. 335, Hoffmann im PhiloL III p. 208, Dttntzer 
hom. AbhandL p. 46 und 273. — Zum Gedanken von 160 bis 162 
beachte man, dads auf diese spftte Bestrafung der Gottlosen sidi im 
wesentlichen die Theodicee des Altertums reduziert: vgL Hesiod. 
Op. 325 bis 332. Ps. 37, 38 und 73, 17, wo auf tmntk der Ton ruht 
— 161. i% U statt des handschriftlichen Ik zi ist nach Bekker's 
Vermutung gesdirieben. — Abstrakta bei cvwj wie hier cir fu- 
fahpy finden sich bei Homer nur sehr sparsam: Mommsen Ent- 
wicklung einiger Gesetze fttr den Gebrauch der griech« Präposi- 
tionen, p. 39 fllhrt noeh an m 193 und B 787. | 161. l 349. — 
163 — 165. Über die an diese Verse sich knfipfenden kritischen 
Fragen vgL die Einleitung p. 15 f. Über das Emphatische, das in 
der Stellung von Cstffroi liegt, vgl. A. Th. H. Fritzsche zu Theo- 
crit XVI 73. — 175. arcimiTT^» ifi fim» gebraucht Piutarch. 
Agee. XV 4. — 176. Zu der Überlieferung m9' i^H hat L Bekker 
hinMagefÜgi: ^£g ^ipiu Hoffinannus'. Aber vor diesem hat es 



A. Anmerkungen. 39 

schon K. Örashof in der AUg. Schnlztg. 11 1881 & 615 Yor- 
geschlagen. — 182. vore ftoi %ivot tb^w x^niv ist eine von den 
Spftteren öfters gebranchte oder nachgeahmte Stelle: ygL Xenoph. 
* Anab. YII 1, 30. Julian, or. VI p. 198^ Lucian. diaL meretr. IX 8; 
eonviv. s. Lapith. c. 28; piscat c. 88. Heliodor. I S6. Ovid. Fast. III 
609. Petron. 81, 3. 

184. (Afidi t/tmb, und nicht tuo^j war die von Didymos berich- 
tete Lesart des Aristarch, wie La Boche in der kritischen Ausgabe 
2ur Stelle einen Irrtum Bekk er s berichtigend bemerkt — 190 scheint 
Nikanor, der aövvinog yi^ o loyog anmerkt, Slseo^^' /i^^oder, wie 
Friedlaender zu der Stelle und p. 49 vermutet, SXxog y t^l^ ge- 
lesen zu haben. — 191. An Stelle von tuivc^Ci empfiehlt Tau Her- 
werden in der Bevue de philoL N. S. 11 p. 195 if. zu schreiben rcava^ 
asy was der Yindob. 39 bietet. — 193. om tancta steht hier im 
zweiten Yersfufse wie noch ^^71; sonst bildet es überall den Vers- 
Bchlufs: £ll2. ^434. 9r 152. J659. 146. JIC292. ^403. 414. 
Vgl. auch den Anhang zu 269. — 195. ^At^iog vtov ist hier und 205 
für einen Zusammenhang, wo von der Bruderliebe die Bede ist, 
besser geeignet als die allgemeine Bezeichnung iqxov ^A%cimv. 
Übrigens sind die von Aristarch ygl. Ariatonic. ed. Friedl. p. 96 
Terworfenen Verse 195 bis 197 auch hier in der Ordnung, weil 
der Herold den Dienst ein^ Boten verrichtet, die Aufträge an 
Boten aber nach homerischer Sitte ausdrücklich mit Angabe des 
Zweckes bezeichnet werden. So urteilt auch Benicken das dritte 
und vierte Lied p. 66, dagegen billigt Aristarchs Athetese Köchlj 
de n, earmm cUss. IV p. 17, hat aber in H. carmm, XVI nur 196 
und 197 ausgeschieden und ebenso urteilt Lentz de versüms apud 
Hamerum perperam UeratiSy Bartenstein 1881 p. 18. — 205 ist 
tS^ die Arisiarchische Lesart, wofür andere das von I. Bekk er 
zurückgeführte Ujfg haben. Das giebt allerdings eine üufserliche 
Analogie mit den übrigen Stellen; aber einem Herolde darf man 
das Medium zutrauen. Vgl. zu ß 38. 

212. %vxX6a* ist die gewöhnliche Lesart, wofür Aristarch os 
nwtkog bietet, das sich auch in D (Laurent. 15) prim. man. findet. 
Dies tadelt Herodian: ov yicQ ivvtnm ivtiXiig dvai t] avvivii/g 
xov AQi€%ii^%0Vy itYqyiqmxo %v%kog' Xshcn yiq xi, iih o ^A^hxaqfiog 
t^vi^tv nifocxl^fii vb yevofuvoi. Aber Aristarch hat hiermit 
offenbar nur die Apposition des fcvnlog zu Za^oi &(^tatot im kür- 
zesten Ausdruck erklären wollen. Vgl. auch J. La Boche Hom. 
Stud. § 49, 3. 8. 91*. Am eis gab dieser Lesart den Vorzug: ^l) 
weil mgl vorhergeht , wozu eiu %vxl6öiy mit Nachdruck in den 
Versanfang gestellt, einen ungewöhnlichen Überschufs des Aus- 
drucks giebt. Der Begriff wäre nur dann am Platze, wenn man 
annehmen dürfte, dafs die Helden gleich in der Absicht sich 
versammelt hfttten, um den Menelaos im Kreise einzuschliefsen: 
dies ist aber erst eine Folge der Situation, nachdem sie dorthin 



40 ^. AaMerknogen« 

gekommen waren. Hienu kommt 2) der UmBta&d, dale sor bei 
der Lesart icvsdo^ der O^essatB des Menelaos mit i ii «cbarf 
nnd deutlich hervortritt, während mit nvnlSci die Begriffe o6ifo$^ 
SQicto$ und i6c9iog ^^ einander als .Gegensatz schwachen und 
paralysieren. Denn der Gegensati liefe dann im wesentlichen auf 
den Gedanken hinaus: *alle Tapfem, er aber der Tapfere^: zu' S 
di mit dem appositiven M^oq ^g ist nur ein einfacher Begriff 
wie avxAe^ der entsprechende Gegensats'. Danach erklSrte Am eis 
das Ganze: 'Als sie dahin kamen, wo sich Menelaos als Verwun- 
deter befand, waren um dessen Person schon alle Tapfem ver- 
sammelt, ein ganzer Kreis, er aber der gottgleiche Mann 
stand aufrecht in ihrer Mitte', was offenbar den Mut und die 
Ausdauer des Menelaos hervorhebt' Dagegen ist zu bemerken: 
Wenn Nicanor die Worte mgl bis %v%X6c* als Parenthese faüiite 
und mit 6 ii den Nachsatz beginnen lieis, so konnte er unter 
diesem 6 di folgerecht nur den Maohaon verstehen. Diese Auf- 
fiassung scheint mir aber aus folgenden Grflnden vor der Ameis- 
Bchen Anordnung des Satzes entschieden den Vorzug zu verdienen: 
1) das Versammeltsein der Helden um Menelaos ist an sich kein 
ftir den Zusammenhang so wichtiges Moment, da& es die Haupt* 
stelle im Satze beanspruehen könnte. Allerdings wUrde es we- 
sentlich sein, wenn die von Ameis daran geschlossenen Worte: er 
aber, der gottgleiche Mann stand aufrecht in ihrer Mitte, den Zweck 
h&tten den Mut und die Ausdauer des Menelaos hervorzuheben — '^ 
allein davon finde ich in den Worten nichts enthalten, da weder 
ein ^aufrecht' in fwi^ctano zu finden ist, noch die formelhafte 
Apposition lao^iog fpvig speziell Mut und Ausdauer hervorheben 
kann. 2) Entscheidend aber ist, dab «w^teoro nach gewöhnlichem 
Gebrauch doch nur heiÜBt: stellte sich zur Seite, trat zu, aber 
nicht: stand da; 3) Gesetztauch, das Imperfekt hätte die gewollte 
Bedeutung: or stand da, so würde nach ßXifiuvog ^v ne^ d' 
avvov . . dieser Zusatz eine überflüssige Wiederholung des schon Ge- 
sagten sein, während bei unserer Auiffiassung durch das an be- 
tonter Stelle stehende nwdog wohl vorbereitet i d' iv ^caoiöi 
ein neues, für den Zusammenhang bedeutsames Moment anschliefst. 
Zur Periodenbildung vgl. i 643 ff. und T4— 6, über ßl^^vog 211 
Classen^Beobachi p. 12. — 214. Die von Ameis gegebene Er- 
klärung von nahv aysv ist lebhaft bestritten von W. Jordan Ho- 
mers lüas übersetzt und erklärt p. 563: da nftmlich 161 gesagt 
sei, dafs Menelaos g^ehen habe, dafs die Widerhaken draufsen 
geblieben seien, so können sie nicht an dem Widerstände des Gür- 
teis und Panzers abgebrochen sein, die sie nach dieser ErklSruug 
durchdrungen haben müfsten. Er selbst erkl&rt: ^Die o^^oi, Barben, 
sind biegsame Widerhaken, die sich beim Eindringen an den Me- 
tallschaft des Bolzens anlegen« um innert der Bekleidung und Haut 
in der Wunde wieder auseinander zu federn. Hier aber hat sie 



A, Anmerktiiigeii. 41 

das enge und unnachgiebige Loch, das die Bolzenspitze in den 
metallbeschlagenen Gurt gebohrt, eben nicht dorchgelasBen, wohl 
aber dicht angedrCLekt. Herausgezogen schnellen sie natürlich aus 
der geklemmten Lage in die freie zurück ^ Danach versteht er 
nnUv Syev * sprangen (federten) wieder zurück'. Diese Erklärung 
scheitert an dem sprachlichen Ausdruck Sysv, Dagegen ist die 
Ton Ameis u. a» yon itnog 161 gegebene Erklftrung: aufser- 
halb der Wunde mit Grund bestritten und richtig verstanden: 
aufserhalb des Gurts und Panzers: dazu nötigt wohl ent- 
schieden, dafs das hn6g nicht blofs von den Widerhaken, sondern 
auch von der die Pfeilspitze an das Bohr befestigenden Schnur 
gesagt ist. Danach müssen wir mit K. Frey Homer. Bern 1881 
p. 26 und von Christ in d. Sitzungsberichten der philos.-philol. 
El. d. k. bayer. Akad. d. Wiss. 1881 Bd. II p. 128 einen Wider- 
spruch zwischen 214 und 161 konstatieren. 

220 — 222. Die an diese Übergangsverse sich knüpfenden kri- 
tischen Fragen sind erörtert in der Einleitung p. 17 ff., Litteratur: 
Düntzer hom. Abhandl. p. 261. 273, Genz zur Ilias p. 20, Naber 
qüaestt. Hom. p. 161, Kammer zur homer. Frage I p. 18, Hoff- 
mann Quaestt. Hom. II p. 168. 171^ Benicken das dritte und vierte 
Lied p. 112 ff. 133. 170. •— 223 ff. Über die kritische Behand- 
lung der Epipolesis vgl. die Einleitung p. 19 ff., Litteratur: Hoff- 
mann in PhiioL m p. 208 und Quaestt Hom. II p. 206, Düntzer 
homer. Abhandl. p. 63. 273 ff., Jacob Entstehung d. H. und Od. 
p. 200, Genz zur Hias p. 20, Naber quaestt Hom. p. 160 f., 
Köchly de II. carmm. diss. IV p. 9 vgl. Benicken das dritte u. 
vierte Lied p. 76 f. und Bibbeck in den Jahrbb. f. klass. Philol. 
Bd. 86 p. 16| Bergk griech. Litt I p. 672, Kayser homer. Abhandl. 
p. 99, Bischoff im Philol. XXXIY p. 9, Benicken das driUe und 
vierte Lied p. 131 — 134, Kammer zur homer. Frage I p. 18 f., 
auch W. Jordan Homers IBas übersetzt xmd erkl&rt p. 664 f. — 
Über 226—260 im besonderen vgl. Düntzer hom. Abhandl p. 262, 
Kammer zur hom. Fr. I p. 26 und dagegen Benicken das dritte 
und vierte Lied p. US. 146. 170f. — über 261—272 Düntzer 
hom. Abh. p. 262 f. und Benicken d. dritte w. vierte Lied p. 114, 
— über 269—271 Köchly de Iliad. carmm. diss. IV p. 12, Kam- 
merz, hom. Frage I p. 26f., Düntzer hom. Abh. p. 284, Benicken 
d. dritte u. vierte Lied p. 86 f. 146. 165, — über 327—364 
Düntzer hom. Abh. p. 263 und dagegen Benicken d. dritte ü. 
vierte Lied p. 116 f. — , zu 374—399 Köchly IL carmm. XVI 
p. 98, Benicken d. dritte u. vierte Lied p. 74. 176, La Boche 
in Zeitschr. f. d. österr. Gynm. 1863 p. 168, Düntzer hom. Abh. 
p. 263, W. Jordan Homers Ilias übersetzt und erklärt p. 564. — 
223. fv&' ovx av ßqiiavra iSotg gebraucht Plutarch reip. ger. 
praeoept c. 19 p. 816^ — 228. Friedlaender in Jahns Jahrbb. 
1866 p. 821 sieht in dem Verse einen sp&teren Zusats. Vgl. da- 



4d ^* Amnerkongeii. 

t^n L^hri d« Ariat' p. 465 und dam Benicken d. dritte und 
TiArte Lied p. 171. — * S8S. ^f^tvdfotf» ist die Aristarchische Leeart, 
die auch in allen Handschriften steht. Andere dagegen lesen ^<v- 
Jtetfi, indem sie einwenden: ^inviifg kennt Homer nicht', als wenn 
ein Sauti ilgtifäpov entscheidend sein könnte, und es ist selbst 
dieses nnr halbwahr. Genauer sagt Herodian: 6 fUvtot *E^fucfi^ 
nütg iSifoCfiyoQinov avayiviiitnii iftvti^iv Ag Tf^ctfiv, iful oviiTHnif 
Mtf/v, oUiv i noifitfig inXoiip ti iuvStj^f iv ii uvv^ix^ qulo^gv- 
Sfig (IL 12, 164), ^ivdif^ (U. 18, 46). Aber wenn eine Bildung 
in einem Kompositum yorliegt, so hat dieselbe auch als Simplex 
nicht die geringste Schwierigkeit. Andere wenden ein, dafs ttber« 
haupt niemand ^tvii^g substantivisch anstatt ^ivarrig gesagt 
habe. Aber dieser Anstofs schwindet, wenn man die zahlreichen 
Analogieen beachtet, die im Anhang zu o 373 angeführt sind. Für 
n^tvilcc^ spricht Folgende«« 1) das Pathos unserer Stelle wird durch 
den abstrakten Begriff nicht gehoben, wie es anderwftrts bei dem 
Gebrauche solcher Abstrakta der Fall ist. 2) Das Wort ii^vaiyog 
und die fthnlichen Begriffe sind bei Homer stets mit persön- 
lichen Dativen verbunden: 6 205. ^502. <1^ 371. 428. c 232; 
ebenso kulQog A 266. £ 696. P577. 2:251. V556. /) 286. £407; 
bä^^f^g A 390. ^770; Inixi^^olHg £ 808. 828. A 366. a?463. 
<P289. CO 182; i^yviv AI. £ 711| wie auch das Particip tf^iffoy 
£ 507. A 242. 5*391. Jf7 701. Nirgends erscheint der Dativ eines 
abstrakten Begriffs. — 237. x^C ist nach Bedeutung und Ursprung 
eingehend erörtert von Ahrens Beitr&ge zur griech. u. lat. Ety- 
mologie I p. 95 ff. — Über die von Eöchly de IL carmm. diss. 
IV p. llf. an 235—237 gettbte Kritik vgl. Benicken d. dritte u. 
vierte Lied p. 84 ff. — 242. lliyxieg ist die Lesart Aristarchs. 
Als ursprüngliche Lesart vermutet Nauok in den M61anges Gr6co- 
Bom. IV p. 595 iUy%^a wie B 235. Sl 260. Auch La Boehe 
hom. Textkritik p. 250 giebt dieser den Vorzug. — 243. ?tfn^f 
ist die gewöhnliche Lesart^ worüber Krüger Di. § 36, 3, 3 bemerkt: 
^Mit Unrecht zum Perfekt rechnet man S0tift$ A 243. 246, was 
als Aorist IcvritB zu schreiben isi^ So nach der Angabe des Hero- 
dian schon Ptoiemaeod ton Askalon, dem mehrere nachgefolgt 
sind (dieses l0xfi%B auch in CDGLN), während Aristarch (nach 
Aristonikos) urteilt oxi (unUtiTnai ti> «t iig xo fj ivxl xov ilcxuxt. 
Und dies mit Recht. Denn das Perfekt wird durch den ganzen 
Zusammenhang gefordert. Über die Form vgl. L Bekker Hom, 
Blätter S. 95, 11 und 134, 22. Anders ist der Zusammenhang 
in Stellen wie Sl 360 axti öl xa<p(6v. — 244—246 hat Köchlj 
aus dem Text seiues Liedes ausgeschieden. — 357. Zur Gedenken* 
entwicklung und Interpunktion in der folgenden Ansprache vgL 
C lassen Beobachtungen p. 10 Derselbe empfahl p. 31 nach ^81 f. 
und A 160 f. hier 262 o6v zi statt tfov ih. Aufserdem hat 
Bentlej statt der Überlieferung <fov: 6ol v< aui — 263. Den hier 



^. Aümerkungeii. 43 

ttotwe&digeii KötyunkÜY aydy^j statt des gewöhnlichen ivtiyoi^ 
hat tnerst L Bekkeir trieder eingeführt» Mit Aechi Denn der 
Optati? würde die Wiederholung für die Vergangenheit bezeichnen. 
•^ 266. Über i^ti^^ tgL Ahrens Beiträge zur griech. und lat. 
Etymologie I p. 63, welcher das Wort in seinem zweiten Bestand- 
teil auf ^9 bi ^fü ^iifuv zorttckführt. — 269. o^« taxuft« im 
Versanfimge nur hier; im zweiten Fulse 8 9. W 197. y 175; 
sonst stets im Yersschlosse: a 86. y 421. i 473. 737» C 32. 289. 
998. ^466. £690. J621. i>r826. 2:344. Vgl auch den An- 
hang KU 193. 

277. Die Aiistarchische Lesart lovti ist allgemein aufgenom- 
mens mit Beoht. Denn Kdnodois Uvti würde uns den Hirten 
in der Bewegung zeigen ^ wie et seine Herde weidend zu ihrer 
Beaufsichtigung hin und herg^enge, dies aber störte die plastische 
Buhe des Bildes und w&re aufserdem mit dem folgenden iov nicht 
gut susammengebracht, insofern die Participien eine yerschiedene 
Badautung hütteU. — Die Partikel ^vte will man hier vielfach im 
Sinns von ^ quam nach dem Komparativ auffieissen: so auch L Bek- 
ker Uom. Bl&tter 8.313. — 280. Über die Einkleidung des Yer- 
gleiohes bemerkt treffend L. erlach im PhiloL XXXIII p. 19: 
f^Hier wie in dem vorigen Beispiele (B 559) war ursprünglich ein 
Naturbild beabsichtigt; unter den Hftnden des Dichters aber, dem 
das Plastische noch höher steht, als das eigentlich Malerische, wird 
daraus ein Bild aus dem Menschenleben und es kümmert ihn wenig, 
ob die eigentliche Absicht des Vergleichens dadurch gefördert wird 
oder nicht. Denn weder das yiyrj^s der vorigen, noch das ^ytfiw 
der letzten Stelle pafst in die wirkliche Yergleichung hinein; in 
beiden Fällen würde das Gegenteil weit angemessener sein, da die 
Griechen Über den Anblick der zahllosen trojanischen Wachtfeuer 
Bchrecken empfinden und Agamemnon über den Anblick der Scharen 
des Aias sich freuet^. — 286. An Stelle der handschriftlichen Über- 
lieferung ov yiiQ BOi% oxQvvi^uvs ov xi yuUvfo vermutet Nauck: 
ot! Ti ^01% otQvvBfiiv ovds xcÄfUG). Halten wir uns an die Über- 
lieferung^ so sondert die im Anschlufs an Nicanor übliche Inter- 
punktion die Worte ov yicQ ioiVL otQvviiuv entweder durch Oe*- 
dt^kenstriche oder durch Kommata aus dem Zusammenhange aas 
loh glaube, ohne Grund. Diese Anordnung beruht offenbar auf 
der Vorstellung, dafs die mit ydi^ gegebene Begründung nach dem 
Beginn der Bede mit a<pm (liv dem Bedenden sich gleichsam plötz- 
lich aufdr&nge und so den Hauptgedsnken unterbreche. Dies trifft 
allerdings in vielen FKllen zu, ist aber hier unwahrseheinlich| weil 
die Voranstellung des Acc. Oipm^ der zugleich von ot^vf^v wie 
von n$Xivm abhängen kann, die enge Zusammenfassung beider Glieder 
gestattet. Ein ahnlicher Fall liegt vor Sl 223 f. yvv d' oiinoQ yuQ 
Snwvöa ^tov nal iciS(^o¥ ay%f\¥^ alfM, wo der durch vvv 6e ein- 
geleitete Gegensatz zunftcbst auf dem Inhalt des /«f-Batzes beruht 



> 



44 ^- Anmerkniig^ii. 

und man daher nioht gut thut mit Capelle im PhiloL XXXYI 
p. 704 den Ta^Satz paientbetiacli anssasondem, namenilioh wenn 
man B 82 yergleioht. Dieses Beispiel, sowie das ähnliche M 336 ff. 
zeigen den gleichen asjndetisohen AnschloTs des Hauptsatzes, wie 
die Torliegende Stelle, wo zugleich die anaphorische Stellung der 
Negation in dem parataktisch vorbereitenden ^w^-Batze und im 
Hauptsätze für unsere Auffitssnng zu sprechen scheint. — 295 f. 
Die UrsprOnglichkeit dieser beiden Verse wird Ton W. Jordan 
Homers Uias übersetzt und erklfirt, p. 664 bezweifelt. — 297 iL 
Zu den bei Heyne oitierten noch Sexi Empir. adv. math. HI, 6, 26 
p. 19 und 20 Bkk. — 302. Zur ErUftrung der folgenden Verse 
vgl. audi Orashof das Fuhrwerk bei Homer p. 24. — 320, an- 
geführt bei Dionjs. Hai. de yi Demosth. c. 64. p. 1122, wurde von 
Aristarch verworfen, vgl. Aristonic. ed. Friedlaender p. 98: ^Zu il 
ifMpoxtqu atgitic liqftviv o iVitftco^, %al %o yiji^g xal ti^v vBOtfita^ 
tvlo}W( av lliysv Sfi« nivt«, (UtivipfBntai ii i£ «iUov tonavy 
Zitov qitfitv aXi! oii^roo^ Sfia ituvza ^fol dotfav iv^^finoi^tv 
(vielmehr: ivvricitn aithg ili^oct) SXXm f«iy yiiQ tim%s ^tig 
noXii/Li^ia Sf^ya SXXm d* iv atfi^B0öiv (N 729)'. Von den 
Neueren hat auch Franke in den Jahrbb. f. PhiloL 1868 p. 226 f. 
und bei Faesi anerkannt , *dafs der Vers hier weniger klar sei, 
wo es sich nicht um zwei Vorzöge^ wie sie sich gewöhnlich nicht 
vereint in der Person eines Menschen^ sondern verteilt auf Ver- 
schiedene finden, handelt, sondern lim den Gegensatz von Jugend 
und Alter', in Bezug auf Aristarehs Athetese aber mit Recht 
bemerkt, dafs mit 320 auch 321 ausgeschieden werden müsse. 
KSohly de U. carmm. diss. IV p. 17 und Benicken das dritte 
und vierte Lied p. 66 erkennen Aristarehs Bedenken überhaupt 
nicht an. — 323. Über die Verbindung ßovX^ %al fiu&oMrf vgl. 
Mayer Studien zu Homer, Sophokles etc. p. 11. — 333—335 hat 
Eöchly aus dem Texte seines Liedes ausgeschieden. 

338. Über die Dehnung des Vokals t im Vokativ und über 
das Vorkommen desselben im Hiatus vgL Oskar Meyer Quaest. 
Hom. p. 130 und W. Hartel hpmer. Studien I p. 44. 

343 f. Unsere Stelle hat bei alten und neuem Erklttrem grofsen 
Anstofs eiTegt. ZunSchst ist es aufifollend gewesen, dafo Menestheus 
hier als Teilnehmer an diesen OastmShlem genannt wird, da er 
doch nioht zur ßovXfi yif^vtmv gehört. Aristarch erklärt (nach 
Aristonikos ed. Fried!, p. 99) an övXXtijmnßg th tm ^OSvaat 
av^sßti%6g fuA inl tov MiviO^ing natotvanottiKiv* ov yitQ o Mt¥$^ 
^eig hu rcSv Im» ye^ivtmv (of. B 56: der zürnende Achilleus und 
Agamemnon der Wirt sind nicht mitgerechnet), [iXX* ^Odvaavgy 
^/lOfMjdi}^,] ovdh aifv tm ^AyaiUfAvovi iimxtitai. Man kann zur He- 
bung dieser Schwierigkeit anführen: l) Agamemnons Bede ist haupt- 
sftchlich an Odysseus als an den weit bedeutenderen Helden gerichtet, 
und auch nur dies^i bittet spiter (359 ff.) Agamemnon um Ver- 



J, AnmerkniigeiL 45 

sGeihmig: rttcksichilicli des MeneBÜheus bftlt er es nicht für nötig. 
2) Bei besonderen FftUen geschah es, dafs der König oder Ober* 
anlührer aufser den Mitgliedern der ßavhq auch andere einlndi 
die sich gerade durch hervorragende Thaten Gunst und Buhm er- 
worben hatten. Dies Isfst sich aus £ 217 schliefsen. — Qröfsere 
Schwierigkeiten macht die Erklftrung der Konstruktion iuixoq iMovita- 
a^ov iiuM. LftXst man mit Aristarch beide Genetive unmittelbar 
Tom Verbum abhttngen, und erklftrt, wie Franke: ihr yernehmt 
von mir von der Mahlzeit, d. h. ihr erhaltet die Einladung zur 
Mahlzeit von mir, so kommt die intensive Bedeutung von oxornff-* 
tf^ff« aufmerksam hören auf, lauschen auf, nicht zu ihrem Beohis 
Fafst man andrerseits mit Bekker hom^ Blfttt. I p. 293 die Gene- 
tive nach dem Schema des Ganzen und des Teils und erklärt: 
ihr hört auf mich auf das Mahl d. L ijbr folgt meiner Einladung 
zum Mahl, so ist dagegen mit Recht bemerkt, dafs bei diesem 
Schema die umgekehrte Stellung (i^Mfio imtig) Begel sei Wollte 
man endlich mit Dttntzer ifuio mit taaieog in possessivem Sinne 
fassen, so steht abgesehen von dem Befremdenden des Gedankens 
auch die ausdrückliche Erklftrung des Apollonius DjrskoL Sjnt» 
p. 160, 24 im Wege» der bestreitet, dafs die orthotonierten For« 
men des Pronomens in possessivem Sinne gebraucht werden. In 
Erwägung aller dieser Schwierigkeiten vermutete Nauck im Her* 
mes XII pb 393 f., dab die Worte fehlerhaft seien xmd schlug vor 
statt wd im%6g zu lesen uallovtog* Diese Vermutung ist von 
Kammer in Bursians Jahresber. 1877 p. 96 lebhaft bestritten, 
von Nauok aber wieder ausführlich gerechtfertigt in den H^lajigsi 
Gr^oo^'Bomains IV p. 444 ff. Ein anderer Vorschlag von L. Schmidt 
im PhiloL Anzeiger Bd. X p. 321 lautet: a«l itut' ig. 

361. L. Döderlein (OSeaiL Beden p. 354 sowie in der Aus- 
gabe) hat nach dem Vorgange des Eustathius und mit Beistim- 
mung anderer die Worte oimot* ^Axaiol TQWfUt i^* tnnoia^otatv 
iyilQOluv oivv "Aqvia zur vorhergehenden Frage gezogen, daher das 
Fragezeichen nach "Aqfr^ gesetzt und nach fu&äiuv blofs Komma, 
mit folgender Erklärung: ^qucniam tu iure noe^ g^uando pugnam 
instauraimus ordinando et exhortando militem, igtuwiae t«i- 
ctisaSj quasi praeparatio proelii, aciei instructio, oohor- 
tatio militis non sit et ipsa pars bellicae industriae?' 
Aber diese Auffassung paÜBt nicht zur vorlegenden Situation. Denn 
das ^Ordnen' und ^Ermahnen' war bei der Ankunft Agamemnons 
vorüber: die Mannen des Menestheus und Odjsseus befanden sicth 
im Zustande eines passiven Abwartens (328. 333 bis 336), 
und hiergegen ist der Tadel Agamemnons gerichtet. Sodann kann 
if$lffiiv iivv "Aqfqa hier nicht von der bloben Vorbereitung zu 
erneuertem Kampfe verstanden werden, weil Odysseus 364 den 
Ausdruck n^^%o^6i luyiwa gebraucht, dies aber das Verweilen 
in einem wirklichen Kampfe voraussetzt. Endlich würde o^m» vtti. 



46 ^' AmnerkiingeD. 

853 ohne den Toraus^hendeii Vordersatz m abgebrochen nnd 
unmotiviert erscheinen, auch mit der Parallelstelle 1 359 nicht 
znsanunenstimmen. Von der gewöhnlichen Interpunktion bemerkt 
Nikanor p. 179 Priedl.: S xal ßiXxiov^ tva Xiyy toxi ^p^tvf^^i^dta 
ipiifiiogj initav noliftog y. Was die Wortstellung des innou 
anbetrifft, so wird diese Konjunktion vur Einführung eines neuen 
Vordersatxes allerdings gewöhnlich im Yersanfiusg gefunden: J 40. 
P 98. % 293. iL 127. n 282. % 216. if 274. 345; aber doch nidit 
ohne Ausnahme, wie {217 beweist und die Analogie der tthn- 
liehen Partikeln« Zum Gedanken ist JV 870 f. lu rergleichen, — 
357. Nauck bemerkt: ^fpurtiif? ^-^ 869 f. Über den Zusammen* 
hang dieser Stelle Tgl K. W. Piderit in den N. Jahrb. für 
Philo], 1854 Bd. 70 S. 77, und andrerseits die künstliche An- 
ordnung und gesuchte Erklirung yon G lassen Beobaebt. p. 
35 f. Übrigens vermutet Nauck amccofi^* statt iQi6is6fud'\ — 
372. Heyne bemerkt zur Form ntaHfnaUfUv: ^Vulgata kctio trat 
nr»%aSiiuv quasi a «rnl lepu^*. Vgl. Lobek Bhem. p. 217. Aber 
der Hase *ist bei Homer kein Sinnbild der Furcht und Feigheit: 
TgL den Kommentar zu A 225. Das urteil I. Bekkers ^ntcuw' 
t^fifv, reetms* dürfte daher Bedenken unterliegen. Bei der Form 
ntmihtaim dagegen liegt in tfx der iterative und in ut» der inten- 
sive Begriff, über das Yerhftltnis dieses Yerbums zu jnnxjig 
handelt 6. Onrtius Etjm. ' 8. 654,^8. 692| vgL auch ditfadMo 
und itiaxi^. 

374. Die gewöhnliche Lesart ist ig ^9av. Aber nirgends 
bei Homer wird eine Form von t^^ mit &g verbunden, sondern 
es findet sich in solcher Verbindung nur &g (j»g\ teils als Über- 
gangsformel teils als Rekapitulation teils zur Angabe eines Urhebers 
oder Gewährsmanns. VgL die Stellen im Anhang zu v 54. Bekkers 
Paraphrast hat ausdrücklich ovxag elnov otnvig uvxov i^eaiSavTo 
und &g bietet Eustathios und Venetus M (No. 456). — Statt des 
überlieferten o7 fuv tdavto hat Bekker mit Beutle j wegen des 
Digamma oi I fdovro gegeben, wie auch Nauck und K. Grasbof 
zur Kritik des Hom. Textes S. 6. 13 vermuten. Vgl. Anhang zu 
6 484. 

384. La Boche in der kritischen Ausgabe führt als hand- 
schriftliche Lesart iixlf nicht im auf und zeigt Hom. Textkritik p. 176, 
dafs hier wie an andern Stellen Aristarch das Mascul. iyyMfig »» 
Syyilog annahm. VgL auch Hagena im PhiloL Vin p. 387. Übrigens 
schreibt Nauck Tvd^ SaxuXav statt htlTvötj ötitXav, vgl. Wacker- 
nagel in Kuhns Zeitschr. XXV p. 279. 

390. E. R Lange bemerkt: ^Das Verdienst des Tydeus wird 
durch den Beistand der Göttin Athene nicht blofs nicht vermindert, 
wie F. A. Wolf meint, sondern vielmehr erhöht. Nur den Tapfersten 
stehen die Götter bei, und es ist an sich schon ein grofser Beweis 
von kriegerischer Tugend eines Helden, v i < Gott ihm "bei* 



^. Anmerkuiigeii. 47 

snsiehen sich herabllbt'. Vgl £ 608 *>» 3? 98. 216 «Ul ytif 
ro( ifwvovöiv ^ed utnol und besonderg Kftgolsbfich Hom. Theol. 
VI, 9. 

392. a^ ivu^j%imiivff ist die »m bestell beglaubigte liesart 
Die Vulgata lautete «^ ivtfiouivm^ die man nicht yerteidigen 
kann. Daher hat Bentlej a^ uq ivnfxoiUv^ konjieiert mit ROek- 
sicht auf Z 187, und dies haben Bekker und Nauek in den 
Text genommen (leteterer daneben vermutend; aix^ iv$ifio(ävf). 
Aber dadurch erhalten wir eine im Homer ieoUerte Wortstellung. 
Denn wo Sqa sonst einem Partidpium nachfolgt, ist die Partikel 
stets mit dem Yerbum finitum in Verbindung gebracht, nicht mit 
einem zweiten Particip, wie es hier der Fall wftre: vgl, die Bei- 
spiele zu O 458 und im Anhang zu A 68. WUl man aber eine 
Art Yon Hyperbaton annehmen statt q[ d' clf^ %Qji00i(uvoij wozu 
A. Rhode über iffa bei Homer 8. 82 t geneigt ist, so l&Tst sich 
auch diese Annahme durch kein homerisches Beispiel stützen« 
Heyne hat nach Barnes' Konjektur £y ot iv^fxofUvf gegeben, 
wodurch a^ auf willkürliche Weise Ton dem bezüglichen Worte 
getrennt wird; Fr. Spitzner endlich, der die Vulgata im Texte 
behalt, koiyiciert in der Note ttiug ivtfxofUv^ nach a 317, mit 
Beisümmung von Hoff mann Quaest. Hom. I, p. 101 und II, p. 207. 
Es bliebe nun nur noch übrig (mit F* A. Wolf praef. in Kleine 
Schrift von G. Bemhardy I, p. 265) 5^ i9Uiviff%ofJvf zu erwähnen, 
was Brunck bei ApolL Bh« I, 821 aus fünf Handschriften auf- 
genommen hai — Ttwuvo^ lo%og hier und A 779 kann man un- 
möglich Yon den Verbindungen des nwuvog mit fpilayytq und ^l%tg 
lostrennen, zumal da lo%oi v 49 auch in weiterem Sinne ^Scharen' 
überhaupt bedeutet. Man hat an das dicht oder fest geschlos- 
sen und dadurch auch starke in Bezug auf die Anzahl au denken. 
Dieser Gedanke wird hier durch die folgende Apposition wovf^g 
iuw^%ovxu und Sl lld durch ÖBidai besifttigt, da sich die Furcht 
hauptsächlich auf Feinde in der Mi^'orität bezieht. Nur der Inter- 
polator l 525 mufs nwuvov koxov abweichend so gebraucht haben, 
wie iwxivog sonst bei dofio; und dv^^ steht — 394. Muhav 
AlitovCifig. VgL Apollod« UI, 6, 5. Nach Statins Theb. H, 690. 
IV, 598 war er ein Augur und Priester des ApoUon; andere wie 
die Schol. A. D. vermuteten, er sei ein Herold gewesen: dui to 
novav avrov tf0»9*^vff«. Ugov yicq f^v t^ yivog x&v %fiqvnfav. Nach 
Pausan. IX, 18, 2 begrub er später den Tydeus. — 398. Nauck 
vermutet statt des handschriftlichen m^vfiugx n%not/^^. — 399. 
Brugman ein Problem der homer. Textkritik p. 50 vermutet als 
ursprüngliche Lesart ov vtov statt xov vtov, 

400. Statt xii^}€c ist mit La Boche das handschriftlich am 
besten beglaubigte %i^Bia aufgenommen , vgl. desselben Homer. 
Textkritik p. 379 und Hom. untersuch. S. 57, — Sodann wird hier 
gewöhnlich iyoqi^ dt t ifulvw gelesen, aber ifutvnv ist die Ari- 



48 ^* Anmerkniigeii. 

siarchiscbe Lesart, die wegen der PartikelTerbiadung ii u den 
Vorzug verdient, da diese Verbindung im Dicbter nur paratak- 
tische Sfttze einftihrt. Hierzu kommt zweitens, daft die Worte in 
anderem Sinne gesagt sind, als die unmittelbar Toransgehenden. 
Gestützt wird Aristarcbs Lesart auch durch das vor vtov stehende 
Pronomen rov und durch die sprachliche Wendung mit ydvtaoi 
beide Punkte hat schon F. A. Wolf in der praef. zur Ilias 1785 
Kleine SchrifU berausg. von 0. Bernbardj 1 193 richtig behandelt. 
Für den sprachlichen Ausdruck der Stelle vgL 2 106 h noU^, 
iyo^ H T* iiulvovig Ü0$ luH iXXioi, — 401. Aufser Heynes 
Citaten vgl. auch Themist or. 22 p. 271 ^ — 407. Zu der jetzi 
von xHxog Squov gegebenen Erklftrung YgL W. Jordan Homers 
Ilias übersetzt und erkl&rt p. 565. — 407 — 409 wurden von Ari« 
starch athetiert: Tgl. Aristonic ed. FriedL p. 100, aber diese 
Atbetese ist mit guten Gründen zurückgewiesen von Köchlj de 
II. carmm. diss. IV p. 16 und Benicken das dritte und vierte 
Lied p. 67. 

412, E. B. Lange bemerkt: ^Den Hiatus zu tilffen schreibt 
Bentley xhlu^iy €iy^ d' {tfo. Ich schlage mmnäv i}tfo zu lesen 
vor. Dies fic^ta mit einem Particip verbunden dient oft zur Um- 
schreibung des im Particip li^enden Begriffs: ^134 ^tfO«« ötvo- 
ftfvov für iroiC^ui. B 255 ^ctu ovstdl^nv für oviiiliitg. I 628 
eora» mnidiyfuvoi. Sl 542 rumi xi^itov. y 262 uXiovug il&lavg 
7]fA$^a, I 40 iivQOiuvog %al i%tvi»v vhucl n 145 i}<yra« odvQOfUvog*, 
Vgl. aucb W. C. Kays er zu Faesi | 41. Man könnte zur Begrün- 
dung einer notwendigen Änderung auch ^och den umstand anführen, 
dafs ctom^ bier eine ganz isolierte Wortstellung habe. Denn sonst 
steht cutm^ bei Homer überall im Versschlufs, am hftufigsten in 
dem formelhaften Verse yt 393. Indes wird man mit Recht Be- 
denken tragen, den von Hoff mann Quaest Hom. I p. 56 borühr- 
ten Hiatus durch eine blofse Konjektur zu entfernen« 

422. Über den folgenden letzten Abschnitt des Buches im 
Verhältnis zur Epipolesis und andern Fragen vgl. die Einleitung 
p. 22ff., Litteratur: Lachmanns Betracht, p. 19, Benicken das 
dritte und vierte Lied p. 61. 75 f. 101. 138, das fünfte Lied p. 
51 ff., Orofs Vindic Hom. p. 56 ff., Bl&tt. f. litterar. Unterhalt. 
1^44 p. 503, Hoff mann im Phüol. III p. 209, Düntzer hom. 
Abb. 270. 272. 286, Gerlach im PhüoL XXX p. 21 ff.-, Bischoff 
im Philol. XXXIV p. 10, Kammer zur homer. Frage I p. 18 f., 
Bergk griech. Litterat. Ip. 570. 573, Naber quaestt. Hom.p. 100 ff., 
Oenz zur Ilias p. 19. 21, Eöchly de II. carmm. diss. IV p. 19, 
auch W. Jordan Homers Ilias übersetzt und erklärt p. 566. 

426. iov ist die Aristarchische Lesart, wofür andere wie Fr. 
Spitzner, W. Dindorf, Nauck, La Boche das gewöhnliche icv^- 
xov iov aus den Handschriften beibehalten haben. Aber dann 
mübte sich die WeUe im Zustande der Buhe, nicht der Bewegung 



4. AiimtrkQBgea. 4^ 

befinden, wie aie allein dem Beobachter am Ufer wahrnehmbar 
wird. Denn über das Gleichnis selbst bemerkt J. L. Uoffmann 
im Album des Lit. Vereins in Nürnberg für 1866 S. 21 f. mit 
Becht folgendes: ^Wir haben hier die kurze Lebensgeschiohte, so 
an sagen, einer grofsen breit hersiehenden Woge, wie sie dem 
Beobachter der von einem Wind erregten See, welcher am Lande 
steht, SU Hunderten nach einander entgegenkommen, nebenbei 
gesagt, mit unübertrefflicher Naturtreue geschildert Die lange 
Woge kommt) schon von weitem sichtbar, mit migestätischer Buhe 
daher; der ihr nachsiehende Wind hat ihren Kamm vorn ttber> 
gebogen; nuu rauscht sie ans Land unter furchtbarem Brausen; 
wo sich ihr aber ein Fels auf ihrem Zug entgegengestellt hat, da 
türmt sich der Kamm empor and spritst dann als Gischt aus* 
einander'. Ihnliohe Gleichnisse sind JB 144. 209. 894. K 68. 
J\r 798. ff 16 und die Nachahmung bei Verg. Aen. VII, 628. Georg. 
III, 287. OatulL Bpith. 270. Über den Indikativ nach den Ver- 
gleiohungspartikeln i^ oxi vgl. G. Hermann Opusa II, p. 48. — 
488. Die Lesart ifolv9Kttf40vo^ mit Uinrichs de Homericae elo- 
cutionis vestigüs Aeolicis p. 68 f. als Dorismus su verwerfen, ist 
mit Becht surfldkgewiesen von Gap eile im Philol. Anzeiger VII 
p. 267, vgl auch Cobet Miscell. crit. p. 418. ~ 484. fikm 
AhiimSv. über den Charakter dieses naturtreuen Epitheton vgL 
auber Heyne su d. 8t besonders Lobeck Elem. II, p. 861) wo 
unter anderm bemerkt ist: ^Ytieru ^ od Bi^ktma refcrmii^ quod 
Xa^tvnCfAOv vocaM, m^^ negari potesi^ hano adicctionem oMribuft 
ommiim ocuOs ocmrrmHi noHvam priid aemumii smplicikUem prae 
$e ferro* cet. Aus dem Homer haben das Epitheton dann spfttere 
beibehalten, wie Theocrii I, 68. Burip. Baoch. 700. Longi Fast 1, 17 
(daselbst Passow). II, 8. 7. Vgl. Aristot Rhet III, 8, 8. — 487. Zur 
Unterscheidung der Worte &Q6og und ytiifvg vgl. Schmidt Sjno« 
nymik der grieoh. 8pr. I p. 68 f. — 440—446 werden von v.Duhn 
de Menelai itinere Aegyptio, Bonn 1674 p. 47 verworfen. — 
442. ^haec tum format, quam dea Eris habeat^ descripHo^ $ed 
J^perMica oomparaUo est^ qua nahira dedariUur numinis fioU^ de 
quo mminum gmere tgr^it disseruit NüMsekius in praefaHane amh 
meniarii in Odjfsseam: wi, si mmtem poetae simplieim mh^ncies, hoe 
iUe dicai: aontmümem indtasse exercOus, quae a panH> imHo in 
immensum tioteat auffori^ u/, si kumafutm ttpeciem hal^eat^ ea smsim 
accrescms mo» capiie mi eadum tac(ura* G. Hermann Opusc. IV, 
p. 297 sq. — 446—461 sind von Düntier hom. AbhandL p. 268 
athetiert, vgl. dagegen Benicken das fanfte Lied p. 68 und 77, 
welcher nur 451 eingeklammert hat, und dasn die Einleitung 
p. 26 f. — 447. Man beachte hier die mit crvv f tßuXov be- 
wirkte Verbindung des physinchen und ethischen, die aber für 
den griechischen Geist nicht kühner und aufftLllii^ar \a^ ^^ ^^scs^ 
wir im Deutschen sagen; *8cb\\d \»t wA ^^^^, %^«t ^>ä^V«^x 

UtMTMm, AnbBBff an HoMm XUm. U. ^ 



50 ^' Anmerkungen. 

Kraft auf Kraft^ Wir haben also im wesent liehen dieselbe 
Yerbindung wie in <v0»rlg &^ d<Mrtf' [(fniiy «e^vg no^w^ ivl^ 
6' iv^Q i^ 131. 17 215. — 451. oXkvnmv u %uL ilXv^vmv 
l^braaeht Heliodor. 1, 22 und 30. — 464. Nach L, Döderlein 
Hom. Glo86. § 1063 0OII luayayKna sein *&y»og ip f fUeyovtai tvo 
noftvyAl^ eine nnbeBtreitbare aber belBpiellose KompoBition^ Aber 
es sind dabei die FltUse in die Erkllning hineingeschmuggelt 
Auch W. C 1 e m m J>e eampo^itis Graecuf guae a perbis incipiufU 
(OieCsen 1867) p. 150 hat an Damms Erkl&rung *loen$ d^tsmus^ 
in quem e numiUms drcumposUis aquae canfliMmt* sich genügen lassen 
und nur noch bem^rklich gemacht, ^qiumtam ccmponendi UcenHam 
Hamerieum ühid ^yayiuw prae se feratf guoH nos dieeremus Misch - 
Schlucht, quod nemo credo midligeref. Aber das mttfste grie- 
chisch lUißtyKög heiben nach Analogie Ton lu^ßv^QOMog luüXXfiv 
and andern, Ar yjayiyKiw dagegen wäre ein Wort wie ^Misdi- 
thalung' am bilden, um mit 6inem Ausdruck den Sinn des Kom- 
positums wörtlich bezeichnen zu kOmien« Denn das Wort hei&t 
einft«h *das Vermischen Ton Thälem' oder *die Vereinigung Tön 
ThJllem*, d. i. der Ort, welcher Thftler in einen Zusammenhang 
mit einander Vereinigt : dies geschieht aber naturgernftb in einem 
mehr oder weniger gerundeten Thalkessel mit mehreren Aus- 
gängen, daher ist ^Msytijnttu fttr diesen Begriff eine sinnlich an- 
schauliche Bezeichnung. Vgl. %iay%9Ui bei Callim. in Cer. 82. ^Beich- 
tum an schönen Thilem,' und das prosaische cwayiuia. Was 
dagegen das Wort xuQaÖQti betrifft, so ist uns hierin nur der Begriff 
^Einschnitte des Bodens' (at iy%€i^ißiq tov iia^p9vg ApolL 
Lex.) gegeben, also der Begriff einer Erdtiefe oder eines furchen* 
artigen Chrabens. Der Dichter will hier bezeichnen, dafis die Wasser- 
masse *au8 den mflchtigen Quellen' auf der Hochebene des Gebirges 
nicht auseinanderfliefse, in welchem Falle sie überall hin zerstreut 
den Berg herunterströmen und nur ein Plfttschem erzeugen wfirde. 
Nein! die Wassermasse wird gleich anÜEmgs innerhalb eines 
tiefen Bettes zusammengehalten, so dals sie nachher am steilen 
Abhänge mit der ganzen Wucht ihrer FfiUe hinabstdrzen und das 
laute Tosen erzeugen kann. 80 yerlangt es der Zusammenhang 
dieser Stelle, wo das Tosen der Schlacht mit dom Tosen 
zweier einander gegenüber befindlicher WasserfiUe yer- 
glichen wird. Denn es soll hier die Scene nach dem Zusammen- 
sto£s beider Heere Teranschaulicht werden« An den übrigen drei 
Stellen aber, wo bei Homer Wasserfftlle erwtthnt werden, geschieht 
es in anderer Beziehung, nämlich (f 209 f. in eüifiMher Beschreibung, 
und 115. 77 4 zur Veranschaulichung der ThrlnenfUle. Aufser- 
dem ist noch iVldS ff. ein zeitweise eintretender Wassersturz in 
seiner zerstörenden Wirkung yorgeführt. Nebenbei beachte man, 
ömTm ^ ^09 f. und 1 15. 17 4 die Quelle unmittelbar über dem steilen 
Felsen, yon welchem dag Wasser herabflieEst, befindlich gedacht 



^, Anmakiingeii. 51 

iBrird, wälirend an tuiBerer Stelle die nowftol vorher aU ^iovtsg 
«rwfthnt sindi weÜ dem Dichter bereits das Flufsbett vors^^hwebt. 
Übrigens wtbrde die ganze Anordnung eine viel natürlichere sein, 
wenn 464 Tor 468 seine Stelle hätte, so dafs die Bestimmungen 
kifovvwv in (UyiXmv scoflijc hno^t %ai^iiffig sich an myf' 0QBaq>i 
^ovtig anschlössen, während bei der überlieferten Anordnung jene 
Bestimmongen wenig passend an vSti^Q geschlossen werden müssen. 
— Über die Bedeutung von ^aqüif^ vgl. jetzt auch Ahrens Bei- 
träge zur griecb. und latein. EtjmoL I p. 181. — 466. Der 
tiefe Ton ov, der in iamov liegt (vgL fi 449)^ hat in dem daneben 
stehenden ovpttfAt; gleichsam sein Echo gefänden« — 466. Über 
rolv fuayoiävi^v vgL Job. Classen Beobachtungen S. 170 f. und 
über die Aristarchische Lesart mvog te statt des gewöhnlichen 
(aus M 144. 396. 17 366 entstandenen) g>6ßog tt vgl E. Lehrs 
de Arist.* p. 76. 

467 ff. Über die in dem folgenden Abschnitt vorgeschlagenen 
Athetesen vgl.die Einleitung p. 26f., dazu: Düntzer homer. AbhandL 
p. 264, Köchly de U. carmm. diss. IV p. 21, Bibbeck in den 
Jahrbb. f. klass. Philol. Bd. 86 p. 17, Benicken das fänfte Lied 
p* 32 A und 63 ff.. Hoffmann quaestt Hom. II p. 121 f. 207, 
Kayser hom. Abhandl. p. 93. 99. — 461. Das Hemistiohion xov 
dl mtiwg Sif0t xaXvipiv finden wir noch 603. 626. ZU. JV676. 
jEr619. 678. J7 316 (326 xara statt tov vgl. ^92). ^393. 471. 
^181. Dasselbe Substantiv in ^nfyigog d' of^cr fuv ^nawg iüsv - 
E 47. N 672. 17 607. Dasselbe Bild haben wir in igiptw^ vvml 
mtki^i JV426 und in tov il nun i^aX^mv iQißiwii w{ itm^ 
Ivifßev E 669. N 680, aber der letztere Vers steht auch von der 
blossen Ohnmacht ir466, in welchem Sinne vv^ aufser dieser 
Stelle noch dromal vorkommt: in afig>l dh o€Cb nslmvrj vvi Ini- 
\vfiv E 310. A 366 und in tm ti ot Sikfa vv^ inalvfpe [UUmva 
ff 439. Denselben Wechsel des Sinnes finden wir in dem Yere- 
schlufs Kota d' oqf^aXfitmv nipn^ i%Xvg^ von wirklichem Tode 17 344. 
X 88, von der Ohnmacht E 696 und in nocH abgeschwächterer 
Bedeutung T 421 als Yersanfang fWQ ^ ot iq^^aXfkmv %ijvx &xXvg 
zur Bezeichnung der höchsten Trauer (vgl. der Analogie wegen 
das häufige yoivax^ tXvcsv mit dem zu i 703 er¥rähnten Qebrauche). 
Sodann erscheint der Begriff des Todes selbst, aber so, dafs 
das Bild der ^Finsternis' oder der *ümdunkelung' durch Beiwörter 
oder andere Zusätze bezeichnet ist, wie in dem Formelverse tov 
i\ nun oC9i IXXaße fCOiffpvQiog d'ovazog nal fioiga x^arorM} E 83. 
17334. IT 477 (ähnlich n^aö^iv ya^ luv (toiifa iv^awitog ifupeyia- 
Xvipiv M 116), oder in ^uvanyo 6h lUXav vltpog iiupixaXvflfSv 
17350. i 180, in vsipiXr^ di fuv ifMpitiaXvilftv nvavtri T 417. Hier- 
her gehört auch der YersschluTs fäXavog ^ttvatoiOf worüber zu 
^ 92. B 834. Endlich ist das Bildliche nur noch im Yerbum übrig 
geblieben, wie in ^avatog ii fuv ifupsnaXv^iv E 68, vgl. auch 



52 ^- Anmerkongen. 

M 116, oder in tlloi ^otvitoio %alv^tv E 553. 17 502. 855. X 361, 
sowie in a^l H ot ^av€nog xvto ^[iOQaiari^g iV'544. 17 414. 580« 
Was man sonst noch hierher ziehen könnte , greift zugleich in 
andere Metaphern hinüber. DaTs ttbrigens in den eben behandel- 
ten Formeln eine gewisse Oemtttsbeteiligung des Dichters 
an dem Schicksal seiner Helden enthalten sei, erörtert A. Doberenz 
IfUerpretationes Homencae (Hildburghausen 1862) p. 10 sq. YgL 
auch zu V 427. Von Späteren ygl. Plutarch. Alex. c. 45: U&m dh 
nlfiyelg itaXiv dg tov rfa^i^Xov, &ati nul tuig o^tctv axlvv 
vnoÖQttiitiv fUtif€ifulva6av ov% oUyov %q6vüv. Flut. Pyrrh. c 34: 
«r xt o%f%ig 6vv%%v^ficav avtov xal TS^oifxavro titg ^vlag td 
%itQBg, — 474. Bedenken gegen die ürsprttnglichkeit dieser Stelle 
erhebt Horcher Ober die homer. Ebene yon Troja. BerL 1876 
p. 129. — 508. An Stelle von innaxidciv vermutet Nauck: ixsco^ 
OQnv, — 524. &v(iov immvilmv hat aus dieser Stelle enlnommen 
Tjrt. 7, 24 ed. Bergk. — 527. imööviuvov war nach Didjmos 
Aristarchs Lesart, welche einige Handschriften bieten. Die besten 
Handschriften haben iyretfOvfifvov; Nauck schreibt iTrctftfvfiivo^, indem 
er aufser imoövfuvov auch iTtsaavfUvag als Aristarchische Lesart an- 
giebt. — 528 schreibt Nauck nach Phot. Lex. p. 433, 18 nUviiovt 

'«statt des handschriftlichen ^va;fM>y«. — Georg Fischer *Über die 
Wunden des Herzens und des Herzblutes' in t. Langenbeck's 
Archiv für Klinische Chirurgie (Berlin 1868) Bd. K S. 574 hat 

. folgendes bemerkt: *Ln übrigen sind die meisten Wunden bei Homer , 
die nach echter Heldenart h&ufig vom ein- und hinten ausdringen, 
zumal die Wunden der Eingeweide, Blase (E 67), Leber^ Lunge, 
sofort tödlich. Eine gröfsere Geüähr der Herzwunden kennt Homer 
nicht, imd wenn er bei Verletzungen den Ort der Wunde h&ufig 
neben die Warze verlegt, so mag er als Dichter eine nfthere 
Bezeichnung für wtlnschenswert gehalten haben, es beweist indes 
nicht, daTs er dabei eine gröfsere Gefahr des Herzens im Auge 
gehabt hat, da er an diesem Ort sowohl die Lunge (zi 528), als 
auch die Leber (x 82) usw. verwunden läfst'. Nur daif man dabei 
den Unterschied der Präpositionen in cxi^ov vythQ luc^oto (/i 528) 
und axil^og JtaQa (ux^ov {% ^^) ^cht übersehen, und aufserdem 
ist noch zu beachten , dafs eine Verwundung der Lunge T 486 
infolge eines tov ßccXe (li^tsov Sxovti erwähnt wird. — 539 — 644. Zur 
Kritik dieser Schlufsverse vgl die Einleitung p.26f., dazu Düntzer 
hom. Abhandl. p. 254, Benicken das fünfte Lied p. 53. 

541. Bemerkungen, wie die hier zu &yoi Si i gegebene: ^Ober- 
gang in die demonstrative Konstruktion', veranlassen ohne eine 
genügende Erläuterung leicht die verkehrte Auffassung, als ob die 
Sprache nach Willkür und Laune das zweite Glied eines Relativ- 
satzes aus dem relativen Verbände löse und selbständig hinstelle. 
Gerade an diesem Beispiele läfst sich in Verbindung mit ähnlichen 
Erscheinungen deutlich zeigen, welche Auffassn < sprachlichen 



/i, AnmerkungexL 53 

Anscbauiing entspricht. Dafs dies scheinbare zweite Glied des 
Belativsatzes in einem ganz anderen Verhältnis zum Gedanken des 
Hauptsatzes steht, als das erste, liegt auf der Hand: einen innem 
Znsammenhang hat dasselbe nur mit dem YO^anfgehenden relativ 
angeknüpften Gedanken und zwar enthält es die notwendige Voraus- 
setzung für die in jenem enthaltene Vorstellung. Ausdruck dieses 
Verhältnisses ist die zu divBvoi chiastische Voranstellang dea 
Verbums, wie sie in gleicher Weise bei ähnlichem Oedankenver* 
hältnia» in Bedingungssätzen und indirekten Fragesätzen beobachtet 
werden kann: im Konjunktiv z. B. HSl. JI725. P230. T317. 
376, im Optativ 2^826. Ein ähnliches Gedankenverhältnis finde 
ich in einigen Stellen, wo an einen Wunschsatz im Optativ andere 
Optative in freierer Weise sich anschliefsen, die nicht mehr von 
dem Affekt des Wunsches getragen, nur die durch denselben an* 
geregte Vorstellung weiter verfolgen: ohne Zweifel a 368, wo 
Am eis den Satz Sqinavov fdv %rX, als die weitere Ausführung 
des Wunsches bezeichnet, die genauere Auffassung aber in der 
gegebenen Übersetzung: ^eine gute Sichel müfste ich haben', ge- 
boten wird, d|L darin die notwendige Voraussetzung liegt, unter 
der die Erfüllung des Wunsches überhaupt nur gedacht werden 
kann. Ähnliches ist zu i^ 314 bemerkt. Ebenso verstehe ich Z480 
die Optative tpigot Si — X^^if^iv '^ nicht mehr als eigentliche Wunsch- 
sätze, die auf gleicher Linie ständen mit dem vorhergehenden xal 
nofti Ti^ eVnoi. Es schliefsen sich dieselben offenbar auf das engste 
an das vorhergehende Participium ix noXifiav iviovta an, welches 
im allgemeinen die Situation bezeichnet, auf welche der Wunsch 
berechnet ist, indem sie diese Situation im einzelnen ausführen, 
und die dem ausgesprochenen Wunsch entsprechenden Voraus- 
setzungen geben. Ähnliches Gedankenverhältnis wird sich auch in 
mehrgliedrigen Relativsätzen noch weiter beobachten lassen. — 
542. $kova\ ainaq ist die gewöhnliche Lesart, die den gröfsten 
Bedenken deshalb unterliegt, weil uinaq sonst Überall mit der ersten 
Silbe in der Arsis steht: vgl. den Anhang zu » 83. Nun aber 

finden sich auch hier folgende Varianten: iXovc^ iru^ A, das v 

von zweiter darüber geschrieben; iAovtf' ixa^ G; lAovtfa avro^ 0; 
ora^ F; ilov6a inaQ E. Es ist daher iXovca axui^ von Eusta* 
thius angenommen. So verlangte auch L. Ahrens im FhiloL 
VI, p. 16. Wahrscheinlich hat der vermeintlich unentschuldbare 
Hiatus die gewöhnliche Schreibweise herbeigeführt. 



54 £• EinleitaDg. 

E. 

Einleitung. 

Literatur: Lachmann Betracbtungen p. 20 t und darin 
Haupt Zusätze p. 106 — 109; Benicken das fünfte Lied vom 
Zorne des Achilleus, Halle 1873. Zu Lachmanns Kritik: Orofs 
vindiciamm Homerio. pari I, Marburg 1845 p. 68 it, Baeum- 
lein in Zeitscbr. f. d. Altertumswisseiiscb. VI, 1848 p. 88fi, BlStter 
f. literar. Unterhaltung 1844 p. 503 f., Hoffmann im Philolog. 
in.p. 209 ff«, Dttntzer in der allgemeinen Monatsscbriffc für 
Litterat 1850, U >" Homer. Abbandl. p. 54 C, Friedlaender die 
homer. Kritik von Wolf bis Orote p. 67,. Holm ad Gar. Lach- 
manni exemplar de aliquot Iliadis carminum compositione, Lttbeck 
1853 p. 8 ff., Oerlach im PhiloL XXX p. 26 f., Nutsborn die 
Entstebungsweise der Hom. Gedicbte p. 196 ff. — Köchlj de 
Iliadis carmm. dissertai IV; Turici 1857 p. 18 ff., desselben Iliadis 
carmm. XVI p. 104 ff., vgl. Bibbeck in Jabrbb. f. Pbilologie Bd. 
85 p. 17 ff. und Dttntzer Homer. AbbandL p. 284 iL — Dttntzer 
das 3. bis 7. Bucb der Dias als selbständiges Gedicht, in den 
Homer. Abbandl. p. 254 ff. — Oeist disquisitiones Hommcae, 
Qiefsen 1832 p. 10 £ (~ Jahns Archiv fttr Philol. Bd. I). — 
Kammer zur Homer. Frage, Königsberg 1870. I p. 28 1 81. — 
Jacob ttber die Entstehung d. Ilias u. Od. p. 201 fil — Nitzsch 
Sagenpoesie p. 203 ff. 210 ff., Beiträge p. 384 ff. — Kiene die 
Komposition d. Dias p. 78 f. 84 f. — Oenz zur Ilias p. 21 ff. — 
Naber quaestiones Hom. p. 158 ff. — La Boche in Zeitschr. f. 
d. österr. Qjrmn. 1868 p. 166—168. — Kajser homer. Abhand- 
lungen, herausgeg. y. üsener p. 8. 23. 99 £. — Bischof f im 
Philol. XXXIV p. 10 ff. — Giseke quaeritur num quas belli Troiani 
partes Homerus non ad veritatem narrasse videatur, Progr. von 
Bolsleben 1854 p. &ff. — y. Christ die sachlichen Widersprüche 
der Dias in Sitzungsberichten d. philos. philoL Klasse der königl. 
bajer. Akad. 1881, 11 p. 161. 167 ff., und in den Jahrbb. f. klass. 
Philol. 1881 p. 152—156. — M. Schmidt Meletematam Homer, 
pari II, Jena 1879 p. 13 f. — Bernhard/ Grundrifs d. griech. 
Litterai® U, 1, p. 163. Bergk griech. Litteratui^gesch. I p. 573 ff. — 
Hoffmann quaestt. Hom. 11 p. 168 f. 204 f. 209. — Giseke 
homer. Forschungen p. 162. 171 ff 175. 234 t — Über 676—589 
Benicken in Zeitschr. f. d; Österr/Gymn. 1877 p. 881 



Die in dem letzten Abschnitt von J begonnene, aber noch zu 
keiner entschiedenen Wendung gelangte ht erhält hier einen 

besonderen Charakter durch die in dieselbe i rebte Aristie des 
Diomedes und die damit yerbundene i e BeteiUgung fast 



E. Einleitimg. 55 

aller Qdtter mit Aoeiiahine des Zeus selbst. Die Handlung gelangt 
dadurch zu einem gewissen Abschlufs, dafs mit dem Ende des 
Gesanges die Götter sämtlich das Schlachtfeld yerlassen haben, 
doch greift dieselbe insofern in den folgenden Gesang über, als 
nicht nur die Schlacht fortgeht, sondern auch die Aristie des 
Diomedes wenigstens in ihren Wirkungen noch in diesen hinein 
reicht, unter dem abwechselnden Eingreifen der Athene und des 
Ares aber, wodurch Diomedes' Erfolge bestimmt werden, entwickelt 
sich die Schlacht in drei Akten, von denen der erste die Achaeer 
in voller Überlegenheit zeigt, der zweite den- Troern ein ent- 
schiedenes Übergewicht giebt, während der dritte von neuem den 
Sieg der Achfter vorbereitet. Im einzelnen gliedert sich die Hand- 
lung in folgenden Abschnitten: 

A. Übergewicht der Achäer durch Athenes Einwir- 
kung, welche Ares fern hält und Diomedes Ruhm 
verleiht, 1 — 463. 

1. Diomedes' Thaten bis zu seiner Verwundung durch Fan- 
daros, 1 — 113. 

a. Diomedes, von Athene mit Mut erfüllt, tötet den 
Phegeus, 1 — 29. 

h. Athene entfernt Ares aus der Schlacht, worauf die 
Troer zurQckgetrieben und viele von den Ftthrem 
der Achäer erlegt werden, 29 — 84. 

c, Diomedes wirft mit unwiderstehlichem ungestüm die 
Seihen der Troer zurück, 86 — 94. 

d. Pandaros verwundet Diomedes durch einen Pfeil- 
schufs, 95—113. 

2. Diomedes' Kampf gegen Aineias und Pandaros und die 
Verwundung der Aphrodite, 114 — 453. 

a. Auf Diomedes' Gebet stärkt Athene denselben, ver- 
leiht ihm die Gabe die Götter zu erkennen und 
fordert ihn auf Aphrodite anzugreifen, 114 — 133. 

b. Diomedes erlegt vier Paare Troer, 134 — 165. 

a Aineias ermuntert Pandaros auf Diomedes zu schiefsen 
und fährt mit ihm gegen denselben, 166 — 240. 

d. Unterredung zwischen Diomedes und StheneloS| 241 
—274. 

e. Diomedes tötet unter Athenes Beistand Pandaros 
und verwundet Aineias, welcher dann von Aphrodite 
gerettet wird, 275—318. 

f. Sthenelos bemächtigt sich des Gespanns des Aineias, 
319—830. 

g. Aphrodite whrd, während sie Aineias aus dem Kampf 
bringt, von Diomedes verwundet und fthrt auf Ares' 
Wagen in den Oljmp sorfiek, 331— :870. 



54 E. Xialtttusg. 

h. Aphrodit« wird tob ihrer Hntier Dione getrOstei, 

von Athene verspottet, 871 — 430. 
L Aineias wird yon Apollo gegen IKomedes geschützt» 
nach PergamoB versetzt und dort im Heiligtum des 
ApoUo von Leto und Artemis geheilt, 431—463. 

B. Übergewicht der Troer unter Ares' Führung während 
Athenes Abwesenheit, 454—710. 

1. Herstellung der Schlacht dnrch Ares und Hektor, vor 
denen Diomedes weicht, 454 — 626. 

a. Auf Apollos Antrieb ermuntert Ares die Söhne des 
Priamos, Sarpedon schilt Hektor. Hektor ermuntert 
die Troer und stellt mit Ares' Hülfe die Schlacht 
her. ApoUo sendet Aineias neugestftrkt zurück in 
die Schlacht, 454—518. 

b. Die achaeischen Führer ermuntern die Ihrigen, 519 
—682. 

c. Einzelkämpfe, in denen sich Agamemnon, Menelaos, 
Antilochos und Aineias hervorthun, 533 — 589. 

d. Diomedes weicht vor Hektor und Ares, weitere Einzel- 
kämpfe , in denen Hektor und Aias hervortreten, 
590—626. 

2. Kampf zwischen Sarpedon und Tlepolemos und die weiteren 
Thaten Hektors, 627—710. 

a. Sarpedon erlegt Tlepolemos, wird aber von diesem selbst 
verwundet und aus dem Kampf gebracht, 627 — 669. 

b. Odysseus erlegt viele Lykier, bis Hektor diesen zu 
Hülfe kommt, 670—698. 

c Die Achäer weichen vor Hektor und Ares. Hektors 
Thaten, 699—710. 

C. Eingreifen der Here und Athene zu Gunsten der 
Achaeer und Ares' Verwundung durch Diomedes, 
711—908. 

a. Here und Athene entschlielsen sich den Achäem 
beizustehen und fahren auf dem Wagen der Here 
aus dem Himmel, 711 — 762. 

b. Nachdem sie von Zeus die Erlaubnis zur Züchtigung 
des Ares erhalten haben, fiihrmi sie auf das Schlacht- 
feld, 763—777. 

c. Here ermuntert mit Stentorstimme die Achäer, 
Athene treibt Diomedes an und fthrt mit ihm gegen 
Ares. Diomedes verwundet mit ihrem Beistande den 
Ares, 778—863. 

d. Ares kehrt in den Olymp zurück und beschwert 
sich bei Zeus, wird von diesem gescholten, aber von 
Paieon geheill Athene und Here kehren ebenfalls 
in den Olymp zurück, 864—909. 



£. Binleiiaiig. 57 

Nach der gegebenen Inhaltsübersicht ist unter der alten Über« 
Schrift ^Aristie des Diomedes' eine überaus reiche nnd mannig- 
faltige Handlung zusammengefafst , welche zwar den Diomedes 
genügend Ihtervortreten iSfst, um diese Überschrift zu rechtfertigen, 
doch nicht in dem Mafse, dafs der ganze Gesang wirklich in der 
Person dieses Helden seinen einheitlichen Mittelpunkt h&tte. W&hrend 
dies Yon dem ersten Hauptabschnitt (1 — 453) mit vollem Recht 
gesagt werden kann, tritt Diomedes im zweiten Abschnitt fast ganz 
zurück, und wenn er im dritten wieder in den Vordergrund gerückt 
wird, so ist es hier doch nur der Kampf gegen Ares, ein Kampf 
der loidiglich Athenes Werk ist, durch welchen der Held noch 
einmal ausgezeichnet wird, ohne dafs weder im unmittelbaren 
Anschlufs daran, noch im Anfang des folgenden Gesanges, in 
welchen die Handlung übergreift, irgend welche nennenswerte That 
demselben zugeteilt wird. Bei dieser Gestaltung der Handlung 
waren für den Dichter offenbar zwei Gesichtspunkte mafsgebend. 
Einmal galt es ihm seinen Helden dadurch auf eine übermensch- 
liche Höhe zu heben, dafs er ihn selbst gegen Götter kämpfen 
liefs, wie dies mehrfach besonders hervorgehoben wird (362. 380. 
457 ff.), und von diesem Gesichtspunkt aus war ihm der Kampf gegen 
Ares der glänzende Abschlufs seiner Aristie, eine berechnete Steige- 
rung nach dem Kampf gegen Aphrodite und dem Ansturm gegen 
Apollo. Diese von Athene veranlafsten Kämpfe hat der Dichter aber 
zugleich benutzt, um den feindseligen Beziehungen der griechen- 
und troerfreundlichen Götter zu einander eine erheiternde, komische 
Wirkung abzugewinnen. Denn an den ersten und den letzten 
dieser Kämpfe schliefsen sich jene Scenen im Olymp, deren erste 
mit einer schalkhaften Verspottung der Aphrodite durch Athene 
schliefst, während in der andern Ares der Gegenstand einer halb 
unwilligen Verspottung durch Zeus wird. Andrerseits aber ist das 
Gegeneinanderwirken von Athene und Ares zur Grundlage gemacht, 
um das Hervortreten und Zurücktreten des Diomedes und damit 
im Zusammenhange die Wendungen der Schlacht zu motivieren. 
In dieser Beziehung sind die entscheidenden Punkte: die Ent- 
fismung des Ares aus der Schlacht durch Athene 29 ff., worauf 
die eigentliche Aristie des Diomedes und das entschiedene Über- 
gewicht der Achäer folgt, sodann die Wiedereinführung des Ares 
in die Schlacht durch Apollo 454 ff., welche das gänzliche Zurück- 
treten des Diomedes und die volle Überlegenheit der Troer zur 
Folge hat, endlich die Verwundung des Ares durch Diomedes 
unter Athenes HtUfe, worauf die Achäer von neuem das Über- 
gewicht gewinnen. 

Verfolgen wir die Art, wie diese die Handlung bestimmenden 
Momente im einzelnen motiviert sind, so ist das Gegeneinander- 
wirken von Athene und Ares vorbereitet durch 2^439, wo bei 
Beginn der Schlacht Ares die Troer, Athene die Ach&et ms^. ^^sksss^^. 



58 £• Emleilaiig. 

erregt. Eigenittmlieh ist nun aber znnSchst die Art, wie Ares 
aus dem Kampfe entfernt wird xmd der Zusammenhang, in welchem 
dies geschieht. Oiomedes hat, von Athene zu seinem Heldenlauf 
ausgerüstet I soeben durch die Tötung des Phegeus unter den 
Troern Bestünung hervorgerufen, da tritt Athene xu Ares, über- 
redet ihn durch Hinweisung auf den su fürchtenden Zorn des Zeus 
die kflmpfenden Völker sich selbst xu überlassen und führt ihn 
aus der Schlacht an den Skamandros; und sofort bringen die 
Achfter die Troer zum Weichen. Mag nun auch die Art, wie 
Ares von Athene durch den in keiner Weise motivierten Hinweis 
auf Zeus' Zorn sich übertölpeln läfst, zu der ganzen Zeichnung 
des Gottes in diesem Gesäuge stimmen, so ist doch die Entfer- 
nung des Ares nicht genügend motiviert und gerade hier am we- 
nigsten an der Stelle, da nun das, was nach der vorhergehenden 
Erzfthlung die .Wirkung von Diomedes* Tapferkeit sein sollte, viel- 
mehr als Folge der Entfernung des Ares erscheint. Ebenso unver- 
mittelt tritt das Motiv ein, welches den Kampf des Diomedes 
gegen Aphrodite vorbereitet Als Diomedes von Pandaros ver- 
wundet die Hülfe Athenes anfleht, damit er den erlegen könnsi 
der ihn verwundet, st&rkt dieselbe nicht nur ihren *8chütslingf 
sondern verleiht ihm auch die Gabe die Götter im Ksmpfe su 
erkennen und giebt ihm die Weisimg, zwar den Kampf mit den 
andern Göttern zu meiden, aber gegen Aphrodite seine Waffe zn 
gebrauchen. Durch diese an sich befremdende und durch nichts 
vermittelte Weisung ist nun dem Diomedes sein writeres Verhalten 
vorgezeichnst. Wir begreifen danach, daCs er der Aphrodite, ab 
sie ihren von demselben verwundeten Sohn zu retten sucht, nach- 
eilt und sie ohne Scheu verwundet, obwohl es aufhllen mufs, dab 
dies nicht durch den Hinweis auf die Weisung der Athene, son- 
dern dadurch motiviert wird, daüs er in ihr eine unkriegerische 
Göttin erkannt habe; dafs er aber derselben noch eine höhnende 
Schmährede nachsendet und dann trotz Athenes Verbot es wagt 
auf Apollo, der den Aineias in einer Wolke geborgen hat, ohne 
Scheu wiederholt anzustürmen, bis er durch eine nachdrückliche 
WamuDg des Gottes zurückgewiesen wird, ist nicht nur wegen 
der sonstigen Besonnenheit des Helden, sondern besonders deshalb 
befremdend, w^ derselbe Diomedes weiterhm vor Ares ohne wei- 
teres zurückweicht und dies Athene gegenübor ausdrücklich durch 
deren Verbot motiviert. 

Indes diente diese Überhebung des Diomedes dem Dichter 
als Motiv, um die Wendung, welche mit dem zweiten Abschnitt 
des Gesanges eintritt, herbeizuführen. Denn Apollos Zorn über 
Diomedes* Überhebung ist es, welcher denselben 454 ff. veranlaCst 
Ares, welcher bis dabin unthfttig ] essen, ob- 

wohl er von IMomedes' 1 dux . A KUte Kunde hat, aus 

seiner Buhe au&urütteln und | in Kampf zu 



E, Einleitong. 59 

treiben. Aber auch hier wird das eben verwendete Motiv nioht 
festgehalten. Denn schon 610 heifst es, dafs Apollo sich durch die 
Beobachtung, da£s Athene das Schlachtfeld verlassen, habe be- 
stimmen lassen Ares in den Kampf zurückzufahren. Mit dieser 
Entfernung Athenes vom Schlachtfelde aber verhSlt es sich so. 
Nachdem dieselbe 121 iL Diomedes nach seiner Verwundung durch 
Pandaros gestärkt und ihm die Weisung in betreff der Aphrodite 
gegeben hat, heifst es 133, daüis sie nach diesen Worten sich ent- 
fernt habe, ohne dafs gesagt wird wohin. Bei dem folgenden 
Kampfe des Diomedes mit Fandaros (290) wird dann weiter er* 
zfthlt, ^afs sie den Speer des Diomedes gelenkt Irnbe, 418 aber 
finden wir dieselbe im Olymp, wo sie mit Here durch Verspot- 
tung der Aphrodite den Zeus neckt. Abgesehen von dem Mangel 
an Klarheit, der dieser Darstellung anhaftet, vermifst man auch 
hier die rechte Motivierung. Denn es bleibt völlig unerkl&rt, was 
Athene bestimmt das Schlachtfeld zu verlassen, zumal sie dadurch 
den errungenen Erfolg wieder auf das Spiel setzt, da sie doch 
schwerlich erwarten kann, dafs Ares dauernd am Skamandros sitzen 
bleiben und Apollo unthfttig zusehen werde. Der Dichter brauchte 
Athene eben in Oljmp, zunächst, um sie hier den über Aphrodite 
errungenen Triumph feiern zu lassen, sodann aber, um gerade 
durch ihre Entfernung vom Schlachtfelde dort die Wendung herbei- 
zuführen, welche dann die zuletzt in Scene gesetzte Ausfahrt der 
Here und Athene auf das Schlachtfeld und den Kampf gegen Ares 
ermöglichte. So zeigt auch schon eine oberflächliche Betrachtung, 
dafs die vielfach verschlungene Handlung und das Ineinandergreifen 
der olympischen Vorgänge und der menschlichen Handlung der 
Einheit des dichterischen* Planes nachteilig gewesen und es dem 
Dichter nicht gelungen ist den Fortschritt der Handlimg überall 
genügend zu motivieren. 

Gehen wir den Beziehungen des fünften Gesanges zu dem 
vorhergehenden nach, so tritt hier sofort der Held, der am Schluls 
der Epipolesis so bedeutsam hervorgehoben wurde, so ganz in den 
Vordergrund, dafs der ganze erste Abschnitt des Gesanges sich 
wesentlich um ihn dreht. Die ihm hier zugeteilte Aristie aber 
bewegt sich vorzugsweise im Kampfe mit Pandaros, dem im vierten 
Gesänge durch den verräterischen Schufs auf Menelaos eine so be- 
deutende Bolle zugeteilt war. So bedeutsam diese Beziehungen in 
den Personen und den Thatsachen sind, sodafs wir geneigt sind 
in Pandaros' Erlegung durch Diomedes die Strafe für den Ver- 
tragsbruch zu sehen, so wenig werden diese Beziehungen vom 
Dichter hervorgehoben. Nicht nur, dafs. nirgend eine Aiideutong 
vorliegt, dafs hier die Gottheit durch Diomedes die Strafe für den 
Vertragsbruch vollziehen lasse, es wird der SehulÜB des Pandaros 
auf Menelaos nur an einer Stelle erwähnt und zwar ohne dafs 
des Vertragsbruches dabei gedacht wird, ja in einem Zusammen- 



60 £• Einleiiang. 

hange, dafs man gezweifelt hat, ob überhaupt jener Schufs beim 
Yertragabmch gemeint sei, 206 — 208. Ebensowenig ist von den 
Folgen der Verwundung, die Menelaos durch Pandaros erlitten, 
die Rede, Menelaos k&mpft, wie jeder andere Held"., Im übrigen 
haben wir vielleicht folgende Beziehungen auf den vierten Gesang 
anzunehmen. Wenn 418 £ Here und Athene im Hinblick auf die 
verwundete Aphrodite Zeus mit spottenden Worten necken, so 
scheint dies das Gegenstück zu der Eingangsscene des vierten Ge- 
sanges (vgL A 5 f.), wo Zeus Here und Athene verspottete; ja es 
war vielleicht auch die dort von Zeus gemachte Gegenüberstel- 
lung der Aphrodite mit Here und Athene dem Dichter der Anlafs, 
Aphrodite auf Antrieb der Athene durch Diomedes im Kampfe 
verwunden zu lassen. Auch scheint V. 908 aus A 8 .entnommen, 
da nur in diesen beiden Stellen Athene ^AluX')M\javii\l^ heifst. 

Eine Beziehung auf den zweiten Gesang fand Lachmann 
in der Äufserung Athenes 832 f., dafa Ares ihr und Here ver- 
sprochen habe gegen die Troer zu streiten und den Achäem bei- 
zustehen, welche mit der des Zeus B 14 übereinstimme, Here habe 
alle Götter durch Flehen bewegt zur Gunst für die Ach&er. Allein 
diese Beziehung ist unwahrscheinlich, weil die letzte Äufserung 
des Zeus in der Botschaft des dem Agamemnon gesendeten täu- 
schenden Traumes enthalten und nur eine Fiktion zu augenblick- 
lichem Zweck ist, wie es auch die erstere zu sein scheint, da 
Athene 31 ff., wo sie Ares aus der Schlacht zu entfernen sucht, 
von jenem angeblichen Versprechen des Ares keinen Gebrauch 
macht. Der dem Zeus zu Anfang von B beigelegten Absicht Achill 
Genugthuung zu verschaffen und viele Achäer zu vernichten wider- 
spricht insbesondere die Klage der Here 757 ff. vor Zeus über 
Ares' Kampfwut gegen die Achäer und die infolge dieser von Zeus 
erteilte Erlaubnis durch Athene den Ares züchtigen zu lassen. Nur 
eine Stelle könnte auf diese Absicht des Zeus bezogen werden, 
32 — 36, wo Athene Ares auffordert die kämpfenden Heere sich 
selbst zu überlassen, damit Zeus nach seinem Willen zwischen ihnen 
entscheide, und dies mit der Warnung vor Zeus* Zorn motiviert, 
allein bei dem sonstigen Mangel solcher Beziehungen ist diese An- 
nahm>^ kaum wahrscheinlich. 

Sonst ist der fünfte Gesang ausgezeichnet durch eine Reihe 
von ei^'entümlichen Sagenelementen und Göttermythen. Dahin ge- 
hören nufser den in der Trostrede der Dione an Aphrodite 381 — 
415 enthaltenen die Beziehung auf das Urteil des Paris in 715 f., 
wenn Bergks Deutung richtig ist, und folgende Einzelheiten: die 
Bezeichnung der Aphrodite als Kypris, Dione als Mutter der Aphro- 
dite, Enjo als Gefährtin des Ares, der Götterarzt Paieon, die Be- 
zeichnung der Titanen als Ov^uvUQvtq^ des Herakles als Sohn des 
Amphitryon u. a. 

Zahlreiche Eigentümlichkeiten zeigt der sprachliche Ausdruck^ 



£. Einleitung. 61 

worüber Geist eine eingehende Untersuchung angestellt hat und 
Zusammenstellungen auch von Benicken gegeben sind. 

Bei der kritischen Erörterung des Gesanges gehen wir aus von der 
Prüfung der Athetesen, welche auf Grund von Bedenken gegen den 
einheitlichen Zusammenhang oder die Darstellung ausgesprochen sind. 

Als Lachmann sein fünftes Lied Ton 2/422 — ZI konsti- 
tuierte, Terzichtete er darauf die ursprünglichen und die etwa 
später eingefügten Bestandteile des Liedes zu unterscheiden, jedoch 
nicht ohne einige Winke in dieser Beziehung zu geben. Diesen 
folgend unternahm es dann Haupt die späteren ^nthaten auszu- 
scheiden. Als solche erkannte er die Abschnitte 418 — 431, 508 — 
611, 711—792 und 907—909. Z 1. Durch die erste dieser Athe- 
tesen wird jene olympische Scene ausgeschieden, in welcher Athene 
mit Here im Zwiegespräch mit Zeus die Yon Diomedes verwundete 
Aphrodite verspottet. Ein Hauptgrund für diese Ausscheidung ist, 
dafs während Athene bis 290 auf dem Schlachtfelde thätig ist, 
sie mit einem Mal 418 auf dem Oljmp sich befindet, ohne dafs 
gesagt ist, wie sie dahin komme. Weiter wiid besonders geltend 
gemacht die ungeschickte Darstellung in dieser Scene (418 — 420. 
424), der ^ziemlich frostige Spott' der Athene über Kypris, sowie 
die Ungeschicklichkeit, dafs dieser Spott der Erzählung der Eypris 
von ihrer Verwundung 376— 380 und ihrer Heilung nachfolge, wäh- 
rend er nur vor derselben angemessen sein wtLrde. Diese Athetese 
ist gebilligt von Hoffmann, Benicken, La Boche und Naber, 
bestritten von Jacob, Dtlntzer*), Köohly und von Christ. 
Eöchlj sieht die Scene aus dem dichterischen Plane dadurch 
gerech^ertigt, dafs in den Worten des Zeus an Aphrodite 428 — 
430 eine Billigung des Vorgehens des Diomedes gegen die Kjpiis 
liege, wie in 765 f. und 889 ff. eine solche für den Kampf des- 
selben gegen Ares, ohne welche, zumal nach der Drohung der 
Diene 406 — 416, Diomedes^ Kampf gegen die Götter als eine nicht 
zu rechtfertigende Überhebung erscheinen müfste. Von den von 
Haupt gefundenen Anstöfsen aber wird nur der in 418 ff. aner- 
kannt, daüis, nachdem gesagt ist, dafs Athene und Here den Zeus 
reizten, dann doch nur Athene spricht^ zumal ihre Bede mit der For- 
mel totöt. dh (iv^mv ffQXB eingeleitet ?mrd; dieser Anstofs dann aber 
durch die Vermutung beseitigt, dafs die ursprüngliche Fassung der 
Verse gelautet habe: 

ri 6^ crvr' Ü6OQQn0a &ia yXaviiwag ^A^vti 

welcher ein Diaskeuast mit Bücksicht auf J 7 f., am auch die Hete 
hineinzubringen, die jetzt vorliegende substituiert habe. Jene Diffe- 
renz wegen des Aufenthaltsortes der Athene leugnet Köchly und 



*) Welcher übrigens an einer andern Stelle 580—460 Terwirft. 



62 E. EinleitQng. 

ebenso Dttntieri indem beide aimehmeo, dalb Athene 290 das Ge- 
schofs des Diomedes aus der Ferne lenke, der Abgang derselben 
133 aber nur anf die Rückkehr in den Olymp gehen kOnne, 'da 
der Dichter sonst eine n&bere Bestimmung hfttte hinzuftlgen mOssen' 
(Düntser)« Die üngesohicklichkeit der Darstellnng in 418 £ aber 
sncht Dttntzer dnreh die Erklftrong zu beseitigen, dafs beide 
Göttinnen als eine Partei gedacht seien, für welche Athene dies 
mal das Wort ergreife. Die ganze Scene aber von dem Schmerze 
der Terwondeten Aphrodite scheint ihm auf den am Schlüsse stehen- 
den Spott der^Athene berechnet und ^mtLÜBte diese» wenn irgend 
ein Zweifel Baum haben sollte, ganz in Wegfall kommen, wo denn 
auch 368 zu ändern wftre'. Die Verlegung der Scene nach der 
Heilung der Aphrodite endlich rechtfertigt Jacob durch die Be- 
merkung, dafs die Dichtung, welche die Yorgftnge nicht neben 
einander darstellen konnte, wie es die Bildhauerkunst oder Malerei 
kann, sondern nur nach einander, zunSchst' die klagende Aphrodite 
von ihrer Mutter heilen und beruhigen lassen mufste und dann 
erst die Gdttinnen spotten lassen konnte, weil nur in dieser Folge 
zuerst Dione ihre Tochter mit dieser mütterlichen AusfQhrlichkeit 
trösten und nachher Zeus ihr seinen, zwar ernst gemeinten aber 
fireundlioh ausgesprochenen vftterlichen Bat erteilen konnte. 

Verfolgen wir die von Haupt geltend gemachten imd von 
Benicken gegen die Oegner mit Nachdruck verteidigten Orttnde 
für die Ausscheidung der Partie im einzelnen, so ist unleugbar, 
daXs 290 ein Wirken der Athene aus der Feme angenommen werden 
kann, wie es 23 von Hephaistos angenommen werden mufs, was 
doch auch Benicken eigentlich zugiebt, wenn er sagt, daCs man 
allen fall s^Hephaistos als persönlich anwesend denken und einen 
Vors, in welchem sein plötzliches Kommen erzählt ward, als aus- 
gefallen annehmen könne. Dafs der Dichter aber, der Athene 133 
fortgehen iSfst, so wenig er das auch ausspricht, sie in den Olymp 
gehen lassen wollte, ist darum wahrscheinlich, weil dieselbe eben 
vorher ihrem Schützling für den bevorstehenden Kampf, der mit 
der Verwundung der Aphrodite endigen soll, alle nötigen Verhal- 
tungsmafsregeln gegeben hat; hätte der Dichter sie weiter auf 
dem Schlachtfelde tmd in der Nähe des Diomedes verweilen lassen 
wollen, so würde es weder der Verleihung der Gabe, die Götter 
zu erkennen, noch der Weisung Aphrodite anzugreifen bedurft 
haben, beide sind augenscheinlich auf die Abwesenheit der Göttin 
vom Schlachtfelde berechnet. Mithin ist in dieser Beziehung der 
Vonvurf berechtigt, dafs der Dichter, wenn er 133 Athene auf 
den Olymp zurückkehren lassen wollte, sich zu unbestimmt aus- 
gedrückt hat*), sowie dafs mit dieser Absicht es sich nicht gut 



♦) Die von Düntzer citierten SteUen B A 210. 9^212. Ä 188. 
^ Ji4^B gehen insofern keine genügende Anale * ^ Benicken richtig 



£. Einleitung. 63 

verffSgt, dafs Athene dann noch einmal (290) eingreift, während 
sie aoch 120 ff. alles gethan hat, mn Diomedos ohne Gle&hr für 
sich handeln zu lassen. Ebenso ist die Ungeschicklichkeit der Dar» 
steliang in 418 — 420 anzuerkennen, welche darch die von Be< 
nicken wie Bibbeck mit Recht zurückgewiesene unwahrschein- 
liche Vermutung Köchlys ebenso wenig, als durch Düntzers 
Interpretation gehoben werden kann. Vielmehr erscheint dieselbe 
noch gröfser nach der richtigen Bemerkung Bibbecks über »sq- 
xofjuoigy dafs in Athenes Worten gar nichts Höhnendes und kein 
Angriff auf Zeus, sondern nur Ironie gegen Aphrodite liege, Zeus 
wemünftiger Weise auch gar nicht damit geneckt werden könne, 
dafJB es der Aphrodite übel ergangen sei, die nicht auf seinen An- 
trieb gehandelt habe. Jedenfalls ist es sehr ungeschickt, dafs 
der Dichter bei xs^ofuloig an Aphrodite als Objekt denkt, wtthrend 
das Objekt des i^e&lisiv Zeus ist. 

Dagegen sind die übrigen gegen den Inhalt der Scene selbst, 
sowie deren Stelle von Haupt und Benicken gerichteten Be- 
denken mit Recht zurückgewiesen. Scheinen nun die für die Athe- 
tese der Scene beigebrachten Gründe an sich nicht ausreichend, 
so ist doch andrerseits auch die Notwendigkeit derselben aus dem 
dichterischen Plane von Eöchlj nicht erwiesen, und da die wei- 
teren von Haupt ausgesprochenen Athetesen Abschnitte betreffen, 
welche auf derselben Voraussetzung, wie der eben behandelte, der 
Abwesenheit der Athene vom Schlacht felde beruhen, so wird die 
Frage nur im Zusammenhange mit diesen erledigt werden können« 

In den Versen 608—511 wird ausdrücklich die Abwesenheit 
Athenes erwUhnti aber diese Stelle steht mit 456 — 469, auf welche 
sie Beoiehung nimmt, im Widerspruch. Während dort nftmlich 
Apollo Ares auffordert Diomedes aus der Schlacht zu entfernen 
und dies durch den Kampf desselben gegen Aphrodite und Apollo 
selbst motiviert, wird hier gesagt, Apollo habe Ares aufgefordert 
den Troern den Mut zu erregen, weil er gesehen, dafs sich Athene 
entfernt habe. Ferner hat Ares bereits nach jener Aufforderung 
Apollos die Troer 461 — 470 ermutigt, hat also bereits gethan, 
was er hier noch einmal thun soU, und zwar nachdem auch Hektor 
schon das Gleiche gethan, er selbst aber die Troer wunderbar in 
Nacht gehüllt hat, der Angriff überdies bereits erfolgt und zur 
Ermutigung keine Zeit ist. Diese Anstöfse sowie die unschöne 
Wiederholung Ton iffriymv 511 ans 507 und das epischer Klar- 
heit entbehrende avtog 512, bestimmten Haupt zu der Verwer- 
fung von 508'-^611) wonach im echten Liede 512 ^ißog^ nicht 
irvToy gestanden halben werde. Die Gründe für diese Athetese 
sind so schlagend und zwingend, dafs dieselbe fast allgemein an- 
sah, als es in allen diesen Stellen Götter sind, die eine Botschaft aus- 
richten, deren Bückkehr in den Olymp nach Erledigung ihres Auftrags 
mithin selbstyertitftndlich ist. 



64 B. Einleitung. 

genommen ist, so von Benick en, Hoffmann, Köchly, Bibbeck, 
Bernhard/, Bergk, Naber und von Christ, der auch su er- 
klären versucht, wie die Interpolation entstanden sei; dagegen ist 
sie von Düntser zurückgewiesen, doch ohne dafs er überzeugende 
Qegengründe beigebracht hfttte, und er selbst hat später die Vers« 
mit dem ganxen Abschnitt^ 497 — 513 verworfen. 

Die dritte Athetese Haupts trifft die Abschnitte 711 — 792 
und 907 — Z 1, also die Rüstung Heres und Athenes und ihre Fahrt 
zum Heer und Bflckkehr. Schon Lachmann hatte die Frage auf- 
geworfen, ob diese Abschnitte hier im fünften Liede einem später 
folgenden S 350 fEL nachgeahmt seien oder umgekehrt. Haupt ent- 
scheidet sich für die erste Möglichkeit Seine Hauptgründe sind, 
einmal, daÜB die Erwartung, welche die lange Beschreibung des 
Anschirrens der Rosse und die ganze vorbereitende Erzählung er- 
regt hat, völlig getäuscht wird, da Here weiter nichts thut, als 
dafs sie ndt ungeheuerer Stimme, dem Stentor gleich, den Achäem 
Mut zuruft, sodann dafs in dieser Erzählung nicht unbedeutende 
Stücke mit entsprechenden in S übereinstimmen, wo alles im schön- 
sten Zusammenhange und Gleichmafs der Erzählung ist, auch 753 f. 
fast buchstäblich aus ^ 498 f. entlehnt sind, wo sie im festen Zu* 
sammenhange der Erzählung stehen, während hier vorher gar nicht 
gesagt ist, dafs die Göttinnen zu Zeus wollen. Endlich ist die 
Rückkehr der Göttinnen in den Olymp in drei oder vier Versen 
(darunter 908 aus J 8 wahrscheinlich entlehnt) eilfertig und dürftig 
und nach der langen Beschreibung ihrer Wagenfahrt ohne alle 
Symmetrie abgethan, wobei überdies die am Simois imd Ska- 
mandros weidenden Rosse ganz vergessen sind. Dazu einzelne An- 
stöfse, wie da£s Athene hier sich die Ägis umwirft, die sie B 446 
schon trägt, dafs die Göttinnen den Wagen verlassen, man sieht 
nicht weshalb. Zwei weitere Bedenken fügt Benicken hinzu: l) 
dafs rovg di 711 nur mit Mühe auf Rektor und Ares (704) richtig 
bezogen werden können, 2) dafs Here 767 trotz des ovd* ant&niai 
keineswegs dem Gebote des Zeus Athene wider Ares zu erregen 
gehorcht. Jacob hebt besonders das Überladene und Übertriebene 
in den Beschreibungen und Schilderungen der Partie hervor. — 
Auch diese Athetese ist von vielen angenommen, so von Bern- 
hardy und Hoffmann, zum Teil noch über den von Haupt an- 
genommenen Umfang hinaus, wie von Bergk, welcher aufserdem 
den Kampf des Diomedes gegen Ares vom Nachdichter überarbeitet 
sein läfst, und Naber, der aufser 711 — 792 den Schlufs des Ge- 
sanges von 868 an verwirft, die erstere Interpolation übrigens für 
ziemlich alt hält, da nach ihm der Verfasser von dieselbe nach- 
geahmt hat Gegen die Athetese hat sich Düntzer ausgesprochen, 
weil er 416 — 431 für ursprünglich hält, derselbe scheidet aber 
doch in dieser Partie 753 — 769 aus, weil es mit der ganzen Ho- 
merischen Vorstellung im Widerspruch stehe, daCs Here von Zeus 



E, Einleitmig. 65 

sich die Erlaubnis einhole den Aohäem beizustehen, 778— *792 
namentlich wegen des Stentorrufs und des Widersprochs zwischen 
787 und 793 ff., 830—834 und den ganzen Schlafs von 868 — 
Z 4, wo die Beschreibung, wie Diomedes nach Ares' Verwundung 
die Troer in die Flucht schlägt, dadurch verdr&ngt sei, daTs der 
Bhapsode, welcher die Verwundung der Aphrodite launig ausführte, 
auch die des Ares scherzhaft behandelte. Ähnlich urteilt über diesen 
Schlufs Kammer. Friedlaendeif verwirft 785—792. Köchlj, 
welcher eben&lls 418—431 festhält, verwirft 713—755. 768—777. 

Einzelne der von Haupt geltend gemachten Bedenken sind von 
Orofs bestritten. Auch für uns sind nicht alle von dem Gewicht, 
welches jener denselben beilegt, auch ist gegen denselben von 
Genz nicht ganz ohne Grund eingewendet, daTs man kein Becht 
habe aus diesem Liede Göttermjthen zu streichen, die so sehr im 
Geschmack desselben seien. Allein wenn die schon oben bemerkten 
Mängel in der Einheit des dichterischen Planes zum Teil auf den 
von Haupt ausgeschiedenen Partieen beruhen, damit sich Mängel 
der Darstellung verbinden, wie sie in den übrigen Teilen des Ge- 
sanges sich nicht in gleichem Mafise finden, dazu auch ziemlich 
sichere Spuren der Benutzung eines andern Liedes sich nachweisen 
lassen, so sind doch auch für den Lachmannsohen Standpunkt 
genügende Anzeichen vorhanden, um eine Erweiterung des ursprüng- 
lichen Liedes anzunehmen. Für uns ist namentlich das MiCsver- 
hältnis zwischen dem grofsartigen Apparat, mit welchem die Fahi*t 
der beiden Göttinnen in Scene gesetzt wird, und den folgenden 
Wirkungen, sowie das Überladene und Übertriebene in der Dar- 
stellung ein Erweis, dafs wir hier nicht eine Schöpfung echter 
Homerischer Kunst, sondern die Arbeit eines Nachahmers vor uns 
haben, und die mannigfiachen Ungeschicklichkeiten im einzelnen 
können diesen Verdacht nur verstärken. Damit erledigt sich nun 
auch zugleich die oben offengelassene Frage in betreff der olym- 
pischen Scene 418 — 431 dahin, daüs wir auch in dieser einen spä- 
teren Zusatz sehen müssen, obwohl der Inhalt derselben nach un- 
serm Urteil nicht so elend ist, wie ihn Haupt und Benicken 
ansehen. Denn da eben die beiden zuletzt betrachteten Partieen, 
welche wie jene, die Anwesenheit der Athene im Olymp voraus- 
setzen, die auffallendsten Anstöfse nach Inhalt und Darstellung bieten, 
andrerseits aber jene Voraussetzung selbst die einheitliche Grundlage 
des Gesanges zerstört, so ist es in hohem MaCse wahrscheinlich, dafs 
wir in allen jenen Scenen, welche diese Voraussetzung machen, 
eine Erweiterung des ursprünglichen Planes zu sehen haben. 

Eben dieselbe Götterdichtung, von der nicht imbedeutende 
Stücke durch diese Athetesen beseitigt sind, ist es nun, die Bi- 
schoff einer scharfen Kritik unterzogen hat, welche sich teils 
gegen die Art der Darstellung der Götter ^ teils gegen die Moti- 
vierung ihres Auftretens und Handelns richtet In ersterer Be- 

HnrrtM, Anluuif su Hom«n 111m. IL ^ 



66 s. 

BehiiBg wird neben yielem andern besonders £e Zeudmang dee 
Ares hervorgehoben, wie er sieh Ton Athene *gleieh eineni dmnmen 
Jungen fortsehieken llfiBt (30 iL) nnd dicht daneben dranfsen, gleieh- 
sam vor der Thflre stehen bleibt', wie er Ton Aphrodite Ton d«i 
Thaten des Diomedes hOrt (S96 £) nnd doch nicht wagt am Kampfe 
teilznnehmen, bis Arn Apollo mft (455). In Besag auf die Moti» 
▼iemng aber nimmt derselbe besonders Anstols an 130 — 132, wo 
Athene Diomedes 3Rrantt gegen 09ttor zn kämpfen auber gegen 
Aphrodite: warum diese ansgenommen sein soll, ist dorch niehti 
motiviert: *Wie weiCi denn Athene, dals Äneas den Pandaros anf- 
suchen, dann erst nach Ungerer Bede mit diesem sich gegen Dio- 
medes wenden wird?' Ebensowenig ist motiviert, weshalb Apollo 
den Ares zum Kuapt mft: *Wenn Ares eine niedrigere, von Men- 
schen verwnndbare Gottheit ist, sollte nicht Apollo dieses wissen? 
Anch sehen vrir den Ares zonSchst nicht mit besonderem Erfolg 
wirken'. Bischoff glaabt nnn aber auch zwei sichere Anhalta- 
punkte gefunden zu haben, von denen aus die Scheidung der Zu- 
dichtung von dem nrsprthtgUchen Kern sich ermöglichen lasse. 
Der eine ist ihm 794 ff. gegeben, wo Athene den Diomedes trifft 
auf serhalb des KampfgewOhls, wfthrend er die Wunde kOhlt, die 
er durch Pandaros' Pfeil erhdtoi, und von SchweiA triefend ridi 
das Blut abwischt ^Diese Stelle setit einen andern Oaag der 
ErsShlung Toraus, denn Athenea plStsliclie HtOfe (121 IL), ^ Um 
befthigt nach jener Verwundung wieder in den Kampf m gehen 
und so grobe Thaten zu thun, wie sie von 134 an ersIUt werden, 
konnte nidbt von so vorübergehender Wirkung gewesen sein'. Der 
andere Anhaltspunkt ist in der Stelle 130 — 132 gegeben, wo Athene 
Diomedes wamt gegen Oötter zu kimpfen aufser gegen Aphrodite: 
diese Stelle beweist Sun die Fremdartigkeit des leMen Stücks, 
des Kampfes gegen Ares; denn dieser Dichter hatte einen Kampf 
gegen Ares nicht im Sinn. Danach scheint ihm sicher: 1) Dio- 
medes ist nicht von Athene geheilt worden nach 796-^798; 2) 
er hat nicht mit i^hrodite gekämpft (nach derselben Stelle und 
der ungeschickten Motivierung Y. 132 zu schlieÜMn); 3) er hat auch 
nicht mit Ares gekämpft (nach Y. 130 u. anderen Orltaiden); audi Hem 
und Apollo hatten in der alten Dichtung nichts sa thun. — Bergk 
weist folgende Stildce dem Diaskeuasten, der das alte Oedicht Aber- 
arbeitete, zu: 1) die Entfernung des Ares aus dem Kampfe durch 
Athene, 29—36; 2) Y. 131 £, welche auf den Kampf des Diomedes 
gegen Aphrodite vorbereiten; 3) diesen Kampf selbst, 811 — 481: 
*in der alten Dias nahm sich wohl Apollo des verwundeten Äneas 
an'; 4) die Heilung des Äneas und die ZurOckftlhrung des Area 
in den Kampf durch Apollo, 444 — 460. In der feindlichen Be» 
gegnung des Diomedes mit Ares sieht derselbe ein Stflck der 
s/^a J2Jäs, aber auch dieses läfst er von deo:: Diaskeuasten mit 
Srrofser Freiheit übenrheiUft sein. 



M. EiBleitong. 67 

Einzeliie dieser AbBchnitte siiid auch yon andern Gelehrten 
beanstaxMlet oder geradezu Terworfen. An der Entfernung des AriBS 
durch Athene nahmen auch Jacob und,Dflntzer, zum Teil aueh 
Nitzsch AnetolÜB; Holm fand die Worte der Athene auch unTer- 
trftglich mit 832 — 834: der Dichter, welcher jenes Yerspreehen 
des Ares den Achftem beizustehen erfunden oder aufgenommen 
hatte» hätte auch hier davon Oebrauch machen müssen. Benicken 
dagegen weist alle Bedenken zurttok. 

Die Verwundung der Aphrodite durch Diomedes Terwirft auch 
Düntzer, erstreckt die Athetese aber auf 330 — 460 nebst den 
diesen Abschnitt vorbereitenden Versen 131 f., sodafs auch Dio- 
medes' Ansturm auf Apollo, die Heilung des Äneas und Ares' 
WiedereinfUimng in den Kampf durch Apollo ausgeschieden wird. 
Innerhalb dieser Partie verwirft Eöchly nur 331 — 333 als in 
offenbarem Widerspruch mit 131 f. und 820 f., sowie 338, der aus 
einem MiJjBventSndniB von 315 hervorgegangen sei, letzteres mit 
Zustimmung von Benicken, endlich 398 — 402. La Boche und 
Naber dagegen lassen die Verwundung der Aphrodite durch Dio- 
medes bestehen, verwerfen aber die Erz&hlung von der Bückkehr 
derselben in den Olymp und die dort spielenden Scenen zwischen 
Aphrodite und Dione einerseits und andrerseits zwischen Athene, 
Here und Zeus, 353—431. 

In der That bieten die von Haupt und Benicken nicht 
beanstandeten GMtterpartien teils durch die Zeichnung der 05tter 
teils durdi die mangelhafte Motivierung nicht minder schwere An- 
stöÜBe, als die von jenen Kritikern verworfenen Stücke. Man ver« 
gegenw&rtige sich die hier von Ares gegebene Darstellung, wid 
er im Ringang von Athene sich übertölpeln IftCst, wie er auch 
durch die von Aphrodite erhaltene Kunde von Diomedes' Wüten 
nicht zu der Erkenntnis kommt, dafs er von Athene schmlUilich 
betrogen ist, und erst durch Apollo wieder in den Kampf zurück- 
gebracht werden mnfs. und wie befremdend ist die Haltung der 
Athene selbst. Dafs sie ohne alle Veranlassung Diomedes auffor- 
dert Aphrodite anzugreifen, um dann im Olymp die Verwundete 
zu verspotten, dab dies 331 ff. lediglich dadurch motiviert wird, 
dafs sie eine unkriegerische Göttin sei, dafs Diomedes dadurch, 
wie es doch scheinen mufis, verführt wird Aphrodite zu verspotten 
und selbst gegen Apollo anzustürmen, das sind Züge, die einen 
Dichter verraten von der Art wie der ist, welcher den Götter'' 
kämpf in 9 gedichtet hat, der übrigens auf den Kampf des Dio* 
medes g^gen Ares in E anspielt Und in welches Licht tritt über- 
dies noch Athenes Frivolitftt durch die von Dione 406 — 415 und 
von Apollo 440—442 gegen Diomedes ausgesprochenen ernsten 
Warnungen* Noch schlimmer aber steht es mit der Motivierung 
der bezüglichen Scenen: hier ist nichts von der Homerischen Art 
aus der Handlung selbst die Motive für die weitere Entwlckbaa^il^ 



68 £• Einleitung. 

nngesmeht hervorgehen zu lassen. Als Athene 29 ff. den Ares aus 
dem Kampfs entfernt, hai Oiomedes soeben durch Erlegung des 
Phegeus unter den Troern groüse Bestürzung hervorgerufen. Wfth* 
rend wir nun die weitere Wirkung davon erwarten, folgt vielmehr 
durch niehts vorbereitet die Entfernung des Ares und in unmittel- 
barer Folge die Flooht der Troer^ die nun durchaus als Wirkung 
von jener Entfernung erscheint, was tun so störender wirkt, da Dio- 
medes in den nftohsten fünfzig Versen völlig in den Hintergrund tritt 
Ist nun das Motiv, welehes den Dichter bestimmt Ares aus dem 
Kampfe zu entfernen, offenbar, wie der Gegensatz dessen, was 
nach seiner Bttckkehr geschieht, zeigrt, dem Diomedes fttr seine 
Heldenbahn Baum zu schaffen, so hSngt damit andrerseits wieder 
die zeitweilige Entfernung Athenes vom Schlaohtfelde auf das 
engste zusammen: bliebe Athene auf dem Schlachtfelde, so würde 
es der Entfernung des Ares nicht bedürfen, wie andrerseits seine 
Rückberufung durch Athenes Weggang, Athenes Bückkehr durch 
das Wüten des zurückgekehrten Ares motiviert wird. Athenes 
Weggang vom Schlachtlelde erfolgt aber, wenn wir den Plan des 
Dichters richtig verstehen, bereits 133 und nicht etwa, wie es nach 
610 f. scheinen könnte, nach Diomedes' Kampf mit Pandaros und 
Äneas etwa gleichzeitig mit der Bückkehr der Aphrodite in den 
Oljmp. Ehe Athene abei in den Olymp zurückkehrt, hebt sie die 
Folgen seiner Verwundung durch Pandaros auf und rüstet ihn für 
den weiteren Kampf mit diesem aus. Hier verdient nun das Verhältnis 
Beachtung, in welchem das Gebet des Diomedes an Athene und 
das, was diese darauf thut und sagt, zu einander stehen. Dio- 
medes bittet, Athene möge ihm hülfreich beistehen und ihn den 
Troer erlegen lassen, der ihn verwundet habe. Athene erhört sein 
Gebet und macht seine Glieder leicht, zugleich aber nimmt sie 
den Nebel von seinen Augen, dafs er Götter und Menschen unter- 
scheiden kann, und weist ihn an zwar den Kampf mit andern 
Göttern zu meiden, aber gegen Aphrodite seine Waffe zu gebrauchen. 
Hier haben nun Düntzer und Naber an V. 122 Anstofs genom- 
men: jener httlt denselben für unpassend eingefügt aus NSl: *in 
dem Augenblicke, wo sie naht, erfüllt sie die Brust des Diomedes 
mit Mut und benimmt ihm den Nebel', dieser, weil Diomedes ge- 
heilt wird, wenn auch nur für den Augenblick, vgl. 795. Dem 
gegenüber ist einmal zu bemerken, dals ebensowenig als Dio- 
medes um Heilung seiner Wunde bittet, ebensowenig eine solche 
erfolgt, wie 795 ff. zeigt, man vergleiche auch die Darstellung 
12 508 ff., wo Glaukos' Wunde durch Apollo wirklich geheilt wird. 
Handelt es sich aber nur um eine augenblickliche Aufhebung der 
Wirkungen der Wunde, so ist V. 122 nicht so ganz unpassend, weil 
der SchuTs in die Schulter zunttchst den Arm lähmen mufs, vgl. 
797 %a(iv$ ii %iiQit, Wenn wir aber die Ansprache, welche Athene 
dann an Diomedes richtet| vergleichen und sehen, dafs diese auf 



E. Einleitung. 69 

die Yerwtindung nicht die geringste Bücksicht nimmt, so ergiebt 
sich, dafb Y. 122 durchaus nicht entbehrt werden kann^ weil nur 
dieser der Situation einigermafsen. gerecht wird, obwohl wir aller« 
dings (Tgl. 113) eher erwarten zu hören, dafs Athene das Kut 
gestillt und die Schmerzen beruhigt habe. Prüfen wir nun den 
Inhalt der Ansprache der Athene selbst im YerhftltDis zu Dio- 
medes' Oebet, so Iftfst sich zwar in den ersten drei Yersen rine 
Beziehung auf 116 f. erkennen, aber schon hier ist die Art, wie 
Athene die Ermutigimg des Diomedes zu weiterem Kampfe be- 
gründet, sehr auffallend. Ist das Gebet des Diomedes die Wir- 
kung der Erkenntnis, daüs die Wunde nicht unbedeutend (118), 
und spricht sieh in den SchluTsworten desselben 119 f. eine gewisse 
Beunruhigung darüber aus, so ist doch wenig begreiflich, dafs 
Athene ihn durch den Hinweis ermutigt, dafs sie ihm den uner- 
schrockenen Mut seines Yaters eingeflöfst habe, und mit keinem 
Wort der Wunde gedenkt. Was aber weiter folgt, die Yerleihung 
der Gabe die Götter zu erkennen und die Weisung die Aphrodite 
anzugreifen, tritt vollends so unvermittelt, so ohne allen Zusammen- 
hang mit der vorhergehenden Entwicklung und der vorliegenden 
Situation ein, dafs der Yerdacht einer durchgreifenden Entstellung 
der ursprünglichen Dichtung sich aufdrängt Bergk, Düntzer 
und Bischoff haben nun in den beiden letzten Yersen einen Zu- 
satz erkannt zu dem Zweck, um die Zudichtnng von der Yerwun- 
dung der Aphrodite vorzubereiten. Allein ist die Yerwundung der 
Aphrodite offenbar besonders zu dem Zweck gedichtet, um auf 
Grund derselben die betreffenden olympischen Scenen hinzufügen, 
und machte diese iSndichtung die Anwesenheit der Athene im 
Olymp nötig, so ist letztere andrerseits wieder die Yoraussetzung 
fOr die ganze Anordnung der Handlung auf dem Kampfylatze: an 
ihr hängt die Entfernung des Ares aus der Schlacht (von dem 
sich dann Aphrodite den Wagen geben läfst), seine ZurückfÜhrung 
durch Apollo und das Zurückweichen des Diomedes vor ihm. Letz- 
teres wird nun hier offenbar durch die Worte der Athene 127 — 
130 vorbereitet: denn wenn es hier heifst: at »f ^€og miQmfUvcg 
Ivda^' ütfitaij so kann damit nicht Apollo gemeint sein, welcher 
nur Äneas in eine Wolke hüllt, um ihn aus dem Kampfe zu retten 
und vor welchem Diomedes eben nicht weicht, sondern nur Ares, 
wie er von Apollo in die Schlacht zurückgeführt, an der Spitze 
der Troer gegen Diomedes vorgeht 692 ff., vor dem dann Dio- 
medes der Mahnung der Göttin gemftfs weicht. Haben wir dem- 
nach in den Yersen 127 — 30 in gleicher Weise wie in 131 f. nur 
Yerhaltungsmafsregeln für Diomedes für die Zeit der Abwesenheit 
der Athene vom Schlachtfelde zu sehen und ist diese selbst mit 
allem, was damit zusammenhängt, eine spätere Zuthat, so wird 
damit die ürsprünglichkeit der ganzen Ansprache der Athene^ die 
auch an sich viel Befremdendes hat, in Frage gestellt, sei es nun. 



70 & SiiilMkmg. 

dafg ursprttngUoh mit 121 f. kun die Erhörang des Gebets berichtet 
WUT, ohne dab Athene fiberhaupt eine Ansprache an Diomedes 
richtete, worauf sie 290 seine Bitte erfUlte, sei es, daCs die nr- 
sprtSnglich anch folgende Ansprache anders lautete. Gegen die 
Abeonderung der Verse 131 t von den Yorhergeheiidein spricht 
übrigens auch der Plural dtoi^9 welcheri da &tog im Singular 
Torhergeht, lediglich dadurdi yeranlabt scheint, dafs damit die 
folgende Ausnahme der Aphrodite {toig SHotgy atuQ tni.) vorbereitet 
wird. FftUt aber mit der gansen Ansprache der Athene auch Y. 133^ 
worin ihr Weggang (nach des Interpolators Meinung: in den Olymp) 
berichtet wird, so lesen wir nun ohne AnstoCs in der Folge (290), 
dalis Athene das von Diomedes auf Pandaros geschleuderte Ge- 
schotk lenkte, wfthrend ein nochmaliges Eingreifen Athenes nach 
den 123 ff. ftir die Zeit ihrer Abwesenheit getroffenen Anordnungen 
sehr befremdend ist 

Eine weitere Frage ist, ob in dem ursprünglichen Gedicht 
Aphrodite überhaupt in den Kampf eingriff!. Bergk nahm dies 
nicht an, sondern vermutete, daüis ursprünglich Apollo sich des 
verwundeten Äneas angenommen und ihn gegen Diomedes geschützt 
habe. Gründe fClr diese Annahme sind von ihm nicht gegeben 
und ich wüDste auch nicht, was gegen die Bettimg des Äneas durch 
Aphrodite sprttche. Scheint es an sich natürlich, dab die Mutter 
den Sohn rettet, wie sie in T ihren Liebling I^ris gerettet hat, 
so wird es überdies wahrscheinlich durch die geflissentliche Hervor« 
hebung derselben als Mutter des Äneas in den Worten des Sthenelos 
248. Ein indirekter Beweis fClr die ürsprfinglichkeit der Y. 311 — 
317, in denen die Bettung des Äneas durch seine Mutter dargestellt 
wird, würde femer darin liegen, wenn, wieEöchly undBenicken 
vermuten, Y« 338 einem Mifsverstttndnis des Y« 316 seinen Ursprung 
verdankte. 

Andrerseits ist die Einführung des Apollo mit dem Flau des 
Dichters, der, wie wir annehmen müssen, den ursprünglichen Ge- 
sang erweiterte, so eng verknüpft, dafs es zweifelhaft scheint, ob 
dieser Gott ursprünglich überhaupt an der Handlung betagt war. 
Apollo hat in dem erweiterten Plan die Aufgabe den von Athene 
entfernten Ares wieder in den Kampf zurüökzufCÜbren. Dies Ein- 
greifen desselben wird aber so an die Bettung des Äneas geknüpft, 
daüs der Ansturm des Diomedes gegen den Äneas schirmenden 
Gott fELr diesen das Motiv zur Bcnrufung des Ares wird und mit 
diesem ist wiederum 458 f. die Yerwundung der Aphrodite so ver- 
bunden, dals beide Motive, wie sie eine gleiche Uberhebung des 
Diomedes zeigen, aus dem Geiste desselben Dichters zu sein scheinen« 
Die übrige Thfttigkeit Apollos aber, die Yersetzung des Äneas nach 
Pergamos uud seine dortige Heilung durch Leto und Artemis, die 
Schaffung eines ifimlov an Stelle des entrückten Äneas und die 
schlieCsliche ZurückfUhrung desselben in den Kampf, enth&lt des 



£. Einleitung. 71 

Befremdenden «oriel, dafs wir mit Düntzer und Bisohoff ge- 
neigt sind die ganze Apollon betreffende Partie 432 — 460, wie 
512 — 618 zu verwerfen. 

Die bisher verfolgten Athetesen lagen alle im Bereich der 
in den Gtesang verwebten Götterhandlnng und das Ergebnis unserer 
Prüfung war, dalis wir hier eine Erweiterung des ürsprOnglichen 
in einem umfange und einer Weise annehmen mufsten, dafs da- 
durch der ursprOngliche Plan in wesentlichen Punkten alteriert 
wurde. Es sind nun aber auch andere Teile des Gesanges teils 
wegen des Inhaltis teils wegen der Komposition und Darstellung 
von verschiedenen Seiten beanstandet So gleich der Eingang des 
Gesanges 1 — 84, in welchem Düntzer, Holm und Bergk über- 
einstimmend einen dem ursprünglichen Gedicht fremden Bestand- 
teil zu erkennen glauben. Abgesehen von der schon erörterten 
Scene zwischen Athene und Ares 29 — 36 wird von Düntzer und 
Holm besonders das Miüsnrerhttltnis hervorgehoben, welches zwi- 
schen der Einführung des Diomedes 1 — 8 und der folgenden Er- 
zählung bestehe, da nach dem Kampf des Diomedes mit den SOhnen 
des Dares zunächst die Flucht der Troer und die Kämpfe anderer 
Helden folgen, während Diomedes erst 85 ff. hervortrete. Dazu 
fügt der neueste Übersetzer der Sias, W. Jordan, den schweren 
Vorwurf, dafs in der Erzählung 38 — 83 *von Poesie auch nicht 
das schwächste Fünkchen wamehmbar sei, desto mehr aber eine 
Art gemeiner Schadenfreude, die sich den Tod eines TrOdrs würze 
mit der Betrachtung, dafs in ihm ein Liebling der Artemis und aus- 
gezeichneter Pfeilschütz, oder ein von Athene hochbegabter Künstler 
geschlachtet werde' und dafs *nar eine Art Einbildungskraft dem 
Verfasser reichlich zu Gebote stehe: die fleischermäiüsige eines 
Folterknechts', da er mit scheufsliehem Behagen schwelge in 
der Erfindung schwerer, haarstdiubender, ja ekelhafter Todes- 
wunden. Bei dem letzteren Vorwurf liegt die Übertreibung auf 
der Hand; dafs der Dichter in der Art, wie er die Tödtungen 
variiert, Geschick zeigt, erkennt auch Jordan an. Wie aber aus 
dem Eingehen des Dichters auf die persönlichen Verhältnisse und 
das Schicksal der Fallenden eine gemeine Schadenfreude erkennbar 
sei, ist nicht recht zu sehen. Auch die übrigen Ausstellungen 
verlieren wesentlich an Gewicht, sobald man nur die Verse 29 — 3Q, 
worin die Entfernimg des Ares durch Athene erzählt wird, als 
einen späteren Zusatz erkennt. Fehlten diese Verse ursprünglich und 
war, worauf 2 7 f. vorbereiten, die Flucht der Troer als die Wir- 
kung der Thaten des Diomedes dargestellt, so konnte der Dichter 
behub der Schilderung der Flucht eine Reihe von Einzelkämpfen 
anderer Helden folgen lassen, wenn er dann jenen gegenüber seinen 
Helden so hervorhob, wie er es 85 ff. thut Dafs £85 ff. aber 
nicht an den Schlufs von J^ auch nicht an J 504, wie Düntzer 
wollte, sich passend anschliefsen lassen, hatBenicken nachgewiesen. 



72 ^- Einleitcmg. 

Nur kann man fragen, ob die Verse 4 — 7, worin erzfthlt wird, 
wie Athene von Haupt und Schultern des Diomedes eine Flamme 
entzündet, nicht eine fremde Zuthat sind, da nirgend in dem Ge- 
sänge die geringste Wirkung dieser aufserordentliehen Erscheinung 
ersichtlich ist; überdies scheint das so auffallende Asyndeton 4 
die Interpolation zu yerraten. Übrigens glaubte Nitzsch in 1 — 8 
den Eingang eines froheren Einzelliedes zu erkennen. 

In der weiteren Erztiilung wollte Dttntzer 159 — 165 aus- 
scheiden, doch sind die dafür angeführten Gründe, wie auch Be« 
nicken urteilt, nicht beweiskrftftig. Ebenso verwarf derselbe 221 — 
225, gegen welche auch H. Schmidt Bedenken ausspricht, und 
265 — 278, La Boche noch weiter gehend den ganzen Abschnitt 
241 — 274; letzterer hat gar keine Begründung gegeben, die von 
dem ersteren beigebrachten Gründe sind nicht ausreichend und 
von Benicken zurückgewiesen. 

Zwei umfsEkssendere Athetesen treflSsn das Auftreten Sarpedons 
471—496 und seinen Kampf mit Tlepolemos 628—698. Den An- 
stofs zu diesen Athetesen gab Giseke, indem er in der troischen 
Hülfsleistung des Sarpedon ein neueres Element der Sage erkannte 
und im einzelnen nachzuweisen suchte, wie die künstliche Ein- 
fügung der dahin gehörigen Teile noch in ihren Fugen erkennbar 
sei. Bei den hier in Frage kommenden Partieen ist der Nachweis 
überzeugend. In der ersten wird an die anfeuernden Worte, welche 
Ares an die Söhne des Priamos richtet, unmittelbar eine an Hektor 
gerichtete Scheltrede Sarpedons geschlossen, in welcher die auf- 
opfernde Thätigkeit der Hül&völker, zumal der Lykier im Gegen- 
satz zu Hektors Schlaffheit ruhmredig in vielen Worten ausgeführt, 
im übrigen aber Hektor in ähnlicher Weise, wie es bereits von 
Ares geschehen ist, zum Kampf ermuntert wird. Dafs diese Bede 
nach den Worten des Gottes, deren Wirkung man erwartet, nicht 
nur zwecklos, sondern, wie sie ganz unmotiviert eintritt, mit ihrer 
breiten für die Situation nichts Wesentliches bringenden Ausfüh- 
rung in hohem Mause störend wirkt, ist unbedingt zuzugeben. In 
Erwägung dieser Gkründe haben denn auch Köchly, Bibbeck, 
Nitzsch, Bernhardy, Genz und von Christ die Athetese ge- 
billigt. Letzterer, welcher es als ganz unzweifelhaft ansieht, dafs 
die Lykier am Zanthos erst durch Verwechslung mit den gleich- 
namigen Lykiern am Aisepos in die Sage vom troischen Kriege 
gekommen sind, findet die ErwUhnung der südlichen Lykier hier 
im fünften Gesänge besonders auch deshalb anstöfsig, weil in des- 
selben Gesanges erstem Teil der Führer der nördlichen Lykier 
Pandaros die Hauptrolle spielt und die Verschiedenheit der beiden 
Lykien in den Versen A 91. 103 und £ 481 mehr blofs angedeutet, 
als planmäfsig durchgeführt werde, da namentlich A 197. 207. 
E 173. 645 so von Lykiern gesprochen werde, als ob es nur ein 
Land Lykien gebe. Derselbe kommt aber zu dem Schlufs, dafs 



£. Einleitung. 73 

entweder in der alten Diomedeia die Lykier ganz fehlten oder dafs 
zwei Diomedeslieder, das eine mit den südlichen (£471 — 909), 
das andere mit den nördlichen Ljkiem (£1—417) in imserm 
5. Gesänge mit einander verschmoken seien. Auch M. Schmidt 
stimmt der Athetese zu, jedoch nnr, wenn es sich tun die Her- 
stellung des ursprünglichen Einzelliedes der DiomedeiH handle. 
Benicken dagegen giebt zwar die Möglichkeit einer Interpolation 
zu, findet aber die dafür yorgebrachten Gründe nicht ausreichend. 
Hinsichtlich des XTmfangs der vorzunehmenden Ausscheidung gehen 
die Ansichten auseinander. Giseke beschrBnkt die Athetese auf 
471—493, worauf 494 an der Stelle von aitbui — IBjkxwq ein- 
zusetzen sei; Eöchly scheidet 471 — 496 aus, Nitzsch 470 — 492, 
worauf 493 an Stelle des Sarpedon Akamas oder Ares einzu- 
setzen seL Von diesen Yorschlftgen ist der Ton Giseke, wie 
Y. Christ urteilt, vorzuziehen, weil ^der weitere Verlauf der Er- 
zählung die Srwfthnung des Hektor an unserer Stelle wahrschein- 
lich macht^; überdies würde bei Entfernung auch von 494 — 496 
jede Andeutung der Wirkung, welche die Worte des Ares auf die 
Söhne des Priamos gehabt, fehlen. 

Bei dem Kampf des Sarpedon mit Tlepolemos 627 — 698 tritt 
zunftchst das Bedenken entgegen, dafs Tlepolemos nach dem Kata- 
loge aus Bhodos nach Troja gekommen sein soll ^im Widerspruch 
mit der übrigen Sage, die ihn viel spttter mit den Herakleiden 
in den Peloponnes imd von Argos nach Bhodos gehen iSfst. Man 
vermutete schon im Altertum, dafs in seinem Kampf mit Sarpedon 
eine direkte Anspielung auf die Ktoipfe der Bhodier mit ihren 
festländischen Nachbaren liege; woraus folgen würde, dafs die Ho- 
merische Darstellung nicht auf alter Überlieferung beruhe' (Giseke). 
Auch Bergk, Naber und v. Christ urteilen, dafs die alte Blas 
von einem Anteil der Bhodier am troischen Kriege nichts wisse. 
Für die Athetese dieses Abschnittes spricht aber vor allem^ dalis 
derselbe sich nicht nur ausscheiden läfst, ohne dafs man etwas 
vermifst, sondern Stücke weit von einander trennt, die durch die 
unmittelbarste Beziehung aufeinander verbunden eng zusammen^ 
gehören, vgL 699—702 mit 604 — 606 (Holm, La Boche). 
Dazu kommen folgende von Bibbeck beobachtete Differenzen 
zwischen der Episode und der vorhergehenden Erzählung, welche 
zeigen, dafis die Situation hior gar nicht beachtet ist Die Achäer 
sind seit 605 f., vgL 822 f., im Weichen. Nun ist Tlepolemos der 
Herausfordernde, aber ^wie kann ein Zurückweichender den Vor- 
drängenden herausfordern? ja sogar wie kann hier gesagt werden 
630 of i^ 0X9 a^ 9%iiov ^cw bt^ alXiiloUiiv tovtig; Femer: wie 
kann Odjsseus daran denken Sarpedon zu verfolgen (672), wenn 
die Achäer die zurückweichenden sind'? und wie reimt sich, fügen 
wir hinzu, vollends das Gemetzel, welches Odysseus unter den 
Ljkiem anrichtet 677 ff. und was sich daran schliefiit, namentlich 



74 £. Einleitang. 

690 1, mit der die'Bpisoda umgebenden Entthlung, zumal mit der 
80 nahe folgenden Angabe 699 — 702? Femer wird die Klarheit 
und Übersichtlichkeit der Darstellung, wie Bergk bemerkt^ durch 
die Episode auch insofern beeintrftchtigt, als auf das Zurttckweiehen 
des Diomedes vom Kampfe alsbald das Einschreiten der Oötter 
(oder doch der Athene) erfolgen mubte, wShrend jetzt auf dasselbe 
erst 822 ff. sich bezi^t Endlich haben Bergk und Jacob an 
dem prahlerischen Ton in der Bede des Tlepolemos Anstob ge- 
nommen, worin, wie der erstere urteilt, sich der jOngere Dichter 
verrate. Hienach haben sahireiche Kritiker, wenn auch in ver- 
schiedenem umfange, die Athetese über diesen Abschnitt ausgespro- 
chen: Köchlj, Bibbeck, Dttntzer, La Boche*), Holm ver- 
werfen 608—698, Nitzsch, Oenz, Naber 628—698, Kajser 
627-r-710. Benicken giebt auch hier die Möglichkeit einer Inter- 
polation zu, ohne jedoch den Erweis derselben anzuerkennen; und 
M. Schmidt giebt die Athetese nur für das Einzellied zu. Für 
uns sind die angegebenen Gründe so überzeugend, dafs wir an 
der späteren Einfügung des Zweikampfes zwischen Sarpedon und 
Tlepolemos nicht zweifeln, und es kann nur die Frage sein, ob 
die Interpolation noch weiter reicht. Wenn KOchlj u. A. auch 
die dem Zweikampf vorhergehenden K&mpfe 608 — 626 dazu rech* 
nen, so ist dies von Bibbeck damit begründete dafs wenn schon 
vorher (590 — 595) gesagt sei, dafs Ares Hektor beigestanden und 
hierauf (608 — 26) zwei Feinde namhaft gemacht werden, die er 
erl^ hat, natürlich unter dem Beistand des Gottes, damit die 
703 folgende Frage iv^a tlva n^mav, rlva d' t!<fr«rov iitvigt^av 
'^EixtmQ u n^tafioio ntiig xtil %alxiog "jiiftig] unvereinbar seL Ist 
dieser Anstolii begründet und sind andrerseits die Y« 703 — 710 
im Plane des Gesanges notwendig, so müssen in der That auch 
608 — 26 dem Interpolator gehören. Man sieht auch, warum der- 
selbe diese vorausschickte. Da unmittelbar vorher 605 f. die Achfter 
von Diomedes aufgefordert waren vor Ares zu weichen und die 
dadurch geschaffene Situation den unmittelbaren Ansehlufs eines 
Zweikampfes, bei welchem der Grieche der Herausforderer war, nicht 
wohl zuliefs, so bedurfte es dieser Kampfscenen, um durch Yerftnde- 
rung der Situation die Einfügung des Zweikampfes vorzubereiten* 
Auch von der zwischen den beiden Sarpedonepisoden lie- 
genden Erzfthlung sind groCse Stücke beanstandet So verwirft 
Düntzer 497—513 und 516—518, unter Widerspruch von Be- 
nicken. Noch umfassender sind die Athetesen von Holm u£d 
Köohlj. Jener verwirft 508 — 593, indem er 594 an Stelle von 
"Aiff^g i* einsetzt: avtog 6\ Ein Hauptargument filr diese Athe- 
tese liegt ihm in dem mangelhaften Zusammenhange der SchluHi- 



*) Dieser hält das Stück indessen fOr sicher echt homerisch und 
glaubt nur, dafs es an eine falsche Stelle geraten sei 



£. Einleitung. 75 

ptrtie 689 — 696. MeneUoa und Antiloohos haben 678 — 689 
PyUimenfs und dessen Wegenlenker getötet, Antiloohos treibt die 
Boue desselben fort Als Hektor diese beiden Helden erbliokt, 
stttrmt er gegen sie an, aber nun ist von Antiloohos und Menelaos 
nicht weiter die Bede, Tielmehr wendet sich die Bnahlung, Ares' 
* Anwesenheit an der Spitse der troisohen Scharen i welche Hektor 
folgen, henrorhebend, tu Diomedes, welcher nun, als er Ares sieht, 
surttokweicht Dasu kommt das anders Bedenken, daTs Diomedes 
jetst erst den Ares sieht, obwohl er 619 unter den Fürsten ge- 
nannt ist, die die Achtter ermuntern, nachdem Ares auf Seiten der 
Troer wieder eingegriffen hat Nach 618 femer mufs der von 
Ares und Hektor erregte Kampf bereits in yoUem Qange sein, und 
dasselbe lassen die folgenden Einielkampfe vermuten, aber Ares 
und Hektor kommen erst 690 in die Schlacht und 607 heilst es: 
die Troer kamen ihnen (den AchKem) gans nahe. Köchly aber 
scheidet 628 — 689 als lu der Klasse der ^ Mordgeschichten' ge- 
hörig aus, was Bibbeck nfther begründet hat durch den Hinweis, 
dsA der Zurut Agamenmons 6S8ff. nach dem unmittelbar vorher 
Gesagt gans überflttssig sei, sowie dadurch, dab die Besiehung 
von taifg 6^ 690 sehr unklar sei und eine passende Besiehungi 
namentlich auch wegen des lun» ctlptg niir durch den Anschlofs 
an 627 gewonnen werde, da Aias, Diomedes, Odjsseus bei der 
Brmunterang der Achäer (620) Nsm 9%tx9g sich leigten. Diese 
Athetese ist von Benick en ebenfkUs surQckgewiesen. 

Verfolgen Wir den Gang d^ Brstthlung von 497 an, wo Hektor 
die Troer ermunternd die Schlacht herstellt, so erheben sich aller- 
dings gegen den Abschnitt 498 — 618 mehr als ein Bedenken. Bereits 
498 heifit es, dab den sich wendenden Troern gegenüber die Ar« 
giver unersohrocken standhielten, der Kampf wird erneuert 606 
und ist 617 f. in vollem Gange. Nach allem diesem aber hören 
wir 619, dab die achftisohen Fürsten die Ihrigen ermuntern, dafs 
diese aber schon von selbst standhalten, und nachdem dies durch 
ein ausgeführtes Gleichnis veranschaulidit und 627 fisst mit den- 
selben Worten, wie 498 wiederholt ist» wird Agamemnon von 
neuem die Aohier ermunternd eingeführt, worauf er selbst einen Ge- 
fUirten des Aineias erlegt Dab das keine einheitlich gedachte und 
klar fortschreitende BrsKhlung ist, bedarf keiner weiteren Aus* 
führung; Homerische Weise ist es in paralleler Gliederung das Eni* 
sprechende susammensustellen, wie es hier die Bemühungen des 
Ares und Hektor, die Troer lur Wiederaufhahme des Kampfes lu 
ermutigen, und andrerseits die Ermunterungen der aohüschen 
Führer sind, worauf dann erst die Schilderung des Kampfes selbst 
folgen konnte. Was liegt nun swisohen den durch ihren Parallelis- 
mus auf einander hinweisenden Stücken 461—470 und 494—497 
einerseits und 619 — 627 andrerseits? Zunächst ein in die Eriih- 
lung sehr unvermittelt eintretendes^ ^cyci 3c^\^%.u ^vi^ vsc&Kt 



76 £• Einleitang. 

xuibeholfeiien StiliBienuig und schiefen Anschauung mit Grund ge- 
tadeltes Gleichnis 499 — 606, sodann die Mitteilung, dafs Ares zu 
Nutx der Troer die Schlacht in Dunkel gehfillt habe (606 £), 
wovon im weiteren Verlauf der Ersählungsich keinerlei Spur oder 
Wirkung zeigt, weiter die schon von Haupt attietierte Stelle 
606 — 11, endlich der Bericht, dab der inzwischen geheilte Aineias 
Ton Apollo neugekräftigt wieder in die Schlacht gesendet wird, 
wobei des früher von Apollo geschaffenen cSfoilov nicht weiter ge- 
dacht wird. 

Sehr richtig sah femer Holm, dafs 607, wo nach der Auf-- 
fordernng des Diomedes an die Seinen Tor dem nahenden Ares 
zurückzuweichen berichtet wird, dafs die Troer den Achttem ganz 
nahe gekommen seien, unvereinbar ist mit 618, wo der yon Ares 
neuentzündete Kampf bereits in vollem Gange ist, wie mit 606, 
wo der Beginn dieses Kampfes berichtet ist. Sollte dieser Zu- 
sammenhang ertrSglich sein, so mttfste doch gesagt sein, dafs die 
inzwischen erzählten Kämpfe auf einer andern Seite der Schlacht 
▼orgegangen seien, so dafs man in jenen und dem Anrücken der 
troisQhen Scharen mit Hektor und Ares an der Spitze parallele 
Handlungen anzunehmen hätte. So aber scheint auch hier der 
Zusammenhang durch Erweiterungen unterbrochen. Denn auch das 
mufs man Holm zugeben, dafs die Art, wie das Vorrücken 
Hektors mit Ares 690 angeknüpft und von da die Erzählung zu 
Diomedes übergeleitet wird, den schwersten Anstols bietet Aber 
nicht minder befremdet, wie diese Reihe von Einzelkämpfen ein- 
geleitet wird 628 ff., indem nach dem bereits 619 ff. als erfolgreich 
geschilderten Bemühen der bedeutendsten griechischen Führer die 
Achäer zum Standhalten zu bringen, Agamemnon von neuem die 
Seinen ermunternd eingeführt wird, um ihn dann sofort die Beihe 
der Einzelkämpfe beginnen zu lassen. Sind demnach die sichersten 
Anzeichen vorbanden, dafs in dieser ganzen Erzählung der Zu- 
sammenhang durch Zusätze gestört ist, so zeigt sich andrerseits 
zwischen den verdächtigen Stücken 498—618 und 628—689 in* 
sofern eine enge Beziehung, als der dort in die Schlacht zurück- 
gekehrte Aineias in den hier geschilderten Kämpfen ganz beson- 
ders hervortritt. Den Schlufs der letzteren bildet die Erlegung 
des Pjlaimenes und seines Wagenlenkers durch Menelaos und 
Antilochos 676 — 689. Mit dieser Erzählung steht bekanntlich 
eine Stelle in JV in direktem Widerspruch, wo berichtet wird, dafs 
Pjlaimenes der Leiche seines Sohnes Thränen vergiefsend gefolgt 
sei (668 f.). Indes würde diese Differenz an sich für unsere Stelle 
nichts entscheiden, wenn nicht der ganze Zusammenhang dieselbe 
verdächtig machte, Haben wir in 690 ff. ein echtes Stück der 
ursprünglichen Dichtung zu erkennen und ist in 690 der Eingang 
zu diesem Stück unverändert erhalten, so kann damit die vorher- 
gehende Erzählung von Menelaos und Antilochos n^oht beBtehen^ 



£• Einleitung. 77 

da im Folgenden jede Beziehung auf diesen ZusamTnenhang fehlt. 
£]ne andere Frage aber iet es, ob der von Köchlj und Bibbeck 
gewollte Anschlnfs von 690 an 527 möglich ist Benicken hat 
dagegen eingewendet| daCei derselbe ganz unverständlich sei» Nun 
soll tovg ii 590 nach Bibbeck sich aof Aias, OdysseuSi Diomedes 
beziehen, aber, wie Benicken mit Becht bemerkt hat, wfirde das- 
selbe doch nur auf die 527 genannten Danaer bezogen werden 
können; die 519 genannten Aias, Odysseus, IKomedes stehen doch 
zu weit entfernt, als dafs eine solche Beziehung verständlich wäre. 
Danach müssen wir darauf verziehten den ar8i»rttngliohen Zusammen- 
hang herzustellen und uns bescheiden, die Bedenken gegen die 
vorliegende Anordnung der Erzählung dargelegt zu haben. 

Es bleibt noch ttbrig die Athetesen zu prüfen, welche die 
Bede des Pandaros 180 — 216 betreffen, womit sich zugleich die 
Frage nach dem Verhältnis des fünften Oesanges zum vierten ver- 
knüpft, da in dieser Bede sich die einzige direkte Beziehung auf 
den Vertragsbruch findet. 

Zunächst ist 188 verworfen. In der Athetese dieses Verses 
gieng Aristarch voran imd Eöchly und Benicken sind dem- 
selben gefolgt Aristarchs Hauptgrund war, dab Fändaros nach 
den unmittelbar vorhergehenden Versen 181 1 über die Persönlich« 
keit des Gegners nicht ungewifs sei; er glaubte, dab der Vers 
von einem eingeschoben sei, der die Worte des Aineias 177 el 
(ulj ttg ^Bog i<m lumcaaiuvog TQmisciv &lsch in dem Sinne ver- 
standen habe: wofern er nicht ein Gk>tt ist, der gegen die Troer 
Groll gefafst hat, während er selbst die Worte verstand: wofern 
nicht ein Gott gegen die Troer Groll gefabt hat und dem Feinde 
beisteht. Eöchlj und Benicken fügen als weiteren Grund für 
die Athetese hinzu, dafs die Erwähnung des Gespanns als £r- 
kennungsmittel ungehörig sei, weil Diomedes zu Fufs kämpfe (vgl. 
13. 134. 249 ff.). Allein diese Gründe sind namentlich von Bhode 
mit Erfolg zurückgewiesen« Derselbe bestreitet vor allem Aristarchs 
Auffassung von 177 als unwahrscheinlich, weil die periphrastische 
Eoigugation bei Homer mit dem Participium Perfecti, aber nicht 
mit dem des Aorists und dviu gebildet werde (Lehrs Arist p. 383) 
— mit Becht^ auch ist die von Aristarch verworfene Erklärung viel 
einfacher und natürlicher, als seine eigne. Femer ist mit den 
vorhergehenden Worten 181 f. ein Schwanken oder doch ein augen- 
blickliches Eingehen auf die von Aineias angedeutete Möglichkeit 
wohl vereinbar. Da endlich der Wagen des Diomedes in der Nähe 
des Ortes, wo sich Diomedes befindet, haltend gedacht ist, wie 107 
und namentlich 241 f. zeigen, so sdieint die Athetese nicht genü- 
gend begründet 

Im weiteren erregt die doppelte Erwähnung des Schusses auf 
Diomedes 186 — 191 und in Verbindung mit dem auf Menelaos 
206-^8 Bedenken. Beide Fassungen innerhalb derselben Bede 



78 £• EiDlettai«. 

können moht noben «inaader bestehen nnd wird die eine von 
beiden itnf eine Interpolation mrttckznftllireaDt sein. Die meisten 
Kritiker haben sich nun fOr die Yerwerfong yon 206-?- 208 ent- 
schieden, indem sie darin einen Zusatz der Ordner sehen, welcher 
eine Beidehung des fthiften G^anges auf den yierten herstellen 
sollte. Voran ging Lachmann und ihm sind gefolgt Haupt, 
Benicken, Eöchly, Bibbeck, Kammer, Bergk, Naber. 
Letsterer verwirft 206—216. Fttr die Atheteee wird auber den 
Orfinden, welche dafttr sprechen, dafs die Diömedei4 nnabhftngig 
yon dem yierten Gesänge gedichtet sei, folgendes geltend gemacht^ 
Zuerst die EOne und Abgerissenheit der ganzen Anspielung, so* 
dann das unpassende, dafs Mendaos und Diomedes zusammen ge- 
nannt werden, als ob beide mitten in der Schlacht, und nicht 
yielmehr in ganz yerschiedenen Situationen yerwundet seien, und 
dafs dabei yon dem Vertrag und der Absicht die Niederlage des 
Paris zu rttchen gar nicht die Bede sei, femer dals die Worte 
iiystQa tl itallov nicht einmal richtig yon Menelaos gesagt werden^ 
der nur ganz flttchtig in der Schlacht erwtthnt werde (£ 50), end- 
lich die ganz unerhOrte Wendung axQiKhg afy* Icciva ßaXav. 

Gegen die Athetese von 206 — 208 haben sich Bftumlein, 
Ottntzer und Grofs ausgesprochen. Bftumlein wendet dagegen 
ein, dafs gerade der 206 f. ausgedrdckte Gedanke mit dem Folgen- 
den bis zum Schlufs, in den hinwiederum des Aineias Antwort 
eingreife, auf das genaueste zusammenhänge, Dünizer, dab erst 
nachdem Pandaros bemerkt habe, dab seine Pfeile nichts genützt, 
die Erwähnung an der Stelle sei, dafs er sich schon zweimal damit 
yersucht habe und. dafs die yerzweifelnde Klage xa ti luydn 5^' 
IfuHov oviftffiv nicht begründet wftre, wenn er blofs bei dem Schüfe 
auf Diomedes seine Pfeile yergebeois yersucht hfttte. Düntzer 
richtete seinerseits den Verdacht gegen 192 — ^205, yerwarf dann 
aber 188 — 191, indem er bemerkte, dafs die Erwähnung der Ver- 
wundung des Diomedes hier unnötig sei, er gehe schnell dazu 
über, dals er keine Bosse habe, um dem rasenden (185) Diomedes 
entgehen zu können. 

Dem Vorsehlag DüntzerS gegenüber, 188 — 191 auszuschei- 
den, bedarf es nur des Hinweises darauf, dafs Aineias Pandaros 
174 aufgefordert hat auf Diomedes sein GeischoCB zu richten: darauf 
ist die alleia richtige und passende Antwort, dafs er auf denselben 
bereits geschossen, aber ohne Erfolg, und ganz unmöglich kann 
er in diese Antwort zugleich den Schufs atif Menelaos yerfleohten, 
und yoUends nicht in der Weise, wie es 206 — 208 geschieht, wo 
Diomedes und Henelaos zunächst allgemein als douA i^futtriig be- 
zeichnet werden und auch nicht mit einem Wort angedeutet wird, 
dafo der eine yon diesen beiden der ist, um den sich die ganze 
Unterredung dreht. So zweifellos dadurch 206 — 208 sich als 
Interpolation ergeben, so zweifell s ''^8 — 191 an ihrem Platze. 



E. £iol«itiiiig. 70 

Dagegen wird die Aimahme Nabers, dafs die Interpolation 206 
— 8 den gansen ScUnlis 209 — 216 nach sieh gesogen habe, durch 
die Antwort des Aineias fir^ d' cvrmg a/o^e ziemlich sicher wider- 
legt, da diese doch eine starke Äofserang des Unmuts in Fan- 
daios' Sede voranseetst, wie sie eben nnr in den Schlnlsworten 
enthalten ist Hut mehr Beeht kann man yermuten, dab die der 
athetierten Stelle Toransgehenden Yerse 192 — 206 ebenfislls nicht 
nrsprOnglich sein. Zonftchst ist der Übergang von dem erfolglosen 
Sohnft auf Diomedes nnd der Yermatong, dab ein Qott grolle 
(191) zu der Klage, dab er sein Gespann zu Hause gelassen habe, 
sehr unyermiitelt. Nicht minder befiremdet, dab nach der ein- 
gehenden Darstellung, wie er bei seinem Abzüge nach Troja trotz 
der Mahnung des Vaters sein Gespann zurttckgelassen habe und 
auf seinen Bogen vertrauend zu Fub gekommen sei, eben diese/ 
Tag 2 10 f. in einer Weise bezeichnet wird, als ob davon vorher 
gar nicht die Bede gewesen sei. Aber auch die Art wie Aineias 
in seiner Antwort ihm 218 f. den Vorschlag macht seinen Wagen 
mitzubesteigen, Übt in keiner Weise ahnen, dab Pandaros so 
ausführlich den Hangel eines Gespannes beklagt hat; vielmehr 
wird der Vorschlag so eingeleitet, dab er durch nichts, als durch 
die Situation vermittelt ersohdnL Dab endlich der Anschlub der 
Folgerung t^ ^ 209 an die Worte ta 6i (i oi» 6^* ffiiUoy 
jviftffftv 205 wenn auch möglich, dooh nicht sehr natOrlidi ist^ sah 
K9chlj richtig, wenn er naeh der Athetese von 206 — 208 { ^ 
statt f^ ^ zu lesen vorschlug. Freilich ist auoh der unmittel« 
bare Anschlub von 209 an 191 nicht ohne Bedenken, da hier 
soeben aus der Erfolglosigkeit des Schusses auf Diomedes gefol* 
gert wird dto^ vv xlg hv$ «onff i^. 

Endlich ist noch die von Benicken zurückgewiesene Athetese 
des Zenodot in V. 187 zu beachten. Zenodot verwarf den Vws, 
weil die folgende Angabe, dab er Diomedes getroffen habe, nicht 
damit stimme, dab der Gott von ihm das Geschob anderswohin 
abgewandt habe, wozu Aristonikos bemerkt: ov Ifyti 6i m$M^ 
oXav JaUwxtVj crAil' Sv» inl %alQiov rottov fpBffOfUvov sctti^^ryc^v. 
Diese Widerlegung kann unmöglich befriedigen. Die 187 gebrauchte 
Wendung «ovrov — mxiifuvay k^mtiv £U^'kann ungezwungen nur 
erklftrt werden: das Geschofs von diesem, als es in Begriff 
war ihn zu treffen, anderswohin wandte, d. h. ihm eine 
Bichtung gab, dab es ihn nicht traf: gerade wegen taitov ist es 
unmöglich zu veratehen: „die Bichtung auf eine tödliche Stelle 
nahm^, da die ungefihrlichere Stelle doch auch an seinem Ltfbe 
gewesen wäre; vgl. auch 464. und selbst wenn die Wendung 
die von Aristonikos gewollte Bedeutung haben könnte, so würde 
die 188 — 191 folgende Erlftuterung damit nicht harmonieren, da 
ivtiMqifQ tia ^iftptoQ yviXoto gerade das Treffen an einer nicht 
ungefShrlichen Stelle hervorhebt, wozu auch im Gegensatz zu der 



80 £• Einleitung. 

daran geaohlosae&en sicheren Erwartung die nachdrückliche Beto- 
nung liunig ti stimmt: diese ganze Art der Erlftaterung würde 
itlr 187 eine dnrohaus andere Wendung verlangen. 



Von den Ergebnissen der letzten Erörterungen ist das eine 
von besonderem Gtowicfati dals die euudge direkte Beziehung auf 
den Vertragsbruch, welche sich in unserm Oesange findet (206 — 
208), einer iweifelios interpolierten Stelle angehört Damit ver- 
bindet sich der schon fiüher gegebene Nachweis, dafs obwohl in 
der Erlegung des Pandaros durch Diomedes ein thatsftchlicher Zu- 
sammenhang mit dem Schufii des Pandaros vorzuliegen scheint, 
doch vom Dichter auf diesen Zusammenhang keinerlei Bezug ge- 
nommen wird und auch sonst in der Eampftchilderung keinerlei 
Wirkung von jenem Ereignis wahrzunehmen ist. Wird durch diese 
Ergebnisse der ursprüngliche Zusammenhang der Diomedie mit 
dem Vertragsbruch entschieden in Frage gestellt, so ist die Ein- 
heit des fünften Gesanges selbst durch die Kritik in einer Weise 
erschttttert, dafs umfassende Veränderungen, wie Erweiterungen 
der uraprlinglichen Dichtung angenommen werden müssen. Wir 
sind hier genötigt weit über Haupt und die, welche ihm folgen, 
hinauszugehen. Sind wir berechtigt den Mafiistab der in den un- 
zweifelhaft echten Teilen der Dias wahrnehmbaren Kunst an den 
überlieferten Zusammenhang zu legen, so bedarf es der weit- 
gehendsten AChetesen, um aus der mannigfaltigen, vielversehlunge- 
nen Handlung den echten alten Kern herauszuschälen. Indem wir 
von der Beobachtung ausgiengen, daiüs der der Handlung zu Grunde 
liegende Plan namentlich in der Motivierung der den Gang der 
Handlung besonders bestimmenden Momente die gröBiten Mängel 
und Schwächen zeigt, sahen wir zunächst durch Haupts Athe- 
tesen ein wesentliches Stück dieses Planes erschüttert, die vorüber- 
gehende Anwesenheit Athenes im Olymp. Mit der Beseitigung 
dieser fällt aber nach unserer Überzeugung zugleich der Haupt- 
zweck, welchen die Verwundung der Aphrodite für den Dichter 
hatte. Dafs diesem es nicht sowohl darauf ankam, diese Verwun- 
dung zur Unterlage jener Scene zwischen Dione und Aphrodite 
zu machen, als darauf, die ironische Verspottung der Aphrodite 
durch Athene daran zu schlieüsen, zeigt das Seitenstüok dazu, die 
Züchtigung des Ares durch Athene und seine Behandlung durch 
Zeus. Beide Dichtungen sind aus dem Geiste desselben Dichters, 
beide geben durch die Art, wie die Götter gezeichnet sind, be- 
gründeten Anstob, beide heben zwar den Diomedes dadurch, dafs 
sie ihn gegen Götter kämpfen lassen, auf eine übermenschliche 
Höhe, aber zum Teil auf Kosten seines sonst bewährten maCs- 
voUen Charakters. Beide Dichtungen aber werden vorbereitet durch 
die ganz unvermittelt eintretende Weisung Athenes an Diomedes 
124-— 132, welche wiederum nur unter der Voraussetzung Sinn 



J£. Anmerkungen. 81 

hat, dafs Athene zunächst in den Oljmp zurückkehren will. Auf 
dieselbe Voraussetzung aber führt auch die Entfernung des Ares 
durch Athene und seine ZurflckfÜhrung durch Apollo, zwei Stücke, 
die ebenfalls an sich durch die mangelhafte Motivierung den 
schwersten Anstofs geben. Danach müssen wir den gröfsten Teil 
der Götterhandlung fttr die Zuthat eines Dichters halten, welcher 
dieselbe zu dem Zweck in die menschliche Handlung verflocht, 
um teils die in der alten Diomedie vorliegenden Thaten des Dio« 
medes zu steigern und ihn selbst auf eine übermenschliche Höhe 
zu heben, teils den feindseligen Beziehungen der Götter zu einander 
eine komische Wirkung abzugewinnen« Zu dieser Erweiterung der 
ursprünglichen Handlung, welche zugleich eine Umgestaltung des 
ganzen Planes in sich schliefst, kommen umfassende Einschaltungen 
im zweiten Abschnitte des Gesanges, welche den einheitlichen Zu« 
sammenhang der Kampf Schilderung verwirren, so vor allem die 
Abschnitte, welche Sarpedon einführen, 471 — 496, 608 — 698; 
aber auch die zwischen beiden liegende Partie mufs nicht unbedeu- 
tende Erweiterungen erfahren haben, obwohl der ursprüngliche 
Zusammenhang sich nicht herstellen iSfst. 



Anmerkungen. 

1. über die an dem Eingange des Gesanges (1 — 84) geübte 
Kritik vgl. die Einleitung p. 71, dazu Holm ad Car. Lachmanni 
exemplar etc. p. 5E, Düntzer hom. Abhandl. p. 254 f., Bergk 
griech. Litteratnrgesch. I p. 576, Jordan Homers Ilias übersetzt 
und erklftri Frankfl 1881 p. 568 f., Nitzsch Beiträge p. 385, 
Benicken das fünfte Lied p. 55 f. — Über 29 — 36 insbesondere 
vgl. die Einleitung p.66ff., dazu Biachoff im PhüoL XXXIY p. 10, 
Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 576, Holm ad Car. Lachmanni 
exemplar etc. p. 6, Düntzer homer. Abhandl. p. 255, Jacob Ent- 
stehung d.H. u. Od. p. 203, Nitzsch Beiträge p. 386, Benicken das 
ftlnfte Lied p. 56. — Zu 48 Schmidt Meletematum Hom. II p. 11 f. 
— 2. IxifiXog wird allgemein als ein Verstärktes d^üog' betrachtet, 
80 dafs man dem in eine intensive Bedeutung beilegt Aber 
eine solche ist bei Ac(jektiven nicht vorhanden: man vgl. die War- 
nung von Lobeck Path. Elem. I, p. 207 sq., die auch für IndtiXog 
zu beachten ist. Nach dieser hat man einfach zu deuten: hervor- 
strahlend, ^aus der Verborgenheit deutlich hervortretend.' 
— - 6. Für naiMputvfici als Ind. tritt Nitzsch Sagenpoesie p. 177 
ein und sieht darin einen Rest aus einem älteren Diomedesliede, 
aus dem diese Anfiangsverse entnommen seien. 

13. Die Verlängerung des Duals in Zwtouv wird von Franz 
Mi stell in Kuhns Ztschr. XVII, ISO aus der ^Stammerweiterung 

Hnrrsa, Anhang su Homers IUm. II. ^ 



pjj £. Anmerkungeii. 

durcb i von a-Siftminen' abgeleitet, indem er erklttrt: *Auch im 
Oenetiv und Dativ DoaUs ttberachritt das griechische die vom alt- 
indischen gesteckte Grenze der Stammerweitenmg, indem es tianiriv 
altindischem i^tvft-bhjim entgegenstellt'. Da aber diese Dehnung 
hier vor i und i 19 Yor Ixifre^s stattfindet, so wird man auch 
antuftthren haben, dafs das Demonstrativ 6 und das Wort hitsf^e 
ursprünglich mit a begannen: vgL Oskar Meyer Quaest. Hom» 
p. 70 und p. 85 sq« Ein fthnlicher Orund wird vielleicht auch 
für die Dehnung vor oTto (E 622. N 611. 17 560. (219) und vor 
ivu (Td96) auffindbar sein. 

19. Über (utecftaitog und die fthnlichen Komposita dieser Art 
vgl. jetst die Erörterung von Wörner über den Gebrauch der 
homerischen mit Prftpositlonen zusammengeseisten und mit dem 
Suffix &o gebildeten A^jektiva im Meifsener Jahresbericht 1879 
p. 31 ft 

20. Qegen die gew5hnliche, jetzt auch im Kommentar gege- 
bene Auffassung der Stelle nach der alten Erklttrung: on xati^offs 
inhf tov uQiuetog ig imsgaöTtlamv x& idiXtp^j ivXttßri^tlg 6i xov 
xolliAiO¥ ilg ipvyijv ixQmtfiy sprach Ameis folgende Bedenken aus: 
*1) der angeführte Gedanke svXaßri^ilg Sh rov noXiiuov oder wie 
er in deutschen Kommentaren heifst ^als Diomedes gegen ihn kam^ 
entfiel ihm der Mut, die Leiche zu schützen', — dieser Gedanke 
müiste doch, wenn er richtig sein sollte, in irgend einer Wendung 
des Textes implicite ausgedrückt sein; 2) es mufs dabei das avii 
in ovd' Stkfi adversa.tiv verstanden werden, *aber nicht wagte 
er', was in dieser Verbindung schon an und für sich bedenklich 
ist und noch bedenklicher dadurch wird, dafs nxm das folgende 
yap in avih yccff avii seine passende Beziehung verliert. Denn 
diese Begründungspartikel Iftfst* hier den vorhergehenden Gedanken 
einer Flucht als notwendig erscheinen. 3) Wenn man anoQovaa 
deutet ^sprang vom Wagen herab', so wird der unmittelbare An« 
schlufs Imnv lUQutaXXin düpgov zu einer pleonastischen Trivialität 
herabgedrückt. In keiner der Parallelstellen ist ein fthnlicher Zu- 
satz gegeben: £ 297. 836. ^145. M 83. P 483. Aus den an- 
geführten Gründen nun kann die jetzt übliche Erklämng von ino^ 
^vcsv nicht, gebilligt werden, wir müssen vielmehr zur Erklärung 
der Alten zurückkehren. Diese aber deuten iit6Qov0iv mit ^sprang 
davon', wie 251. 593. % 95, und verstehen es von der Flucht, 
welch!» Deutung durch inixg>vys 22 und aXivifUvav 28 bestätigt 
wird. Femer giebt eine sichere Stütze für die richtige Auffas* 
snng der verbundenen Yerba amffovCB Xumv die Stelle % 95 Tf^- 
Xifui%og i^ inoQovcsj Xtnmv doXixpamov ly%og. Und hiermit bar- 
monieren die analogen Fälle y 1. 1 194 und ähnliche. Der bei 
dieser Erklärung sich ergebende Gedanke ist freilich seit den 
Zeiten des Zoilos vielen anstöfsig gewesen: man hat es nämlich 
höchst auffällig gefunden, dafs Idaeos zu Fufs und nicht vielmehr 



E. Amnerlraiigeii. 83 

ztt Wagen gMohen sei: xttttiyoQit fud tovrov rov tinov ZcoMo^, 
ou XütVy tprfit^ yikoltag yteTCoiipisv o nottitiig tqv ^Uaiov imökifeovttt 
ibvg tnnovq xal to Sqiuc q)Bvy$tv' riSvvtnö yii^ fMckXov Inl xoi^ 
Snutoig, ABDL. Aber diesen Anstofs hat schon ein alter ErUllrer 
am einfachsten übo entfernt: Zu avx liticxf\6z (^Idntog) t^ tfvfi- 
q>i^vu' at yaq ip^vug ' xaf^^tuiai nni^inXayl^tiv mal xov cotpiv* 
Heyne meint zwar als einfachste Lösung gefunden zn haben: 
^currum rdtqmt Idaeus, qma tum non tarn celerüer circumagere 
poteraty tU Dünhedem instantem efftigeret*. Der Dichter aber will mit 
diesem poetischen Zuge den Tdäos» in seiner Angst und Bestür- 
zung darstellen: nichts weiter. VgL J7 403 ix, yci^ nXfjyti fpQi" 
vag^ und iV394 In 6i ot ffvlaxog nXr^ fpgivag^. Indessen spricht 
folgendes gegen Am eis. Zunächst sind E 297 und A 145 zu 
vergleichen, welche ganz dieselbe Situation zeigen: nachdem der 
eine von den beiden auf demselben Wagen stehenden KSjnpfsm 
vom Gegner erlegt und vom Wagen herabgestürzt ist, springt der 
andere vom Wagen herab, um den Leichnam dels Gefallenen zu 
schützen. Auch an unserer Stelle wird nach dem unmittelbar, vor- 
hergehenden w<fi d' a^' tjtntav jeder zunächst &noQ(yv0t von dem 
Herabspringen vom Wagen verstehen. Wer an den ausführenden 
Worten Xiitv^v itiQUMtXXiu Skpf^v Anstofs nimmt, möge vergleichen: 
i 194 ra^cov d' ivoqovCBv ^A%ikX^g ccvt^ Cvv (fOQfuyyi^ XmAv löog^ 
¥v9a d'aaaöBv. Was die anderen von Ameis ausgesprochenen Be- 
denken betrifft, so ist die adversative Bedeutung ^on ov6i hin- 
länglich motiviert, wenn man annehmen darf, was unbedenklich 
scheint, dafs nach der Situation beim Herabspringen vom Wagen 
jeder Hörer erwartet zu vernehmen, dafs er sich vor den Ge- 
fallenen zum Schutz aufgestellt habe. Dafs endlich bei dieser 
Auffassung das folgende yccQ seine passende Beziehung verliere, 
scheint mir unbegründet, da in ovö^ hXr^ implicite die Flucht ent- 
halten ist, die dann durch die Gröfse der von Diomedes drohenden 
Gefahr in dem Satz mit yccg motiviert wird. Jedenfalls scheinen 
mir die bei dieser Erklärung zu machenden Voraussetzungen we- 
niger gewagt, als die von Ameis für Y. 20 gemachte, dafs Idaios 
bei dem stürmischen Herannahen des Diomedes so in Bestürzung 
geraten sei, dafs er sofort die Flucht ergriffen habe. 

31. Die Accentuierung ^A^eg "A^fg ist durch die Überlieferung 
geschützt (^ÄQzg auch Hesiod. scut. 446 und hymn. in Mart 1), 
wiewohl ups in ^AQBg keine Naturlänge vorliegt, daher nach der 
ratio eigentlich beidemal "Ai^Bg geschrieben werden sollte. Aber 
es steht oder fällt dies mit den übrigen anomalen Accenten, die 
uns im Homer überliefert sind. Wir haben hier den ersten An- 
fang eines Prinzipes, das die Späteren auf %aX6g und %&X6g^ X^og 
und tcog und ähnlichen Quantitätswechsel ausgedehnt haben. So- 
dann ist zu beachten, dafs die unmittelbare Wiederholung 

elben Wortes in derselben Form, wie sie bei den dra- 



84 •£. Anmerkungen. 

maiisoheii Dichtem und den spätem hexametrischen zur Hervor- 
hebung des Begriffes sich findet, bei Homer sonst nirgends vor- 
kommt Vgl I. Bekker Hool Blätter S. 194. Daher hat Bekker 
dftf von Ixion überlieferte igig in den Text genommen und als 
Positivus von if^inv nnd S^fiotog aufgefafst, wie er ebend. S. 195 
erOrtert. Aber so interessant es auch wäre, wenn wir zu iQ$l(ov 
den Positivus aus wirklichem Gebrauche in dieser Stelle nach- 
weisen könnten, so gewinnen wir mit ^Agsg affig doch immer ein 
Wortspiel, und auch bei Wortspielen haben wir im Dichter Ver- 
schiedenheit der Formation: vgl. den Anhang zu a 73 und 
K. Lehrs £pimetr. zu de Arist.^ S. 474. Über die komische 
Wirkung des Schwankens der Quantität, sowie der Wortkolosse 
t9§%tainX^%i)c u. a, spricht Hess tlber die komischen Elemente im 
Homer. Bunzlau 1866 p. 45 f. — iua$(p6v£ deutet L. Döderlein 
activ ^ct-uorc pMi^ens. Vulgo passive veriunt cruore pollutus, post- 
habita accentus Uge^, Aber der Accent bildet bei derartigen 
Kompositis nicht durchgängig einen Bedeutungsnnterschied. So 
werden umgekehrt nlytojag yaii^oxog lyjionukog tTtnodcc^nog sco^- 
^loXog %toXl3€OQ9og nur aktiv gebraucht. — Wegen tn%sCiSKliix7ig, 
welches Schiller in der Jungfrau von Orleans mit *Mauerzer- 
trfinmirer' nachgeahmt hat, vgl. G. Curtius £tym.' S. 261 l^r. 367, 
^ p. 278 und den Anhang zu o 234. — 42 fehlt im Yenetus A, 
Laorentianus 3 u. a. — 44. Anders Tuqvi^ vtoUg ^Axatag Steph. 
Byz. s. V. und dazu Meineke. — 46. iyußfiCofuvov wird allgemein 
als Partie, fut. in dem Sinne: als er im Begriff war den Wagen 
zu besteigen, gefiafst, wie 17 343. WQ79. Indes schon Classen 
Beobachtungen p. 80 warf die Frage auf, ob man in der Form 
hier und J7 343 nicht vielmehr ein Partie, des gemischten Aorists 
zu erkennen habe, vgl. ivcofiivov tt 24, und jetzt hat van Her- 
werden quaestiuncnlae ep. et eleg. p. 6 für diese Auffassung mit 
Entschiedenheit die folgenden Worte fiQins d' i| o^^ov geltend 
gemacht, und für die Form den Konj. Aor. %tt%t)iß^C9xm O 382 ver< 
glichen. — 48. Dieser Vers wird von M. Schmidt Meletematum 
Homeric. particula altera, Jena 1879 p. 11 verworfen, besonders 
darum, weil er das sonst in dieser Darstellung beobachtete Eben- 
mafs stört. — 49. Über cX^v vgL auch Lobeck Elem. I, p. 966q., 
L. Döderlein Honu Gloss. § 2471 g. E.; Schmalfeld in Jahrbb. 
f. klass. PhlloL Supplem. VUI p. 305 f. leitet das Wort von itUtv 
ab. — 57 fehlt in den besten Handschriften« — 59. Die Schrei- 
bung Tiwovog als Eigenname ist begiilndet von Grashof über das 
Schiff p. 3 Note 2. — 64. Aristarch athetierte den Vers: vgl. 
Aristo nie. ed. Friedl. p. 104 und ihm folgte Köchlj diss. IV 
p. 24 und Benicken das fünfte Lied p. 36. Vgl. Lehrs quaestt. 
epic. p. 116. — Über das enklitische ott uin^^ wofür man ge- 
wöhnlich das orthotonierte ol liest wie auch Krüger Di. § 51, 
1, 8 die Stelle citiert, vgl. J. La Roche Hom. Unters. S. 141. 



£. Anmerkungen. Q5 

Man hat die Betonung, wie es scheint, durch den Versanfang für 
geboten gehalten. — 75. Zu if^vn^ d' 2ÜU %aXnov o6ovöw Tgl. 
auch Ovid Mei V, 143: iacitkmi Claims ore momardit SIL Ital. Y, 
332: tdum ore cruento exspirans premit^ atque admorsae tmmur- 
murat hastae, Stat. Theb. IT, 628 : labUtir immorsaque cadens ob- 
mutuU hasta* 

88. ifUia60e ist die einstimmig ttberlieferte Lesart, wofür 
aber S. A. Naber in Mnemosyne 1855 p. 202 iniaöCi vermutet, 
um unsere Stelle mit ^aggertbtis ruptis' bei Yerg. Aen. II, 496 
in Einklang zu bringen. Dieselbe Konjektur giebt A. Nauck M6- 
langes Gr^co-Bomains II, S. 643 mit folgenden Worten: * Sollte 
an dem Ausdrucke l%ida0ae yigniQagy er zerstreute die Brdcken, 
noch niemand Anstofs genommen haben? Angemessener ist sicher- 
lich er zertrümmerte die Brücken, d. h. ixiacrtfc, wie i 182' 
und hat auch in der Ausgabe so geschrieben. Dagegen bemerkte 
Ameis: ^Yergil hat bei seiner Nachbildung in hydrographischer 
Hinsicht die italische Landschaft vor Augen, wo die meisten Flüsse 
von den Apenninen herabkommen und zur Zeit ihrer Anschwel- 
lung alle Dämme mit raschem Anprall oder in einem Ruck 
gewaltsam durchbrechen und zerreifsen. Aber dieses Land« 
scbaftsbild pafst gröfsten teils nicht für die Ebenen Kleinasiensi 
welche dem homerischen Yergleiche zur Grundlage dienen: vgl. Sfn 
milov und l^a vum^Qins xak* «/{'i^cSv, auch Si^xc« akmavw. Neben* 
bei sei bemerkt, dafs die Kleinasiatischen Ebenen von vielen Ge- 
wässern durchzogen sind und dafs deshalb der Dichter im Troer- 
katalog nicht selten die Flüsse als nähere Bezeichnung für die 
LokaliiHt gebraucht: B 825. 839. 849. 854. 869. 877. Im Wasser- 
gebiet der Ebene nun handelt es sich um die nachhaltige Macht 
der Überschwemmung und bei der Yorstellung dieser ist der 
Begriff des ^Zerstreuens' oder ^Auseinanderwerfens' {M* 
Saöae) an geeignetem Platze, wenigstens mehr am Platze als der 
Gedanke des ^sofortigen Spaltens' oder ^augenblicklichen 
Zerstörens' (iTtiaccs)^ was vorzugsweise am Fufse der Gebirge 
durch eine rasch von den Bergen herabstürzende Wassermasse zu 
geschehen pflegt'. — Die handschriftliche Lesart yitpvgiu hgyiUvm 
ist gedeutet: von Damm nach der Scholiennotiz %aTfiif^aJUC(Uva§ 
*pont€8 in fluvio firnii et munUi* und ^prohe denscUi trahibus poH" 
tes*. Ebenso Heyne: Spantes stiblids firmatV und ^pofUes mimiti 
träbüms ufrmque apposüis pro avtiQilafuKfty*, An diese Inter- 
preten haben auch die Neuem sich angeschlossen, so dafs man 
liest: ^umschlossen, geschützt, durch Balken, welche der Ge- 
walt des Stromes widerstehen'. Nur haben manche, wie E. £• Seiler, 
den ursprünglichen Begriff von yifpv(f€ti mit Recht gewahrt und 
denmach gedeutet * geschlossene, d. i. fest verbundene Dämme'. 
Femer hat J. ü. Faesi in yiipvif€u h^fyiävai durch eine vermeint- 
liche Arägnanz ^die entgegengedämmten Wälle' hineininterpre- 



86 -S. AmnttkongciL 

tieri Ameis: *die eingescblossenen, weil yon der Wasser- 
mmssie des wnainbg isXij^y überfluteten'. Alle diefe Versuche die 
bandschriftliclie Lesart zu erklären sind unhaltbar. Ich habe 
daher mit La Boche und Nauck die Aristarchische Lesart ieg- 
fävm aufgenommen, welche znerst Doederlein empfahl unter 
Zustimmung von Baumeister in Fleckeisens Jahrbb. 1859 Bd. 
79 p. 170. 

113. Die im Kommentar gegebene Erklärung des ctgentog 
Xittiv b^ründete Ameis wie folgt: *Der ot^imog xttwv hat schon 
bei den Alten verschiedene Erklärungen erüahrenf vne die bei 
Heyne gesammelten Angaben, sowie Hesychius imd Eustathius 
zeigen. Die gewöhnliche Meinung im Altertum war, es bezeichne 
Mas gewirkte oder gewebte Unterkleid'. Aber dagegen er- 
heben sich grofse Bedenken: l) <stQi7tx6g ist in dieser Bedeutung 
nicht nachweisbar: Buten (i 427), Taue (vgl. x 167), Sehnen , Rie- 
men (/} 426. o 291), Haarnetze und andere gedrehte oder gewun- 
dene Dinge, sogar derartige Metallarbeiteu werden mit ox^intog 
bezeichnet, aber nirgends etwas ^gewirktes' oder ^gewebtes'; auch 
ist 0XQiffiuv kein technischer Ausdruck von dieser Art weiblicher 
Arbeiten. 3) Das Simplex avQ^jctog kennt Homer nur in der über- 
tragenen Bedeutung biegsam, lenksam, so dafs es am nächsten 
liegt, denselben Begriff auch hier aber nur in seiner ursprüng- 
lichen sinnlich anschaulichen Bedeutung festzuhalten^ da ihan nie 
ohne dringende Not über den vorliegenden Sprachkreis des Dich- 
ters hinausgehen darf. 3) Das ^Unterkleid' pafst nicht in den 
Zusammenhang unserer Stellen. Denn wie kann das Blut ^aus 
dem ünterkleide empor spritzen', da dieses vom Brusthamisch 
ganz bedeckt ist? Man müfste denn annehmen, dafs Sthenelos vor 
dem Herausziehen des Pfeiles den Panzer an der Schulter gelüftet 
habe. Aber dies war nicht möglich, da der Pfeil durch sein gänz- 
liches Hindurchdringen (99 f.) den Panzer an die Schulter fest an- 
geheftet hatte. Daher mufste auch Sthenelos den Pfeil an der 
Spitze bis zum Ende, wo die Kerbe war, aus der Schulter heraus- 
ziehen (ÖM^Ttsgig i^igv0^ iü(aov 112), so dafs der ganze Pfeil von 
der Spitze bis zur Kerbe durch die Schulter hüidurchgieng , weil 
ein Zurückziehen wegen der schon durchgedrungenen Widerhaken 
unmöglich war, ohne eine neue Verwundung herbeizuführen. Dies 
bemerken schon die Schol. BL. avtri icviv 17 nuna itwCftav ßskovlKia^ 
tvu fi^ nihv tixQtüdnoito xalg ixlötv vnoatQi^ovüatg^ Hieraus er- 
sehen wir zugleich, dafs dieses Hindurchziehen des Pfeiles ver- 
mittelst eines kräftigen Buckes technisch r^ nunic itmö^ ]3eAovAK/a 
genannt wurde, während das gewöhnliche Zurückziehen des Pfeiles 
wie ^214 i^ohiiq hiefs. Die Notwendigkeit dieser Erklärung hier 
und AS91 ist schon erwiesen worden von Ed. Oeist in Jahns 
Archiv fllr Philol. und Pädag. I, (Leipzig 1832) p. 600 sqq. Wir 
kehren zur Hauptsache zurück. Oesetzt aber auch, dafs die Lüf- 



E. Anmerkungen. S7 

tuug des Panzers nach der H^osziehong des Pfeiles jetzt vom 
Hörer gedacht werden sollte, so muiste dies vom Dichter ans- 
drttcklich gesagt sein, wie in der fthiilichen Scene J 215, es konnte 
nicht xcttii To CMnmiuvov verstanden werden. Doch jeder weitere 
Gedanke an natürliche Erleichterung oder menschliche Therapie 
ist ungehörig, weil Athene mit ihrer übernatürlichen Hülfe und 
göttlichen Stärkung hinzutritt. Solcherlei Bedenken nun erweckt 
*ein Leibrock oder Unterkleid yon geflochtener oder gewebter Ar- 
beit', wie die erklärenden Worte in Passows Wörterbuch lauten, 
was auch bei Bus low und Köchlj Gesch. des Gr. Kriegsw. S. 13 
not. 24 gebilligt wird. Bei Passow helb es dann weiter, ctQiTttog 
%ix^v bedeute ^nach Aristarch aber eine Art Panzerhemd von zu- 
sammengeflochtenen Bingen, hrica annukUa^ sonst alvoiiatog %i* 
TO)v, oder von gegliederter Metallarbeit IjeniAmoq xaoiv^. Nur das 
letztere, der sogenannte Schuppenpanzer wird dem Aristarch 
beigelegt, da Apollon. im Lex. sagt 6 dh ^Agüna^og xw XsTtiita- 
Totf, diit TO Tfiv nloxiiv tmv nQlxtav aviifsQafifUvfiv slvnu. Der erstere 
Aasdruck itkvciiwtog und auTserdem noch do»^| ngituotog rührt 
von anderen Granmiatikem her. Ob freilich diese Überlieferung 
den Aristarch zum Urheber habe, kann zweifelhaft sein, weil 
Aris tonikos zu 31 folgende Bemerkung giebt: ^ diitk^ Sri 
^QiTttovg %n£vag vovg vnictovg' imodvxag yicQ er^ov vrto tavg ara- 
tovg (taXuyfutxog ^v8Ka* at(ia 6* ccvi^xovxiie diic cxQtntoto x^^<S* 
vog [das Wort vticxog fehlt in unsem Lexicis ganz und von fia> 
Xayfui die hier notwendige Bedeutung *der Weichheit wegen']. 
Spricht hier Aristonikos seine eigene Meinung aus? Oder ist 
es Überlieferung der Aristarchischen Schule? Wie dem auch sein 
möge, fest steht der Umstand, dais wir aufser dem ^Leibrock' 
noch eine andere in dreifachem Ausdruck bezeichnete Erklärung der 
Alten haben: a) iXvciömxog Kettenpanzer; b) 7tQi%ux6g Bingel- 
panzer; c) lf9c^»ro$ Schuppenpanzer. Nun aber ist bei Ho- 
mer (ein giltiger Einwand!) von einem derartigen Panzer auch 
nicht die leiseste Spur zu finden. Sodann weifs man mit dieser 
Erklärung hier und <K> 31 für den Zusammenhang der Stellen nichts 
anzufangen. [Vgl. indes den Anhang zu <Z> 31.] Die hier berech- 
tigte Frage von J. U. Faesi: *wie läüst sich dies mit 99 ^»^»og 
^ocXoy vereinigen?' wird man verneinend beantworten müssen. 
Aus allen diese» Schwierigkeiten scheint sich kein anderer Ausweg zu 
finden, als der im Konunentar gewählte. Bei dieser Vorstellung 
kommen die von den alten Erklärem erwähnten Schuppen, Ket^ 
ten, Bingel mit zur Verwertung, die beiden letzteren werden 
auch beim ifffioinv (zu F 333) gebraucht worden sein. Vgl. die 
von Büstow und Köchly Gesch. S. 12 xmd 13 gegebenen Ab- 
bildungen\ — 116. Über «r^vrom/ vgl. Welcker Gr. Götterl. I, 
S. 317 xmd über die Bildung Lobeck Proleg. p. 229, mehr bei 
Autenrieth zu IL II 157. 



gg £. Anmerkungen. 

118. Die gewöhnliche Lesart ist dog 6i xe (i aviQu iUiv^ 
aber Aristarch hat xovii ti fi aviga iX$tv gelesen, wie das 
Citat der Stelle bei Aristo ni kos zu 0119 beweist. Daher hat 
W. C. Kays er im Philol. XVIII, S. 649 das dog der Vulgata al» 
Qlpssem begi'ündet durch die Erinnerung, dafs die alten Gramma- 
tiker derartige Infinitive durch Annahme einer Ellipse von dog 
zu erkl&ren pflegten. Ebenso urteilt Philippi Quaestionum Ari- 
starcheanim specim. prius, Gott 1865 p. 31. Indes haben die 
neueren Herausgeber, wie Bekker, la Boche, Nauck diese Les- 
art nicht aufgenommen, vermutlich weil sie mit Lehrs zu Fried* 
laender Ariston. p. 242 dem Apollonios Synt p. 243 (und Tryphon 
de Fig. p. 755, 9) ein grösseres Gewicht beilegen und den Zusatz 
dem Aristonikos absprechen. Übrigens bemerkt Nauck: ex- 
spectes Sog ii fioi avtuccat — wohl ohne Grund, da es durch 
zahli*eiehe Beispiele zu belegen ist, dafs die Hauptsache mit Nach- 
druck vorangestellt wird und die dazu notwendige Voraussetzung 
nachgebracht wird — und van Herwerden in der Bevue de philoL 
II, 1878, p. 195 ff. empfiehlt im zweiten Gliede zu schreiben: aal 
ig oQ^itlv J^' lyxBog ik^slvj auch dies ohne Grund, da der folgende 
Belativsatz für iX^Biv das Subjekt ergiebt und zwischen diesem und 
dem Hauptgedanken eine enge Gedankenbeziehung besteht. — 122. 
Dieser Vers wird verworfen von Düntzer hom. Abb. p. 255 und 
Nah er quaestt. Hom. p. 159, unter Widerspruch von Benicken daa 
fünfte Lied p. 59, vgl. die Einleitung p. 68 f. — 127. Auch The- 
mist, or. 21. p. 247*^ und 22 p. 257 ^ 

131 f. Zur Kritik dieser Verse vgl. die Einleitung p. 69 f., dazu 
Bischoff in Philol. XXXIV p. 11, Bergk griech. Litteraturgesch. I 
p. 576f., Düntzer hom. Abhandl. p. 255, Benicken das fünfte 
Lied p. 59. — 135. Am Schlüsse des Verses nach fi^^^ea^ai, wo in 
A imocnyfiT] steht, hat zuerst H. Stephanus die stärkere Jnter- 
punction gesetzt, um die Anakoluthie zu entfernen, und manche 
der Späteren sind ihm nachgefolgt. Aber Job. Classen Beobach- 
tungen S. 140 not. 67 hat bemerkt, dafs man ^durch Änderung der 
herkömmlichen Interpunktion die grammatische Schvi^ierigkeit auf 
Kosten der Lebhaftigkeit des Ausdrucks zu heben versucht' 
habe. Etwas anders habe ich die Stolle aufgefafst in dem Pro- 
gramm Zur Periodenbildung bei Homer (Götüngen 1868) S. 23, 
wo ich eine 'doppelte Beziehung des Partioipiumt' annahm. Für 
eine solche kann die sehr ähnlich gebaute Stelle Herod. VII, 1 
(zu Anfang) geltend gemacht werden, sodaxm das immerhin auf- 
fallende Asyndeton von xai nQiv juff. — 138. Die für avkq ange- 
nommene Bedeutung Hofmauer ist begründet von Ahrens avXtj 
und villa p. 11. 14. Über XQ^^V ^^^^ seiner Bedeutung und Ver- 
hältnis zu ex^^^"^ ^S^* <^en selben Beiträge zur griech. und latein, 
Etymologie I p. 7 ff. 

140. Zur Erklärung von ta iifffficc vgl. L. Friedlaender zu 



JB. Anmerkungeo. 89 

Ariston. p. 32; I. Bekker Hom. Blätter S. 161. — 141. Zur Auf- 
fassung der Stelle vgl. die treftenden Bemerkungen bei Körner 
die homerische Tierwelt, Berlin 1880 p. 15, dessen Erklärung 
der Worte 141 *die Schafe sind dicht auf einander gedrängt', frei- 
lich nach T 539. % 387. 389 und sprachlich nicht möglich ist. — 
142 vermutet Nauck ifAfuicni€9g statt i(A[U(ia€igj wogegen doch der 
Parellelismus von i(A(M£(Mcoig und ijafuidg 143 spricht; auch ist ifi- 
lUfuidg ohne Anstofs, wenn man mit Körner bedenkt, dafs der 
Löwe verwundet und nngerächt, dazu ungesättigt aus dem Hofe 
springt. Übrigens vgL über das Gleichnis im ganzen Friedlaender 
Beiträge zur Kenntnis der homer. Gleichnisse II p. 27f. — 150. 
Die Aristarchische Erklärung dieser Stelle bei Aristonikos otg 
rial fiii i7C€ntiovö& xov noXi^ov 6 yiqnv ^%qwB xovg ivtlqavg würde 
eine einfache Variation des Gedankens zu 157 ergeben; aber zwei 
Dinge treten störend entgegen: 1) die Form i^Ofävoig in dem 
nicht erweisbaren Sinne des Futurums (Friedlaender zu Ariston. 
p. 6) und 2) der umstand, dafs dann der Zusatz vermilst wird, 
die Söhne seien dem Vater nicht gehorsam gewesen, wie B 832 fT. 
— 162. A. Nauck M6langes Gr^co-Bomains U, S. 643 hat fol- 
gendes bemerkt: ^In den Worten Ttoqtiog rih ßoog erscheint die dis- 
junktive Partikel als unstatthaft. Das terthim comparationis ist, 
wie der Ausdruck &g rovg ifiqfoteQovg deutlich zeigt, gerade darin 
zu suchen, dafs zwei zugleich der Übermacht eines einzigen er- 
liegen« Es ist also zu schreiben itoqftiog r^dl J^oo^, wozu nun auch 
der nachfolgende Pluialis ßocüoiuvatav besser pafst.' Diese an- 
sprechende Konjektur hat nach Heynes Angabe schon Bentley 
vorgeschlagen, — 159—165 sind verworfen von Düntzer hom. Abh. 
p. 255, VgL dagegen Benicken d. fünfte Lied p. 59. 

177. Zur Auffassung des c2f*if-Satzes vergLVierke de fitj par- 
ticulae cum indicativo conjunctae usu antiquiore. I, Leipz.1876 p.24, 
welcher erklärt: Mum modo ne deus sit.* — 178. Nicht lir* 
lifjvigy wie J. Bekker in seiner Annotatio angiebt, sondern Itu- 
li^vig hat Aristarch aus seinen Quellen gegeben: vgl. K. Lehrs 
de Arist.^ p. 110 und la Roche hom. Unters, p. 261 ff. Und diese 
Lesart ist von Herodian gebilligt worden, wie A. Lentz Hero- 
dian. I, praef. p. L sq. näher erörtert hat. In der neuem Zeit hat 
man allgemein €ni (irivig in den Text gesetzt. Dia Handschriften 
bieten: inl fti>»g AL Lips.; imfi^vig CDGNO; Im HM bei la 
Boche. In allen Stellen nun, wo Int. im Sinne von iTtttsu vor> 
kommt, finden wir die sinnlich anschauliche Bedeutung * ist vor- 
handen' oder in übertragenem Sinne ^wohntbei' und zwar stets 
in bestimmter Beziehung: A 515. JV 104. O 110. ß 58. 9 563. 
A. 367. £ 92. TT. 315. Es müfste also der Analogie nach hier ge- 
sagt sein: ^furchtbar aber ist vorhanden der Zorn eines Gottes.' 
Aber das stimmt mit dem hypothetischen d iir ug 9e6g icti sieht 
ZQsammen, sondern der Zusammenhang verlangt zur Erklärung des 



^ JB. Annerkiingeii. 

rorbergehenden einen allgemeinen Gedanken wie fuloAg ti #fov 
xolo; iavlv. Ans diesem Grunde scheint die Aristaiehische Lesart 
notwendig. 

160 ff. Über die in der folgenden Bede des Pandaros ans* 
gesproebenen Athetesen TgL die Einleitung p. 77 iL Litteratur: za 
183: Aristonic.ed.FriedL p. 107, Köchly delliad. carmm. diss.IV 
p. 24, Benicken d. fünfte Lied p. 37. 58, Düntzer hom. AbhandL 
p. 287, Bbode homer. Miscellen. Moers 1865 p. 13 f. — zu 187: 
Aristonic« ed. Friedlaender p. 107 vgl. Benicken d. fünfte 
Lied p. 42. — zu 188—191: Düntzer hom. AbhandL p. 266, Be- 
nicken d. fünfke Lied p. 60. 74. .— zu 206 — 208: Lachmann 
Betracht p. 20, Benicken d. fünfte Lied p. 16. 65 £. 73 ff., Köchlj 
de Biad. cannm. diss. IV p. 23, Kammer zur homer. Frage I p. 28, 
Jacob Entstehung d. H. u. Od. p. 202, Bergk griech. Litteratur- 
gesch. I p. 576, Naber quaesti Hom« p. 159, Bftumlein in Zeitschr. 
f: d. Altert 1848, VI p. 335, Gross vindic. Hom. p. 68 f., Dttntzer 
hom. AbhandL p. 54. 277. 287. — 191. Über tumitig vgl. die Er- 
örterung von Alb. Schuster in der Zeitschr. t d. österr. Gym. 1859 
S. 29. — 203. aifiv mit Spiritus asper und einem d ist die Aristar- 
chitehe Schreibart: J. La Boche Hom. Textkritik S. 179. Der 
Spiritus' asper ist aus dem ursprünglich anlautenden Spiranten, der 
in saus und scUur vorliegt, entstanden, und die Lftnge der Anfangs* 
Silbe wird durch das ursprüngliche dj erklärbar. Vgl. G. Curtius 
Etjm.' S. 593,^ p. 632; Oskar Meyer Quaest Hom. p. 75. Andere 
schreiben das Wort hier mit doppeltem d, weil sie einen Übergang 
des dj in id annehmen, so dals sich hier das j, wie in lidu0tv. das 
Digamma, dem i assimiliert habe. Für ein d sich entscheidend be- 
handelt das Wort in eingehender Weise auch Basse De adverbüs 
in difv cadentibus (Königsberg 1849) p. 13 sq. Dies Adverbium 
ist aber selbst ein ursprünglicher Akkusativ ^die Genüge.' — An 
Stelle von iHoiävmv vermutet Nauck illofävmv^ nach dem Tor- 
gange von Cobet Miscell. crit p. 270. — 215. Über den Optativ 
^iCflv vgL G. Hermann Opusc. IV, p. 146 und L. Lange der hom. 
Gebrauch d. Part, el I p. 461. — 219. Die Formen vm und aq>9i 
verwerfend verlangt Cobet MiscelL crit p. 258 f. die Schreibung 
v€^ und tf^. — 221 — 225. Bedenken gegen die ürsprünglichkeit 
dieser Verse bei H.Schmidt Meletematum Homer, part II p. 12. 
Anmerkg. und Dttntzer Aristarch p. 72. — 227. Das hier unpas« 
sende iko/SiftfOfUM bieten ADGHLMNO 2. man. Die Sache hat hier 
Franz Spitzner hinlftnglich erörtert; vgL auch Naber quaestt 
Hom. p. Ulf. — 228. Über diesen Wechsel der Bedeutung in 
demselben Worte vgL 0. Schneider zu Isoer. Paneg. § 119 und 
im PhüoL XXin p. 442 sq.; E. E. Seiler zu Long. PastoraL p. 184. 

241. Der folgende Abschnitt bis 274 wird verworfen von 

la Roche in Zeitschr. f. d. österr. Gymnasien 1863 p. 168; Dttntzer 

Aiißtsrch p. 72 L verwirft 265—273 und im Zusammenhange da* 



£. Anmerkungen. 91 

mit auch 221 — 226, ygl. dagegen Benioken das fünfte Lied p. 60. 
— 249* Die Worte Au! ayi ii^ xni^ifu^^ ifp* üawv können nicht 
eine eigentliche Flucht bezeichnen, sondern dürfen nur, was %a» 
i90^ai besagt, von einem Bückzuge aus den Vorkftmpfern ge- 
deutet werden. Dies erhellt aus dem folgenden Gegensatze des 
negativen Parallelismus ftfr^H fAoi ovf«^ «&«)v« tti is^pf^Mv. Um 
diesen Qedanken su verdeutlichen, hat Aristarch, wie Aristo- 
nikos und Didymos berichten, die Worte ifp* tmwv im Sinne 
von ini twg üatavg verstanden. Dabei mufs er sugleich voraus- 
gesetzt haben, dab Sthenelos 242 das Gespann zurückgelassen habe 
und zum Diomedes tu Fufse geeilt seL Dieser Annahme sind 
auch andere gefolgt Aber es widerstreitet dieser Aufhissung tu* 
nftchst die homerische Sitte. Wo nämlich der na^aßatfig au 
Fufse kämpft oder aus einer anderen Ursache vom Wagen steigt, 
da pflegt der^^Wbxoff nie das Oespann zu verlassen, sondern auf 
demselben st^&en zu bleiben, um es für deh nächsten Gebrauch 
in Bereitschaft zu halten; vgl. J 226 ff. 367. 419. £ 107 ff. 321 ff. 
835. ^273.488. iV385ff. «ST 429. 445 ff. H 864 ff. und ander- 
wärts. Daher hat man anzunehmen, dafs Sthenelos 242 ebenso 
wie 329 mit dem Gespann herangeeilt ist. Und dies wird 266 
aus dem Präsens inv9Ui> d' Vfntmv inißaiviiav und 261 aus dem 
hinweisenden %ovci9 ersichtlich, da beide Ausdrücke die gröfste 
Nähe des Gespakms voraussetzen. Es widerstreitet der erwähnten 
Erklärung 2) der Plural xa2:i»fi«da. Da nämlich Sthenelos (seit 
111 und nachdem Diomedes 134 wieder unter die Vorkämpfer ge- 
eilt war) sich fortwährend bei dem Gespanne befunden hat, so 
kann er sich nicht mitr>als solchen aufführen, der sich zum 
Oespann zurückziehen wolle. Er müfste vielmehr seine Aufforde- 
rung direkt nur an Diomedes richten. Höchst bedenklich in dem 
angenommenen Sinne ist 3) die sprachliche Verbindung. Denn 
die homerischen Stellen, wo inl mit dem Genitiv in diesem Sinne 
erscheint, wie T 6. £ 700. ^ 171. t 278 nebst ßatvtiv inl vtiog 
und dergleichen sind anderer Natur und lassen sich nicht ohne 
weiteres mit vaifo^ui ig>* Xwjtwf zusammenstellen. Wenn man aber 
Ig»* tmtmv ßcivt%g £ 631 vergleicht (wofür sonst huf^vui tnnnv 
gesagt wird, wie die von Fr. Spitzner erwähnten Beispiele zeigen) 
und %ii%a^9tt. dazu ^prägnant für weichend steigen' versteht, 
so wird diese Gräcität wohl niemand ohne Belegstellen annehmen 
können. Hierzu kommt dafs %itM^w bei Homer, wenn man von 
dam r32 berührten stabilen Verse absieht, überall so gebraucht 
wird, dafs nur die Sache oder der Ort, wovon jemand zurück- 
weicht, entweder ausdrücklich genannt ist oder im Zusammenhang 
des Gedankens liegt Das letztere ist auch hier der Fall, wo 
jeder an die Vorkämpfer denkt: vgl. auch 107 das absolute «dw* 
)(ttfff<ra^. Man wird also am einfiMhsten und natürlichsten die 
Worte iqi* Xnnmv in ihrer eigentlichen Bedeutung Ouaenix 5^xa^ 



92 £• AxunerkoDgen« 

wie M 82 und Sl 356, ja die letztere Stelle aAA' afy$ di} fpivym^uv 
i<p* iitnmv hat dasselbe Kolorit und dient dadurch zu einer wei- 
teren Bestfttigung der aufgenommenen Erklftrunff. — 253. Statt 
ilv^tiavu verlangt Nah er quaestt. Hom. p. 90 akv^maiovtUy ohne 
Grund, vgl. Classen Beobacht. p. 140fr. und Hentze in Zeitschr. 
f. d. Gymnasialwesen 1866 p. 742 ff. 

256. Die Worte xq^Iv fi oim ia IlaXlag^A&iivfi scheinen fehler- 
haft überliefert, schon wegen der contrahierten Foim T^etv. Oa 
aber der Tenei und Eustath. la bieten, und diese Lesart auch 
sonst in den Scholien bezeugt ist, so empfahl Ahrens in Philol. VI 
p. 29 zu schreiben: xqsUiv ^i oim tia *A^vfij indem das Imperfekt 
auf Athenes Worte 124 zurückweise. Dagegen macht Nauck in 
den M61anges Gr6co-Rom. IV p. 489 geltend, dafs die Form xQiln 
erst in späterer Zeit auftrete, wonach man mindestens xffdi/av 
^' ovx £UK ^A^vvi erwarten sollte. — Übrigens . bemerkt Nauck zu 
255—268: spurii? 

265. £ine andere Anordnung der folgenden Verse giebt LBekk er 
Homerische Blätter II (Bonn 1872) p. 12, indem er 265—269 in 
eine Periode zusammenfafst, so dafs xr^q yiq roi y^v^r^q (ohne zu 
denkendes üolv) durch xi^g yBVBtig 268 wieder aufgenommen würde. 
Weiter verlangt derselbe statt der handschriftlich allein beglau- 
bigten Lesart iqg den Accusativ TJVy weil jene zu der wunder- 
lichen Folgerung führen würde, dafs Zeus ein Gestüt oder eine Herde 
von Pferden besitze, wovon sich sonst nirgend eine 8pur finde. 
Derselbe Vorschlag, aber aus andern Gründen, ist das Resultat der 
eingehenden Erörterung von R. Förster quaestiones de attractione 
enuntiationum relativ. Berlin 1868 p. 46 ff. Meiner Ansicht nach 
schwinden diese Bedenken, wenn man nur die Genitive nicht in 
partitivem Sinne, sondern als Ablative des Ursprungs und der da- 
durch bedingten Beschaffenheit fafst, also in dem Sinne: von der 
Stammart, Raee, vgl. Z 211 xavxrig xoi yiverig xb xai fvSfiOTog 
ivxo^iat tlvai. — 270. Die Verlängenmg des Dativ ol in der Thesis, 
wovon, C. A. J. Hoffmann Quaest. Hom. I, p. 77 spricht, erklärt 
sich am einfachsten aus dem Umstände, dafs das folgende ?| ur- 
sprünglich oHl^ gelautet habe: vgl. Oskar Meyer Quaest. Hom. 
p. 23 sq. Für das ursprüngliche Digamma giebt aus den Inschriften 
die entscheidenden Gründe G. Curtius Etym.* S. 358 Nr. 584; *p. 
387. Die ganze Stelle x&y ol ^| iyivovxo ivl ^uyiqoMi yipi^Xti 
wird von Fr. Spitzner (nach dem Vorgange Anderer) erklärt: 
^ex quibus sex ei in aedibus nati sunt puUi'. Aber ytvi^Xi} beifst 
bei Homer noch nicht Nachkommenschaft, und Spitzner selbst 
in seinem sorgfältigen £xc. IX., § 3 hat* diese Bedeutung nnr ver- 
mutungsweise aus den späteren Dichtem genommen; ^e quibus 
coniectura poterit capi II. 5, 270 xmv — ymdAiy aptum esseJ Bei 
dieser Sachlage nun haben andere den vor F. A. Wolf gelesenen 
Genetiv yivi^lfig zurückgeführt: ^aus dem Geschlechte dieser^ 



JEi. Anmerkungen. 93 

mit Yergleichung der schon von Spitzner behandelten Stellen 265. 
Till. d232. 1/130. Das giebt aber den Übelstand, dafs man 
das Tiuli/ über zwei Verse hinweg auf agiorot iitittav occoi beziehen 
muTsy während es am einfachsten und natürlichsten scheint, bei 
diesem Pronomen an das unmittelbar yorangehende ^li«g thtnovg 
zu denken« Sodann hat auch der Genitiv ysvi^Xtig urkundlich fast 
gar keine Stützen, da aufser ein Paar alten Ausgaben blofs yB- 

vi^kfi N nachweisbar ist: als beglaubigte Überlieferung kann nur 
yevi^Xfl gelten, und dieser NominaÜT giebt auch einen passenden 
Sinn, wenn man ysvi^Xii in seiner eigentlichen Bedeutung und iyi- 
vovxo in der durch den ganzen Dichter hindurchgehenden Yerbin- 
dungsweise auffallt, nämlich yevia^ai xivl mit einem Prädikatsnomi- 
nativ: J 38. JE 488. Z 82. 282. K 193. A 797. U 39. P 38. 
255. 272. 636. ü 179. X 358. 421. Ä 436. y 271. f 285. A 73. 
V 208. 480. n, 103. q 597. g> 24. 329. Bei diesem ganz gewöhn- 
lichen Sprachgebrauche ist für unsere Stelle nur zu beachten, dafs 
yevic^cii hier noch in seiner ursprünglichen Bedeutung am schärf- 
sten hervortritt. 

272. fiiftfTtt>pt fpoßoio ist die Aristarchisiche Lesart, die auch 

in sämtlichen Handschriften steht, niu* Stuttgart, hat (M^cvmQt^ aber 
Plato Lach. 191 B hatte (Ai^cttoQi vor Augen. Jetzt hat man seit 
I. Bekker (hom. Blatt, p. 91) fast allgemein (Ai^atnQi gtoßoio auf- 
genommen; la Boche aber: ^ijctco^e, welches durch 222 f. und 
B 767 gestützt wird. — 273. In bI rovxw %s Xaßoifuv haben L Bekker 
und Nauck hier und O 196 da^ überlieferte x€ mit J. H. Voss 
und Fr. Thiersch in yi verwandelt: für den Gedanken zwar pas- 
send, aber nicht nötig. Vgl. H. Rumpf in Fleckeisens Jahrb. 1860 
Bd. 81. S. 591 f. und jetzt Lange d. homer. Gebrauch d. Part, sl 
II p. 493 f. 

288. TtQiv ys und n^lv y ^ mit vorhergehender Negation und 
folgendem Infinitiv findet sich bei Homer nur hier. Anders 6 473 f. 
^189 f. Bekker bat hier gegen die Überlieferung beide / ge- 
tilgt unter Zustimmung vonBichter quaestt. Hom. Chemnitz 1876 
p. 15fl; Nauck vermutet n^lv dtj an Stelle von n^lv y ij. Was 
die Sache betrifft, so hat schon W. C. Eayser im Philol. XVII, 
S. 707 bemerkt, *dafs y* einen Bestandteil der Vulgata bildet.' 
Ja es ist nach der besten Überlieferung wahrscheinlich, dafs n^Cv 
in derartigen Fällen als Länge überall durch ein nachfolgendes y^ 
gestützt worden sei. VgL J. LaBochein der Zeitschr. f. d. Osten*. 
Gym. 1868 S. 143. — anoitavcSa^ai haben nur zwei Handschriften, 
DN, und der Yenetus A zeigt über dem ec des Aorists ein überge> 
schriebenes «; alle übrigen haben anoTtavacca^cii. Für die Auffas- 
sung des Inf. Aor. sind zu vergleichen 6 254. 255. ß 373 — 375, 
welche mit unserer Stelle das gemeinsam haben, dafs der Infinitiv 



94 £• Anmerkangen. 

* 

Aor. unter gleichen Verbältnissen negiei:t ist in Verbindung mit 
einer ZeJtbestJmmnng mit nglvj die ebenfalls im Aorist steht. Hin- 
dert die Negation im Infinitiv Aoristi denf Ausdrack der zuversicht- 
lichen Erwartung oder entschiedener Zusage zu sehen, so darf 
derselbe wohl aus der Beziehung auf die nachfolgende temporale 
Bestimmung im Aorist erkl&rt werden, da nach dem Gedanken- 
Verhältnis (nicht eher — als) beide Handlungen zeitlich znsamnien- 
treffend gedacht werden müssen; erst mit dem iaoti tritt das ano- 
navuaatui in Vollzug und so ähnlich an den anderen Stellen. Auch 
in der' ganz entsprechenden v 180 haben gute Handschriften den Inf. 
Aof ir iumQlwc^t statt des gewöhnlichen iunt^vha^m. Zur Erkllt- 
rring der Konstruktion it^v ij mit Inf. vgl. Capelle im Philol. 
XXXVI p. 204. — 289. Über die Etymologie und die Bedeutung- 
von xaXavQivog vgl. den Anhang zu H 239. 

293. Statt der Aristarchischen Lesart i^tXvfhi habe ich die 
des Zenodot t^afv^ (Düntzer de Zenod. p. 122) in den Text 
gesetzt ^^ die auch durch gute Handschriften vertreten wird. - Ich 
kann mich nämlich nicht überzeugen, dafs mit i^ilv^ ein Ab- 
brechen der Spitze bezeichnet sein sollte, wie Am eis das Wort 
deutete. Da gerade die Spitze von oben nach unt^ durch den 
Hund fährt, so dafs sie hier feststeckt, so kann von einem Los- 
lösen der Spitze vom Schaft beim Abbrechen des letzteren doch 
kaum die Bede sein; auch ist es wenig wahrscheinlich, dafs Ar i- 
starch seine Lesart so verstanden habe, sondern wohl in dem 
sonst angenommenen Sinne von r^^ iQi^^s inuvcaxo^ der sich frei- 
lieh aus dem homerischen Gebrauch fOr das Wort nicht begründen 
lässt. Übrigens hat jetzt v. GUbrist im Bhein. Uus. 1881 p. 37 
die sehr ansprechende Vermutung gegeben, dafs bei der Umsetzung 
des Homer in die neue ionische Schrift die ursprüngliche Lesart 
iliU)^% falsch in i^ßki^fi gedeutet sei. — Ein neuerer Arzt, Küchen- 
meister, bemerkt in der im Anhang zu % 84 citierten Abhand- 
lung S. 52 über unsere Stelle folgendes: ^diese Wunde ist eine 
der interessantesten, aber in der Art, wie sie beschrieben ist^ un- 
möglich. Ein auf dem Wagen Stehender konnte einen auf dem 
Boden Stehenden auf die angegebene Weise verwunden, aber nicht 
umgekehrt, sei es denn, dafs Diomedes etwa selbst auf einem 
Hügelchen gestanden hätte, wovon nichts an der betreffenden Stelle 
zu finden ist. Das einzige, was hier möglich gewesen wäre, wäre 
der Umstand, dafs Diomedes seine Lanze im Bogen gegen Pan- 
daros gesendet hatte, aber a:uch dies ist nicht gut denkbar bei 
der angegebenen SteUung des Pandaros im [sie] Wagen^ Man 
kann dem gegenüber nur verweisen auf: ßiXog d' V^wfBv ^A^vti^ 
vgl. Schol. B. ^xiov ovv on y\ ^A^vu fuCtnv ovo« xal v^tikotiQuc 
ffvco'&cv naxEVix^'^vui iTColrice to do^t;. — 300. An der Pa- 
rallelstelle P 7 las Zenodot dl ov statt ii oi: vgL darüber Örug- 
man ein Problem der homer. Textkri p. 20. -— 303. Über das Fehlen 



E. iumerkangen. 95 

« 

der Partikel ni beim Opt tpi^tsv vgl. L. Schmidt de omissa äpud 
optativum et coiyniictiviim &v partioula, Marburg 1866 p. 1., wel- 
cher dem negativen Optativ ohne ^ ^ne stärker negierende Ktaft 
beilegt. Dagegen httlt Naber ^naestt. flom. p. 100 die Partik^ 
für nicht entbehrlich und vermutet dvo «' statt ivo y\ und Nauck: 
K ov dvto aviQ$. — 310. Zur Beseitigung des Hiatus empfiehlt 
yan Herwerden quaestiunculae ep. et eleg. p. 6 zu lesen: ifMpl 
ii J^occs statt afupl de otftf«, ebenso vermutet Nauck nach Eusta- 
thios: de ot o6as. ^ 

311 ff. Über die an dem folgenden Abschnitt (bis 460) ge^ 
übte Kritik vgl. die Einleitung p. 66 f. 70 f. dazu Bergk griech, Litte- 
rat. I p. 576, Dttntzer hom. Abhandl. p. 2^6, Köchly de Iliad. 
carmm. diss. IV p. 23, la Boche in Zeitschr. f. d. österr. Oymn« 
1863 p. 167, 'Naber quaestt. Hom. p. 159, Benicken das fttnffce 
Lied p. 36. 40. 46. 60 f. 90. — 313. Nauck: spurn^s? — 315. 
Über TmJyjit^ iTuikviifsv im Yerschlufs, wofür man ntvyftcc itaXv^iv 
konjiciert hat, vgl. W. C. Kayser im PhüoL XVIII, S. ,688.— 320. 
Statt iTtbikke empfiehlt Nauck iititsds^ zweifelt aber an der Ur- 
eprünglichkeit des Verses. — 329. Die bereits von Zenodot be- 
anstandete Verbindung TviitiviP id&Bnsv KQiaBQmwxug tnnavg^ wo- 
für er %Q€niif9ivv%ia' Twnotg vermutete, beseitigt Nauck in den 
M^langes Gr^co-Bom. IV p. 418 durch den Vorschlag: TV^cM^ 
Sfn%£v TCQoviQtivvxag ütjcovg: vgl. II 724. 732. P 65. — Derselbe 
bezweifelt in der Ausgabe die ürsprünglichkeit der V. 831 — 333« 
— 338. Statt ov oi^ wofür Heyne und Andere hier o of vermuten 
wie auch Z 94, hat G. Wiel Observ. in Orph. (Bonn 1858) p. 31 
die leichte Konjektur ov ttt voigeschlagen^ wie auch Nauck ver- 
mutet. Dagegen hat v. Christ im Bh'ein. Mus. XXXVI p. 28 
auf die Nachahmung in dem Verse der Kyprien tS^iuxta ^v %qol 
tcto xi ol XaQixsg xs Mtl ^Sl^i nolf(6av hingewiesen, aus der sich 
ergiebt, dafs oT uralte Lesart war. — 339. Über Hvccq vgl. G. Cur- 
tius Etym.^ S. 240. Nr. 312; *p. 256. 

340. Etymologisch erörtert ist Ix^aQ neuerdings von Clemm 
in G. Curtius Stud. II p. 45 ff, — 341 f. Gegen die Ursprünglich- 
keit dieser beiden Verse erklärte sich VIT. v. Humboldt (Werke V, 
86): vgL Düntzer die homerischen Beiwörter des Götter- und 
Menschengeschlechts p. 26. — 349. Nauck schreibt: { ov SXig 
statt des handschrifklichen ^ (oder ^) ov% aligy möchte aber lieber 
das •$ ganz beseitigen. — 350. Es war ein Irrtum, wenn Ameis 
glaubte, dafs sich bei Homer keine hypothetische Periode finde, 
in welcher nach dem blossen el (ohne %i oder av) mit Indikativ 
Fut im Vordersatze der Nachsatz gleichfalls den Gedanken der 
Zukunft enthalte, und daher nmXi^aitu als Goi^junctiv verstand, in 
der Tabelle bei Lilie de locutionum hypotheticarum usu Homerico, 
Breslau 1863 sind 16 Beispiele verzeichnet, wo nach el mit Ind. 
fut. im Vordersatze im Nachsatz ebenfalls der Indic. fut. steht. 



96 E. AnmerkongexL 

Waj> aber die Stelle des Futoroms nalriCiai innerhalb des 6e- 
dankeozosammenhanges betrifft, so wird dieselbe durch eine ge- 
nauere Betrachtung des Verhältnisses zwischen Vorder- und Nach- 
satz klar werden. Offenbar entspricht der letztere nicht dem, was 
man nach dem Vordersatze erwarten sollte, namentlich auch wegen 
des sich weiter anschliessenden koncessiven Nebensatzes $ui it ^^ 
nv^cti^ denn dieser macht gerade eine Annahme, die mit der 
ersten il nmXfjöim nicht unmittelbar zu vereinigen ist. Es ist 
nämlich der dem Vordersatz bI fenXricsai: *wenn du aber doch 
oft in das Kriegsgetümmel kommen wirst*, zun&chst ent- 
sprechende Gedanke: ^so wird es dir übel bekommen' oder ^so 
wundere dich nicht, wenn dir etwas unangenehmes begegnet' flber- 
sprungen und sofort die aus der gegenwärtigen unangenehmen Er- 
fahrung zu ziehende Folgerung gesetzt, sodafs der Bedende durch 
den Nachsatz gleichsam die in dem Vordersatz ausgesprochene An- 
nahme korrigierend aufgiebt. Darauf deuten auch die zu Anfimge 
des Nachsatzes stehenden Partikeln ^ u fürwahr immerhin, die 
meist einen Gegensatz zum Vorhergehenden einleiten: vgL zu /J62. 
Danach ist mir der Zusammenhang folgender: Wenn du aber 
dennoch oft in das Kampfgetümmel kommen wirst — doch das 
wirst du nicht, denn ich glaube, du wirst nach der eben gemachten 
Erfahrung vor dem Kriegsgetümmel schon Entsetzen empfinden, 
wenn du nur in der Feme davon erzählen hörst. Aber es ist 
Ttw^avBO^ai hier, wie O 224 (vgL zu Z 465), wohl richtiger von 
der unmittelbaren Wahrnehmung durch das Gehör zu verstehen, wo- 
durch das lokale hiQW^i eine bessere Beziehung erhält 

353. An Stelle von t^v fiiv £q* "iQtg empfiehlt van Her- 
werden quaestiunculae ep. et eleg. p. 7 zu schreiben: viiv a^ 
^iQigj ebenso vermutet Nauck. — 355. Die schwierige Frage über 
die Auffassung des in igntrega ist erörtei-t von L. W. Hasper 
zur Topographie der hom. Ilias p. 21, M. G. NicolaYdes Topo- 
graphie et plan strat^g. de llliade (Paris 1867) p. 167, Naber 
quaestt. Hom. p. 36. 39; zuletzt von Ribbeck im Rhein. Mus. 
Bd. 35 p. 610if., welcher wahrscheinlich macht, dafs der Dichter 
die Troer immer gegenüber sich denke und das Schlachtfeld sich 
immer von derselben Seite, nämlich von den Schiffen aus vorstelle, 
sodafs links immer Nordosten oder kurzweg Osten bedeute, auch 
wo er von den Troern spreche. Weitere Litteratur bei Ben ick en 
Studien und Forschungen auf dem Gebiete der homer. Gedichte 
imd ihrer Litteratur: I das zwölfte und dreizehnte Lied vom Zorne 
in NSO p. 726 und 1181 ff.— 358. Das Yerbum klocsceai scheint 
nrsprlluglich noch einen Guttural vor sich gehabt, also doppelt 
konsonantisch begonnen zu haben, weil eine vorhergehende Kürze stets 
gedehnt wird: ^üc Uaai A 394, {uiXa klacovxo A 379, ifu lin- 
cicxiTO 2 451, üvigag 6i llö6iC^€u /520, tov öi Xlccovzo 1574 
und ^448, Ebenso öhtcci li%iv%vBv ^196, o 6i Uxuvbvi ij 145, 



E. Anmerkangen. 97 

auch icoi fiff n htal 1 502. Hierzu kommen die augmentierten 
Formen iXiU^<ro und iXhuivivöa^ die im Anhange xu ^ 15 berfthrt 
sind, und die Kom|K>8ition r^UhöJog S 488, nolvkXt^tog i 445. 
Ganz vereinzelt ist die Kürze in 1%$ Itßöno d 344 und »^^ 
hiii^ai n 47. TgL E. Kühner Ausftthrl. Gram, l' § 58, 2, Hoff- 
mann quaestt Hom. I p. 144 if., und dagegen Fick TgL Wörterb. 'II 
p. 221 und W. Hartel Homer. Stud. L Wien 1871 p. 16 u. 27 ff. 
359. Statt der einatimmigen Überlieferung ihg 6i fioi hat 
Barnes dog xi fioi gegeben (was sich in C findet), um die B^el- 
mäüsigkeit der gew9hnliohen Sprechweise herzustellen, und diese 
Konjektur ist seitdem bis auf La Boche in den Texten geblieben. 
Aber dadurch wird die Bitte der Aphrodite auf eine für den Zu- 
sammenhang weniger passende Weise abgeschwftcht. Viel nach- 
drucksToUer lautet der Gedanke bei der handschriftlichen Lesart: 
*nimm mich einerseits bei dir auf, anderseits aber lafs mich 
nun Olympos zurttckeiien/ Vergleichbar wegen dieses Wechsels 
TOB xi und di aus demselben Grunde ist !F178 ^fM»ttv t* ti^ 
hunuj fplXov d* ovo^f^tv hotQov (was erst Bekker aus Konjektur 
in 9>Aov t' gettndert hat, ohne das Konjekturzeichen beizufflgen); 
femer Sl 430 avxov t« ^oai^ nifA^pov ii fis övv yi ^ioiüiv und 
IT 432 nmia x* anwitilvugj l^ ih fuyttXmg ooutxtl^itg. Auch iv 140 
t^yu X inwnrviCKiy luxic dfuimv x* ivl o&fi haben die besten 
Manuskripte i* ivij was yor F. A. Wolf in den Texten stand und 
aus dem Zusammenhange der (jedanken sich rechtfertigen läfsL 
Ebenso korrespondieren ovu und di mit einander A 368 oin etvxig 
vlog i(Ml^ fl^v 61 xoi ovxog ijniiiL Dafs dann die Spftteren dieses 
xi mit nachfolgendem di nicht selten gebraucht haben, zeigen die 
Beispiele verschiedener Autoren, TgL Matthiä Gram. § 626 unter q. 
An unserer Stelle hat man neuerdings versucht, das xt (mit G) 
aus Konjektur in ii zu verSndem, wie das doppelte ii bei zwei 
auf einander folgenden Imperativen auch 17 524. P646. (178 ge- 
funden wird. Dadurch entsteht allerdings ein lebhafter Gedanke, 
aber ein nofucut ii nach unmittelbar vorhergehendem Vo- 
kativ ISfst sieh mit keinem der zu 9c 130 berührten Beispiele in 
Vergleichung stellen. — 365. Wegen des Digammas im Anlaut 
von fy^g (vgl. zu 353 und Knös de digammo Homer, p. 126) 
vermutet Gobet MiseelL crii p. 413 als ursprüngliche Lesart: 
ner^ ii /t Füfftg statt miQ ii J^oi ^I(^j indem er wegen des Accus, 
nach mtQa wd % 283 iuiq* tfi üxaao verweist; van Herwerden 
quaestiunoulae ep. et eleg. p. 7: na^f ii u Fifftg unter Vergleich 
von ji 511. 517. £ 103. IMe erstere Vermutung spricht auch 
Nauck in der Ausgabe aus. — 370. üeber Jinivti, die als Mutter 
der Aphrodite nur hier erscheint, vgl F. G.Welcker Gr. OötterLI 
p. 352 ff. Dazu bemerkt Autenrieth: Über ihr Wesen herrscht 
noch mancher Zweifel, wie man bei Welckerf Freiler u. a. sieht. 
Der vonCurtius Grdzge^ S. 236 citirte Artikel Benfeys im Orient 

Hbmtsb. AobAac lu Homen lUat. II. 1 



98 £> Anmerkongen. 

und Oceident I 380 ist mir nicht zur Hand« doch ichdnt das 
Citftt sa beweisen, dafli er Juivii und Diana zuBammenstelli Sprach- 
lich gewib mit Recht. Aber Bemerkungen wie bei Preller Gr. 
M.' If 99 n. 8 n^Mmf ist das Fem. zu Zivg^ wie Juno d. i. Jorino^ 
oder die Lobeeks PathoL serm. gr. p. 32 bei Welcker I, 868, 
2 sowie die Ton Welcker a. 0. selbst stellen das Yerhlltnis nicht 
ins BSare. — Auszugehen ist Ton der Wurzel diy »• diu, woroii 
lat. dius «» dieS| A4|* (meri)dianus. Dies ist also substantiTieri 
aus ursprünglichem Epitheton: JSnus, Diana die Lichtgottheiten 
ftlr Sonne und Mond: ersterer ist matutinns pater (verschieden 
von ianus, Fem. ianua, mit ianuarius von St. i, ein unterschied^ 
der den BOmem spftter wohl nicht mehr lebendig war). Im Griech/ 
wäre nun zunichst Jwvog oder Jjavog zu erwarten, aber der 
Stamm ist nach der konsonani Deklination Zov, Zifv gebildet^ 
anderseits mit Vokalverdunkelung (wie in ädmwaog^ Zivw^oo) 
das Fem. Jitivtij gleichen Stamms mit JioÖmnij neben Mase» 
ändmv^ Jmin (die nicht von iwvm stammen). Ob in dem 
redupL JmStivfi sprachlich (als Eopulativkompositum «■ Dvaadv») 
die Vereinigung der Namen Jti (■» JAvog) und Juiv^i angedeutet 
ist, mag dahingestellt bleiben; jedenfalls wurde Tiiifg Jmiwimtog 
mit Juimi in uralter Zeit in 6inem Tempel zu Dodona verehrt 
(Strab. Xn 829) und wenn auch die Namen ursprttnglieh die Lieht» 
gottheiten bezeichneten, mag doch der Dualismus nachher als 
Himmel und Erde betrachtet worden sein. Der Name Juclvfi^ 
wenn übh. richtig (SchoL Od. % 91), ist natttrlich nicht auf imthm 
zurttckzufllhren, sondern «■ Diana aus Auivvvf. — 874. Zur Brklft- 
rung von <&g ü vgL Lange d. hom. Oebrauch der Part, tl I 
p. 438 ff. n p. 647 £ — 885. Über ^Slxog und ^v&lx^g F. O» 
Welcker Or. OötterL I, S. 420. — 387. x«^9> '«" m^^ : Aber 
^grofse Fftsser* dieser Art, wie sie in der Sage vorkommen und 
auf vielen Kunstwerken erscheinen, vgl. Otto Jahn Berichte der 
Oesellsch. der Wissensch. zu Leipzig VI, 1854 S. 40 ff. und F. 0-» 
Welcker EL Schrift n, S. CXV; als Symbol der Unterwelt ist ea 
gedeutet von H. D. Müller Mjth. d. griech. Stttmme 11 p. 50. 
Ahnliches, wie das im Kommentar erwfthnte, berichtet die nor- 
disch germanische Sage von Sceif, Wieland und Sigurd. Das j* 
will K. Lehrs Quaest. Ep. p. 266 getilgt wissen, indem er wegen 
des Asyndeton Z 174. { 314. 248 veigleicht: sehr ansprechend» 
— 894. Nur an drei Stellen, B 721. £ 894. 895 steht nach 
Fulda Unters, fiber die Sprache d. hom. Oedichte p. 224 olyo^ 
von körperlichem Schmerz, worin derselbe eine jüngere Be- 
deutungsentwioklung erkennt. 

897. Iv nvlf ist die Aristarchische Schreibart, die auch in 
Handschriften steht: nvXog ist ein nur hier gebrauchter Singular, 
während itvXai bei Homer nur im Plural erscheint» Über einen 
fthnlichen Wechsel der Formen vgL die analogen Beispiele im An- 



£. Anmerkongen. 99 

hang au ft 41. Diesen Wechsel berührt auch mit auodrüoklicher 
AnfÜhrong unserer Stelle der Schpl. B, «Yind. 56. 138 zu | 318. 
Andere haben h Hvhp aufgenommen und beziehen dies auf den 
Kampf des Herakles mit Hades unter den Mauern Ton Pylos^ da 
ApoUodor. n, 7, 3 vom Herakles berichtet: xor« ttiv fmi%f^ fuA 
"Adf^v hQmCi Uvklotg ßfnfiüvvta. Diesen Kampf erw&hnen auch 
einige andere Autoren. Nun ist man bei der Schreibwme iv 
JlvXtfi genötigt, iv vsKViöci ßaXmv zu yerbinden und dies zu er» 
klttren entweder ^ihn unter die Toten werfend, d. h. ihn für tot 
liegen lassend' oder geradezu ^unter den Toten liegend.' Aber 
weder das eine noch das andere kann sprachlich begründet werden. 
Es müMe wegen des folgenden odvin^^iv idamev hier nicht iv 
vi%vi00ij sondern wenigstens iv hovI'^öi gesagt sein, wie Q 156 
wmv iv noviffU ßaXeg ^alfffovg nccQanolxag. Vgl. K Lehrs de 
Arist.* p* 60 sqq. Auch P. A. Wolf und Fr. Spitzner haben 
die Aristarchische Schreibart fUr notwendig gehalten. Diese An- 
sicht vertreten auch Welcker griech. Götterl. 11 p. 761. 776/ 
Preller griech. Myth. I p. 501. Dagegen entscheidet sich fär 
Hvktp üsener de Diadis carmine quodam Phocaico, Bonn 1875 
p. 32. YgL auch H. D. Müller MjrthoL d. griech. Stttmme I 
p. 156 f., weloher den Namen der Stadt Pylos daraus erklllrt, dafs 
*die Stadt, welche den Hades als ihren Stammgott verehrte, selbst 
als die Pforte, der Eingang zu dem Reiche der Unterwelt gedacht 
wurde und in gewissem Grade in der gemeinen Vorstellung mit 
dieser verschmolz' und Furtwaengler die Idee des Todes p. 83. 
Nach unserer Schreibung sehen wir den Fürsten der Schatten an 
den Eingang seines Reiches gestellt, um dieses gegen den Ein- 
dringling aus der Oberwelt zu verteidigen. — 899. Über xi}^ 
iximv vgl. Fulda untersuch, p. 1761 — 403. ahvXoiffyog ist die 
Aristarchische Lesart (vgl. Cramer Anecd. Ox. I, p. 73), die Ameis 
nach dem Vorgange von Fr. Spitzner aufhahm. Die nachfol- 
gende Epezegese 6g ovk S^9t uüvXa (i^mv erinnert an Stellen 
wie E63. «528. 1124. ^475. M 295. 2^482. O 526. JI143. 
P 5. a 299. ß 65. y 197. Gewöhnlich wird ißQifiMSQyog gelesen. 
Übrigens haben Bekker und Nauck die Verse 403 und 404 aus 
dem Texte entfernt, wie vor ihnen schon Bothe wollte; nach 
Heyne ist nur der letztere ein /versus manifeste ab interpola* 
tore rhapsodo procusus et prorsus otiosus'. Auch Benicken 
d. fünfte Lied p. 40 und 92 verwirft 403 £ und Köchlj scheidet 
398—402 aus, Grofs Vindic. Hom. I p.72ff. 395—402. — 406. 
Die Wendung oÜb novit fpqhn (ohne %al wxui dvfiov) steht ver- 
einzelt da und weist nach Fulda Untersuchungen p. 122 auf sjpK- 
teren Ursprung der Stelle. — 412. Den Sinn hat SchoL B mit 
(lAif difv, ictiv inl noXvy M^"^ ccvtov fi y%fvii ^iffivwaa gedeutet. 
Heyne bemerkte: ^iipf nunc videtur esse pro Äif dictum.' Nauck: 
frv vix aptmn. Über die Formlfj^dt/vif vgl.M.Haupt Quaest. CatuU« 

7* 



100 E, Anmerlanigefi. 

p, 72. — 415. An der Aaordaimg der Verse 412 — 415 
Aehmend söhlig Cobet Miscell. erit. p. 369 die Versetzuiig Toa 
415 nach 412 vor. — 418 — 431. Über die von Haupt bei Lach- 
mann (Betrachtungen p. 106) über diese Scene ausgesprochene 
Atheiese vgL die Einleitung p. 61 ff. 65, dazu Benicken das fOnfte 
Lied p. 16 ff. 67 ff.| Hoffmann im Philol. III p. 210, Dttntzer 
homen AbhaadL p. 64ffl, Köehlj de Iliad. carmm. diss. IV p. 22 f., 
Ribbeek in d. Jahrbb. f. klass. FhUoL Bd. 85 p. 18, Note 17, 
Jacob Entstehung d. lUas und Od. p* 203, ▼. Christ in Jahrbb. 
f. Philol. 1881 p. 152 f. 156, La Boche in der Zeitschr. f. oeiterr. 
Gymn. 1863 p. 167 f., Naber quaestt Hom. p. 159. — 425. 
Über iifciMg TgL J. La Boche Hom. Textkritik B. 201. — 440. 
L. Döderlein bemerkt hier: 'Huic Apollinis indignationi mazime 
eongruum dicas habitum statuae inclutae Apollinis de Belvedere*. 
Da aber mit Hülfe neuerer Funde festgestellt ist, daCi der Apolhm 
von BeWedere in der ausgestreckten Linken die Ägis mit dem 
Gk>rgoneion hielt, so hat dem schöpferischen Kflnstler zunftdiat 
das Homerische ^d des ApoUon mit der Aegis Toxgeschwebt, wie 
es 306 ff. gegeben ist VgL Otto Jahn aus der Altertums- 
wissensch. (Bonn 1868) 8. 274 ff. 

453. Die Erkl&rung yon Itfctfiyl« Tstif^vta begründete aua 
antiken Bildwerken 0er lach im PhiloL Anxeiger II, 554. Ab« 
bildungen giebt Autenrieth im Wörterbuch. — 461. J. La Boche 
Hom. Unters. S, 215 hat sich für die Schreibart Tg^f^ag H ü%1%(kq 
entschieden, ebenso Nauck. — Zu 462 bemerkt Nauck: spurius? 

465. An dem Dativ ^AituKng Anstofis nehmend, der hier nicht 
im Sinne von im ^A%aiwv stehen könne, vermutet Nauck in den 
M^langes Gr6co-Romains IV p. 415 f.: ig xl ht (/LttiviC^ai khtn 
kaov ^Axuuiv; (CM bieten ^Axctt&v) statt: ig xl {ri %xilv9C^a$ 
iaöixi Xaov ^Aiatotg; vgl. indes 6 244 »» O 376. <K> 556 und snr 
Konstruktion c 343 dxMxiv ivifiot^t tpigsc^ai naUAin, — 466. tv- 
noti]Xf[löi ist die alte Vulgata, aber Aristarch hat in seinen Quellen 
iinoi^xoufi gefunden y was auch in mehreren Handschriften steht. 
Diese letztere Schreibart verteidigt K. Grashof Über das Fuhr* 
werk 8. 8. not 8, wo unter anderm bemerkt wird: ^es sind fol* 
gende Adjektive anerkannt zweier Endungen, also wirkliche Kom* 
posita: ivyvantnog a 294, tßifiifTog <f> 516, iinUtixog i 60, ivfnpttog 
4663« A 675, ivtvntog X 566. d 123 [wo Andere jetzt twavKrav 
hieben] und r886. {276 und 6 44, BvnXiHxog ^115, fvn^ftfirog 
£ 471^ Nach kritischer Behandlung einiger Stellen heibt es dann 
weiter: 'Es bleibt aber durch die Übrigen Stellen, wo entweder 
der Vers eine Änderung nicht zuläfst, oder Handschriften und 
andere ümst&nde eine solche nicht unterstützen, unzweifelhaft, dals 
Homer die mit fv zusammengesetzten Verbaladjektiven als wirk- 
liche ^t^CTcr, nicht als ^ra^^fta behandelt und daher nur als 
Adjektive sweier Endungen gebraucht hat*. Die entgegenstehen- 



• ** • • •» 



£. Ajunerknngeii. 101 

den Stellen will K. Grashof alle geändert wissen. Aber so weit 
unsre Nachrichten über die nrknndlichen Quellen reichen, haben 
wir nadi den besten Autorit&ten evl^eazos als A^jectiTum dreier 
Endnngen H B. K 576 (*» 6 48. ^ 87) H 275. 280. 590. v 10. 
fp 137. 164, sonst zweier Endungen. Denselben Wechsel haben 
wir bei svnoifitog. Wer nun hier ivnoiiitjisi festhält, der giebt 
zwar Gleichmäfsigkeit mit H 636, aber Verschiedenheit von y 434. 
Es ist daher von dieser Seite her kein Grund vorhanden, die beste 
Überlieferung ivnoitixoici abzuweisen. Vgl. auch Lobeck Paral. 
p. 459 und 497 not. 36; I. Bekker Hom. BläUer S. 310. 

471. Die an dem folgenden Abschnitt bis 496 geübte Kritik 
ist erörtert in der Einleitung p. 72 f., dazu vgl. Giseke quaeritur 
num quas etc. p. 6 und homerische Forschungen p. 235, Nitzsch 
Beiträge p. 387, Köchlj de Iliadis carmm. diss. IV p. 21, Rib* 
beck in d. Jahrbb. f. Phil. Bd« 85 p. 19, Genz zur Ilias p. 28| 
Bernhardy Grundrifs d. griech. Litt. ^11, 1, p. 168, v. Christ 
in d. Sitzungsberichten d. philos.-philol. Klasse d. königl, bajer. 
Akad. 1881, n p. 163 ff., Schmidt Meletem. Hom. II p. 13, Be- 
nioken das fünfte Lied p. 32 f. 35. — 478. Statt des nur hier . 
und V 325 vorkommenden ^jm» schreibt Nauck fx». — 486. Über 
iif^v und w^cci vgl. Lobeck Eiern. II, p. 72 sqq. Übrigens 
schreibt Nauck, wie auch van Herwerden quaestiunculae ep. 
ei eleff. p. 8 empfahl, oa^itöiv, — 487.^Dafs man die Länge des 
« in ak6vr$ nicht mit Fr. Spitzner ans dem attischen iukav her* 
Ittten könne, leuchtet ein: denn in laliov rührt die Lftnge von 
dem doppelten Augment her, wie in inqwv itiffVKu i}vw^c»4ya 
il9ßt%0fMiv. Ist hier eine Änderung nötig, so schiene Heines Xlvoio 
oAowf oder Döderleins klvwt IvaXovti das leichteste zu sein; 
Bentley: Xlvov navuyifoio iXowtj vgL aber v. Christ in den 
SitKungsber. d. bayer. Akad. philos.-phUol.>hist. Kl. 1879 p. 195 & 

492. Ad. Funk in der Abhandlung: Locus, qui apud Hom. 
in Diad. libro V, 490 legitur, emendatur (Friedland) hat seine 
Koxgektur, die schon von Fr. V. Fritzsche zu Aristoph. Thesmoph. 
1129 erwfthnt wurde, nämlich xaliniiv i* vnodti^eti ivnt^v^ 
welche auch Nauck anfuhrt, ausführlich zu verteidigen gesucht. 
Aber dieselbe scheint entbehrlich, unsere urkundlichen Quellen 
bieten alle einstimmig ino^lc^i^ und die besseren geben x^crrt* 
^v statt x«Af9rffv, denn aufser ALNOS haben alle übrigen mit 
Et. M. 126, 23 x^ttreptfv, das man mit Recht in den Text gesetzt 
hat Gewöhnlich erklärt man ino^io9tti mit ^unterlassen' oder 
*nicht gebrauchen', oder *sich abgewöhnen'. Aber nach 
Homerischer Anschaulichkeit kann der Begriff Won sich ablegen' 
nur von Dingen gesagt sein, die jemandem anhaften oder ihm an- 
gehängt sind oder ihn dicht umschlielsen wie die Kleidung, nimmer- 
n^r aber von ^oem augebox^eneQ oder eingewurzelten Charakter* 
^ge>,.:Wi^;(^ Urof^.qn^,]^ das bezeichnet sein 



102 £• AmnerkiiiigeiL 

80IL Aber gesetzt auch, daiÜB die dem SatMc^m herkömmlich 
beigelegte Bedeutung möglich wäre: so ist doch der dadurch ent- 
stehende Gedanke ftlr den Zusammenhang ohne alle Beziehung, 
wie schon Heyne sehr bestimmt erörtert hat Was hier der Zu- 
sammenhang verlangt, das hat Ad. Funk p. 3 richtig also be- 
zeichnet: *Qui admirabilem sententiarum in Sarpedonis oratione 
continuationem seiiemque, qua aliae ex aliis nexae et omnes ita 
inter se aptae et coUigatae sunt, ut nihil aut otiose aut solius 
omatus gratia positum dt, oonsideraverit et perepexerit, ei non 
poterit non persuasum esse, yerbis opus esse, quibus ad 
pugnandum impellatur Hector\ Und einen solchen Gedan- 
ken gewinnen wir, wenn wir erwBgen, dafii in der sinnlichen 
Sprache der Tadel, den jemand erhalten hat, wie ein ftulüBer- 
lich wahrnehmbarer Schandfleck an ihm haftet: fuofiov itvw^ 
/} 86 (dazu den Anhang), iX»y%ehiv ivat^au !F100. Daher strebt 
der Getadelte mit allen Erttften, durch besseres Handeln diesen 
Schaudfleck wieder von sich abzuthun oder von sich zu ent> 
fernen, indem er ihn durch tapfere Thaten wieder gut macht. 
Dies ist ano^ia^ai in einer einfachen Übertragung. Dafs aber 
nicht der tadelnde, sondern der von Sarpedon getadelte Hektor 
gemeint sei, dies wird wie durch den Zusa^mienhang so auch 
durch den Gebrauch des Wortes ivMii bestätigt. Mit Recht be- 
merkt Ad. Funk p. 5 folgendes: vox ivmii non de ea increpa- 
tionei qua qui increpat perfungitnr, apud Homerum posita legitur, 
sed de ea, qua qui increpatur aCflcitur. Si Homerus eum qui in- 
crepat respicit, hae fere locutiones leguntur: vtniüuv ßaatkifiig 
ivHd$loig iitisactv B 277. or^ crv (i iffi^aiv ivBiSdoig inhööiv 
A 519, UfiXetiiig d^ i^cevug axaQXfiQotg inkooiv ^AtQitiriv 7tQoaiiin9 
A 223. tnnl%tt, v.t^xo\doiCi Ata KQovtmva iCQiHifivia A 539; ubi autem 
eum qui increpatur respicit, vox ivmii invenitur: co 'Odvaev, f»aA« 
7t(6g (u Tuxd'iKSo ^(lov iviitfj S 104. ccUead'Hg ßa(fikfjog ivtvc^v al- 
öoCoio A 402. IdBiöBv yccQ Ifniiv iKimyXov ivvwfqv x 448. iMu yicg 
6ri Zr^vog aSfiv aUi^xrov iviiiiqv Quint. Smym. II, 662. nenctTnoia^ 
covtag ivmfjv Qüint. Smym. VI, 339. iviTttiv öfAsgiccXitiv tQOfUovtu 
Quint. Smym. I, 707. — 495. iovQBy statt des Überlieferten iovQ€c, 
ist hier und in den Parallelstellen Z 104. A 212 eine Verbesse- 
rung I. Bekkers, über deren Notwendigkeit J. £. Ellendt Drei 
Hom. AbhandL S. 16£» zu vergleichen ist. 

497 ff. Zur Kritik der Erzählung bis 593 vgl. die Einleitung 
p. 74 ff., dazu Dtlntzer Hom. Abhandl. p. 266, Holm ad Car. 
Lachmanni exemplar etc. p. 5, Eöchly diss. IV p. 21, Bibbeck 
in den Jahrbb. l klass. Philol. Bd. 85 p. 20, Benicken das fünfte 
Lied p. 32—34. 61. — 499. Über das Worfeln des Getreides vgl. 
jetzt H. Bltlmner Technologie und Terminologie d, Oewerbe u. 
Künste bei Oriechen und Römern. Leipz. 1875 I p. 8 'ff. — 508— 
Jill, Die von Haupt bei Lachmann Betracht p. 107 begrün- 



^ •• • • 






£. Anmerkungen. 103 

dete Atheteee dieser Verse iat angenommen von Benicken das 
fünfte Lied p. 22 ff. 71, Hoffmann im Phaol. III p. 211, Eöchlj 
de Iliad, carmm. dies. IV p. 23, Naber quaestt. Hom. p. 159, 
Bernhardy Orondiils d. griech. Litterat. 'fit, 1 p. 163, Bergk 
grieclu Litteraturgesek I p. 579, Bibbeck in d. Jahrbb. f. PhiioL 
Bd. 86 p. 19, T. Christ in Jahrbb. f. PhUol. 1881 p. 154 f., be- 
stritten Yon Düntzer Homer. AbhandL p. 55, vgl. darüber die 
Einleitmig p. 63 f. - 524. Über den metaphorischen Gebrauch 
von iZtiiv vgl. Pflugk zu Eurip. Hec. 662. — 525. taxQumv ist 
nach der fast einstimmigen Überlieferung mit La Boche her- 
gestellt; ttber die Etymologie des Wortes vgL jetzt auch Ahrens 
Beitrftge zur griech. u. lai Eiymol. I p. 3 ff. Übrigens vermutet 
Nauck oMQawv statt {aj^simv. 

554. In den Worten oroo to yi Xiovte ivm erklärt C. E. G-ep- 
pert Über den Urspr. der Hom. Ges. 11 S. 194 das toi y$ für 
das ^abundierende' Produkt eines Rhapsoden. A. Matthift Ausf. 
Gram. § 264, 4 bemerkt: *omx> tco ye Xiovti iv» erklärt sich aus 
der Gewohnheit des Dichters zu malen xmd zu individualisieren, 
wie unsere Dichter sagen, jene Löwen, nämlich die ich im Geiste 
sehe'. Ebenso J« U. Faesi: ^rco ya ist auch hier hinweisend: wie 
dort zwei Löwen, vrie jene zwei Löwen^ Bei H. Förstemann 
Gebrauch des Artikels bei Homer 8. 32**"* lesen wir folgendes: 
*der Artikel in E 554 oSn rci ya Uowi läfist sich wohl noch am 
besten durch Gegensatz zu der andern Seite des Gleichnisses er- 
klären (votm T»), wenn die Stelle nicht verdorben ist'. Mit dem- 
selben Zusatz *8i lectio vera habenda est' will Franz Schnorr 
V. Garolsfeld Yerborum oolloc Homericä p. 16 das Wort ivm 
als Prädikat verstehen. Eine doppelte Deutung unserer Stelle 
giebt Fr. Spitzner, und L. Döderlein hat nach Bothes Vor- 
gange kurz bemerkt: *o&o per hyperbaton pro reo ySy ofo Xiovte*, 
Ebenso erklärt Alexis Pierron. Ameis verband ob tniye und 
trennte diese Worte von den folgenden durch Komma, so daüs 
mit Uovtt — k^fphfiv selbständig die Geschichte eines Löwen- 
paares erzählt werde, aber dies ist ohne alle Analogie. Es 
scheint nichts übrig zu bleiben, als ein allerdings auch sehr auf- 
ftllendes Hyperbaton anzunehmen. Übrigens hat Nauck statt rui 
yi vermutet &^q9, — 567. Über a^pag vgL Lobeck Elem. I p. 241 
not 9. Li ^ 815 ist dieselbe Form durch Bekker verbessert 
worden. Hier aber vermutet Ahrens im PhiioL VI p. 26 als ur- 
sprüngliche Lesart cr^e, Nauck aber bezweifelt die ürspttnglich- 
keit des Verses. — 589 wird verworfen von Benioken in Jahrbb. 
1873 p. 94. Auch Nauck hat bemerkt: spurius? Über das 
Verhältnis von 590 f. zu ^343 f. vgl v. Christ im Sitzungsber. 
d. bayer. Akad. 1880 p. 233. — 593. Über txov^a nvioifiov YgL 
C.W. Göettling Gesamm. AbhandL I (Halle 1851) 8. 202 £ und 
zu Hesiod. sc. Herc. 339. Übrigens ist dieser Vers von Köchly 



104 S< Anmerkuiig«!!. 



auBgeschieden, vgl. dagegen Benioken das ftUifte Lied p. 43. — 
597. Anspreehend ist die Deutung von inaXainvog bei Antenrieth 
im Wörterb. ': des Schwimmens nnknndig («ifie jMiliiitf). — 
608. Zur Beseitigung dM Hiatus empfiehlt van Herwerden 
^piaestiunculae ep. et eleg. p. 8: ni^* a^* ftg yi statt mqu dg 
f9 SU schreiben, dieselbe Vennutuag führt Nauok an, hinsufDgend: 
an ictt^* h$Q? 

628 ff» Ober die g^gen den folgenden Abschnitt bis 698 aus- 
gesprochene Athetese Tgl. die Einleitung p» 78 f. dazu Giseke 
quaeritur num quas etc. p. 5 C und Hom. Forschungen p. 162 
und 236, Köchly de Iliad. carmm. dies. IV p. 21, Ribbeck in 
d. Jahrbb. f. klass. Philol. Bd. 86 p. 20 f., DUntser Hom. AbhsaidL 
p. 266, Jacob Entstehung d. IL u. Od. p. 203, Ni tisch Bei- 
trftge p. 387, Genz zur lUas p. 22, La Boche in Zeitsohr. f. d. 
oesterr. Gjmn. 1863 p. 1661, Holm ad Car. Lachmanni exem- 
plar eto. p. 4, Kajser Hom. Abhandl. p. 8. 23. 100, Bergk 
griech. Litteraturgesch. I p. 569 u. 575, Naber quaestt Hom. 
p. 169, Hoffmann quaestt Hom. H p. 209 f., y. Christ in 
Sittungsber. d. philos.-philoL KL d. königL bayr. Akad. 1881 H 
p. 161. 167 t, Schmidt Meletenu Hom. II p. 13 f., Benicken 
d. flinfte Lied p. 32 ff. 62. 

688* ilXoüv Tivo^ die Lesart des Tyrann io, wird jetzt von 
den meisten gebilligt, auch von A. Nauck Aristoph. Bys. p. 53. 
Ameis wendete dagegen folgendes ein: l) Nach iXXoiog wird sonst 
nirgends das Indefinitum xlg gefunden, und es scheint auch mit 
dem Begriffe desselben nicht wohl vereinbar zu sein, da es kaum 
Ton rein geistigen Eigenschaften gesagt werden dürfte, wenn 
man die drei Stellen J 268. n 181. f 265 vergleicht. 2) Mit ak- 
koiov wird bezeichnet, dab Herakles schon von Geburt aus 
eine anders organisierte Persdnlichkeit war. Aber daraus, dafii 
Herakles von der Natur mit weit höheren Eigenschaften des Geistea 
und Körpers ausgerüstet wurde, kann doch dem Sarpedon kein 
Vorwurf erwachsen, wenn dieser bei geringerer Befllhigung aufiier 
Stande war, dem Herakles nadizueifem? Nach dem Zusammen« 
hange können nur gleichbeffthigte Söhne des Zeus einander 
entgegengesetzt werden, sei es dads sie in Wirklichkeit gleiche 
Fähigkeit haben, sei es dab sie poetisch als solche dargestellt 
werden. Dieses letstere Erfordernis nun würde durch «lAoJöv eine 
Störung erhalten. 3) Wenn man iXXohp hier als einen ^Ausdruck 
ruhiger Smphase' betrachtet, so wird dies in deutliche Sprache 
Obersetzt nichts anderes bedeuten, als was F. A. Wolf in der 
praef. Kleine Schrift, herausg. von Bemhardy I 271 mit *8ati$ 
languide^ bezeichnet hat. Denn mitten in affektvoller Rede 
bleibt ikloüv xiva gwct ein matter Ausdruck. Ich habe daher 
mit F. A. Wolf, Spitzner, W. Dindorf, La Boche die Lesart 
sAmtlicher Handschriften, welche Aristarch und die meisten Gram* 



E. Anxnerkimgen« 105 

matiker schätzen, nämlich aXl^ olop xtva beibehalten und verstehe 
sie mit den Alten und F. A« Wolf als gegensfttzliehen Ausruf der 
Bewunderung, der zugleich mit eine Begründung des Yoriiergehen- 
den enthftlt: ^ai qumUo md4ar^ quam dissimüis tut fuii Ukl (U 
quaUs vwT Anders Fr. Spitzner, der mit Pios im SchoL B« 
elliptisch erklftrt: iXkit rocovfOi, olov xri., also ^sondern (solche 
waren es) wie der Sage nach Herakles Kraft war, d. i. ganz 
andere Leute ali du'. — 646. Die UrsprUngUchkeit des Verses 
wird von Nauck bezweifelt. — 663-. xivUc^m wird allgemein als 
Futurum von twim betraehtet und deshalb im Sinne von rirtv^irfti 
passivisch erklärt, wie auch von Ed. Geist Disquis. Hom. in 
Jahns Archiv für Fhilol. I (Leipzig 1832) p, 617 bemerkt ist: 
* Futurum Tfv(ofi«i hoc tantum loco vim passivam habet'. Aber 
diese Deutung kann weder sprachlich noch sachlich gerechtfertigt 
werden. — Das Verhältnis von 662 — 64 zu A 443—445 erörtert 
V. Christ in Sitzungsber. d. kön. bayer. Akad. philos.-philol. Kl. 
1880 p. 234 f. — 666. L. Doederlein ist in seiner Ausgabe zu 
Nicanors (ed. Friedl. p. 184) Eiklärung, welche auch Heyne 
billigte, zurückgekehrt: *o^^' hußahi^ sc. t«Iv &v i%l&v^ ex iftkv- 
iavtmv pendet'. Ebenso Bothe und Alexis Pierron. Aber 
dies hat I. Bekker Hom. Blätter S. 22 längst widerlegt. Be- 
gründet ist auch was V. H. Koch dagegen bemerkt: Vom Wagen 
des Sarpedon war seit 494 nicht die Rede, auch widerspricht das 
Folgende'. Man kann beifügen: wenn die erwähnte Erklärung nur 
möglich sein sollte, so müfste das blolse intßalvitv für den Be- 
griff *auf den Wagen steigen' ein ebenso stabiler Ausdruck sein, 
wie itaßalviiv (und ävaßalviiv) vom Einsteigen in die Schiffe: zu 
a 210. Dies ist aber durchaus nicht der FalL Übrigens wider- 
strebt auch der Sinn von ömviuv^ denn dies Verbum bezieht sich 
auf den Eifer, den Verwundeten im Kampfe zu schützen und in 
Sicherheit zu bringen, wie der nachfolgende Satz mit yuQ beweist: 
vgl. K, Lehrs de Arisi^ p. 116. Übrigens scheiden van Her- 
werden quaestiunc. ep. et eleg. p. 8 und Nauck in der Ausgabe 
V. 666 aus. — 670. Zu der Wendung fiuliiffii — ^o^ vgl. Fulda 
untersuch, p. 230. — 676 haben aus dieser Stelle wörtlich ent* 
lehnt Verg. Aen. IX 767 und Ovid Met. XIH 268. — 697. An 
Stelle der gewöhnlichen Lesart ifmvvvdfi (La Boche: iimvvv^ii 
mit Aristarch) empfiehlt van Herwerden in Bevue de phüologie 
N. S. 1878, II p. 195 ff.: ifut^v^ti^ wie nach La Boche der Ven. 
A bietet, doch mit übergeschriebenem v. — Zum sachlichen In- 
halt der Stelle vgl. Röscher Hermes der Windgott p. 66. 

708. lUfM/iknig mit Gen. findet sich nur hier und N 297. 469. 
Spätere Dichter gebrauchen fUfuffkmg in dem Sinne von studens 
oder intentus^ aber meist mit Dativ. }?auck in den M^langes 
Gr^co-Bom. IV p. 684 f. möchte die Anomalie beseitigen durch 
die Änderung: fUfMvig oder vielleicht lüfifitig. — 711 — 792. 



106 £. Anmerkoagen. 

Dieser Abschnitt in Verbindung mit 907 — 909. Z l wurde athe- 
tiert Yon Haupt bei Lachmann Betracht, p. 107 f. vgl. 21: vgl. 
die Einleitung p. 64 f^ dazu Benicken das fünfte Lied p. 26ffl 
44. 62 f. 72 f., Hoffmann im PhUoL m p. 211 £., Jacob Ent- 
stehung d. Hias u. Od. p. 206 £, Naber quaesti Hom. p. 159, 
Bernhardy Grundrib d. griech. Litt 'H, 1, p. 163, Bergk griech. 
Litteraturgesch. I p. 579, Dttntzer Hom. Abh. p. 55 f. 257, Orofs 
vindic Hom. part. I p. 61 ff., Oeni sur Hias p. 22, Köchly de 
Uiad. carmm. dies. IV p. 22. * 

723. Weil die Cftsur nach imtaniniiui eintritt, hat Bentley 
statt des überlieferten %iiXKia im Versanfange xHmC koigiziert 
(wie 731 Xificti steht) und dies hat L Bekker als eigene Kon- 
jektur aufgenommen. AuTser %ulMi vermutet Nauck nach dem 
Vorgänge von Gebet Miscell. crit. p. 413 inuiiHVfifUi statt o»- 
tec%vfi(ui, — Über die Speichen bemerkt E. Grashof Über das 
Fuhrwerk S. 33: *Die Speichen (xv^fiai), welcher Name selbstttndig 
nicht vorktoimt, sich aber aus dem den Rftdem an Here's Wagen 
gegebenen Beiwort oKxaxrVfifAog entnehmen Iftfst, sind acht an der 
Zahl, und nichts berechtigt uns anzunehmen, dafs ihrer gewöhn- 
lich nur sechs gewesen seien, imd Homer aa^ den G5tterwagen, 
wie Bustathius sich* ausdrückt, 6ta nUla ots(^6%fixu die Zahl ver- 
mehrt habe'. Aber es berechtigt auch nichts, diese Notiz sowie 
die Bemerkung des Schol. zu Pindar. Pyth* II 73 in Zweifel zu 
ziehen. Dagegen wird jeder billigen, was Qrashof beifügt: *Wenn 
aber nach Tzetzes zu Op. et D. 426 der Radkranz vier Felgen 
hatte, so ist mehr als wahrscheinlich, dafs jede Felge von zwei 
Speichen gestützt worden sei'. — 727. Die Worte iüpifog tfut^iv 
ivtixtacn hat E. Grashof Über das Fuhrwerk S. 18 Anm. 15 
richtig erklftrt. 

729. In xov d' il agyvQiog ^vfiog nihv ist vielen das ein- 
stimmig überlieferte Tempus von nikev anstöfsig gewesen. Daher 
hat zuerst Bentley ni^i koiyiziert, nach diesem andere, wie 
S. A. Naber in Mnemosyne 1855 p. 209 vgL Quaestt. Hom. p. 109, 
und jetzt Nauck. Dabei beruht die Berufung auf die ^Schollen' 
auf einem auch bei Heyne sich findenden Mifs Verständnis der 
Worte xb Sl niXiv ivxl xov nilu. Vgl. L. Friedlaender zu 
Ariston. p. 6. L. Friedlaender selbst nun bemerkt im PhiloL 
VI S. 675 f.: ^Allerdings erwartet man das Praesens; das Imper* 
fectum dient den Übergang aus der Beschreibung in die Erzäh- 
lung zu machen'. Den Übergang? Es ist ja schon 722 ßiU ge* 
sagt. Daher hat J. ü. Faesi Friedlaenders Worte in folgender 
Fassung aufgenommen: *Das Imperfekt itiX»v nach den Praesentia 
724 bis 728 dient zur Bückkehr aus der Beschreibung in die 
Erzählung*. Doch da fragt man sogleich, warum der Dichter zur 
Erzählung zurückgekehrt sei: der Grund davon aber kann nur in 
der Bedeutung der Worte liegen. Das Verbum niktv nämlich 



E, Anmerkniigea. 



107 



heibt nicht 'war genucht' oder blora 'war', was in Verbindung 
mit Sx nvog einen ganz andern Sinn geben wttrde, weil es dann 
mit ylfvta^i oder ilvta & nvo; in Parallele kSme. Nein, das 
it£Icv nrnfs seine sinnlicb anBchauliohe Bedeutung behalten: anr 
ist der Begriff 'streckte sich oder ragte', den Philipp Uajer 
und K. Grashof Über das Fahrwerk S. 35 gebrauchen, weniger 
passend als unser 'ging aus'. Wenn nun ein Wagen aafser Qe- 
brauch gesetst werden sollte (zu B 777), so wurde die Deichsel 
aliganonunan und sie mofste, sobald der Wagen von neuem ge- 
braucht wurde, erst wieder angelegt und befestigt werden. Miiün 
konnte der Ausdruck ix ilq>(fov ^fu>£ nilMv nur dann stattfinden, 
wenn dar Wagen wie hier zum Gebrauche in den Stand gesetzt 
wurde, wthrend die übrigen Teile auch nach der LoslSsuag 
ihre 734 bis 728 uigefuhrteii Eigenschaften nnverllnderlich 
beibehielten. 

730. Zur Veranscbaulichimg 
sind hier ans Äatenrieths 
Wörterbuch Tafel XII drei Ab- 
bildungen entlehnt, welche er auf 
Grund von antikes Bildwerken 
komponiert hat und wozu er nno- 
mehr folgende ErlHuterongen giebt. 
In N. 5& Bind die Terschiede- 
sen Teile des Jochs and zwar 
h) {vyov das Jochholz mit ab- 
gerundeten Enden, 
a) ifupalßs, Jocbknauf, 
hk) otipuf, Ringe, Ösen filr 
das ZOgelwerk, teils am 
Knauf, teils auf dem Joch 
(in Fig. 12 blols auf letz- 
terem angebracht). 
^) NSgel, oder Haken, in 
welche die UnuSvw einge- 
hängt werden. 
dd) itwfUu, JochkisBen, Kum- 
mete (in Fig. 12 lit. e), 
(f) iinaivB, Zuggarte, welch« 
am inneren Ende neben 
der DNOhsel, schon vor der 
Bespannung h&ngen und 
zw« hier befealigt. 
U) 4*^ ZOgel und zwar de- 
ren ttaigster, hinterer Teil, "'' "' 
der etwa an der ävml (wie Fig. 12) schon vor der Be- 
ipumnng angebunden ist und an deren vorderes Ende <iu)a. 




108 ^* AnmerkimgeD. 

bei der Bes|miiniiiig der Kopfisiiin, den die Pferde mit dem 
Stim- und Beekenriemen an sieh trsgen« mittelst Schnallen 
befestigt wird^ 
e) ii^&o^, der Joehring, in welehen die Deichselspitxe Hinein- 
geschoben wird, worauf dann der Jochnagel in der Weise 
eingesteckt wird, dafo er oben vor, unten hinter dem Binge 
steckt 
Die Rg. 60 seigt, nach Anleitung von Sl 272, wie das Joch 
an der Deichsel befestigt wird, was natürlich der erste Akt dee 
Bespannens ist. „Sie 

,,Hoben vom Pflock das Buchsbaun^och für die Mäuler, 
Oben Ycrsehn mit dem Knauf und wohlgerttstet mit Ösen, 
Holten dann auch den voll neun Ellen messenden Joohhero; 
Sorglich befestigten sie am Vorderbeschlage der glatten 
Deichsel das Joch und warfen sodann den Ring um den Nagel{ 
Dreimal über den Knauf Ton beiden Seiten und abwärts 
Banden den Biemen sie fest und bogen das Ende darunter/* 

So kann Jordans Übersetsung 
(mit wenig Änderung) zur Er» 
liutemng obiger Zeichnung die* 
nen. 

Zunttchst wurden dann die 
Tiere unter das Joch geführt, 
die ftuüMren Biemen der khuitva 
eingehängt (so dafs die Brust- 
gurte nun beiderseits am Joch 
befestigt waren) und die Kapp« 
^^* ^' zäume mit den ZUgelriemen zu- 

sammengeschnallt; damit war die Bespannung fertig. — 734 — 36 
wurden von Zenodot verworfen: vgl. Düntzer de Zenodoti stud. 
Hom. p. 185. — 737. Zur Verbindung der Worte hat schon 
F. A. Wolf praef. von 1804 in Kleine Sehr, herausg. v. 6. Bern* 
hardj I 273 mit Becht bemerkt: ^ipsi veteres saepe eriarunt in 
eo, quod rhjthmicum ingressum turbabant et sustinebant miris 
modis; neque Aristarchus ea culpa vacabat ad E 737. B 387'. — - 
738 f. Über die Aegis bei Homer vgl. jetzt auch Bader in Jahrbb* 
f. PhiloL 1878 p. 677 ff., wo derselbe auch die vorliegende Be- 
schreibung erörtert 

743. Aus Autenrieths Wörterbuch folgen hier einige Ab- 
bildungen von Helmen mit seiner neuredigierten Erklärung. „Der 
Helm, KOQvg^ besteht zunächst aus der Kappe oder Wölbung, 
Kvvifi (diese Erklärung A. Oöbels ist gewiJDB richtig), Fig. 90, 
eine Lederkappe mit einigen Metallreifen. 0ciXoi sind wohl nicht 
Schirme; denn die von Köchly-Rüstow angenommenen Schirme 
möchten wohl schwer sämtlich aus Homer belegbar und dann 
TfT^^aAot nicht deutbar sein. q>ccXoi (viell. verwand^ , mit g>Xiaj 




£. Anmerkungen. 



109 



tto^^okvi^ bulU) und woU Wulst«, Bsifem. Wenn nuui nun aus 
den obigen anlikan Bildam einen SohlTifo ziehen duf, so wire 
noch zu bemerken: aHös die Bfibre, welche in dem %vfißtix'*St 
HelmBoheitel, eingeUasen, den lö^g ^™d die «puUrpa trügt, avlci- 
tuf irt aUo ein solcber Helm mit der BOhre. a^tAos ohne Reif; 




ifuplipulioi mit 2wei Beifm, wie Fig. 90, uxfuipaloe Tierreifig oder 
nerkSmmig (etwa wie Fig. 115 oder 83); daön beieitduiet ^altifv 
{ipöK^f») mehr Metallstreüian oder -FUttdwn, laminM, in der Begel 
die im ttHög ateekenden Streifen mit den Bobhaam, vielleieht 
»ach die Schuppenbekleidong des StnmbandB oder Helmbands und 




BchmnckstDcke («csCIut) anf der HelnucKppe; demnach tttpa^vX^' 
f9S TierBtreifig (nSmlich mit 4t«ilig«m BelmBchmnck, wie Fig. 2S, 
146 n. TieU. 102). 

tf vyaiit« hat man neuerdings als iit^- (•» quadru«) ipulMui 
n nkllran versnehti diea wiri neben Ttcpaowloe und rnpa^li)- 



110 £. Aamerkungen, 

^^ die loUim aiiiei]uuiderzulialte& sind, doch ein Luxus der Spraebe, 
zumal wo vfifsa «■ t^vna (wovon r^movov) das Loch — so nahe 
liegt, also «» mit duröUöchertem q>aXog. Die RoÜBhaare des Helms 
{tmuo%€ittfig)j der kofpog^ waren in einer Doppelschicht (rechts u. 
links) Yon Metall eingelassen und durch eine Art von Ereuzschntt- 
rung, yergleichbar einer Steppnaht, damit verbunden, indem durch 
Löcher der Streifen die Schnüre herüber und hinübergingen; daher 
sind bei den meisten Helmbüschen obiger Bilder solche LOcher- 
reihen sichtbar, hie und da (wie in Fig. 152^) dienten fthnliche 
Löcher wohl auch sum Schmuck. Als Übersetzung dient etwa 
^steppreifig*. 

Tglm^xog kommt daneben nur ASbS vor und kann wohl nur 
znit dreifacher Metalllage bezeichnen; sonst giebt es keinen der- 
artigen Helm, aber dafür ist dies ein Geschenk das HephSstoa 
und mufs einen schweren Schlag aushalten. 

XaXnoieaQilogj mit Backenschirm (wie £ 610) m 628. — 
744. Über die Worte huttov noXbov n^JJsaa* i^qvktv TgL G. Her* 
mann Opusc IV, p. 286 sqq. Naegelsbach Honu TheoL I, 2« 
L. Döderlein Hom. Gloss. § 446. — 750. Weil Matron in der 
Parodie dieser Stelle bä Athenaeus IV p. 134' nach den Haad^ 
Schriften die Form intttvgi^onai gebraucht, so vermutet Th. Bergk 
in einem Hallesohen Universitatsprogramme von 1861 p. 4, dafa 
statt Initttfttmai hier ursprünglich der Plural htix^ftf^wun ge- 
standen habe. Seine Worte sind: *ego quidem non dubito, quin 
Matro hoc ipsum innst^uipcctcci in suo exemplo repererit, estque 
numerus pluralis haud incommodus, modo Olympum montem a 
coelo diversum esse memineris, id quod scite observavit Aristar- 
chus\ (Vgl. K. Lehrs de Arist.' p. 164 sq.) und hierzu folgende 
Worte: *Neque vero primus hoc vidit criticus Alexandrinus, sed 
Leagorae Sjracusano inventi laudem vindicat Suetonius, ex cuiua 
libro de notis descripta sunt, quae in Anecdoto Parisino leguntur 
(vid. Osann. Anecd. Bom. p. 330)\ — 754. Über die Schwierig- 
keiten der Stelle im Vergleich zu 749 f. in Bezug auf die ort» 
liehen Verhftltnisse vgL Aristonic. ed. Friedl. p. 113 und Nutz- 
horn die Entstehungsweise d. hom. Gedichte p. 109. 

757. nofjfffiQa Iffya ist nach der Angabe des Didymos die 
Aristarchische Lesart, die auch in den meisten Handschriften steht: 
denn n^atsga haben CDGMNO, alle andern xo^s^, nur S. hat %ai* 
itiflX* Ijpya und Apoll. Soph. p. 16, 31 rccie l(iy aUtilu, Dies letztere 
haben (nach dem Vorgange von Payne Enight) I. Bekker und 
Nauck hier und 872 (wo es in Schol. LV. Cant. steht) in den 
Text genommen; auch Buttmann Lex. 60, 2, L, Döderlein 
Hom. Gloss. § 409 und Clemm in G. Gurtius Stud. Vm p. 77 
haben diese Lesart empfohlen, letzterer mit der Erklärung: ^(Mpi- 
demi 9UM tarn non smU cisipicienda*. — Das Fragezeichen ist mit 
Bekker am Ende des ersten Verses nach t^ya gesetzt, wodurch 



£. Amnerknngen. 111 

der Gedanke an Nachdrack gewinnt. Anders Glassen Beobacht. 
p. 27. Der Venet A hat Sügme nach i'i^ytt und HfuatOj Hypo- 
stigme nach «x^g, Diastole nach xoCfiov. Fttr das Fragezeichen 
steht im Tenet. A bekanntlich nur Stigme. — 760 f. Über die 
Zusammengehörigkeit von xi^ovun avivng vgl. J. Glassen Beob* 
achtungen 8. 93 Anm. 55. *-- 765. Statt (ucv ot ist mit Bekker 
aus einigen Urkunden ^v ot aufgenommen. Vgl. Kdchlj zu 
Quint. Smym. IV 530. — 766 citiert Julian, or. IV p. 196*. — 
770. Über ^f^idff^ vgl den Anhang zu ß 263; eine abweichende 
Erklärung giebt Schmidt Synonymik d. griech. Spr. I p. 618. *-*- 
Zum Gleichnis Tgl. Friedlaender Beiträge I 31 f. — 772. Wegen 
des digammatischen Anlauts von 17%!^ sieh( van Herwerden quae- 
stiunculae ep. et eleg. p. 9 in infirixiig eine spätere Bildung und 
yermutet als ursprüngliche Lesart hier vtffuvxivig^ wie ^27 wffav* 
livagj vgl. Z 509; dieselbe Vermutung giebt Nauck. Vgl« indes 
Enös de digammo Hom. p. 61. — 774. Über die lokalen Ver- 
hältnisse handeln y. Christ in den Sitzungsbericht, d. bayer. Akad. 
philo8.-phfloL-histor. EL 1874 p. 189 und ebendaselbst 1881 p. 183, 
und Horcher über die homerische Ebene vou Troja, Berlin 1876 
p. 127 ff. — Zum öxiiiM ^AXKfuxvi%iv ygL Aris tonikos zu dieser 
Stelle und Lesbonax zu Ammon. ed. Valken. p. 180. 

778. Statt a[ dh fiavt^v bieten der Schol. zu Soph. EL 977 
und Oed. CoL 1676 und der SchoL zu Eurip. Ale. 923 die Lesart 
Tio dl ßatfiv. So auch Zonaras p. 1758. Hierzu hat £. B. Lange 
bemerkt: *Quae lectio cum nequeat ex triplici errore nata esse, 
ob raritatem illius dnalis usus in eam lectionem, quae hodie vulgata 
est, at ii ß.^ mutata videtur'. Und zu diesem rc» 8i vergleicht er 
d 378 TC(fOip€tv{vxi^ S 455 nXfiyivrSy Hesiod. Op. 198 f. TtaXwjHXfiivm 
und ^r^iU^rowt nebst Matthiä Gram. §436 u. Kühner Gram. §427.b. 
Ähnlich urteüt W. C. Kays er im PhiloL XVII S. 708 und Blom- 
field zu Aesch. Pers. 186 ed. Lips. Danach ist reo dh jetzt nach 
Naucks Vorgange in den Text aufgenommen. — Zu ofMuci vgl. 
hymn. Hom. in Apoll. 114 (Iris und Ilithyia) ßicv 81 noifl Tpif^tff 
neXiiciig&v T^fut^^ ifMÜit und Aristoph. At. 574 ^Iqiv H % ^O^iriQog 
Hfpu^ ilvai bUkfiv XQf^Qa^vi mXsCfi. Übrigens sieht W. Jordan 
Homers Ilias übersetzt und erklärt , p. 577 in dem Verse eine 
Interpolation aus jener Stelle des Hymn. ApolL — 782. Statt 
Xilavatv yermutet Nauck Xlicoi. — 785. G. Hermann Op. IV 
p. 296 sq. ^Homerus auxit per hyperbolen vires deomm, quas 
immensas cogitare animus sine perversitate potest. Ita E 859. 
Quae de Neptuno repetuntur jS'148. In dea vero scite declinavit 
quod minus decorum videbatur in E 784'. Was K Göttling zu 
Hesiod. theog. 311 [nach SchoL AL. zu unserer Stelle] als Erklä- 
rung giebt: * %«lK96ipt»vog cuitis vox est tubae mstar^^ das läTst sich 
fttr Homer weder sprachlich noch sachlich begründen. Über die 
Stimme des Stentor und zu 860 vgL auch Juvenal XHI 112 f.; 



112 £• AnmerkuDgeiL 

sonst TgL Über Stentor Haupt bei Laehmaim Betracht, p. 109 
und dagegen Köchly de Iliad. carmm. diss. IV p. 24; Bergk 
grieoh« Litteratorgesch. I p. 579 deutet den Namen als ^Donner- 
gott'. — 787. 8UU xoV iUyx^u hat Aristarch hier icaV iX»f- 
%iig gelesen, wozu Uejne bemerkt: *recte sane hoe J 242, at ab 
hoc loco alienum'. Auch Nauck in den Melanges Or6co-Bom. IV 
p. 596 und Cobet Mise, crit p. 287 empfehlen iXiyx^* — 797. 
Statt titQixo geben xQtßtto A super. CDGM. — 798. Über die in 
dieser Stelle herrsohende Unklarheit in Bezug auf die Lage der 
Wunde ygl. W. Jordan Homers Ilias übersetzt und erklärt p. 577. 
802. Ameis bemerkte richtig, da£B die beiden Sfttze mit ort 
nicht in gleicher Weise sich auf dasselbe einzelne und be* 
stimmte Faktum beziehen, schon weil die Iterativform ituOKov 
das yerbietet, aber darum war doch der erste mit nal f ort irt^ 
mit dem vorhergehenden Oedanken 801 nicht zu verbinden. Es 
steht dem schon die Partikel ^ nach 9ud entgegen, welche un- 
beachtet geblieben ist: die Stellensammlung fttr ttal ^ bei Rhode 
Uber den Gebi*auch der Partikel Sga bei Homer. Moers 1867, 
p. 27 zeigt, dafo xal in dieser Zusammenstellung nur Yerbindungs- 
Partikel ist^ nie als steigerndes auch verwendet. Höchstens könnte 
man das »at T 42 vor nachfolgendem ei sctf, wegen der Aufiiabme 
mi fM|v ot 45 als steigerndes auch| selbst fassen wollen, aber 
auch da ist es natürlicher »ol 42 als Yerbindongspartikel zu ver- 
stehen; das nal 45 erklärt sich genttgend aus dem koncessiven oTsn^ 
Die Stelle ist übrigens sehr ähnlich und jedenfalls zeigt auch sie, 
•dab eine unmittelbare Verbindung mit dem vorhergehenden Satze 
nicht möglich ist Auch an unserer Stelle verträgt die Allgemein* 
heit der Charakterisierung in 801 kaum den unmittelbaren An- 
schlufs eines doch immerhin spezialisierenden Zuges, der vielmehr 
durch %al ^ als dem allgemeinen entsprechend (und — so denn) 
daran geknüpft wird. Ist aber dieser Nebensatz von dem Vorher- 
gehenden zu lösen, so ergiebt sich weiter die Notwendigkeit den 
Nachsatz nach 804 anzusetzen, und da scheint es doch am natür- 
lichsten 805 den Nachsatz beginnen zu lassen , statt diesen Vers, 
wie Franke bei Faesi will, als Parenthese zu fassen; denn dann 
würde, da airaQ 806 klar auf diesen parenthetischen Oedanken 
seine bestimmte Beziehung nimmt, überhaupt das ganze Satzgefüge 
völlig aufgelöst sein« Das Auffallendci dafs 805 als Nachsatz ge- 
fafst, nach seinem Inhalt dem ersten Vordersatze 802 so nahe 
verwandt ist, erklärt sich genügend daraus, dafs nachdem einmal 
an den ersten allgemeinen Vordersatz ein zweiter sich geschlossen 
hatte, der einen speziellen Fall einfahrte, beim Nachsatz nur der 
letzte mafsgebend war. Überdies ist es auch in Bezug auf den 
809 flf. iu entsprechender Weise durchgeführten Gegensatz viel wirk- 
samer, wenn 805 nicht zu einer parenthetischen Zwischenbemer- 
kung herabgedrückt wird, sondern nachdrücklich hervortritt. 



E. Anmerkungen. X18 

808. Dieser Vers wird bereits von Aristarch yerworfeni 
wie Arietonikos hier und zu J 390 erwähnt. Unter den Neuem 
hat ihn zuerst F. A. Wolf in Klammem eingeschlossen und seit* 
dem ist er überall als unecht bezeichnet. Mit Beoht, denn die 
Erwähnung von Athenes Hülfe ist ein Widersprach zu 802, der 
gerade das yemichtet, was Athene beweisen will, nämlich dafs 
Tjdeus auch gegen ihr Verbot ein tapferer Kämpfer gewesen sei« 
8odann stürt der Vers den Gegensatz zwischen ovra^ o (806) und 
isol d' {roi iym^ da Athene offenbar sagt: jener war allein, besafs 
nur seinen Heldenmut und kämpfte siegreich auch gegen mein 
Gebot, dir dagegen stehe ich zur Seite imd befehle den Kampf. 
Vgl. auch Fr. Spitzner. — 827. Bas Verhältnis dieses Verses 
zu S 342 erörtert v. Christ in Sitzungsber. d. bayer. Akad. philos.- 
philol. Kl. 1880 p. 232. — 831. Über die Bildung aU(m(f6caklog 
vgl 6. Meyer in Kuhns Zeitschr. XXII p. 17. — 830—834 werden 
verworfen von Düntzer hom. Abhandle p. 267, vgl. dagegen Be- 
nicken d. fünfte Lied p. 63. — 889. Das d' ist nach der An* 
gäbe des Didymos die Aristarchische Lesart, die nach Spitzners 
Vorgang aufgenommeil ist, während die Andern x* geben. Die 
unverwandelte Gottheit und der Mensch pflegen bei Homer nicht 
in dieser Weise als gleichberechtigte vereinigt zu werden, wie es 
mit xi geschehen würde. VgL auch den Anhang zu l 5^7, Übri> 
gens wurden 838. 839 von Aristarch verworfen, vgl. Aristonic. 
p. 115 und dagegen Köchly de Iliadis carmm. diss, IV p. 24 
und Benicken d. fClnfbe Lied p. 38. 

845. Svv Zdiiog Hwif^v, Über die Darstellung derselben in 
der Kunst vgL K. F. Hermann Die Hadeskappe (Göttingen 1853) 
8. 5 nebst den beigefügten neun Abbildungen. S. 14 bemerkt er 
folgendes: 'Ob bei jenem Namen ursprünglich an den König der 
Unterwelt persönlich gedacht war (was schon Hygin. Poet, astron. 
12 leugnete), ist dafür gleichgültig; wir können es uns sehr wohl 
gefallen lassen, daüs das Wort, wie es schon bei Homer vorkommt 
(£ 845; vgl. Plat rep. X p. 612 und Aristoph. Acham. 397) [wo 
man von den Spätem Achill. Tat. III 7 beifügen kann] und spftter 
sprichwörtlich geworden ist, mit letzterem zunttchst nur den 
abstrakten Begriff der ünsichtbarkeit gemein hatte, ohne des- 
halb gerade als eine Kappe gedacht zu werden; ebenso gewifs 
aber ist es, dafs der spätere Sprachgebrauch dasselbe direkt auf 
die mythologische Person des Namens Zdiifig bezog (aufser Eustath. 
p. 613, 23 insbesondere ApoUod. bibl. I 2, 1); und wenn der eine 
Künstler diesen in der Tracht eines orientalischen Königs dar- 
stellte, so konnte mit gleichem Rechte der andere die phrygische 
Königsmütze zu der seinigen machen. Dabei soll allerdings nicht 
verhehlt werden, dafs ein bestimmter Nachweh dieser Helmform 
auf Hades' eigenem Kopfe bis jetzt noch nichts beigebracht ist, und 
selbst diejenigen sonstigen Spuren^ in welchen man schon frü] 

KsKTZB, Anhang sa Homers IUm. II. % 



114 £• Anmerkungen. 

die Hadeskappe unter der Gestalt einer phrygischen Motze bat 
erkennen wollen, bei unbefangener Betrachtang manchem Beden- 
ken unterliegen'. Was nnn unsere Stelle betrifft, so ist man in 
der Auffassung derselben fast allgemein einverstanden. So sagt 
L. Preller Gr. Mjth. II 494: 'Ein altes Symbol der ünsicht- 
barkeit ist der sogenannte' Helm oder die Kappe des Aides ^Aiöog 
nwifi)^ die der Tarn- oder Nebelkappe der nordischen Sage ent- 
spricht, ursprünglich hatte sie die allgemeinere Bedeutung einer 
bergenden Neb^httlle, daher E 845 Athene eben diesen Helm auf- 
setzt; bei anderen Hermes, und auch die Heroen Perseus und 
Heriüdes bedienen sich ihrer'. Ebenso sagt F. G. Welcker Gr. 
Götterl. I 86: 'Allegorisch und sinnbildlich ist dafs Athene 
sich den Helm des Aides aufsetzt (£ 845), sind die FSsser des 
Guten und des Bösen (Sl 527)'. Ähnlich bei andern, und diese 
Deutung finden wir bereits beim SchoL D in den Worten vitpog 
Ti luxl ttOQceclav ausgesprochen. Zum Sprachgebrauche hat bereits 
NSgelsbach Hom. Theol. lY 11 den Ausdruck ^ ti kev ridi} 
kaivav ftfcro xnmva passend verglichen. Es ist daher die Frage 
mancher Neuem, wie Athene diese Hadeskappe über ihren eigenen 
Helm (743 f.) habe aufsetzen können, gleich Ton vornherein abzu- 
lehnen: die homerische Zeit hat beim Hören der Worte nicht mehr 
an den sinnlichen Hergang eines eigentlichen Aufsetzens gedacht, 
oder wie G. W. Nitzsch Beitr. zur Gesch. der ep. Poesie S. 388 
Anm. 100 es ausdrückt: ^Dieser Helm will nicht so materiell ver- 
standen sein', und derselbe schon Anmerk. zur Od. 11 S. 135: 
*der Helm des Hades gehört, soviel immer die Fabel nachmals 
mit ihm gespielt hat (Jacobs zu Achill. Tat. 65, 17), nur der 
bildlichen Bede an'. 

852. Die frühere Vulgata ino Ov^v oXiaaai in CBGLMa 
ist von Heyne und F. A. Wolf mit Becht aus dem Venetus und 
den anderen Quellen in otco &vfwv ekic^ai verbessert worden. 
&ito ^fiov iliaaat bedeutet vif am amUtere, niemals vUam eriperei 
vgl. A 205. e 90. 270. 358. K 452. A 342. 433. M 250. JT861. 
P616, £ 92. r412. Ä 638. fi 350. (Orph. Argon. 595.) Vgl. auch 
Eustath. p. 958, 59. Dasselbe ist ^oq oXiaaat E 250. fpv%fiv oXhai. 
N 763. vocufiov i^fiag anoXiccci a 354. — ano d-vfwv ikio^ai bedeutet 
vUatn eripere oder interficere: E 673. 691. Ä 506. J2 655. P17. 
r436. §405. X 462. Ebenso ano \iivog iXh^cci, T 294. iffv^i^v 
ifpzXia^ai JT 257. im vooxov iXia^ai il 82. voaxifiov ^ftoQ atpili^ 
6^ai a 9. T 369. Die Notwendigkeit übrigens, dafs man an unserer 
Stelle sowie in den meisten der obigen Beispiele die sogenannte 
Tmesis annehmen müsse, hat gegen Hoff mann gut erwiesen 
Marcus Bosberg De praepositionibus apud Homerum. J. ano 
(üpsala 1868) p. 39 sq. 

854. iöiv vnht iUpQoio ixciaiov mx^vat: K. Grashof (Fuhr- 
werk S. 18), Frantz Spitzner, J. U. Faesi erklären die Stelle 



£. Anmerktuigen. 115 

im wesentlichen wie J. La Boche Über den Ge'brauch yon vno 
bei Homer S. 48 f., wo die Erklärung am genauesten also ent- 
wickelt wird: * Athene nahm den Speer mit der Hand und stiefs 
ihn so, dafs er wirkungslos unter dem dbpQog wegfuhr. Ares, 
der zu Fufs kftmpffce gegen den auf dem Wagen stehenden Dio- 
medes, warf den Speer über das Joch und die Zügel der Pferde, 
also jedenfalls von unten nach oben; man sollte also denken, dafs 
der Speer eher über den Wagen als unter den Wagenstuhl hfttte 
fahren können, wenn Athene ihn wirkungslos machte, oder seit* 
w&rts davon weg, daher die Lesarten des Yen. A imi^ und Yrat. 
A iit* ix — doch «^col ti u nivta Svvavwi^, YgL auch Jordan 
Homers Hias übersetzt und erklärt, p. 578. Am eis verband nach 
dem Rhythmus des Yerses iS<r«v vfc\% iUp^ow und erklärte: ^Ares 
hatte als Fufskämpfer unten vom Wagen her über Joch und 
Zügel der Bosse in die Höhe zum Stofs (nicht zum Wurf) 
gegen Diomedes mit dem Speere sich ausgestreckt, und 
diesen (ausgestreckten Speer) fafste die (unsichtbare) Athene, 
die nach homerischer Yorstellung etwas gröfser als Diomedes ge- 
dacht wird, sofort mit der Hand und stiefs ihn unten vom 
Wagen heraus (d. i. rifs ihn aus den Händen des unten vor 
dem Wagen stehenden Ares), so dafs er vergeblich dahin- 
stürmt^'. Capelle im PhiloL XXXYU p, 98 empfiehlt imiff zu 
lesen. — ^Über den mit &cbv verbundenen Infinitiv vgl. Leo Meyer 
Der Infinitiv der homerischen Sprache (Göttingen 1856) S. 18. 
— 857. Der Dativ in den angefahrten homerischen Stellen ist 
die Aristarchische Lesart. Über diese Yerbindung hat schon Fr. 
Spitzner richtig geurteilt und schliefslich mit Recht bemerkt: 
* Utrumque vero per se recte dici apparet, nam invwe^vi fUxQy 
est mitra cingi et ^tivwa^ai ^xqf\v mitram sibi induere sive sub- 
nectere'. Übrigens hat schon Aristarch unsere Stelle für den 
Begriff von lUx^ri als die * klassische Stelle' bezeichnet: K. Lehrs 
de Arist.' p. 123. — 861. Wegen des iqidcc "A^og nach dem 
unmittelbar vorhergehenden xakxsog "jigtig vgl. Stallbaum zu 
Plat. Symp. p. 196^, wo darüber bemerkt ist: *In qua ratione 
ne quis offendat, tenendum est Graecos pro eo, quo pollebant, vi- 
göre ingenii saepenumero a deorum commemoratione repente co- 
gitatione deferri ad rem, cuius illi sunt auctores vel praesides. 
Loquendi genus exemplis iUustraVit Monk. ad Eurip. Alcest. 50 
et Fritzsch. Quaest« Lucian. p. 4 sqq.\ Nach dieser Sprachweise 
findet man« auch, wie hier und 5* 149 Sgii« iwayovxBg "Afftiogy so 
JB 381. 7*275 einfach tvu iwayaiisv "A^tt^ dagegen 77 764 (fvv- 
cr/ov x^orcp^ veidvi^v. Aus beiden sind dann Kedewendungen 
entstanden wie ivv* Sv d^ fiSkov "A^g awayi^ Archiloch. 3, 2 
ed. Bergk. — 863. Nauck bemerkt: spurius?. 

868 fil Über die kritischen Bedenken gegen den folgenden 
letzten Abschnitt des Gesanges vgl. die Einleitung p. 64 £f., dazu 

^* 



116 £. Anmerkoxigeii. 

Düntzer homer. AbhandL p. 257, Naber quaestt. Hom« p. 160; 
Benicken d. ^bifte Lied p. 63, Kammer zur homerischen Frage I 
p. 31. 

873 f. Diese beiden Verse schienen Bekker hom. Bl. II p. 68 
weder mit dem vorhergehenden noch mit dem folgenden Gedanken 
in passendem Zusammenhang zu stehen. Köchly und Nauck 
haben di^üselben ausgeschieden. — In 874 ist das von Ameis 
mit Aristarch nach %a^v gelesene tf' nach dem Vorgänge von La 
Roche und Nauck getilgt. 

876. Ober oni^ka ygl. Clemm in O. Cortius Stud. III, 
305 ff., welcher wahrscheinlich macht, dafs das nur hier vorkom- 
mende Wort durch Itacismus aus it^vla entstanden sei und ge- 
radezu diese Form hier zu schreiben empfiehlt. 

878. imntl^ovzai und öeiiM^iua^«, Der Übergang von der 
ersten oder zweiten Person zur dritten oder umgekehrt findet sich, 
bei den besten Schriftstellern. Vgl 0. Schneider im PhiloL XXIII 
p. 415 sq'., welcher zahlreiche Beispiele anführt und schliefslich 
noch auf Lobeck zu Soph. Ai. p. 263 not. und Stallbaum zu 
Plat Euthyphr. p. 5* verweist. — 880.Welcker griech, GötterL I 
p« 301 deutet natd* ilii^Xov *em heimliches Kind', weil ohne Mutter 
von Zeus gezeugt, vgL 875 oif yitQ rinsg afpQoya xov^v. VgL 
auch Schoemann opusc. 11 p. 51. — 881. Wegen vnBQq>lalog vgL 
K. Lehre de Arist^ p. 146. Die Variante imif^fiov CMNOS. 
— 885—887 werden von Nauck als tpum? bezeichnet. VgL 
übrigens auch W. Jordan Homers Ilias übersetzt und erklärt 
p. 578 f. — 887. Über cGle Quantität von & vgl. Oskar Meyer 
Quaest. Hom. p. 122 und Hartel homer. Studien I p. 44ff., auch 
Knös de digammo p. 277. 

892. aaoxetov bezeichnet Nauck als verdächtig; Bekker hom. 
Bl. I p. 158 dachte an acrv^x^roi^, van Herwerden quaestiunculae 
ep. et eleg. p. 9 ccvava%txov; J. Wackernagel in Bezzenbergera 
Beiträgen IV p. 299 ff", nach Verwerfung der früheren Versuche: 
ivdaxetov. — 895. Wegen SXyog vgl. den Anhang zu 394. — 897. 
Über al6fiXog vgl. Clemm m G. Curtius Stud. VHI p. 77. 

898. Die Worte ivi^$Qog Ov^€tvi(6viov haben eine dreifache 
Erklärung gefonden. I. ^tiefer unten als die Himmelsbe- 
wohner/ euphemistischer Ausdruck statt ^bei den Titaneu im Tar- 
tarus." So C. W. Goettling Ges. Abhandl. I 189: Nägelsbach 
Hom. Theol. H 3 und andere. IL Hiefer als die Titanen, die 
Söhne des Uranos.' So unter andern L. Dissen E^. Schrifk. S.405; 
G. F. Schoemann Opusc. II, p. 36; F. G. Welcker Gr. GötterL I, 
S. 263; L. Döderlein Hom. Gloss. § 2084 und fast sämtliche Aus- 
leger Homers. HL Ameis erklärte: ^ein tief unterer (ein Ti- 
tane) von den Himmelsbewohnern^ Ameis erhob gegen die 
erste Deutung unter anderm wohl mit Becht den Einwand dafs der 
Ausdruck matt sei. Allein mit gleichem Becht wird man gegen 



£. Anmerkangen. 117 

die von ihm selbst versuchte Erklärung einwenden können, dafs 
der Genetiv OvQavitivmv partitiv gefafst, matt und nichtssagend 
ist und grofse Bedenken gegen die Richtigkeit der Erklftrung er- 
regt. Dies scheint auch Autenrietii empfunden zu haben, da 
er in seinem Wörterbuch unter ivtqoi die Stelle erklärt: Uiefer 
als die Qötter, ironisch •euphemistisch -» der unterste von den 
Himmlischen, nämlich in der Unterwelt'. Von den gegen die Auf- 
fassung ^tiefer als die Titanen' erhobenen Bedenken teile ieh 
zunächst das von der Verschiedenheit der Bedeutung des Worte« 
Ov(^vlmvtg von dem sonstigen homerischen Oebrauch entlehnte 
nicht, da ein späterer Ursprung dieser Partie wahrscheinlich ist. 
Auch an der starken Hyperbel des Ausdrucks nehme ich nicht so 
grofsen Anstofs: denn wenn Zeus aueh 895. 896 nach dem hef- 
tigen Aufwallen seines Zorns wieder einlenkt, so zeigt doch 897 
wö^ aidfiXog deutlich den Nachhall dieses Zornes und in der dieser 
Stimmung entsprechenden Drohung ist eine solche Hyperbel noch 
begreiflich und kaum auffallender, als die Drohung d 13. 14, wo 
Zeus nicht einmal im Zorn spricht. So bliebe nur der Zweifel 
wegen der komparativischen Bedeutung von ivifftt^g. Allein die 
ursprünglich jedenfalls komparative Bedeutung erweist das Ver- 
hältnis zu iviifOij den Toten der Unterwelt, nnd so kann die Mög- 
lichkeit der komparativischen AufAissung nicht bestritten werden. 
Da aber nur so ein wirksamer und klarer Ausdruck gewonnen 
wird, wie er der Drohung zu entsprechen scheint, so habe ich 
kein Bedenken getragen zu dieser gewöhnlich angenommenen Deu- 
tung zurttckzukehren« 

901. Wegen der Einklammerung dieses Verses vgl C. Wachs- 
muth im Rhein. Mus. XVIII (1863) p. 185 und La Roche krit 
Ausgabe z. St. Aristarch las 900 qmQfiwia luiöCiv^ wie die besten 
Handschriften haben, und der in einer Reihe von Handschr. feh- 
lende 901 ist aus E 402 hier eingeschoben. — 902 ff. Der Ver- 
gleich ist aus dem Hirtenleben entlehnt , insofern die geronnene 
Milch zur Bereitunff von Ziegenkäse verwendet wurde. VgU A 639. 
S 88. i 219. 246. % 234. v 69. 

906. Die Bedeutung der Worte nvii'i yolmv ist mit Berück- 
sichtigung der Bedenken des Aristarch bei Aristonicus ed. Friedl. 
p. 116 genauer erörtert im Anhange von 6 51. Vgl. auch Haupt 
bei Lachmann Betracht, p. 109 und Köchly diss. IV p. 24. — 
Über die Athetese von 907—909 vgl. den Anhang zu 711 und 
die Einleitung p. 64. 



118 Z. Einleitaiig. 

Z. 

Einleitung. 

Litteratur: Lachmann Betracht p. 22 f.; Bcnicken in 
Zeitschr. t die österr. Ojm. 1881 p. 561 ff. Zu Lachmanns Kritik: 
Blätter für litterarische iQnterhaltung 1844 p. 505, Ho ff mann im 
Philol. III p. 212 ff., Düntzer in d. allgemeinen Monatsschrift 
für Litterat. 1850, II. »- Homer. AbhandL p.56f.| Holm ad Car. 
Lachmanni exemplar de aliquot Iliadis carmm. compositione , Lü- 
beck 1853 p. 6 ff., Oerlach im PhiloL XXX p. 27 f., XXXIU 
p. 205 ff., Nutzhorn die Entstehungsweise, der homer. Gedichte 
p. 202. — Köchly de IL carmm. dissert. V. Turid 1858 p. Bffl, 
VI, 1859 p. 3 ff., desselben Iliadis carmm. XYI p. 129 ff., vgl. Bib- 
beck in Jahrbb. f. PhiloL Bd. 85 p. 21 ff. und Düntzer hom. 
Abhandl. p. 287 C — Düntzer das 3. bis 7. Buch d. Ilias als 
selbständiges Oedicht, in den Homer. AbhandL p. 257 ff. — Kammer 
zur homer. Frage, Königsberg 1870, 1 p. 21 f. 27. — Jacob über 
d. Entstehung d. II. u. Od. p. 208 ff. -- Nitzsch Sagenpoesie p. 206 
—208, Beiträge p. 390 f. — Kiene die. Komposition d. Dias p. 79 f. 
85. — Oenz zur Ilias p. 23 ff. — Naber quaestt. Hom. p. 154 ff* 
— La Boche in Zeitschr. f. Österr. Ojmn. 1863 p. 170. — Schoe- 
mann in d. Jahrbb. f. klass. PhiloL Bd. 69. p. 25 f. und de reti- 
centia Homeri p. 6. — Kayser hom. AbhandL herausgegeben von 
Usener p. 8. 23. 98. 100. — v. Christ in Sitzungsbericht, d. philos.- 
philoL KL d. kön. bayer. Akad. 1881, II p. 169. 165. 167. — 
M.Schmidt Meletemata Hom. Jen. 1878 p. 5, part. U. Jen. 1879 
p, 13 f. — P. La Boche im PhiloL XII p. 395 ff., vgL Köchly diss* 
VI p. 10 ff. und Düntzer Aristarch p. 191 ff. — Bernhardy Grund* 
rifs der griech. Litterat. ^ II, 1, p. 163. Bergk griech. Litteratur- 
gesch. I p. 574. 580 ff. — Hoff mann quaesti Hom. H p. 175« 180. 
183 f. 209 ff. Oiseke hom. Forschungen p. 159. 171 ff. 

Der sechste Gesang bildet seinem Hauptinhalt nach eine grofse 
Episode innerhalb der Schilderung der ersten von JT bis Jf rei- 
chenden Schlacht. Den Ausgangspunkt für die Entwicklung der 
Handlung bildet die durch Diomedes Thaten in E herbeigeführte 
Bedrängnis der Troer. Auf Grund dieser verläfst Hektor auf He- 
lenes' Bat die Schlacht und begiebt sich zur Stadt, um seine 
Mutter mit den troischen Frauen zu einem Bittgang zu Athene zu 
veranlassen. Hieran schliefst sich ein Besuch Hektors bei Paris, 
um diesen zur Bückkehr in die Schlacht aufzufordern, und eine 
Begegnung zwischen Hektor und Andromache. Der Gesang schliefst 
da, wo Hektor mit Paris eben im Begriff ist, das skäische Thor 
zu verlassen, um in die Schlacht zurückzukehren. In diese grofse 
Episode ist eine zweite kleinere eingeschaltet, die Begegnung des 



Z. Eixüeitong. 119 

Oiaukos und Diomedes. Wir lassen zon&ohst eine genauere Über- 
sicht des Inhalts folgen: 

A) DieSchlacht nach der Entfernung der Götter, 1 — 72. 
1. Aias durchbricht die feindliche Phalanx; Einzelkttmpfe, 

in denen viele Troer erlegt werden, 1 — 86. 
2* Der von Menelaos gefangene Adrastos fleht um Scho« 

nung, wird aber von Agamemnon getötet, 37 — 65, 
3. Nestor ermuntert die Achfter zu nachdrücklicher Ver- 

folgui^ der Feinde, 66—72. 

B) Der Bat des Helenes, 73—118. 

In der ftufsersten Gefahr rftt Helenes Hektor in die Stadt 
zu gehen, um Hekabe und die troischen Frauen zu einem 
Bittgang in den Tempel der Athene aufzufordern, da- 
mit diese Diomedes von Troja abwehre. Hektor begiebt 
sich diesem Bat folgend in die Staat. 

C) Die Begegnung des Glaukos und Diomedes imKampfe, 

119—236. 

D) Hektor in der Stadt, 237—529: 

1. Hektor bei Hekabe, ,237—286. 

2. Hekabe richtet Hektors Auftrag aus: das Gebet bleibt 
erfolglos, 286—311. 

3. Hektor bei Paris und Helena, 312—369. 

Hektor fordert Paris auf ihm in die Schlacht zu folgen. 

4. Hektors Begegnung und Unterredung mit Andromache, 
370-502. 

5. Paris holt Hektor ein und beide kehren in die Schlacht 
zurück, 503— 529* 



Die Übersicht des Inhalts ergiebt eine einfache und abge- 
sehen von der Glaukosepisode in ununterbrochener Folge fortschrei- 
tende Handlung. Anschliefsend an die Diomedeia, der das Motiv 
für Hektors Gang in die Stadt entnommen wird, führt sie den« 
selben auf diesem Wege nach einander im Verkehr mit seiner 
Mutter Hekabe, mit seinem Bruder Paris und Helena, mit seiner 
Gattin und seinem Kinde vor, um ihn dann mit Paris in die 
Sohlacht zurückkehren zu lassen, worauf im Anfang von H die 
SchlachtsDhilderung aufgenommen wird. So ergeben sich eine Beihe 
von Scenen von einem friedlichen, milden Charakter, die die Schlacht- 
schilderung unterbrechend, dem Hörer eine erwünschte Abspan* 
nung gewfthren und zugleich dazu dienen, die troischen Verhält- 
nisse nAher zu exponieren, neue Personen wie Hekabe und Andromaohe 
einzuführen, die Zeichnung der Charaktere, vor allen Hektors, zu 
vervollstttndigen. Den gleichen Charakter trägt anoh die Episode 
von Glaukos und Diomedes, welche die Heiligkeit des Gastrechts 
auch inmitten des Kampfes vor Augen stellt 



120 2. Einleitung. 

Der innere Bezug dieser Scenen zu einander ist unyerkennbftr» 
jl^uf demselben Hintergrunde, der durch die Thaten des Diomedes 
herbeigeführten Bedrängnis der Troer, entworfen haben sie ihren 
einheitlichen Mittelpunkt in Hektors Person, dessen Verherrlichung 
offenbar die Hauptabsicht des Dichters ist. Mifslicher steht ea 
mit den Beziehungen dieser Episode zu der sie umgebenden Haupt- 
handlung und der Motivierung im Einzelnen. Vergleichen wir, wie 
dieselbe in dem Ausgangspunkt und in dem Endpunkt mit der 
Haupthandlang verknüpft ist, so ergiebt sich eine eigentümliche 
Differenz. Im Anschlufs an die Diomedie wird als Motiv für Hek- 
tors Qang in die Stadt die durch Diomedes Thaten herbeigeführte 
Bedrttngnis der Troer verwendet: Hektor soll nach Helenes' Rat 
seine Mutter und die troischen Frauen zu einem Bittgang zu Athene 
veranlassen, damit diese Diomedes' Ungestüm breche und Troja 
schütze. Nun ist das infolge davon an Athene gerichtete Gebet 
erfolglos (811); gleichwohl ist, als Hektar mit Paris in die Schlacht 
zurückkehrt, von weiteren Thaten des Diomedes nicht die Bede, 
vielmehr wird durch Hektors und Paris^ Thaten alsbald eine für 
die Troer günstige Wendung der Schlacht herbeigeführt, auf Grund 
deren dann von Athene und Apollo der Zweikampf zwischen Hektor 
und Aias veranlafst wird. Man sieht, dafs der Dichter das Motiv, 
welches Hektors Gang zur Stadt veranlafste, im Verlauf der Epi- 
sode ganz fallen Iftfst und auf den Besuch Hektors bei Paris die 
weitere Entwicklung der Haupthandlung im Anfang von H basiert. 
Dieser Besuch Hektors bei Paris selbst aber ist ebenso wenig, wie 
die Begegnung zwischen Hektor und Andromache durch die vorher- 
gehende Erztthlung irgendwie vorbereitet Mögen wir nun auch 
für die letztere eine besondere Motivierung nicht vermissen, so 
mufs doch der Mangel einer solchen für den Besuch Hektors bei 
Paris befremden, teils weil die für diesen mafsgebenden Voraus- 
setzungen (in r) so fem liegen, dafs eine Erinnerung darin drin- 
gend geboten scheint, teils weil ein Moment von solcher Bedeutung 
für die Weiterentwicklung der Haupthandlung eine sorgfältige Mo- 
tivierung erfordert. 

Eine andere aufÜEillende Differenz ergiebt sich zwischen der 
Schlachtbeschreibung im Eingange des Gesanges und dem sich daran 
schliefsenden Rat des Helenos. Dieser erfolgt auf Grund der 
73 f. in üblicher Formel markierten BedrSingnis der Troer, wie sie 
durch die vorhergehende Schlachtbeschreibung vorbereitet ist, aber 
während Helenos 96 ff. diese Bedrttngnis auf den unwiderstehlichen. 
Ungestüm des Diomedes zurückführt und den empfohlenen Bitt* 
gang zu dem Zweck angestellt wissen will, dafs Athene den Dio- 
medes von Troja abwehre, ist in der zunächst vorhergehenden Er- 
zählung von hervorragenden Thaten dieses Helden gar nichts be- 
richtet und vielmehr Aias als der genannt, welcher die Phalanx 
der Feinde durchbricht. 



Z. Einleitung. .121 

Die einleitenden Verse des Gesanges knüpfen nun an den 
Schlufs des vorhergehenden in der Weise an, dafs auf Grund der 
dort erzählten Btlckkehr des Ares, wie der Hera und Athene in 
den Olymp die Nichtbeteiligung der Götter an dem weiteren Kampfe 
hervorgehoben und so die durch die olympische Aresscene unter- 
brochene Schlachtbeschreibung wieder aufgenommen wird. So eng 
nun dieser Anschlufs auf den ersten Blick erseheint, so locker ist 
in Wirklichkeit der innere Zusammenhang zwischen dem ersten 
Abschnitt des Gesanges und dem Schlufs des vorhergehenden. Nach 
dem, was wir in den V. 2 — 4 lesen, ist das mit so grofsartigem 
Apparat in Scene gesetzte Eingreifen der Hera und Athene am 
Schlufs des vorhergehenden Gesanges ohne alle Wirkung verlaufen. 
Weder von der mit Stentorstimme ausgerufenen Ermunterung der 
Achäer durch Hera, noch von der Verwundung des Ares durch 
Diomedes unter Athenes Beistande ist irgend welche Wirkung be- 
richtet, noch erkennbar, denn es heifst hier: die Schlacht stürmte 
hin und her zwischen Simoeis und Skamander. Aber auch der 
weitere Fortgang der Erzählung iSfst den innem Zusammenhang 
mit dem Vorhergehenden vermissen. Denn als nun die Aohäer 
die Oberhand gewinnen, ist es nicht der Held des vorhergehenden 
Gesanges, der eben von Athene von neuem mit Kraft und Mut 
erfüllt, mit ihrer Hülfe selbst Ares verwundet hat, nicht Diomedes, 
der zuerst die Phalanx der Troer durchbricht, sondern Aias. Alles, 
was von Diomedes berichtet wird, beschränkt sich darauf, dafs er 
zwei Troer tötet, während ein Euryalos deren vier erlegt. 

Von den vier einleitenden Versen nun zog Lachmann 
den ersten noch zu seinem fünften Liede, der JiOfArjiovg agi- 
ctiitiy billigte dann aber die von Haupt begründete Athetese des 
Verses im Zusammenhang mit der von E 707 — 709. V, 2 — 4 
gelten dann beiden, sowie Benicken, für eingeschoben zur Ver- 
bindung des fünften und sechsten Liedes, so dafs letzteres erst mit 
V. 5 beginnt. Auch wir können über diese einleitenden Verse 
nicht anders urteilen. Sind die Athetesen Haupts in £, wie wir 
uns überzengt haben, begründet, so fällt damit ohne weiteres der 
erste Vers, welcher auf die athetierten SteUen zurückweist; die 
folgenden Verse aber lassen in dem Mafse jeden inneren Zusammen- 
hang mit der vorhergehenden Entwicklung vermissen, dafs sie 
lediglich eingefügt scheinen, um die Unterlage für die folgenden 
Sinzelkämpfe zu bilden. 

Wie wenig nun die folgende Erzählung selbst (5 — 72) den 
Voraussetzungen der vorhergehenden Entwicklung entspricht, ist 
von zahlreichen Kritikern anerkannt, um den fehlenden Zusammen- 
hang herzustellen, nimmt Düntzer an, dafs nach der Verwundung 
des Ares die Worte, womit Athene Diomedes gegen die Troer 
treibe , sowie die kurzer Besehreibxmg der Flucht derselben ausge- 
fallen seien, woran sich Z 12 — 86.66 — 97 anschlössen. V. 5-*ll 



122 Z. £iDleitaiig. 

werden von ihm verworfen, weil hier Diomedes, dem die Göttin 
Macht yerliehen, sich vor allen auszeichnen mflsee; die Scene zwischen 
Adrastos, Menelaos und Agamemnon aber scheint ihm nach ^ 131 ff. 
gebildet: 'Agamemnon mufste den Bruder an seine eigne Ver« 
wundung durch Pandaros erinnern' und 66 schlieEst sich nicht 
wohl an die zunftchst vorhergehende Erzfthlung, dagegen vortreff« 
lieh an 36 an'. Weiter geht Holm, welcher die V. 6 — 72 über- 
haupt verwirft, weil der folgende Vorschlag des Helenes, die Hülfe 
der Athene gegen Diomedes zu erflehen, durch das, was hier 
von Diomedes berichtet wird, in keiner Weise motiviert werde, die 
in der Adrastosscene von Agamemnon geübte, vom Dichter selbst 
gebilligte Grausamkeit mit dem milden Charakter des übrigen 
Liedes unvereinbar sei, endlich ein nicht geringer Teil der Verse 
entlehnt sei. Derselbe nimmt an, dafs der echte Anfang des 
Liedes verloren gegangen sei. Jenen Widerspruch zwischen dem 
von Diomedes 12 — 19 Berichteten und dem, was Helenes über 
denselben 96 ff. sagt, hebt auch Jacob hervor; in der Adrastos- 
scene sieht Naber, wie Düntzer, eine Nachahmung der entspre- 
chenden A 1dl ff., wo die Grausamkeit Agamemnons besser mo- 
tiviert seL Auch Köohly scheidet 5 — 72 aus seinem Liede 
aus, welches er im Anschlufs an die Diomedie gedichtet sein 
Iftfst, und' Genz urteilt, daÜB das Stück eingeschoben sei, als man 
r— IT 312, oder wenigstens ^422 — IT 312 verband, und zwar 
von dem Dichter von IT 17 — 312. Auch Bergk scheint dasselbe 
zu verwerfen, wenn er bemerkt, dafs mit 73 ein neuer selbstän- 
diger Abschnitt beginne. 

Bei dem hervorgehobenen Verhältnis dieses ganzen Abschnitts 
(5 — 72) sowohl zu dem Vorhergehenden, wie zu dem Folgenden 
schwindet jede Möglichkeit denselben als ursprünglich anzusehen, 
und es kann nur die Frage sein, ob derselbe ganz zu verwerfen, 
oder Teile desselben zu halten sind. Als solche sind von Düntzer 
12 — 36 und 66—71 bezeichnet. Die letzteren bieten allerdings 
keinen Anstofs und kOnnen, da sie den 73 ff. bezeichneten Höhe- 
punkt der Bedrllngnis der Troer vorzubereiten geeignet sind, ur- 
sprünglich sein. Dagegen hat es keinerlei Wahrscheinlichkeit, wenn 
auch für 12 — 36, Verse welche der Dichter W. Jordan nicht 
foharf genug verurteilen zu müssen glaubt, die ürsprünglichkeit 
behauptet wird, zumal da dies nur unter der Voraussetzung mög- 
lich ist, dafs die Hauptsache, wodurch allein der folgende Vor- 
schlag des Helenes genügend motiviert würde, ausge£allen sei, wie 
nftmlich Diomedes nach Ares' Verwundung weiter gegen die Troer 
vorgegangen sei und sie zur Flucht getrieben habe. 

Mit dem nun folgenden Bat des Helenes (73 — 118) kommen 
wir zu einem Abschnitt, welcher zweifellos auf die Aristie des Dio- 
medes in E zurückweist, denn nur dort hat sich Diomedes als 
den furchtbaren Helden erwiesen, wie er 96 ff. von Helenes ge- 



Z. Einleitung. 123 

schildert wird. Aufserdem scheinen auf den Zusammenhang dieser 
Erzfthlung mit der Diomedie noch folgende zwei Punkte zu weisen. 
Zunftohst, dafs, während sonst überall Apollo der eigentliche 
Schatzgott Trojas ist, hier der Bittgang zu Athene untemom* 
men wird, derselben Athene, welche Diomedes den Troern so 
furchtbar macht| obwohl diese eigentümliche Beziehung nirgends 
hervorgehoben oder benutzt wird. Sodann scheint auch die Bedeu- 
tung, welche Helenes hier in seiner Ansprache an Hektor und 
Äneas diesem letzteren beilegt, 77 ff., nur durch das Hervortreten 
desselben in E motiviert, da demselben sonst, wie Jakob be- 
merkt, nach seinen Thaten in der Ilias eine solche Bedeutung 
nicht zukommt. 

Verfolgen wir nun zunächst den Abschnitt 73 — 118 im Zu- 
sammenhange mit dem denselben aufnehmenden 237 — 312 mit 
Übergehung der zwischen beide geschobenen Episode von Glaukos 
und Diomedes, so ist von Jakob, Hoffmann, Bergk die Anlage 
dieser ganzen Erzfthlung, wodurch die Schlaohtbeschreibung eine 
ao grofse Unterbrechung erfUirt, deshalb als ungeschickt getadelt, 
weil Hektor gerade in der gröfsten Bedi'ängnis zu einem Zweck 
in die Stadt gesendet wird, der durch Absendung jedes andern im 
Kampfe nicht so nötigen Trojaners, am besten des Helenes selbst, 
erreicht werden könnte, zumal da das, was durch diesen Gang 
erreicht werden soll, nicht erreicht wird, das Gebet der troisohen 
Frauen keinen Erfolg hat (311). Man hat vermutet, daüs Hek- 
tors Gang in die Stadt ursprünglich anders motiviert war. So 
meinte Jakob, es sei die Zurückführung des Paris in den Eüampf, 
womit der Gesang schliefst, der Beweggrund dazu gewesen und 
Hoffmann, welcher nach seinen Untersuchungen die Ursprung* 
liehe Zusammengefaörigkeil^ von Z 1 — 118. 237 — 312 mit den 
übrigen Abschnitten des Gesanges leugnete, vermutete, dafs der 
Anfang zu der in diesen letzteren enthaltenen Erzfthlung uns 
nicht erhalten, die dort für Hektors Gang in die Stadt aber ge- 
gebene Motivierung vielleicht aus 326. 335 f. vgl. mit F 453 zu ent- 
wickeln sei. 

Innerhalb des Abschnitts 73—118 hatKöohly Y. 89 als in 
Widerspruch mit 247 ff. verworfen und 99 — 101 in Klammern ge- 
setzt. Düntzer verwirft 98 — 101 als gar zu Iftstig nachschlep^ 
pend: der eigentliche Grund für die Verwerfung ist ihm offenbar, 
dafs die Achill betreffenden Worte nicht zu seiner Annahme passen, 
dafs das dritte bis siebente Bueh ein selbsttfndiges Gedicht *bil- 
dete, welches vor den Zorn Achills falle; die von ihm für die 
Verwerfung vorgebrachten Gründe sind durchaus subjektiver Art 
und nicht beweisend. Derselbe verwirft auch 108—118, aber der 
einzige Grund von Bedeutung, welchen er vorbringt, ist die Ab- 
weichung der Worte des Hektor 113 — 115 von dem Rat des He- 
lenes, sofern er an die Stelle seiner Mutter und der troischen 



124 Z. Einkitong. 

(Freisinnen, welche zu den Göttern flehen sollen, die ratpflegenden 
Oeronten und die Gattinnen setzt. Was den Dichter zu dieser 
Abweichung yeranlafst hat, ist allerdings nicht recht zu sehen, 
allein eine Möglichkeit diese Verse auszuscheiden ist noch weniger 
zu sehen, denn schwerlich wird jemand das, was Düntzer ftlr die 
Ausscheidung geltend macht, annehmbar finden. Er bemerkt: ^Wie 
Hektor die Seinigen verlassen, brauchte der Dichter nicht zu be- 
schreiben, ja er vermied dieses wahrscheinlich mit Absicht, weil 
seine Entfernung an sich etwas Unwahrscheinliches enthielt.' 

In dem zweiten Abschnitt 237 — 812 verwirft Düntzer 241, 
besonders deshalb, weil iU^VS keine rechte Besdehung habe, ver- 
mutet in 243 — 250 einen späteren Zusatz, da die Beschreibung 
an X 5 ff. erinnere, und verwirft; 265—268,279—286,297 — 312, 
die letzteren Verse, weil das Gebet nicht genau dem Auftrag ent- 
spreche (93 ff. 274 ff.) und die ungeschickte Verbindung in 308 ff. 
offenbar nur dazu diene, 274 — 276 irgend anzubringen. Von diesem 
meist ungenügend begründeten Athetesen verdienen nur die beiden 
letzten eine nähere Erwägung. In der Athetese von 279—285 be- 
rühren sich mit Düntzer Naber und Kamm er. Der erstere, welcher 
281 — 285 verwirft, betont vor allem die Unvereinbarkeit dieser 
Verse mit der Art, wie Hektor 621 f. die Tapferkeit des Paris 
anerkennt, mit dem Paris so auszeichnenden Vergleich mit dem 
edlen Bosse 506 ff., sowie mit der Freude, welche die Troer im 
Anfiang von H über die Rückkehr des Paris mit Hektor in die 
Schlacht empfinden. AU^ diese Züge setzen nach ihm ein gana 
andres Bild von Paris voraus, als wie er im dritten Gesänge ge» 
zeichnet ist, wo er sich feige zeigt und den Troern verhafst ist. Da 
nun die hier in Frage stehenden Worte nur jener Zeichnung des 
Paris in F entsprechen, so mufs ein Interpolator dieselben im Hin* 
blick auf F eingefügt, haben. Von einer andern Seite ist Kammer 
auf die Vermutung einer Interpolation gekommen. Derselbe findet 
die Vorwürfe, die Hektor in Z dem Paris über sein Fernbleibet vom 
Kampf macht, auffallend bei der Voraussetzung, dafs es derselbe 
Tag ist, an dem Paris seinen unglücklichen Kampf mit Menelaos 
gebabt hat \md vermutet, dafs der Besuch des Hektor bei Paris 
erst nach Einfügung des Liedes vom Zweikampfe eingedichtet worden 
sei, während ursprünglich Hektor sogleich nach dem Zusammen- 
treffen mit seiner Mutter zur Gattin gegangen sei. Ein Anzeichen 
der Interpolation aber liegt ihm in der Art, wie Hektor seine Ab- 
sicht zu Paris zu gehen 279 unter Wiederholung der Worte aus 
269 anknüpft. — Die von Kammer angeregte Frage nach dem 
Verhältnis von 312 — 369 zu dem Vorhergehenden und zu dem 
dritten Gesänge wird weiter unten erörtert werden; hier mag zu^ 
nächst bemerkt werden, dafs aus der Wiederholung des Gedankenfe» 
von 269 in 279 ein sicheres Anzeichen für eine Interpolation nicht 
entnommen werden kann, da derartige Wiederholungen, im epi» 



Z. Einleitung. 125 

sehen Stil an sich nicht auffallend, mehrfach dazu dienen, wie 
Ühnlich t 598 vgl. 595, y 359 f., um das Yerhftltnis der Gleich>. 
zeitigkeit beider Handlungen durch parataktische Nebeneinander- 
Bteilimg zum Ausdruck zu bringen. Dagegen ist anzuerkennen, 
dafs wie die Ankündigung Hektorg, zu Paris gehen zn wollen, 
überhaupt durch nichts vorbereitet ist, so insbesondere der leiden« 
schaftliche bis zur schlimmsten Verwünschung sich steigernde Zom- 
ausbruch gegen Paris 2dl — 285 ganz unvermittelt eintritt. Auch 
in sprachlicher Beziehung enthalten die Verse in dem 281 im 
Wunschsatz gebfauchten &^ %$ eine, ganz vereinzelte iind schwer 
zu erklärende Erscheinung. Dafs die Verse aber in dem von Naher 
behaupteten Mafse mit dem sonst von Paris in Z Gesagten unver- 
einbar seien, ist nicht so unbedingt zuzugeben. 

Bei der von Düntzer zuletzt vorgeschlagenen Athetese von 
297 — 311 kommt noch eine von demselben nicht berührte, aber 
von andern Gelehrten erörterte Schwierigkeit in Betracht, das Ver- 
hältnis der beiden gleichmäfsig süt dem abschliei'senden mg einge- 
leiteten Verse 311 und 312 zu einander. Dals diese beiden Verse 
neben einander nicht ursprünglich sein können, erkannte bereits 
Aristarch. Er athetierte 311, weil der darin enthaltene Zusatz 
ivivive ih IlaXXicg ^A&tivfi nichts zur Sache bringe und ungewöhn- 
lich sei, die Athene uvocvivavöa eine Lächerlichkeit enthalte, der 
ganze Vers aber neben dem folgenden Verse überflüssig seL Dafs 
diese Gründe meist nichtssagend sind, bemerkte Am eis mit Recht, 
Sndem er namentlich den gegen aviveva erhobenen Vorwurf des 
Lächerlichen damit zurückwies, dafs das Verbum in übertragener 
Bedeutung stehe. Wenn derselbe aber wegen des sich wieder- 
holenden &g auf V 185. P 424. V 1 verwies und die Notwendig- 
keit von 311 damit zu begründen suchte, dafs erst wemi nach 
804 am Schlufs ausdrücklich wiederholt sei, dafs nur die Prie- 
isterin laut vorgebetet habe, als neuer Anfang der Gedanke (312) 
folgen könne, dafs die andern im Stillen mitgebetet, so wird da- 
durch der Anstofs, den beide Verse in ihrer Aufeinanderfolge bieten, 
nicht beseitigt Jene von Ameis angezogenen Stellen geben der 
Kritik zum Teil nicht minder Anstofs, als die vorliegende, und 
dafs V. 311 nicht nötig ist, um den Anschlufs von 312 zu er- 
möglichen, kann die ebenfalls von Amüis angeführte und von 
ihm nicht beanstandete Stelle v 185 zeigen, wo mit &g ol (Uv ^' 
ct^ovro an das Vorhergehende angeknüpft wird, ohne dafs dort 
auch nur das iv%$a^at selbst bereits eingetreten ist, vielmehr erst 
die Vorbereitungen zum Opfer erwähnt sind. Es haben daher 
manche Kritiker kein Bedenken getragen, mit Aristarch V. 311 
einfach auszuscheiden, so Bekker und Nauck. Köchlj, welcher 
ebenfalls 311 unter den Text gesetzt hat, sah in den Versen 311. 
312 eine doppelte Becension, indem er annahm, dafs dem Inter- 
polator von 311 die ursprüngliche Fassung (312) nicht genügt 



126 Z. Einleitung. 

habe, teils weil vorher nur das Gebet der Priesterini nicht aller 
Frauen erwähnt sei, teils weil er die Andeutung des Erfolgs des 
Oebetes vermifst habe. Gegen die Streichung von 311 erklärte 
sich Bergk, indem er den Ursprung der doppelten Fassung viel^ 
mehr daraus erklärte, dafs 311 die Diomedeia als Yortragspensum 
eines Rhapsoden abgeschlossen habe, der ablösende Rhapsode aber 
312 eingefügt habe, um den Anfang des neuen Abschnitts durch 
eine kurze Rekapitulation zu markieren, damit der Zuhörer sich die 
Situation klar vergegenwärtige, wobei er P424 — 426, £1 und 
!F 1 als analoge Fälle verglich.. Diese Erklärung hat auch v. Christ 
gebilligt, sieht aber umgekehrt in 311 den Zusatz eines Rhapsoden^ 
der mit dem Gebet an die Gottheit den Gesang von den Helden* 
thaten des Diomedes abschliefsen wollte. So ansprechend nun diese 
von Bergk und v. Christ gegebene Erklärung gegenüber den 
Versuchen 311 als Interpolation zu erweisen ist, so ist doch 
vor der Hand noch die Frage offen zu halten, ob die störende 
Aufeinanderfolge beider Verse nicht darin ihren Ursprung habe, 
dafs hier vermittelst der rekapitulierenden Wendung 312 ein ur* 
sprünglich fremdartiges Stück in den Zusammenhang eingeschoben 
sei, wofür in P 424— 426 (vgl. die Einleitung zu P p. 78) und 
ähnlich in v 185 ff. zwei ziemlich sichere Fälle vorliegen. Die von 
Düntzer angenommene Interpolation von 297 — 312 wird man 
schon deshalb abweisen müssen, weil die epische Darstellung sich 
gewifs nicht mit einer Andeutung, wie sie 296 giebt, begnügen 
kann, wenn der in Frage kommende Akt in so ausführlicher Weise 
vorbereitet und mit solcher Wichtigkeit behandelt ist, wie es in 
der vorhergehenden Erzählung geschehen. "-^ Schliefslich ist hier 
noch die von Düntzer, Köchlj und Franke gegen V. 252 aus- 
gesprochene Athetese zu erwähnen. Die genannten Gelehrten ver- 
muten, dafs eine beabsichtigte Rückbeziehung auf F 124 dem Verse 
seinen Ursprung gegeben habe: die Möglichkeit ist zuzugeben, in- 
des wäre nur das iaavdyovaa^ in welchem Nauck eine Verderb- 
nis vermutet, verständlicher, so würde an sich ein derartiger die 
Darstellung belebender Zug nicht nur ohne Anstofs, sondern durch- 
aus am Platze sein. 

Der folgende Abschnitt 312 — 369, worin der Besuch Hek- 
tors bei Paris erzählt wird, giebt im Einzelnen wenig Anstofs. Die 
V, 318 — 320, welche mit geringer Abweichung sich auch 493 
— 495 finden, schienen Aristarch an letzterer Stelle, wo Hektor 
vor dem versammelten Heer spricht, der Situation angemessen, da- 
gegen hier nicht passend. Seinem Urteil ist Köohlj gefolgt und 
hat die Verse unter den Text gesetzt, wohl mit Becht, denn was 
Am eis zur Bechtfertigung derselben bemerkte, dafs die Schilde- 
rung der Lanze beigefügt sei, um die kriegerische Absicht, in der 
Hektor gekommen sei, zu veranschaulichen, ist schwerlich annehm- 
hsr. Femer hat Köchly den wiederholt vorkommenden V. 334 



Z. Einleitung. 127 

nach Bekker 8 Vorgang auBgeßcbiedeo, weil er hier unnütz sei und 
auch bei P59) der aus unserer Stelle entnommen scheine, fehle. 
Letztere Annahme führt uns aber auf die schwierige Frage nach 
demVerhftltnis dieses ganzen Abschnitts zum dritten Oesange. Koch- 
lys Ansicht war, dafs der Verfasser unseres Abschnitts den dritten 
Gesang entweder nicht gekannt oder geflissentlich sich nicht darum 
gekümmert habe, wobei er allerdings die Möglichkeit zugiebt, dafs 
derselbe Dichter beide zu verschiedenen Zeiten gedichtet habe. Eine 
unmittelbare Beziehung unseres Abschnitts auf F verwerfen auch 
Naber, Schoemann und Kammer, dagegen nehmen Nutzhorn, 
Genz, Gerlach, Bergk u. A. einen mehr oder weniger engen 
Anschlufs an. 

Einen sichern Anhalt bieten die Worte 339 vUfj d* inafisi- 
ßsxtti avigag. Wenn Paris mit diesem Wort seinen Entschlufs in 
den Kampf zurückzukehren motiviert, so ist offenbar eine vorher- 
gehende Niederlage der Grund gewesen, weshalb er sich vom Kampfe 
fem gehalten, und ist der 336 erwähnte Schmerz, dem er sich hin- 
gegeben, der Schmerz über eben diese Niederlage, unter dieser 
selbst jiber eine andere zu denken, als die im Zweikampf mit 
Menelaos erlittene fehlt doch jeder Anhalt. Dieser zweifellosen 
Beziehung auf F stehen aber ebenso zweifellos andere Momente 
gegenüber, die solcher Beziehung entweder offenbar widersprechen 
oder doch aus F sich nicht genügend erklären. Zunächst ist, wie 
Naber bemerkt, Paris' Angabe, dafs er sich dem Schmerz über 
seine Niederlage habe hingeben wollen, im Widerspruch mit der 
Leichtfertigkeit, mit welcher dereelbe F 438 ff. den bittem Hohn 
der Helena zurückweisend, sich über die erlittene Niederlage hin- 
wegsetzt. Sodann haben Nabe r und Schoemann die im unmittel- 
baren Zusammenbang mit jener stehende andere Angabe des Paris, 
dafs Helena ihn mit freundlichen Worten zur Rückkehr in den 
Kampf ermuntert habe, mit T 428 ff. unvereinbar gefunden, wo 
Helena ihn vielmehr mit bitterem Hohn vor der Aufnahme des 
Kampfes warnt. Von diesen beiden Differenzen ist die letztere 
allerdings durch die Annahme des auDntifA^vov erklärbar. Wenn 
Paris im Gegensatz zu der ihn vorher beherrschenden schmerz- 
lichen Stimmung sagt: vvv ii (U iiaptCnovc* akoxog (taXoTioig ini-- 
iCötv &Qfifi6^ ig noXefiov, so fallen diese freundlich zuredenden Worte 
der Helena aufserhalb des Bereichs des dritten Gesanges, wo nur 
das unmittelbar an den Zweikampf sich schliefsende nächste Zu- 
sammensein mit Helena dargestellt ist. Auch hat der Dichter 
diese Fiktion dadurch wahrscheinlich gemacht, dafs er Paris be- 
reits bei Hektors Ankunft mit der Prüfung und Instandsetzung 
seiner Waffen beschäftigt zeigt. Allein wenn danach auch ein di- 
rekter Widerspruch mit F nicht anzuerkennen ist, so wird doch 
die Berechtigung des Oiaittofnvov dadurch sehr zweifelhaft, dafs da- 
mit bei Helena geradezu ein Umschlag der früheren Stimmung in 



128 2. Einleitung. 

die entgegengesetzte stillschweigend vorausgesetzt würde, und sehen 
wir, dafs derselbe Umschlag auch bei Paris selbst angenommen 
werden müfste, so werden wir, vorausgesetzt, dafs der Dichter dem 
Paris nicht geradezu Unwahrheiten in den Mund legen wollte, es 
doch wahrscheinlicher findra, dafs der Dichter dieses Abschnitts 
die Veraussetzungen des dritten Gesanges nicht gekannt und eine 
andere Darstellung vor Augen gehabt habe. 

Auf einen fthnlichen Schlufs haben auch die Worte Hektors 
S26 iuifiofUf ov fiiv %(dic %6lov tovJ* Sv9to &via^ geführt« Der 
hier bei Paris vorausgesetzte Groll wird gewöhnlich aus P468£ 
und 320 ff. in der Weise erklärt, dafs man voraussetzt , die dort 
von den Troern gegen JParis gezeigte gehässige Stimmung se! als 
AnlaCs dieses Grolles anzusehen. Diese Beziehung hat Naber ent- 
schieden geleugnet. Kammer femer findet es nnverständlich, wie 
Hektor das Fortbleiben des Paris vom Kampfe auf Bechnung eines 
Grolls gegen die Troer setzen könne, wenn Paris an demselben 
Tage einen unglücklichen Zweikampf gehabt habe: Hektors Vor- 
wurf sei nur verständlich, wenn Paris schon längere Zeit nach 
seinem unglücklichen Kampfe sich von jeder Teilnahme an einer 
Schlacht fern gehalten habe. Schoemann findet es unbegreiflich, 
wie Hektor auf die Vermutung kommen könne, dafs Paris aus 
Zorn über eine ihm widerfahrene Kränkung des Kampfes sich ent- 
halte, da von einer solchen Kränkung Alexanders und seinem Zorn 
darüber weder in F noch sonstwo die Bede sei, und auch ange- 
nommen, dafs dem Paris die Verwünschung jr320 oder die ihm 
feindselige Haltung der Troer F 454 bekannt geworden, so sei 
doch für die Voraussetzung Hektors, dafs er aus Zorn über jene 
jetzt nicht für seine eigne Sache mitfechten wolle, kein vemünf* 
tiger Grund abzusehen« Dafs nun dem Paris die gegen ihn herr- 
schende feindselige Stimmung der Troer im allgemeinen be^ 
kannt sei, ist zweifellos, noch r* 42 hatte Hektor ihm dieselbe 
vorgehalten, vgl. Z 524. Allein weder ist die Verwünschung F 320, 
auch wenn sie Paris bekannt geworden, bei der Allgemeinheit ihres 
Inhalts, sowie, weil sie Achäem wie Troern in den Mund gelegt 
ist, recht geeignet die Voraussetzung zu begründen, dafs Paris aus 
Zorn über eine solche Äusserung sich des Kampfes enthalte, noch 
kann die J'454 vom Dichter bezeichnete feindselige Gesinnung der 
Troer gegen Paris dafür zur Grundlage gemacht werden, teils weil 
hier nicht einmal eine bestimmte Äusserung vorliegt, sondern nur 
die Haltung der Troer durch ihre Gesinnung gegen Paris moti- 
viert wird, teils weil von diesem Vorgang es von vornherein viel- 
mehr wahrscheinlich ist^ dafs er Paris unbekannt geblieben. Die 
Voraussetzung Hektors ist also allerdings durch die Erzählung in 
F nicht genügend motiviert und da sie auch durch die zwischen F 
xmd Z liegenden Gesänge in keiner Weise vorbereitet und ver- 
mittelt ist; so bleibt ein nicht hinwegzuräumender Anstofs. Einen 



Z. Einleitung. 129 

verfehlten Versuch die Schwierigkeiten zu beseitigen macht Oenz, 
wenn er Hektors Wgrte 826 nicht ernstlich gemeint, sondern in 
dem Sinne gefabt wissen will: ^Du thust wohl gar, als ob da 
Grund hftttest mit den Troern zu schmollen imd willst von ihrem 
Kampf nichts wissen?' Die von Nah er dafür, dafs der Dichter 
unserer Scene F überhaupt nicht gekannt habe vorgebrachten in- 
direkten Beweise, wie dafs Helena 350 nichts von dem Zweikampfe 
sage und ihre Worte mit der Voraussetzung des Zweikampfes un- 
verträglich seien, sowie dafe Hektor, der doch Paris* Bettung durch 
die Göttin nicht wisse, gar nicht frage, wie und warum er nach 
Hause gekommen sei, sind von zweifelhaftem Gewicht, überdies 
ist die Beziehung auf den Zweikampf in 339 doch schwer zu be- 
streiten. Das Ergebnis unserer Erörterung ist demnach, daüs unsere 
Scene zwar so weit an F sich auschUefst, als der Zweikampf 
vorausgesetzt wird, dafs sonst aber mehrfach Voraussetzungen teils 
gemacht sind teils zu machen sind, die sich aus F nicht unmit- 
telbar ergeben. Wie dies zu erklären sei, darüber sind folgende 
Vermutungen aufgestellt Schoemann nahm an, daüs über Paris' 
Zorn und Unwillen deutlichere Andeutungen in einem älteren Liede 
gegeben seien, wovon nur dieser eine Teil, der die Zurückberufung 
des Paris in den Kampf darstelle, in unsere Hias aufgenommen 
seL Bergk meinte, dafs der Diaskeuast, indem er dem früheren 
laede einen Nachtrag anhängte, dasselbe gekürzt habe: ^der Dichter 
werde nach dem Schusse des Pandaros geschildert haben, wie sich 
der Unwille der Troer ebenso gegen Pandaros, wie gegen Paris 
in tadelnden Worten Luft machte'. Genz, welcher engsten An- 
schlufs an F annimmt, ja denselben Dichter voraussetzt, erklärt 
den mangelnden Zusammenhang durch die Einfügung des Vertrags- 
bruchs: der Dichter von F und Z werde den Verlauf anders ge- 
dacht haben. 

Wie der Besuch Hektors bei Paris, so ist auch die Begeg- 
nung desselben mit Andromache durch die Anlage des ganzen Ge- 
sanges nicht unmittelbar vorbereitet; indes scheint dieselbe so na- 
türlich, dafs niemand nach einer weiteren Motivierung fragen wird. 
Beide Scenen aber, wie sie äufserlich mit einander verschlungen 
sind, so stehen sie innerlich durch den Parallelismus des Kon- 
trastes in innigstem Bezug zu einander. Über diese Beziehungen 
hat Gerlach treffend bemerkt: ^Es kommt dem Dichter jedoch 
nicht allein darauf an, Hektors Heldensinn durch den Gegensatz 
zu der feigen Saumseligkeit des Paris in helleres Licht zu setzen 
und durch die Schilderung von dem unfreundlichen Verhältnis zwi- 
schen Paris und Helena, das sich in den Scheltreden der letzteren 
80 unzweideutig kundgiebt, die ideale Gattenliebe des andern Paares 
kräftig hervorzuheben: der Dichter zeigt uns durch den Kontrast 
zugleich in wirksamster Weise die mächtigen Beweggründe, welche 
den Hektor zur Vermeidung des Kriegs hätten bestimmen k^xss^v 

HvifTSB, Anhftng zu Homers lUa«. II. ^ 



180 ^ Einkitung. 

denn wer hätte es diesem verargen wollen ^ wenn er Bedenken 
getragen hfttte einem Unwürdigen zu Gefallen, dem er selbst den 
Tod wünscht, sich nnd sein Teuerstes zu opfern? Konnte uns 
Homer die Oröliie seines Helden wohl besser darstellen, als indem 
er zeigt, wie dieser selbst den stftrksten Eindrücken gegenüber 
unbeweglich bleibt, nnd zwar nicht etwa wegen der Hflrte seines 
Charakters — denn in seinen Reden giebt sich ein weiches G^ftlhl 
kund — sondern nur weil die Ehre es ihm gebietet\ In Bezug 
aof die Stelle, wo diese Soene eingefügt ist, bemerkt derselbe: 
*Qab es nun wohl einen passenderen Ort, diese tragische GrOfte 
Hektors zu schildern , als die Stelle, wo die eigentliche Helden- 
laufbahn desselben beginnt, nltmlich vor den gewaltigen Kämpfen 
um Mauer und Schiffe, denen der Zweikampf mit Aias als Vor- 
spiel dient?' Indes hat Naber in Bezug auf die Stellung dieser 
Scene in dem Zusammenhange unserer Dias folgende Bedenken 
erhoben. Indem derselbe aus den Andeutungen 367 und 500 ff. 
(vgl. P 206) glaubt folgern zu müssen, dafs die Unterredung zwi- 
schen Hektor und Andromache nur die letzte vor Hektors Tode 
sein könne, hält er es für unmöglich, dafs der Dichter dieser 
Scene Hektor am Abend dieses Tages noch einmal in die Stadt 
habe zurückkehren lassen (JET 307 ff.), und vermutet yielmehr, dafa 
derselbe ihn in der nachfolgenden Nacht bereits auf dem Schlachi- 
felde habe übernachten lassen, was nach dem jetzigen Zusammen- 
hange der Ilias bekanntlich erst am Schlufs Yon 9 geschiehi 

Der innere Zusammenhang dieser unvergleichlichen Scene bietet 
wenige Stellen, welche zu Bedenken Anlafs geben. Von Aristarch 
wurden Y. 433 — 439 verworfen. Seine Gründe waren, dafs der 
hier von Andromache gemachte Vorschlag in dem Munde der 
Frau unpassend sei, dafs der Dichter die hier erwtthnten Versuche 
der Achäer die Mauer zu erstürmen nirgend überliefert habe, auch 
der Kampf nicht so nahe bei der Mauer stattfinde, dalii Hektor 
endlich in seiner Antwort diesen Vorschlag ganz unberücksichtigt 
lasse. Freilich kann der Umstand, dafs hier Thatsachen aus einer 
früheren Zeit erwähnt werden, die sonst nicht überliefert sind^ 
an sich nichts gegen die UrsprüngUehkeit dieser Verse entscheiden* 
(Lachmann sah in der Angabe 436 ein wichtiges Moment für 
die Scheidung des sechsten Liedes vom fünften.) Auch über daa 
Passende oder Unpassende jener taktischen Batschläge in Andro- 
maches Munde liefse sich noch streiten: nach Kiene empfiehlt 
dieselbe damit nur die Bückkehr zu der früher üblichen Führung 
des Kriegs, was freUich aus den Worten nicht zu entnehmen ist^ 
und Qerlach bemerkt: Miese ängstliche Klugheit des Weibe» 
bildet einen schönen Kontrast zu Hektors heroischem Mute'. Da- 
gegen sind die andern von Aristarch vorgebrachten Ortlnde be» 
weiskräftig; ja es ist der in diesen Versen enthaltene Vorschlag«, 
wie Köohl/ richtig sah, geradezu unvereinbar mit der 431 vor* 



Z. Einleitong. 131 

hergehenden Aufforderung auf dem Turme zu bleiben. Nach der 
Art, wie die V. 483 ff. einfach mit 6i an die vorhergehenden ge- 
schlossen sind, könnte der darin enthaltene Yorschlag nur, wie 
jene Aufforderungf als unmittelbar aussuführen gedacht sein; das 
ist aber bei der vorliegenden Situation, wo die Troer im offenen 
Felde, nicht einmal in unmittelbarer Nähe der Mauer kämpfeni 
unmöglich. Wären die Verse wirklich ursprflnglich, so müMe für 
die ganse Scene eine ganz andere Situation vorausgesetzt sein, 
etwa die Zeit vor dem Ausmarsch des Heeres in den Kampf. Da- 
nadi haben die meisten Kritiker der Athetese des Aristarch zu- 
gestimmt: so Bekker, Dttntzer, Köohly, Holm, Genz, Bergk. 
Dagegen haben sich erklärt Franke, Nitzsch und Kiene, welche 
nur 436 f. als diaskeuastische Zuthat ansehen, und ausführlich im 
Anhange (erste Auflage) zu diesen Versen Ameis. 

Von den sonst ausgesprochenen Athetesen sind die meisten 
teils von den Urhebern selbst nur mit Schüchternheit vorgebracht, 
theils aber aus einer Hyperkritik hervorgegangen, die sich selbst 
richtet. Zu den ersteren gehören die von Dttntzer gegen 379 f. 
384 f. 388 f., von P. La Roche gegen 402 f. ausgesprochenen; 
zu den letzteren fast durchweg die übrigen von P. La Boche, 
welche von Köchlj mit gebührender Schärfe zurückgewiesen sind. 
So trägt P. La Roche kein Bedenken in der Rede der Andre* 
mache (407 — 439) nicht mehr und nicht weniger als 413 — 439 zu 
streichen. Köchlj nahm an V. 424 Anstofs, welcher ihm nach 
p471f. gebildet schien; Dttntzer aber verwirft 425 — 428, an 
deren Stelle ursprttnglich etwa gestanden haben möge: fuitiQu 
d' iv fuyaffotöi ßaV "Aqniug loxia^i^a. Allein der Hauptanstofti, 
welcher Dttntzer zur Verwerfung veranlafst, dafs nämlich die 
Mutter im Palaste des Eetion gestorben sein solle, während dieser 
Palast doch bei der Zerstörung von Thebe mit zerstört zu denken 
sei, fällt hinweg, sobald man mit Ameis und andern nctxQog 428 
von dem Vater der Mutter, dem Orofsvater der Andromache ver- 
steht, was auch darum natttrlioher scheint, weil man bei dem 
vorher erwähnten Loskauf der Mutter nach den Verhältnissen zu- 
nächst an die Verwandten der Mutter, in erster Linie an den 
Vater derselben zu denken hat. Auffallend bleibt nur die Hemer* 
kung 426 tj /kraAtvtv wth nhifup vXtitaa^y nicht blofs, weil sie 
ttberhanpt ttberflflssig scheint, sondern weil sie nach der vorher 
erzählten Zerstörung der Stadt befremdet Auch der Anstoib, den 
Köohly an 424 nahm, ist nicht derart, dafs die Athetese gerecht- 
fertigt wäre. Mag es auch nach dem Zusammenhange natflrlicher 
scheinen, dafo auch die Söhne des Eetion bei der Eroberung der 
Stadt gefallen seien, so ist doch kein rechter Grund zu sehen, 
weshalb sie nicht vorher durch plötzlichen Überfall bei den Her« 
den Widerstand leistend getötet sein sollen und so haben Fried - 
laender und Dttntser die Athetese znrttokgewiesen. Weit he* 

9* 



132 Z. Einlexiong. 

firemdender ist, dafo nachdem Andromache 413 Ton dem Verlust 
nur des Vaters und der Mutter gesprochen, sie bei der mit ij 
To< yitQ 414 eingeleiteten Ausführung nach der Erz&hlung vom 
Tode des Vaters 421—424 auch das Schicksal der Brttder ein- 
flicht, da doch sonst derartige Ausführungen mit ^ xoi der vorher- 
gehenden Ankündigung genau zu folgen pflegen. Indes trage ich 
doch Bedenken daraus etwa zu folgern, dafs 421 — 425 oder 416 — 
425 später eingefügt seien, wie sehr wir auch geneigt sein mögen an 
der breiten Erz&hlung innerhalb dieser Partie Anstofs zu nehmen. 

In Rektors Erwiderung 441 — 465 fand Holm die mit 447 
beginnende Betrachtung über das nach dem Untergange Trojas 
der Andromache drohende Schicksal der in Agamemnons Rede 
J 163 ff. so Ithnlichj dafs er in 447 — 465 eine Nachahmung jener 
zu erkennen glaubte, war indes vorsichtig genug nur die Möglich- 
keit solcher Zndichtung hinzustellen. Dagegen erklärte P. LaBoche 
mit voller Bestimmtheit dieselben Verse als eine evidente geschmack- 
lose Interpolation« Aach Düntzer stimmte der Ausfuhrung P. 
La Boches zu, beschränkte an einer anderen Stelle die Athetese 
jedoch auf 456 — 463. Wir gehen über diese Athetesen hinweg, 
Air welche es an einer ausreichenden objektiven Begründung fehlt, 
denn auch der scheinbar zutreftende Grund, dafs Hektor durch 
solches Vorhalten des der Andromache nach der Zerstörung Trojas 
bevorstehenden Schicksals dieselbe statt zu trösten, noch mehr 
beunruhige, ist zurückzuweisen, da diese Ausführung als Er?ride- 
rung auf Andromaches ^Du bist mein ein und alles* notwendig 
ist und mit den Worten der Andromache, wo sie des Hektor be- 
vorstehenden Geschicks gedenkt, zweifellos in Parallelismus steht, 
vgL 409—413. 

In der weiteren Erzählung verwirft P. La Roche 479 — 481 
und Düntzer stimmt dieser Athetese zu Veil der Gedanke, dafs 
Astyanax noch tapfrer als sein Vater sein möge, dem Hektor 
hier ganz fem liege und so ungeschickt als möglich angefügt und 
ausgeführt sei'. Ein begründetes Bedenken könnte nur darin 
liegen, dafs Hektor, während er vorher den Untergang Trojas als 
sicher eintretend angenommen hat, hier zwar seinen eignen Unter- 
gang voraussetzt, aber nicht den Untergang Trojas, wenn er 
wünscht, dafs Astyanax mit Macht über Uias walten und die 
Mutter sich seiner erfreuen möge, wenn er siegreich aus dem 
Kampfe mit der Büstung eines erschlagenen Feindes heimkehre. 
Indes ist der hier wahrnehmbare Umschlag der Stimmung sehr 
wohl motiviert durch die vorhergehende unvergleichliche Seene mit 
Astyanax: ^angesichts seines blühenden Kindes kann er wenigstens 
nicht, wie vorher, alle Hoffnung au^ben; im Gefühl der Freude 
verschwindet die Sorge nicht, aber sie tritt zurück' (Bischoff). 
Man ver^eiche darüber aufserdem die treffenden Bemerkungen von 
W. Jordan Homers Dias übersetzt und erklärt p. 586. 



Z. Einleitung. 133 

Die yon P. La Roche über 490 — 493 ausgesprochene Athe- 
tese ist von Eöchly und Dttntzer mit Recht zurückgewiesen, 
dagegen verwirft Düntzer mit La Roche 497 — 502 und weist 
auch noch 496 der yermeintlichen Interpolation zu; Nauck hat zu 
498 — 502 bemerkt: ^mrUl Indes sind weder die von La Roche 
erhobenen sprachlichen Bedenken berechtigt, noch kann Düntzers 
Forderung: ^Andromache muüs bei allem tiefen Oeftthl sich als 
Hektors starkes Weib, als Eetions würdige Tochter erweisen, die 
der Mahnung ihres Gatten nachkommt' so ohne weiteres gelten. 

Es bleibt noch die Episode von Glaukos und Diomedes zu 
erörtern, welche wir bei der Erzählung von Hektors Gange nach 
der Stadt, in welche sie eingefügt ist, übergangen haben, weil 
sie eine eingehende Erörterung erfordert. 

Für die Kritik dieser Episode ist eine Notiz bei Aristoni* 
kos (ed. FriedL p. 118) von besonderer Bedeutung, welche sagt, 
dafs manche diese Begegnung zwischen Glaukos und Diomedes an 
eine andere Stelle versetzten. Diese Notiz ist verschieden gedeutet, 
entweder in dem Sinne, dafs die Episode zwar da, wo wir sie 
finden, ihre ursprüngliche Stelle gehabt habe, aber von den Rhapso- 
den bald hier bald dort in den Zusammenhang anderer Lieder 
eingefügt sei, wozu dieselbe sich ebensowohl wegen ihrer ftufser- 
liehen Abgeschlossenheit, wie wegen ihres Gehalts an allgemeinen 
Gedanken einer verständigen Lebensweisheit vorzüglich geeignet 
habe (Eöchly, von Christ), oder in dem Sinne, dafs andere 
Grammatiker dieselbe an unserer Stelle nicht für ursprünglich ge- 
halten, sondern ihr in einem andern Znsammenhange ihre Stelle 
angewiesen hätten, was Naber speziell auf Zenodot deutet. Wir 
können die erstere Auslegung nicht für die richtige halten, weil 
das tivig nach dem sonstigen Gebrauch bei Aris tonikos sich 
nicht auf Rhapsoden, sondern nur auf Grammatiker beziehen läfst, 
und müssen danach annehmen, dafs während Aristarch die Epi- 
sode da, wo wir sie lesen, für ursprünglich hielt, andere Kritiker 
sie hier nicht für passend hielten und ihr anderswo eine passen- 
dere Stelle anweisen zu können glaubten. 

Verfolgen wir die Gründe, welche für die Stelle, wo die Episode 
jetzt steht, geltend gemacht sind, so schien dieselbe Laohmann und 
Köchly nach ihrem müden und anmutigen Charakter den übrigen 
Scenen des Liedes durchaus entsprechend, ein passendes Vorspiel 
zu Hektors Besuch bei Andromache. Ähnlich urteilt Düntzer, 
dafs dieselbe zur Abwechslung der Kriegsscenen eingelegt, durch 
ihren Gegensatz zu diesen einen Übergang zu den Famiüenscenen 
in Troja bilde, auch die rührende Klage des Glaukos über die 
Vergänglichkeit der Menschen, verbunden mit der Erzählung von 
Bellerophontes die bald darauf uns entgegentretende Not in Troja 
trefflich einleite. Auch v, Christ hebt die Verwandtschaft des 
Inhalts mit dem übrigen Gesänge hervor, zu dessen friedlichem 



134 Zw EiiilM((iuig. 

Cluurakter trefflioh der unblutige Ausguig des Zuflainmentreffens 
atimme. Aber auch die Art, wie die Episode in den Zuaunmen- 
bang der ErzfthluDg eingefügt ist, scheint ihm ganz in der Art 
des Homer, indem durch diese Scene die lur Aniftlhnmg von 
Hektors Gange nach der Stadt erforderliche Zeit ausgefttUt werde. 
Lftist sich gegen die vorgetragenen Ansichten an sich kanm 
etwas einwenden, namentlich denen gegenüber, welche die Episode, 
wie Lachmann, von dem Standpunkt des . Einzelliedes auffassen, 
so erheben sich doch sofort Schwierigkeiten, sobald man dieselbe 
mit dem sechsten Gesänge überhaupt im Zusammenhange mit dem 
vorhergehenden betrachtet. Nun steht der Beziehung auf die Dio» 
medeia in Z 126 (or' ifMV SoJUxo^mov fyx^ tfHivag^ 6vitt^v»v ii 
XI Tcaidig ii^m (livei avnonaiv) der offenbare Widerspruch gegen- 
über, dafs Diomedes, der £ 127 von Athene mit der Gkbe aus- 
gerüstet ist Götter und Menschen zu onterscheiden und dort kein 
Bedenken getragen hat gegen Apollo anzastttzmen, hier nicht weifs, 
ob Glaukos ein Gott sei, und in demütiger Scheu vor dem Zorn 
der Götter sich gegen den Gedanken nachdrücklich verwahrt gegen 
einen Gott zu kämpfen. Diesen Widerspruch sucht Düntzer durch 
die Annahme zu beseitigen, dafs jetzt, wo die Götter sich aus 
dem Kampfe entfernt, ihm die Gabe die Götter zu erkennen von 
AthMie wieder genommen sei oder er derselben nicht mehr ver- 
trauet die Scheu gegen die Götter zu kämpfen aber im genauesten 
Zusammenhange mit der Mahnung der Athene in E stehe; über- 
dies sei uns die Art, wie Athene den Diomedes veriaisen habe, 
mcht erhalten. Dagegen bezeichnet der Dichter W. Jordan xmtw 
Voraussetzung desselben Dichters in E und Z es als eine onver- 
zeihlicbe Unterlassungssünde von dem Aufhören jener Erkennunga- 
gabe zu schweigen und das widersprechende Benehmen des Dio- 
medes als die ärgste der poetischen Unwahrheiten, als einen 
imvereinbaren Widerspruch in der Charakteristik und sieht daher 
in der Glaukosepisode ein älteres Stück von einem Dichter, welcher 
einer würdigeren Auffassung der Götter huldigte. Auch Jacob 
und Holm finden den Widerspruch in beiden Darstellungen un- 
lösbar und schiiefsen, dafs der Verfasser der Episode E nicht vor 
Augen gehabt habe, darin vielmehr ein für sieh gedichtetes Lied 
zu sehen sei. Ebenso findet Naber die Episode unvereinbar mit JE, 
wo Diomedes Aphrodite und Ares verwundete, und glaubt, dafs 
dieselbe aas einem andern Gesänge in die jetztige Stelle ungdiörig 
übertragen sei, was leicht habe geschehen können, da Diomedes 
auch hier, wie in £, als iiftonwov erscheine. ^ Auch wir müssen 
in dem Benehmen des Diomedes in dieser Episode und in E einen 
unvereinbaren Widerspruch anerkennen und wenn irgendwo die An- 
wendung des aMMTOfievov für unzulässig halten. Eine andere Frage 
aber ist, ob darum diese Episode ursprünglich für eine andere 
Stelle gedichtet ist. Hier kommen nun zunächst die Gründe in 



Z. Einleitong. ^ 185 

Betracht, welcbe gegen die Stellung derselben in ihrem jetsigen 
Zusammenhang vorgebracht sind. Giseke macht dagegen geltend, 
dafs dieselbe swischen Hektors Weggang Tom Schlachtfelde und 
seiner Ankunft in der Stadt so lose eingefügt sei, dab wenn man 
237 mit Sil* Zu dif statt mit lEltnmQ d' co^ beginne, ein unmittel- 
barer Ansohlulis an 118 möglich sei. Ebenso urteilt Bergk, dafs 
die Episode nicht eben geschickt den Oang der Erzählung unter- 
breche und Jordan findet den Platz sur Einschaltung sehr un- 
glücklich gewählt, weil sie die Erstthlung von Hektors Oang in 
die Stadt serreifse, welche jetzt J18 sehr unepisch abbreche mit 
der Schilderung, wie dem Helden die Lederfiranaen des Schildes 
oben den Nacken und unten die Knöchel umklappen, denn diese 
veranschauliche treffend seine Hast und erwecke die Erwartung, 
ihn bald am Ziele zu sehen. Indes wii*d man doch anerkennen 
müssen, dafs die sonst nach Homerischer Technik geltenden Voraus- 
setzungen ftlr Einschaltung einer Episode hier vorhanden sind« 
Andrerseits ist fiOr die Stelle der Episode an ihrem jetzigen Platze 
von Eöchly geltend gemacht, dafs im Anfang von H Glaukos 
neben Hektor und Paris als dritter Vorkämpfer auftritt 

Dafs die Episode femer im Anschlufs an die Diomedeia ge- 
dichtet ist, darauf scheint nicht nur 126 f. zu weisen — Worte 
des Selbstgefühls, wie sie dem bescheidenen und mafsvollen Dio- 
medes nur nach hervorragenden Thaten angemessen sind — , son- 
dern es zeigt auch die Ausführung des Diomedes über den Kampf 
mit den Göttern eine nicht abzuweisende Besiehung auf die ähn- 
liche der Dione E 407 ff. Sehr zweifelhaft scheint freilich, ob 
diese Besiehung in der W^e zu deuten ist, wie Köchlj und 
Genz thun, dafs nämlich der Dichter unserer Episode dieselbe im 
AnscUuÜB an £407 ff. im bewufsten Gegensatz zu der Darstel- 
lung des Diomedes in E gedichtet habe, um diese gleichsam zu 
korrigieren, da ihm diese dem Charakter des Helden unangemessen 
schien und er in frommer Denkart wegen der übermenschlichen 
Thaten für seinen Liebling fürchtete. Aber es wäre ja möglich, 
wie jene Notiz des Aristonikos es nahe zu legen scheint, dafs 
die Episode im unmittelbaren Anschlufs an die Aristie des Dio- 
medes für eine Stelle innerhalb dieser selbst gedichtet wäre, wie 
Bergk und M. Schmidt annehmen. Jener setzt ihre ursprüng- 
liche Stelle nach £ 518, nach dem Xampfe des Diomedes mit 
Aineias, indem er ganz entgegengesetzt der Ansicht von Köchlj 
annimmt, dab der Diaskeuast, welcher die oljmpisehe Scene zwi- 
schen Aphrodite und Dione einlegte, in 407 ff*, auf die Änfserung 
des Diomedes dem Glaukos gegenüber (Z 129 ff.) Bücksicht nahm, 
aber, weil er gegen diese Partie im übrigen ganz offen polemi- 
sierte, sie wohl ganz zu beseitigen suchte, was ihm freilich nicht 
gelang, da sie an einer anderen Stelle erhalten wurde. Schmidt 
dagegen nimmt an, dafo die Episode für die Stelle gedichtet sei, 



136 Z. Einleitinig. 

welche jetzt der Kampf xwischen Sarpedon und Tlepolemos ein- 
Bimmt, £ 628 — 698, und zwar Yon eicam Dichter, welcher an 
dieser Scene in einem zur Verherrlichung des Diomedes bestimm* 
ten Liede AnstoÜB nahm und dasselbe durch eine andere ersetzen 
£u müssen glaubte, in welcher dem Diomedes die Hauptrolle zu- 
falle, wobei er sich angelegen sein liefs denselben gehorsam der 
Mahnung der Athene 130 f. zu zeigen. Er glaubt diese Annahme 
dadurch sttttzen zu können, dafs die Einleitung beider Episoden 
in E 630 «« Z 120 übereinkomme, um Bergks Ansicht zu ver- 
stehen, mufs hinzugefügt werden dafs nach seiner Annahme in 
der ursprünglichen Diomedie Atheae 129 f. Diomedes warnte gegen 
die Götter zu kämpfen, ohne irge'^d eine Ausnahme zu machen, 
und ihre Warnung wahrscheinlich noch näher begründete, indem 
sie darauf hinwies, dafs wer seinr Hand gegen die Oötter erhebe, 
einem sichern Untergange gewei^^t sei, frühzeitig sein Leben ver- 
liere, Worte die der I askeuast hier strich, um das Motiv 406 £f» 
für sich zu verwenden. Allein ist es schon schwer Bergk in 
diesen Yoraussetzungeii von der Thfttigkeit seines Diaskeuasten zu 
folgen, so wird die ganze Annahme, welche übrigens auch von 
Benicken lebhaft bestritten ist, zumal dadurch hinfällig, dafs 
jener Widerspruch zwischen der Episode und E hinsichtlich der 
dem Diomedes verliehenen Qabe die Götter zu erkennen (die Bergk 
nicht etwa durch Athetese beseitigt hat) in der hier der Episode 
zugewiesenen Stelle (nach £ 518) so grell hervortreten würde, 
dafs er vollends unerträglich wäre. Und dasselbe gilt von der 
Vermutung Schmidts, gegen welche überdies die nämlichen Be- 
denken, welche Bibbeck (vgl. die Einleitung zu £ p. 73) gegen 
den Zweikampf des Sarpedon und Tlepolemos aus der Situation 
entnommen hat, geltend gemacht werden können. Noch hat 
Düntzer vermutet, dafs die in der Notiz des Aristonikos er- 
wähnten andern Grammatiker die Episede an den Schlufs des 
vierten Buches, also unmittelbar vor äi':. Aristie des Diomedes ge- 
setzt hätten, ohne dafs er selbst jedoch diese Stelle für besser hielte. 
Sind die Versuche der Episode eine passendere Stelle zuzu- 
weisen zu verwerfen, so müssen wir uns zunächst dabei beruhigen, 
dafs sie im Anschlufs an E imd für die Stelle, wo wir sie jetzt 
lesen } gedichtet sei« Dafs sie an dieser Stelle gleichwohl mit 
£127 f. im Widerspruch steht, läfst sich dann entweder daraus 
erklären, dafs in der ursprünglichen Diomedie, wie wir angenom- 
men haben, von jener Gabe die Götter zu erkennen gar nicht die 
Bede war, oder dafs die Episode jüngeren Ursprungs ist und der,, 
welcher sie einfügte, obwohl er £ in seiner jetzigen Gestalt vor 
Augen hatte, übersah, in welchen Widerspruch er sich mit £ 
setzte. Für. einen jüngeren Ursprung der Episode werden aber 
von Giseke überhaupt die gegen die Ursprünglichkeit der Sar- 
pedon und Glaukos betreffenden Partieen sprechenden Gründe gel- 



Z. Einleitung. 137 

tend. gemacht, insbesondere die Jose Einffigung der Episode und 
Egentünüichkeiten in Sprache und Versbau, worin dieselbe von 
ihrer Umgebung abweiche. Wenn femer Diomedes sagt, dafis er 
Glaukos vorher in der Schlacht noch nicht gesehen habe, so sieht 
▼.Christ darin, wie in der FiktTon, dafs erst wShrend des Kampfes 
neue Zuzüge Yon Verbündeten angekommen seien, die deutliche An- 
deutung, dafs der Dichter sich der Einführung neuer Streiter und 
der damit verbundenen Erweiterung der ursprtUiglichen Anlage 
wohl bewufst war. Wohl dürfen auch der elegische Charakter der 
einleitenden Worte in Glaukos' Erwiederung 146 ff. verglichen 
mit tflSOff,, zum Teil die ErzShlung von Bellerophontes selbst 
und die Sage von Lykoorgos fELr einen jüngeren Ursprung geltend 
gemacht werden. 

Indes ist die exemplificierende Ausführung des Gedanken^, 
dafs nienumd ungestraft die Hände gegen die Götter erhebe, durch 
das Beispiel des Lykoorgos von Düntzer und La Roche als ein 
jüngerer Zusatz aüieüert. Der erstere begründet die Athetese 
dadurch, dafs diese Ausführung für Diomedes, der eben auf Ge- 
heils der Athene Ares verwundet habe, sich wenig schicke. Allein 
dieses Bedenken trifft doch nicht minder den Ausspruch 129, in 
welchem er den Gedanken an einen Kampf mit den Göttern von 
sich weist^ Wenn aber La Roche gegen die Stelle geltend macht, 
dafs die echten homerischen Lieder den Gott Dionysos nicht kennen 
und in der Wiederholung von V. 129 in 141 ein Anzeichen der 
Einschiebung findet, so ist das letztere Argument trOglich, das 
erstere aber ebensowohl für einen jüngeren Ursprung der ganzen 
Episode geltend zu machen. Femer hat Köchly 156 — 159. 1941 
200—202. 205. 221—223 athetiert. In 156—169 glaubt der- 
selbe ein Stück aus. einer anderen Darstellung zu erkennen, in 
welcher Proetos mit offener Gewalt den vermeintlichen Verführer 
seiner Gattin aus seinem Gebiete vertrieben habe In dieser Athe- 
tese begegnet sich Köchly mit Friedlaender. Auch dieser 
findet 158 f, wo eine Austreibung . des Bellerophon berichtet wird, 
unvertrl^lich mit der folgenden Darstellung, wo Proetos den Belle- 
rophon mit der Uriassendung nach Lycien schickt, und nimmt 
eine Verschmelzung zweier verschiedener Darstellungen der Ge- 
schichte an, deren eine den Bellerophon von Proetos aus Mifs- 
gunst, aus eifersüchtiger Besorgnis vor der zukünftigen Gröüise des 
jungen Helden vertrieben werden liefa, und die im wesentlichen 
in 156—159. 171—173. 192—199. 203—211 enthalten und 
wahrscheinlich die ursprünglichere Gestalt der Stelle sei, während 
die andere die Liebe und Verleumdung der Antaea, die verr&te- 
rische Sendung zu Jobates und die in Lycien glücklich bestan- 
denen Abenteuer enthielt (in 160—199. 203—211). Diese An- 
nahme doppelter Motive eignete sich auch Nitzsch an, wollte 
aber durch Ausscheidung von 160 — 167 die ursprüngliche Fas- 



138 Z. Eiatoitimg. 

suiig herBialleiL Bestritten wurde diese Annahme von Ameis im 
Anhange (erste Auflage, «u 159), indem er einwendete, daüs ans 
den Worten 156^159 nichts Ton Mifsgonst nnd Eifersneht au 
entnehmen sei, ftlr die Worte in #«ffiov tlma^iv die erklirende 
Apsfllhrang in 168 fiand und die Erseheinung, dafs die Erzfthlnng 
des MotiTS 160 £ erst der Angabe der ThatMohe (157—159) 
naohgebraeht werde, ab eine aneh sonst voriKommende Eigentum- 
lichkeit der homerisohen Darstellni^ beteiohnete. Iietsteres aller- 
dings nicht ohne Qnmd, obwohl man dann eher eine Anknttpfimg 
mit i| TOI oder )w^ erwarten sollte; aber sweierlel, was für jene 
Yon Friedlaender begründete Ansicht spricht, ist doeh nicht ab- 
anweisen. Einmal kann man sich schwer ttbenengen, dafs derselbe 
Dichter dieselbe Sache einmal als eine Anstreibung des Bellero- 
phon nnd dann als eine Sendung desselben beseiohnet habe, da 
eine Austreibung, wie überdies der Zusatz inA nolij ^pi^imfog {«v 
leigt» die Anwendung von Gewalt Yoraussetst. Sodann ist der 
wiederholte Versanfang m ii 156 und 160 swar nicht an sich, 
aber in Verbindung mit den durch den Inhalt gegebenen Anstüfaen 
mn böchat wahrscheinliches Anseichen der Interpolation oder dop- 
pelter Faesung, wie auch sonst. Haben wir aber eine doppelte 
Fassung ansunshmMi, so ist die Ansicht Friedlaenders wohl die 
wahrscheinlichste, wonach 156 — 159 mit den andern angegebenen 
Bestandteilen die ftltere Fassung bieten, da Mie Linge und Aus- 
ftihrliohkeit bei den Ab^teuem des Bellerophon, wo man nur eine 
kurze öenealogie erwartet, doch etwas Befremdendes hat'. Daxu 
kommt, dafs auoh nur aus dieser Fassung in 159 das VerhBItnis 
des Bellerophon zu Proetos einigermaüsen klar wird« Freilich hat 
Nauck gerade diesen Vers, der allerdings nicht ganz geschickt 
ist, als spurius? bezeichnet. 

üach Heynes Vorgang fand Köohlj femer V. 181 und 182 
mit einander uuTereinbar, da bei der Vorhindung beider Verse 
anamfilovtfu Bxch auf filtftfi} xl(uaga beziehe, und glaubte in beiden 
Versen eine doppelte Fassung zu erkenn^L Sodann schienen dem- 
selben 194 f. aus r 184 f. entnonunen und hier ungehörig ein- 
gefügt, weil von irgend welcher Beziehung des Volkes zu dem 
Fremden Torber nicht die Bede sei und die Beziehung von 4 ii 
196 auf ^vyw^i^ 192 durch jene beiden Verse sehr erschwert 
werde; Anlafs zur Interpolation habe M 811 f« gegeben. Beide 
Vermutungen sind beachtenswert 

V. 20O-*-2O2 verwarf schon Friedlaender, weil sie nicht 
nur das spfttere Schicksal des Bellerophcm in seltsamer, |a undeut» 
licher Kürze mehr andeuten als enfthlen, sondern audi in ganz 
unbegreiflicher Weise die Geschichte seiner Kinder unterbredien: 
der Interpolator meinte die Erztthlung mit dem so merkwürdigen 
Ende des Helden vervollständigen %m müssen. Diese Ansicht teilen 
auch Köchly und Franke, welche überdies noch 205 als dea 



Z. Einl^itaug. 1S9 

Zuattnunenhang störend hwzonehmen. Gegen die Athetese hat sich 
W. Jordftn ausgesproohen. Er h|It 200—202 im Zusammenhange 
fllr notwendig y weU dadurch erklftrt werde, wie ee möglich ge- 
wesen sei^ dafs der Sohn eines ao gewaltigen Helden wie Belle- 
rophon im Kampfe gefallen, und sieht in dem nvl ttuv^g 200 eine 
deutliche Besiehung auf 140, da ja auch Bellerophon, mit^ einem 
Wesen göttlichen Geschlechts, der ChimSxa, zu kämpfen gewagt 
habe. Allein der letateren Deutung widerspricht direkt die vor- 
hargehende Erzählung, da Bellerophon die Chimära tötete ^$mv 
vf^tiM» mdi^Cug 183, wodurch die Beziehung von nal newog auf 
140 hinfWig wird; und auch die erstere Erklärung kann uiis über 
das Bedenken nicht hinwegbringen, daJb der 198 mit (äv begonnene 
.Bericht über die Kinder des Bellerophon durch 200 — 202 in der 
auffallendsten Weise unterbrochen wird. Danach hat die Tor- 
geschlagene Atheteae grofise Wahrscheinlichkeit. 

Endlich geben die V. 221—228 dadurch begründeten An- 
stob, dab der Zweck der darin enthaltenen Angaben, namentlich 
der von dem frühen Tode des Tjdeus in dem ZusammenhaDge 
wenig verständlich ist. Daher hat Köchly alle drei Verse, Franke 
222, 223 als späteren Zusatz verworfen. 

Aus den vorstehenden Erörterungen ergeben sich uns die 
folgenden Resultate. Die Verknüpfung des Gesanges mit dem vor- 
hergehenden in den Kingansversen l-*4 ist nur eine äufserliche, 
der ganze erste Abschnitt (bis 72) zeigt weder mit dem am Schlufs 
von.£ Erzählten einen inneren Zusammenhang, noch ist er geeignet 
den folgenden Abschnitt angemessen vorzuberriten, da durch das 
hier von Diomedes Erzählte der von Helenes vorgeschlagene Bitt^ 
^gang zu Athene um Abwehr des Diomedes in keiner Weise ge- 
nügend motiviert wird. Insbesondere ist auch die Adrastosscene 
37 —66 teils im Hinblick darauf, daüs der Vertragsbruch 56 nicht 
als Motiv verwendet wird, teils dem milden Charakter der ganzen 
folgenden Darstellung gegenüber befremdend. Dagegen finden die 
folgenden zusammengehörenden Abschnitte, der Bat des Helenes 
79—118 und Hektors Gang in die Stadt 237—311 nur unter 
der Voraussetzung der Aristie des Diomedes ihre genügende Mo- 
tivierung und müssen im Anschluls an diese gedichtet sein. 

Ebenso sicher, wie die vorhergehenden Abschnitte an £ an- 
knüpfen, schliefst sich der Besuch des Hektor bei Paris 312-^ 
369 an r an. Eine sichere Beziehung auf den Zweikampf in F 
enthält 339, auch atimmt die Zeichnung der Helena mit der Dar* 
Stellung derselben in F überein. Dagegen liegt in der bei Paris 
336 vorausgesetzten schmerzlichen Stimmung über seine Nieder- 
lage eio Widerspruch mit seiner leichtfertigen Stimmung in F 428 
von Ebenso setzt die Angabe 337 £, dafs Helena Paris mit fireund- 
liehen Worten zur Rückkehr in den ELampf getrieben, im Vergleich 
zu der bitteren Hohnrede derselben T 428 ff. einen Umschlag der 



140 2. EiBleitDDg. 

Stimmung voraus, der sich durch die Annahme scora to 6tmn€i(u^ 
vov nicht erklären Iftfot Vor allem aber ist der von Hektor bei 
Paris Torausgesetzte Groll gegen die Troer 326 durch das in I* 
Ersfthlte nicht genügend vorbereitet In der Begegnung Hektors 
mit Asdromache und dem SchluTs des (Sesanges 370 — 529 treten 
besondere Benehungen auf die vorhergehenden GesSnge nicht her^ 
vor, doch findet sich auch nichts, was dem Anschlufs an dieselben 
widersprttohe. Die Episode von Glaukos und Diomedes endUch 
hat die Aristie deii Diomedes zur Voraussetzung, auch zeigt die- 
selbe in 129 ff. eine offenbare Beziehung auf £407 ff., aber das 
Benehmen des Diomedes Glaukos gegenüber ist mit der ihm dort 
von Athene verliehenen Gabe die Götter zu erkennen ebenso un- 
vereinbar, wie mit der Art, wie er dort den Göttern ei^gegentritt. 

Wenn es nach den angegebenen Beziehungen keinem Zweifel 
unterliegt, dafs der Gesang im ganzen im Anschlufs an die vor- 
hergehenden Gesftnge gedichtet ist, so ist dieser Anschlufs doch 
in einzelnen Abschnitt^ so ungenau, dafs die ursprüngliche ^on- 
tinuitftt der Erzfthlung durch mannigfache Einflüsse gestört sein 
muis. So wird der ganze erste Abschnitt (l — 72) als ein Füll- 
stück angesehen werden müssen, welches nach der Umgestaltung 
des ursprünglichen Schlusses von £ dazu dienen sollte den Gang 
Hektors zur Stadt mit der Diomedeia wieder zu verbinden. Bei 
der Olaukosepisode würden die bemerkten Differenzen mit der 
Diomedie durch die in der Einleitung zu £ aufgestellte Annahme 
ihre Erklftrung finden, dafs die ursprüngliche Erzfthlung in JE 
weder von der dem Diomedes verliehenen Gabe die Götter zu er» 
kennen, noch von den Kämpfen desselben gegen Aphrodite und 
Apollon etwas wu&te. Indes sind wir geneigt fUr diese Episode' 
einen jüngeren Ursprung anzunehmen und sie gleichzeitig mit der 
Einfügung der Sarpedonscenen in £ zu setzen. In diesem Falle 
werden jene Differenzen daraus zu erklären sein, dafis der Dichter 
die Erzählung der Diomedeia nicht lebhaft genug in der Erinne* 
rung hatte. 

Von den übrigen Abschnitten giebt nur der, welcher den Be« 
such Hektors bei Paris enthält, durch den mangelhaften Anschlufs 
an r zu ernstlichen Bedenken Anlafs. Um denselben zu erklären, 
bietet sich zunächst folgende Möglichkeit. Die bemerkten Anstöfse 
treffen alle das Verhältnis dieser Erzählung zu dem, was von 
Paris und Helena in F 383 — 447 berichtet ist. Da nun die leta- 
tere Erzählung, wie in der Einleitung zu J* ausgeföhrt ist, durch 
die Zeichnung der Aphrodite und der Helena den gröfsten Anstol^ 
erregt hat und immerhin jüngeren Ursprungs sein kann, so könnten 
sich jene Differenzen daraus erklären, dafs die ursprüngliche Er- 
zählung in jT, welche die Voraussetzungen für das in Z Erzählte 
gab, durch jene Scenen verdrängt sei. Aber die Erzählung von 
Hektors Besuch bei Paris erregt auch selbst durch die Art ihrer 



t. Eitüeitong. 141 

Einfügung in den Zusammenhang Bedenken. Wfthrend wir daran 
kaum Ansiofs nehmen, dafs die Begegnung Hektors und der An- 
dromache ohne besondere Motivierung an Hektors Gang zur Stadt 
ange6chlo8$en ist, bringt der Besuch Hektors bei Paris, ohne irgend 
wie selbst vorbereitet zu sein, in die Erzählung ein Motiv, welches 
in seiner weiteren Verwendung der Ausgangspunkt einer ganz an- 
dern Entwicklung wird, als die, welche durch die vorhergehende 
Erzählung vorbereitet war. Denn während das Gebet der troischen 
Frauen zu Athene erfolglos ist, so dafs weitere Thaten des Dio- 
medes und ein für die Troer unglücklicher Fortgang des Kampfes 
zu erwarten ist, wird durch die ZurückfÜhrung des Paris in die 
Schlacht im Anfang von H eine Wendung des Kampfes zu Gunsten 
der Troer herbeigeführt, und von Diomedes ist weiter keine Bede. 
Durch diese Verhältnisse scheint in der That die innere Einheit 
des Gesanges in Fra^e gestellt zu werden. Dazu konmien die 
oben p. 124 erwähnten Bedenken, welche sich an die diesen Be- 
such vorbereitenden Worte Hektors 279 — 285, sowie an den Über« 
gang zu dieser Scene 311 ff. knüpfen. Hier bieten sich nun zwei 
Möglichkeiten. Entweder ist der Besuch des Hektor bei Paris 
eine Eindichtung, welche den Zweck hatte die Erzählung von dem 
Fortgange der Schlacht, wie sie in H folgt, vorzubereiten, wäh- 
rend ursprünglich Hektors Begegnung mit Andromache sich im- 
mittelbar an desselben Besuch bei Hekabe anschlofs und die in 
H folgende weitere Schlacht einen andern, den vorher gegebenen 
Voraussetzungen entsprechenden Verlauf nahm. Dies ist zum Teil 
die Ansicht Kammers. Oder der Besuch Hektors bei Paris bil- 
dete von vornherein mit der Begegnung zwischen Hektor und Andro- 
mache eine zusammengehörige Erzählung, welche mit der Erzählung 
von Hektors Gange in die Stadt, wie er in Anfang von Z vor- 
liegt, nichts zu thun hatte, sondern von ganz anderen Voraas- 
Setzungen ausging und insbesondere Hektors Gang durch den Zweck, 
Paris in die Schlacht zurückzuführen motivierte. Die letztere von 
Hoffmann vertretene Ansicht empfiehlt sich einmal dadurch, dafs 
Hektors Besuch bei Paris mit der Begegnung zwischen Hektor 
und Andromache teils durch den Parallelismus des Inhalts, teils 
durch die Verschlingung der Erzählung auf das engste verknüpft 
ist. Ferner setzt dieselbe eine bessere Motivierung für Hektors 
Gang zur Stadt voraus und läfst eher begreifen, wie der weitere 
Verlauf des Kampfes in H so wenig den im ersten Abschnitt von 
Z gegebenen Voraussetzungen entspricht, nach welchen man viel- 
mehr weitere Thaten des Diomedes und überhaupt einen für die 
Achäer günstigen Verlauf des Kampfes erwarten mufs. Aber bei 
dieser Annahme bleiben nicht geringe Bedenken hinsichtlich des 
Fortgangs der Erzählung. War die ZurückfÜhrung des Paris in 
den Kampf das Hauptmotiv dieser Erzählung, so entspricht dem 
zu wenig die BoUe, welche Paris im Anfang von H zugeteilt ist 



143 Z* Bi]il«itiiog. 

Allerdings wird infolge seiner und Hektors BQckkehr die Schlacht 
zn Gunsten der Troer gewendet, aber kaum hat Paris einen Aebfter 
erlegt, so folgt bereits jene Verabredung zwischen Athene und 
Apollo, welche zu dem Zweikampf zwischen Hekior und Aias fllhrt. 
Ist femer die von Naber ausgesprochene Ansicht nicht unbegrfin- 
det, daft die Unterredung zwischen Hektor und seiner Oattin nur 
als die letzte vor Hektors Tode gedichtet sein kOnne, weil der 
Dichter dem Hektor selbst, wie den Seinen geflissentlich die trflb- 
sten Ahnungen sehies bevorstehenden Todes beilegt, so ist es auch 
Ton hieraus hOehst unwahrscheinlich, dafs ursprflngUch jener Zwei- 
kampf folgte, aus welchem Hektor am Abend wohlbehaltMi in die 
Stadt zurdckkehrt. Endlich spricht gegen die Kontinuitftt der Br- 
zihlung in den letzten Abschnitten von Z und dem ersten von H^ 
was Oenz geltend gemacht hat, dafs der Zweikampf zwischen 
Hektor und Aias keineswegs zur Verherrlichung Hektors gedichtet 
ist, da dieser vielmehr vor Aias zurttcktritt wfthrend der Dichter 
von Z es doch vor allem darauf abgesehen hat Hektor in ein 
glinzendes Licht zu stellen. 



Passen wir noch in einem Bückblick auf die Gesftnge B — Z 
die Ergebnisse unserer Er()rterungen zusammen, so scheint uns so 
viel sicher gestellt, dafs die Annahme einer einheitlichen Dichtung 
in diesen Gesftngen, sei es in der Weise von Düntzer, welcher 
in den Gesftngen T— H ein selbstXndiges Gedicht erkennt, sei es 
dafs man, wie Nitzsch in den Gesängen B-^H als ursprOnglichem 
Bestandteil der Ilias die Exposition der Verhftltnisse im weitesten 
Umfange sieht, unhaltbar ist. Dafdr ist entscheidend die Stellung 
der Diomedie innerhalb dieser Oesttnge. Nach dem jetet bestehen^ 
den Znsammenhange dem Vertragsbruch unmittelbar angeschlosseni 
zeigt dieselbe weder in der Art des Kampfes irgend welche Nach* 
Wirkung dieses Ereignisses, noch in den Reden der handelnden 
Personen die geringste Beziehung auf dasselbe* Ja der thatsSch« 
lieh vorliegende Zusammenhang mit dem Vertragsbruch, dab der- 
selbe Pandaros, der durch den Schufs auf Menelaos den Vertrag 
gebrochen, von Diomedes getötet wird, ist von dem Dichter so 
voUstttndig ignoriert, dafs man nicht anders glauben kann, als dafs 
ftlr ihn dieser Zusammenhang gar nicht vorlag. Endlich ist die 
unzweifelhafte Interpolation der Verse 206 — 208^ welche eine Be- 
Ziehung auf den Vertragsbruch in den Gesang einfOgt, vielleicht 
der sicherste Beweis, dafs ursprQnglich keinerlei Zusammenhang 
zwischen beiden Gksftngen bestand. Von diesem nach unserer An- 
sicht sicheren Besultat aus ergeben sich aber folgende Folgerungen« 
Verlangt der Plan der Ilias nach den im ersten und zu An&ng 
des zweiten Gesanges gegebenen grundlegenden Motiven, mag man 
über den zweiten Gesang sonst urteilen wie man will, die Ein- 



Z. Amndrkongen. 143 

leitung einer grofsen Schlacht und ist in der Diomedie ein Hanpt- 
stllck 'dieser in B vorbereiteten Schlacht enthalten, so ist nach 
dem angedeuteten YerhXltnis der Diomedie zum Vertragsbruch der 
letztere kein ursprünglicher Bestandteil der Ilias und ebenso wenig 
der Qesaag, der die Voraussetzung für diesen bildet, die o^iu« — 
ein Besnltat, welches durch die in der Einleitung zu F p. 164 ff. 
dax^elegten Bedenken hinsichtlich des Zusammenhangs des Gesanges 
mit dem vorhergehenden und des Verhältnisses zu den grundlegen- 
den Motiven in A sowie dadurch wesentlich unterstützt wird, dafs 
von dem Zweikampf des Paris und Menelaos in Z irgend welche 
Erinnerung und Nachwirkung nicht bemerklich ist, wie Kammer 
nachgewiesen hat. Denn dafs der Besuch Hektors bei Paris, welcher 
an r anknüpft, nicht ursprünglich ist, wurde uns durch eine 
Reihe von gewichtigen Gründen wahrscheinlich. Indem wir uns 
damit im wesentlichen der von Kammer aufgestellten, in der 
Einleitung zu jrp.176 dargelegten Ansicht anschliefsen, beschrSn- 
ken wir uns im übrigen darauf zu bemerken, dafs wenn die Be* 
gegnung Hektors mit Andromache im Anschlufs an Hektors Gang 
zur Stadt ursprünglich ist, nach dem oben Bemerkten die Stelle 
des Zweikampfes zwischen Hektor und Aias in H erschüttert wird. 
Um noch einmal auf die für die Diomedie angenommenen 
Erweiterungen zurückzukommen , so scheinen diese zum Teil mit 
der Einfügung von JT und dem Anfang von J in Zusammenhang 
zu stehen. Die Anstöfse, welche die Zeichnung der €tötter in den 
verworfenen Teilen von E bietet, treffen in gleicher Weise ein- 
zelne Partieen in F und den Vertragsbruch. Insbesondere aber 
scheint die olympische Scene in £, wo Here und Athene auf 
Grund der Verwundung der Aphrodite Zeus necken, als Gegen- 
stück zu der Eingangsscene von J gedichtet, wo Zeus Here und 
Athene durch die Gegenüberstellung der Aphrodite neckt (vgl. 
E 419 mit ^ 5 f., auch E 423 mit r415, an welchen beiden 
Stellen allein die Wendung insutyX« q>iXBtv sich findet) und darauf 
überhaupt die Eindichtung von der Verwundung der Aphrodite 
zu beruhen. 



Anmerkungen. 

1 ff. über die Anknüpfung des Gesanges an £ in den einlei« 
tenden Versen 1 — 4 vgl. die Einleitung p. 121 und Benicken 
in Zeitschr. f. d. oesterr. Gjrmn. 1881 p. 561*- 666, Kammer 
die Einheit der Odyssee p. 28 Anmerk. -— , zur Kritik des folgen* 
den Abschnitts 5*^72 die Einleitung p. 121 f., dazu Düntzer hom. 
Abhandl. p. 257 f. 288, Holm ad Gar. Lachmanni exemplar etc. 



144 2^. Anmerkungen. 

p. 6 f. 9, Köchlj de Iliadis carmm. diss. Y p. 8 f., Jacob Ent- 
stehung d« IL o« Od. p. 211, Oenz zur Ilias p. 24, Bergk griech. 
Litteraturgeach. I p. 580, Naber quaestt Hom. p. 158, W. Jor- 
dan Homers Ilias übersetzt und erklärt p. 580f. — 3. Nanck 
bezweifelt die ürsprflnglichkeit des Verses. — 13. Über die Bil- 
dung TBv^Qttvldtig TgL Angermann in G. Curtins' Stud. I, 38« -^ 
16. *Zu diesem Gebrauche von akXa vgl. das lai cU (mit und 
ohne vero oder hercule), welches ebenso die freudige oder bedauernde 
Teilnahme des Sprechenden bezeichnet: aber leider, öfter bei 
Tacitus'. W. Osterwald. — 22. ißaQßa(fifi Mie Sprudlerin, 
vgl. ßoQßoQvim persisch barhar geschwätzig, Ski barbura Wasser, 
also ein geschwätziger Quell: vgl. G. Curtius' Etjm. Nr. 394 
und im Anhang zu B 867 ßaQßaQ6q^nvos\ G. Autenrieth. 

34. Statt der gewöhnlichen und in allen Handschriften stehen- 
den Lesart vaü Si JSaxvioiwog hat Zenodotos os vak Hecrvioev- 
Tog gelesen, wie Aristonikos berichtet Diese Angabe wollen 
6. Bernhardy Gr. Litt. 11^ S. 191 und Düntzer de Zenod. p. 84 
aus Ariston. zu iV^ 172 in og vat verbessert wissen. Da aber die 
Schreibweise des Zenodotos bei Aristonikos ausdrücklich xtfieogMx»- 
vov heifst und zu JV 172 mit [Zi^vo^oto^] Kan6fUt(fov to litog itout 
bezeichnet wird, so ist eher das Umgekehrte anzimehmen, daCs 
Zenodotos an beiden Stellen og vuU gegeben habe. Er wird näm- 
lich die Verkürzung des Diphthongen in vaU höchst wahrschein- 
lich mit Beispielen von Ifutaiog (v 379) und olog (JV275. SlOb. 
71 312, v89: F. A. Wolf KL Schrift, von G. Bernhardy 191) 
und vtog (Fr. Thiersch Gr. Gram. § 168, 13) und imwi (An- 
hang zu i 276) gerechtfertigt haben, dies aber wird dem Aristarch 
gerade in 6g vatk als ^übelklingend' oder als ^üble Versgestaltung' 
erschienen sein. Bei og vas dagegen wäre nichts Derartiges za 
bemerken gewesen. 

37 — 65. Eine Analyse dieses Stückes mit Tergleichung der 
ähnlichen A122—U2. (Z> 34—127 giebt Bischoff über Home- 
rische Poesie, Erlangen 1875 p. 64 iF. — 40. Über TCi^mog im 
Sinne von ax^g vgl. K. Lehrs de Arist.' p, 146. — 46. An- 
sprechend ist die Vermutung Naucks: di^^; an Stelle von iiiai, 
— 48. Das Kolon nach alStjQog ist begründet von Pfudel Bei- 
träge zur Syntax der Kausalsätze bei Homer p. 7. 

51. oQtvtv ist aus Handschriften durch F. A. Wolf in die 
neueren Texte gekonunen und dadurch ist die äufserliche Oleich- 
mäfsigkeit mit den übrigen Stellen dieses formelhaften Verses ein« 
geführt Aber vor Wolf wurde wie noch von Heyne Intt^tv ge- 
lesen: dies haben ADMNOS. yQ. C. Am eis begründete die Zu- 
rückfühnmg dieser Lesart so: *l) Durch dieses Imi^tv gewinnt 
erst das V. 61 stehende na(fi7t$u$iv seine eigentliche Bedeutung, 
da letzteres oifenbar mit Bezug auf das erstere gesagt ist. Erst 
nachdem man 51 !fcti(^ev in den geläu6gern Versschlufs opiv6¥ 



r ». , 



Z. Anmerkimgeii. 145 

geändert hatte, wurde auch 61 nagiitiusev mit dem Yerbum ftQ^iv 
vertauscht. 2) Adrastos hat sich 46 bis 50 nicht an das Mit- 
gefühl des Menelaos gewandt, um blofs an dieses zu appellieren, 
sondern er hat nur die aufgezählten reichen Geschenke als Löse- 
geld versprochen. Dals hierbei nicht etwa iMöetto (42) einseitig 
zu betonen sei, das zeigen Stellen, wo dasselbe Hemisüchion mit 
dem Yoigang desselben Yerbums erscheint, wie 1 587: iXV ov6* 
tig tov ^(iov ivl cxrfitfS^iv iTuid'ov, wo 585 nollic . . . iXk£66ovto 
vorgeht. X91: noXXa kusöofiivoj' ovÖ^ '^Ewo^ ^(lov iTm^öv. Und 
ebenfalls mit persönlichem Dativ if; 337 : aXXa zm ov rnne &V(Mv 
ivl öx'q9e6Civ litst^sv. Vgl. auch i| 258. i 33'. Auch La Boche 
und Nauck lesen: insi^. 

56. Die Worte fi col &QiCta 7nnolfjtai> lunaf olnov n^g Tqwov 
werden allgemein als ein Ausdruck der Versicherung verstanden. 
Aber nach der emphatischen Frageformel t/ ^ dl av ist der An* 
schlufs einer zweiten Fitige für die Situation geeigneter und nach- 
drucks voller, weil hierdurch die betonten Worte col imd ngbg 
TQuimv schärfer hervortreten. Und diese Frageform ist Aristar* 
chisch. Denn Herodian bemerkt hier: ne^KMainiov tov {* ita^ 
^OQ7iri%og yoQ icu. Auch sonst wird an das von leidenschaft- 
licher Erregtheit zeugende r/ ^ tl 0v eine zweite Frage mit i} 
angeschlossen, wie S 265. n 424. q 376. Und herzustellen ist diese 
Frageform 245, wo Herodian ebenfalls bemerkt: 6 ^ iia- 
vtoQrizi%og Icti* i§o mqiciutaxlov» Li den zwei übrigen Stellen hat 
die heftige Gemütsstinmiung des Kedenden eine andere Wendung 
genommen, nämlich P171 durch den neuen Anfsmg'ä rt&jtoi^ vi 
X ig>aiifiv und t 500 durch das stabile ovdi xt üb xqi^^ weil dort 
der kluge Odysseus dem ^Mütterchen' {(iata) gegenüber sich zü- 
geln mufs. Denselben Charakter der Heftigkeit haben Stellen mit 
zwei Fragen, wie A 203. — Die Notwendigkeit des orthotonierten 
0ol hat Fr. Spitz ner für den Gedanken sattsam erwiesen. Aber 
diese Form ist auch aus einem formalen Grunde notwendig. Die 
Partikel ^ xot nämlich findet sich bei Homer nur in Sätzen, die 
entweder mit dem ersten VersfuTs beginnen oder (seltener) mit 
dem fünften. Vgl. Franz Schnorr v. Carolsfeld Verborum 
colL Hom. p. 59 sq. — Die Form Sqiöxcc vor ntnohf^ui wird von 
den meisten Literpreten und Übersetzern adverbial erklärt. Aber 
ein impersonelles nouixul tivi ^es wird gehandelt an einem' ist 
weder in diesem Verbum noch in einem analogen Transitivum 
bei dem alles sinnlich belebenden Dichter nachweisbar. Werden 
doch bei ihm selbst Gedanken wie A 107. 546. Sl 243. e 351. 
Q 347. % 348 und viele andere in persönlicher Wendung ausgespro- 
chen: vgl. zu A 546 und den Anhang zu q 347. Es ist daher 
hier das substantivierte &Qtaxa als Subjekt nicht zu bezweifeln. 

59. Gewöhnlich wird jetzt nach ipigoi Kolon gesetzt und nach 
dem vorhergehenden rffj^xiQag (58) Komma, während F. A. Wolf 

UuiTiB, Anhang «a Homer« Iliat. 11. V^ 



146 2. Anmerkungen. 

und die betten Vorgänger naoh ^i$niQ9tg mit Kolon und nach 9^» 
mit Komma interpungiert hatten, wie es Nikanor verlangt Und 
diese Interpunktion empfiehlt Joh. Claesen Beobachtungen S. 37 
aus dem Grunde, weil dadurch *die Verwünschung viel nachdrück- 
licher' werde. Ss machen sich aber drei Bedenken geltend: 1) 
Ein selbständiger neuer Satz mit jiii^di und dem Belatimm, 
der dasselbe (Mfiii mit einem Demonstrativ zum Nachsatz hätte^ 
ist im Homer nicht weiter su finden: alle derartigen Sätze mit 
fAtiii oder oiii und Belatiy oder Konjunktion haben einen engeren 
AnschluDs an das vorhergehende. 2) Ein psychologischer Grand: 
wo der leidenschaftliche Zorn seine Worte kürzt und kleinere 
selbständige Sätze gebraucht , pflegt er den Gedanken jedesmal in 
eine andere Bahn zu lenken (ein Beispiel im Anhang A 234)» 
Hier aber hält der zomvolle Agamemnon ganz denselben Oe* 
danken fest, nur dafs er ihn durch /Ai^d* ov ttva bis tpvyoi aufs 
höchste gesteigert hat; daher: 3) Eine Steigerung, wie sie hier 
durch fii^d' ov %iv« eingeleitet wird, kann zu dem Gedanken, der 
gesteigert werden soll, nur in engster Beziehtmg gedacht werden. 
Diese Verwünschung nämlich würde, in einer etwas beruhigteren 
Stimmung gesprochen, etwa also lauten: xitQag ^* ti^iQagy fii^d* 
bIq ipvyoi, iXJj S(iM nawBg uni. Für das einfache /Ai|d' elg qyvyot^ 
aber ist von der leidenschaftlichen Erregtheit des Bedenden mit 
den Worten fM|d' ov xwa yactif^^ f'^^Q itov^v iovra tplqo^^ (Mfii* 
og ffivyot eine schroffe Detaillierung in drastischer Steigerung ge* 
geben, die durch ein Kolon nach q^iqoi in ihrer Kraft und in 
ihrem eigentlichen Wesen gestört würde« Viel berechtigter könnte 
man ein Kolon nach fpvyot setzen, wie F. A. Wolf und dessen 
Vorgänger gethan haben, weil mit ulXu Sf/ux navxtg *nein, zu- 
gleich alle' zum Hauptsat^ie fiif tig wtewpvyoi zurückgekehrt wird. 
Weil aber in erregterem Unwillen die Worte wie unda swpervemt 
undam ununterbrochen fortströmen (vgl. tt 107 ff.), so ist es ge- 
ratener bloÜB Komma zu setzen, ohne dafs deshalb die Beziehung 
des aUa auf fM^ug beeinträchtigt wird. Nach dem allen ist das 
Resultat, dafs sowol nach 'qiutiQag, als auch nach g>igoi und tpvyoi 
mit blofsem Komma zu interpungieren ist, vgL auch Hentze zur 
Periodenbildimg bei Homer. Göttingen 1868 p. 12, wo ähnliche 
Erscheinungen zusanunengestellt sind. — Über die durch Agamemnon 
hier ausgesprochene Grausamkeit geben die SchoL BLV zu 58 
eine gute Bemerkung. Die Gründe der XJnbarmherzigkeit nämlich, 
welche Agamemnon ausspricht und Menelaos 62 durdi sein Han- 
deln billigt, gelten ausschliefslich dem Feinde, dem als Ver- 
letzer des Bechts keine Sühne gestattet werden darf. Vgl. indes 
Jordan Homers Ilias übersetzt, p. 582. Die homerische Stelle 
berücksichtigen auch Horat. carm. IV 6, 19 f. Themist. or. 34 p« 467 
Dind. Ähnliche Beispiele von Grausamkeit bei Homer sind im 
j^nhang zu 339 erwähnt. — 66. Die augmentierte Form h&tUto 



Z. Anmerkungen. -147 

steht bei Homer immer an derselben Yersstelle, so dafs sie Überali 
den vierten FoTs schliefst. Über pnc^v aicag vgl. Job. Classen 
Beobachtungen S. 117. 

73 — 118. Die diesen Abschnitt betreffenden kritischen Fragen 
sind erörtert in der Einleitung p. 122 ff., dazu vgl. Ho ff mann im 
Philol. m p. 213 f., Dttntzer honu AbhandL p. 258 f., Jacob 
Entstehung der D. u. Od. p. 211 f., Bergk griech. Litteraturgesch. 
I p. 581. — 89 ist verworfen von Köchly dissert. VI p. 3. 

92. Über die Statue der Athene in ihrer kunstgeschicht- 
liehen Bedeutung vgl. Brunn die Kunst bei Homer p. 4 f. und 
die Gegenbemerkungen im Philol. Anzeiger I p. 25 f. Sonst vgl. 
Naegelsbach hom. Theol.' p. 199. — 96. Statt des gewöhn- 
lichen of HSV hat Aristarch Sg mv gelesen. Zur Rechtfertigung 
der ersteren Lesart vgl. den Anhang ' zu t 83. 

99. Vgl G.W. Nitzsch Beitr. zur Gesch. der ep. Poesie S. 390, 
wo unter anderm folgendes bemerkt ist: ^Der Seher bezeichnet die 
Furchtbarkeit des Diomedes inVergleiohung; selbst den Achill hätten 
sie nicht so gefUrchtet. ... Es ist seine persönliche Sprache, dafs 
er den Grad der damaligen Furcht durch diese Vergleichung mifst. 
Achill ist der Typus der HeldenkrafI; für den troisohen Seher wie 
für Agamemnon JT 113, wo er den Menelaos vom Kampf mit Hektor 
abmahnt. Den Hektor brachte Diomedes und brachte Aias in Todes- 
gefahr {A 354^-d&0. S 409 — 418), und in der ganzen Ilias herrscht 
neben dem Gedanken an den mftchtigen Achill der, dafs die Troer 
mit all ihren Helden nacbstehn, und einst werden unterliegen 
müssen'. — 101. Statt der Überlieferung ovdi tlg o«% worin das 
bei Homer stabile Digamma von ol verletzt ist, ist Bentley's 
Koi\jektur ov tlg ot in den Text genommen nach dem Vorgange 
von I. Bekker, der aufserdem von Bentlej auch ivtifp%qCtHv 
statt des Oberlieferten lowpaQiiuv adoptiert hat. Auch Nauck 
vermutet ot; xig oly hat aber nur &vnq>€QliHv in den Text ge- 
nommen. Beides wird schon von Heyne gebilligt unter Verglei- 
chung von <P 357. Dagegen hat sich Cauer in G. Curtius' Stud« 
Vn p. 120 gegen die Schreibung ov xtg ot ausgesprochen. — 

113. An Stelle des handschriftlichen ß^lm schreibt Nauck /^o>, 
was L. Meyer Griech.^ Aoriste, Berlin 1879 p. 30 billigt. — 

114. Einen Grund, warum hier die yiqovxzg ßovXevxai erwähnt 
sind, giebt der Schol. A in den Worten voriziov. . .&g inl cxqci' 
tiiag (was Schoemann Opusc. IH p. 3 in oiQavuig verbessert) 
iMil naifiita^img %ov n^inovtog %a^iv xovto 7t(^xs^iiKivai. 

119. Die folgende Episode von Glaukos und Diomedes ist 
kritisch behandelt in der Einleitung p. 133 ff., dazu vgl. Lachmann 
Betracht, p. 22, Hoffmann im Philolog. IH p. 213, Holm ad 
Car. Laclunanni exemplar etc. p. 7 f., Köchly de H. carmm. diss. 
V p. 4 f., VI p. 3—6, Düntzer hom. Abhandl. p. 11 f. 269. 288, 
Jacob Entstehung d. H. u. Od. p. 209, Genz zur Ilias p. 23, Naber 



148 2^* Anmerkangen. 

qaaestt. Hom. p. 166, Bergk griecb. Litteraturgesoh. I p. 674 
TgL Benicken das dritte und vierte Lied p. 220 ff., ▼• Ohrist 
in Sitztingsber. d. philos.-philoL Kl. d. königl. bajer, Akad. d. Wiaa. 
1881, II p. 169. 167, auch in Jabrbb. f. Philol. 1881 p. 148, 
Oiseke homer. Forschnngen p. 169. 234, M. Schmidt Meletem. 
Hom. II p. 13 f., W. Jordan Homers Ilias übersetzt und erklBrt 
p. 683 ff. — 123. Über die mit ttg ti eingeleiteten Fragen ygl. 
Jordan de pronominalinm qnae dionntnr interrogationum usu Ho- 
merioo, Halle 1879 p. 64 ff. — 124. van Herwerden quaesti- 
unculae ep, et eleg. p. 7 empfiehlt das Objekt af eUusnfOgen und 
an schreiben [Mxti ö* tvtj ebenso Nanck. — 130. Über die von 
Düntzer hom. Abh. p. 269 nnd La Boche in der Zeitschr. £ 
d. oesterr. Ojmn. 1863 p. 170 vorgeschlagene Athetese von 130 — 
141 vgL die Einleitung p. 137. Über die Form Avtiooifyogf wofür 
L Bekker mit Bentley Av%6fBQyog aufgenommen hat, vgl. Lobeck 
Elem. II p. 64. — 132. Über Dionysos bei Homer vgl K. Lehrs 
de Arist.' p. 182 f.; Lobeck Aglaopb. p. 286 sqq.; O. W. Nitssoh 
zu i 197, und in Verbindung mit Nysa: Duncker G^ech. des 
Altert n' S. 328, Welcher griech. OötterL 11 p. 586; zur Deu- 
tung des Mythus Hehn Kulturpflanzen u. Haustiere p. 34. 

146 ff. Über die in diesen Versen sich ausprftgende wehmtl- 
tige Stimmung vgL Bergk griech. Litteraturgesoh. I p. 822. 

160. Über die Interpunktion bemerkt Nikanor zu Z 160: ikih 
Cnuitlov iig To MUiqj tva ^ 'A iur^^vai ivtl n^^axwboii %9v 
twffii. Ebenso zu <P487: vnoaxwtiov ijxoi ini xo Mii*g { M 
to iafjfiLivat^ ig iv ty Z ^^toiUf TCQOilifrftm, « nal KOi/tfUttnAv 
ifciUm xov lofov inkfiSig o Tcottpfv^g (ut X lll), xtjg ^iov i§a 
x&v tifywv xo iihtov ivaTtlri^mca^g, Und zu 2*213 bemerkt Ari- 
8 tonikos: ^ Siitkiij Zxi itnaqi^upwtov &vxl n^oaxatcxiMov xov tirfiu 
Dasselbe ist von ihm zu <Z> 487 überliefert: 3n ivxl xov tiiftt 
nifoaxttnxiKQv. In Bezug auf die Note des Nikanor zur letztem 
Stelle erinnert L. Friedlaender ad Nican. p. 28 folgendes: *nam 
ambigebatur utrum pro dati^i positum esset an proprie dictum. 
Illud praetulit Aristarchus (ad T 213) et videtur praetnlisse Ni- 
canor; nam ad Z 160 hanc solam explicationem quasi solam ab 
eo profectam exhibet epitomator'. Wie an den behandelten drei 
Stellen der Ilias, so hat man auch o 80 sl d^ Mlitg^ xffotp&fivm 
iv 'EklttSa Kai (döov "Agyog interpungiert und den Infinitiv als 
Imperativ erklftrt. Denn die dort aus dem cod. Marcianus 618 
erwfthnte Variante xiQq>9i(ti ist eine exegetische Reliquie aus der 
Aristarchischen Schule. Mit Recht hat J. La Boche in seiner 
Ausg. bemerkt: ^Aristarchum post MUig interpunxisee et infisi- 
tivum xf^tp^vm pro imperativo positum accepisse docent ScholL 
Z 160. T213\ Von den Neuem hat A. Rhode Hom. Miscellen 
(Mtfrs 1866) S. 13 diese Erklärung adoptiert mit AnfOhrung von 
1 441. Ebenso Ameis. Aber vgl. dagegen L. Lange de formula 



Z. AnmerkiiDgen. 149 

Hom. €1 Ä' ays p. 6 und den Anhang zu o 78—85. — 151. Die 
ürsprünglichkeit dieses Verses wird von Nauck bezweifelt. — 
152. Über 'E<pvi^ K. Lehrs de Arist.^ p. 231. 

155. Zn dem daktylischen 2. Fafse in dem angegebenen Falle vgl. 
Anhang zu tp 228 und J. La Roche Hom. untersuch. S. 105 f. den 
Über den Namen BeklUf^oipovTTig vgl. Röscher in Q. Curtius' Stud. 
m p. 138, über die märchenhaften Elemente der Sage Bender 
die märchenhaften Bestandteile der homer. Gedichte, Darmstadt 
1878 p. 12—14. — 156—159. Über die an diese Verse sich 
knüpfenden kritischen Fragen ygh die Einleitung p. 137, dazu 
PriedUender im Philol. IV p. 579, Nitzsch Beiträge p. 149, 
Eöchly de II, carmm. diss. VI p. 3. — 159. ^A^Bloav machen 
manche von ipif/^eQog abhängig, indem sie nach ^iv die Interpunktion 
entfernen. Aber 1) das stabile ipifftaf^og itnlv oder ritv steht in der 
Regel absolut, nur in Bezug auf die Person von welcher die Rede 
ist, vgL die Beispiele im Anhange zu i 276, oder es wird dazu 
ein vollständiger Gedanke mit i\ in Beziehung gesetzt wie fi 110. 
q> 155. Und 2) Ai^tmv als Komparativ-Genetiv giebt einen un- 
klaren Begriff. Denn soll es, woran man nur denken würde, 'alle 
übrigen' Argeier als Unterthanen des Königs (163) bezeichnen, so 
gewinnen wir einen nutzlosen und trivialen Gedanken, den man 
dem Dichter nicht zutrauen darf. Vgl. auch König hoff Critica 
et exegetica^ Münstereifel 1850 p. 9. — Statt ya^ of, was Didy- 
moB auch als Aristarchische Lesart kenntlich macht, bieten codd. 
Venet. Vrat. a. Mose. 1 yng ft/v, worüber J, La Roche über den 
Gebr. von imo bei Homer S. 16 also urteilt; ^Die Variante fitv 
scheint entstanden zu sein, weil man sonst keinen Grund für die 
Länge von yaQ aufzufinden wnCste'. Dagegen bemerkte Am eis: 
^Mir scheint ^Uv eine Glosse zu sein, welche die richtige Exegese 
dieser Stelle enthält. Gewöhnlich wird zu löafiatfaev als Objekt 
^A^yelovs gedacht. Aber dann ist nicht ersichtlich, welchen Sinn 
dieser Gedanke für den Zusammenhang habe'. Übrigens bezwei- 
felt Nauck die ürsprünglichkeit von V. 159. — 160. Über das 
Beiwort dta und die ähnlichen Epitheta in solcher Verbindung 
vgL C. G. Jacob Quaest. ep. p. 10. Hier ist schon bei Hero- 
dian bemerkt: x6 6$a xata xoofiov Ttoiritinbv nqocif^^inTocu u>g nui 
iiA tov ''SStt KXvtaifivricrQri'' (Od. y 266). 

169. Zu dieser denkwürdigen und vielbesprochenen Stelle 
mögen einige der vorzüglichsten Erörterungen angeführt werden. 
B* Bentlej Abbandl. über die Briefe des Phalaris deutsch von 
W. Ribbeck S. 532 bemerkt: ^Homer, aus dem sie alle die Sache 
haben, weifs nicht von einem Briefe, sondern nur von einem nlva^ 
ynvHTog Z 169. mva^ TirvTiiog ist aber dasselbe wie öslrog und 
im Lateinischen tabetta^ pugillareSy codicillif kleine Holzbretter mit 
Wachs überzogen und so mit einem metallnen Griffel beschrieben. 
So bemerkt Plinias (N. H. XIU, 11, 21) über diese Stelle des 



150 Z. AnmerkuDgen. 

Homer: Pugillarium usutn fuisse etiam ante Troicuna tempora tn- 
venimus apud Hamerum, und sagt ausdrücklich, die Schriften, die 
Bellerophontes überbrachte, seien nicht Briefe, sondern Codicille 
ffewesen: Homerus BMercphanii codioiüos, non t^Hstulas prodidU. 
(Ibid. 13, 27)'. Die Haupterörterung aber giebt F. A. Wolf 
Proleg. p. LXXXIIsqq., wo er aufser anderm das iiiiai betont, 
das nimmermehr von der Einhändigung eines Briefes (*de 
epistola reddenda') gesagt werden könne. Dann erw&hnt er p« 
LXXXVI dafs unsere Scholien wie ApoUodor III 1 unter nlvauu 
fnvKr6v verständen ^ligneam tesseram vel synibolum aliqnem, qui 
notas mortiferas rudi arte indsas habuerit', und fügt in der not. 49 
hinzu- 'mihi yeri persimile videtur, iam tum inter cognatos ob- 
tinuisse notas quasdam symbolicas, quibus de nonntülis gron 
vissimü relms sensa animorum inter se communicarent, in primis- 
que hoc genus ^[AOff^oi^v atjfMxttovy uiventum fortasse oa aetate, 
qua ultionis caedium et inimicitiarum dira saevit a yigebat'. Dieser 
Ansicht folgt im wesentlichen G. Bernhardy Epicrisis disputa- 
tionis Wolüanae de carminibus Homericis (Halle 1846) p. YIII in 
den Worten: Hesseram notis sjmbolicis refertam accipi iubet 
interpretatio paulo diligentior, neque alium exitom significatio yer- 
borum ostendit'; und im Grundr, der Griech. Litt. I' S. 309: Mie 
vielbesprochene Wendung 017^00:« IvyQti, yi^^Kcg iv nlvnaa ittvKt^ 
^(lotp^oQa noUttj läfst nur von symbolischen Zeichen oder 
Chiffern sich verstehen'. Weiter auseinandergesetzt hat diese 
Ansicht 0. Jäger Über die Stelle Ilias VI 168 ff. (Mors 1863), 
wo es S. 10 heifst: *Der König von Lykien bewirtet den Helden 
neun Tage lang; am zehnten erst, nach der feinen Gastsitte der 
heroischen Zeit, begehrt er sein c^iMCy die Einführungskarte 
von seinem Schwiegersohn, zu sehen: aber es war ein ifqlfar kockov, 
es war eine schlimme Empfehlungskarte'« Und S. 11: *Der Dichter 
hat sich sicherlich Zeichen gedacht, die zwischen den beiden ver- 
wandten Königen verabredet und die nur dem Adressaten sofort 
deutlich verständlich waren, aber da es crifuna Ivfod unheil- 
bezeichnende waren, so waren sie jeden&üs von der Art, dafs sie 
von Bellerophontes erblickt, diesem hätten Verdacht einflöfsen 
können. Ebensowenig will ich nun darauf (Gewicht l^en, daüs es 
heifst ^vfio(p&6^ TtoiUa sc. öi^funa die Tafel also nicht blofs den 
einfachen Auftrag, den Bellerophontes zu töten, sondern etwas 
mehr, vielleicht die Motivierung, da man einen Gast doch nicht so 
ohne weiteres tötet, nach des Dichters Vorstellung enthalten haben 
mag. Was die Stelle aufis mindeste, aber auch ohne allen Zweifel 
voraussetzt, ist dies: mittels verabredeter Zeichen auf Holz oder 
eine Steinplatte oder ähnliches Material geritzt, konnte ein Ab- 
wesender einem Abwesenden sagen lassen: ^^töte du den Über- 
bringer dieser Tafel'': es wäre indes wenig gewagt zu behaupten, 
dab mittels solcher zwischen Zweien verabredeter Zeichen selbst 



Z. Anmerkungen. 151 

siemlioh genaue Einzelheiten gegeben werden konnten'. Dazu be- 
merkte Ameis: ^Diese ganze Erklärung ist nun ihrer Hauptsache 
nach auf den ersten uns bekannten Urheber, auf Aristarch za* 
rttckzuftthren. Dieser nämlich hat, wie aus der Note des Aristo- 
nikos erhellt, hier die Ansicht gehabt, dalb ein zwischen Schwieger- 
Tater und Schwiegersohn früher verabredetes Wahrzeichen, eine 
nur jenen beiden verständliche Art von tessera hospitalis gemeint 
eei. Was aber die Ausdeutung des Einzelnen betrifft, so sind fol- 
gende Punkte speziell zu beachten. 1) Das noQiv d' o yi aiffuitw 
Xvyi^ mit dem unmittelbar folgenden ygcnlnug iv nlvwu ntwtx& 
^fiOfp^oQa noUa ist eine Verbindungs weise, die einen (Gegensatz 
involviert, also zwei verschiedene Dinge bezeichnet: denn von 
derselben Sache gesagt würde TtoXXa weder logisch noch poetisch 
sich rechtfertigen lassen, der Begriff wäre nicht blofs bedeutungs- 
los, sonderti geradezu störend. 2) Mit dci$a^ das Wolf besonders 
hervorhebt, ist ein sinnlich anschaulicher Begriff gegeben: es 
mufs also etwas bezeichnet sein, das jedem sogleich in die Augen 
fiel, daher nicht innerhalb der geüalteten Tafel verschlossen sein 
konnte. 3) Da ifi^^ara Xvyg« imd 178 ot^fttt icaxov erwähnt werden, 
60 folgt daraus, daÜB bei derartigen Verabredungen auch ein ^gutes' 
Zeichen festgesetzt wurde, und dafs beides aus einer bestimmten 
bildlichen Darstellung sofort erkennbar war. Daher verlangte der 
König 176 einfach ^ijfAu ISia&atj um zu erfahren, ob jener ein 
*gutes' oder ein ^schlimmes' Zeichen mit sich brächte. 4) Wenn 
man in ^fAOfp^oQa nolla die Bezeichnung findet Uöte du den 
Überbringer dieser Tafel', so giebt das den bedenklichen Gedan- 
ken, dafs der Schwiegersohn vom Schwiegervater den Dienst eines 
Schergen gefordert habe. Und wenn man wegen des nokla noch 
eine ^Motivierung' oder die Angabe ^ziemlich genauer Einzel- 
heiten', also den ausführlichen Ausdruck der ^sensa animorum' 
hinzunimmt: so giebt das dazu gewählte Mittel, nämlich die An- 
nahme symbolischer Bilderschrift, eine viel schwierigere und weit- 
läufigere Aufgabe, als in dem angenommenen Gebrauche der Buch- 
atabenzeichen enthalten ist Daher scheint mir der Gedanke an 
Buchstabenseichen näher zu liegen. Als Inhalt dieser Buchstaben- 
flohrift aber empfiehlt der Zusammenhang von 179 ff. die Annahme, 
dafs der Schwiegersohn seinen Schwiegervater ersucht habe, den 
Überbringer auf Abenteuer auszusenden, damit er wegen der be- 
schriebenen Schuld seinen Tod fände. Freilich hat F. A. Wolf 
Proleg. p. LXXXVIII schliefslich alle negativen Momente in den 
Satz znsammengefafst: ^nusquam vocabulum Ulm, nusquam lec^o- 
m$^ nusquam Utierarumi nihU in tot millibus versuum ad lectionem, 
omnia ad auditionem comparata' cet. Aber es ist schon von 
mehreren Seiten entgegnet worden, dafs dies alles nicht in die 
objektive Schilderung des homerischen Epos gehöre und dafs auch 
Vergil in der Äneis die Buchstabenschrift nicht erwähnt habe. 



152 2^* Anmerkungen. 

Mir scheint ^viiotp^oQuc substantiviertes Neutrum zu sein, bei dem 
man am einfachsten an Worte denkt, gerade wie derselbe Begrifif 
bei den im Anbang zu i 474 berührten Dativen vor8chwebt\ Auch 
Tb. Bergk Qriech. Litt. (Alig. Encykl. der Wissensch. und Künste 
Erste Sektion LXXXI) S. 299 f. entscheidet sich dafür, da£B die 
Buchstabenschrift der Zeit des Dichters keineswegs fremd gewesen 
sei. Vgl. auch Nutzhorn die Entstehungsweise der homer. Ged. 
p. 78. In Bezug auf die in Hissarlik gefundenen Inschriften be- 
spricht den Gegenstand auch Gladstone Homer und sein Zeit- 
alter, deutsch von Bendan, p. 66 ff. — 179. Statt hiUv^iv ver- 
mutet Nauck: /« xikivCBv. — 181. Vgl Ovii Trist V 7, 131 
und daselbst Loers. Über 181 f. vgl« die Einleitung p. 138 und 
Eöchly diss. VI p. 4. — 183. Nauck vermutet nenoi&mg an Stelle 
von mOriaccg, — 186. Über die Amazonen vgl. Goettling Ges» 
Abhandl. II S. 196 ff. und über Homer S. 199. 

195. oq>Qci vinoiro ist die gewöhnliche Lesart, nur der Ven^ 
tus A nebst LO bietet %vQoq>6qoiOj wie M 314 einstimmig gelesen 
wird. Und dies hat I. Bekker in den Text genommen. VgL 
indes Franz Spitzner. Übrigens vgL die Einleitung p. 137 mit 
Köchly diss. VI p. 4 f. 

200 — 202. Zur Kritik über diese Verse, sowie über 205 vgl 
die Einleitung p. 138 f., dazu Friedlaender im Philol. IV p. 580, 
Köchly de Iliadis cannm. diss. VI p. 5, Franke bei Faesi zur 
Stelle, W. Jordan Homers Ilias übersetzt und erklftrt p. 584. — 
206 ist nach Bekker in d. hom. Blatt. I p. 322 von Nauck 6* 
iffi xbni statt des handschriftlichen d' l^ Itiku geschrieben. 

221 — 223. Über die Atbetese dieser Verse vgl. die Einlei- 
tung p. 139, dazu Köchly de II. carmm. diss. VI p. 6, Franke 
bei Faesi zur Stelle, W. Jordan Homers Hiae übersetzt und er- 
klärt p. 584. — 221 vermutet Brugman ein Problem d. hom. 
Textkritik p. 74 iv Sd^civ olöt statt iv Scifucc ifAotci. 

228. Mit Recht hat J. La Roche Hom. Stud. § 81, 1 S. 144 
bemerkt, dafs die Dative ifiol und aoi in Bezug auf die Infinitive 
nxtlvtiv und ivctiQi^itv gesetzt seien. Daher ist das Komma nach 
»jiivBtv und ivaiififiBv nicht mit I. Bekker, W. Dindorf und 
anderen zu tilgen und nach inUovgoi und ^A%€itoL zu interpon- 
gieren. Das verbietet auch das beschrlUikende yi im Relativsätze. 
Freilich hat Bekker aus untergeordneten Quellen 9t6g te statt 
des gut beglaubigten ^eog yi aufgenommen, wahrscheinlich weil 
er das ^tog noQti imd das nodal iu%tUo als zwei verschiedene 
Dinge betrachtet «wissen will. Aber es läfst sich beides von ein 
und derselben Person verstehen, wenn man an die zu d 476 und 
723 behandelte Wortstellung denkt. 

234. Zu den Worten tpqivaq i^iXeto bemerkte Heyne: 'poeta 
iudicium suum apponit ex sensu hominum de pretio, nuUo cum 
respectu ad animi generosi notionem in dando munere. £xprimit 



Z. Anmerkungen. 153 

autem iudicium suum yerbiß vulgaribus: eum plane nan cogitcme 
de pretio; stulteque fecisse, non deliberate^ vnd Ameis üand 
in dem starken Ausdruck (pQivag iliXtto Ztvg den Humor eines 
Sprichworts. Schiller über naive und sentimentaiische Dichtung 
Bd. 12 S. 151 ff. (der Cottaschen Ausg. von 1867) hat über die 
ganze Stelle bemerkt: ^Diesem rührenden Gemälde der Piettft, mit 
der di« Gesetze des Gastrechts selbst im Ehege beobachtet 
wurden, kann eine Schilderung des ritterlichen Edelmuts im 
Ariost an die Seite gestellt werden, wo zwei Bitter und Neben- 
buhler, Ferrau und Binald, dieser ein Christ, jener ein Sarazene, 
nach einem heftigen Kampfe und mit Wunden bedeckt, Friede 
machen und, um Angelika einzuholen, das nSmliche Pferd be- 
steigen. Beide Beispiele, so verschieden sie übrigens sein mögen, 
kommen einander in der Wirkung auf unser Herz beinahe gleich, 
weil beide den schönen Sieg der Sitten Über die Leidenschaft 
malen und uns durch Naivetät der Gesinnungen rühren. Aber 
wie ganz verschieden nehmen sich die Dichter bei Beschreibung 
dieser ähnlichen Handlung' usw. Sodann berührt Schiller die 
Objektivität Homers in den Versen 224 bis 233, indem er hinzu- 
fügt: 'Schwerlich dürfte ein moderner Dichter (wenigstens schwer- 
lich einer, der es in der moralischen Bedeutung dieses Wortes ist) 
auch nur bis hierher gewartet haben, um seine Freude an dieser 
Handlung zu bezeugen. Wir würden es ihm um so leichter ver- 
zeihen, da auch unser Herz beim Lesen einen Stillstand macht 
und sich von dem Objekte gern entfernt, um in sich selbst zu 
schauen. Aber von allem diesem keine Spur im Homer; als ob 
er etwas Alltägliches berichtet hätte, ja, als ob er selbst kein 
Herz im Busen trüge, fährt er in seiner trockenen Wahrhaftig- 
keit fort:" (Vers 234 bis 236). * Dichter von dieser naiven Gattung 
sind in einem künstlichen Weltalter nicht so recht mehr an ihrer 
Stelle.' Zu der von Schiller erwähnten 'trockenen Warhaftig- 
keit', meinte Ameis, gehöre auch die derbe Bezeichnung (pQivag 
i^iXero Ztvg: 'die Höhe der Situation, wie sie in 234 bis 236 
erscheint, wird nicht durch eine subjektiv gestaltete Wertbestim- 
mung und schwache psychologische Hedeweise, sondern durch die 
objektive Kraft einer stehenden Formel in humoristi- 
schem Tone am schönsten zur sinnlichen Erscheinung gebracht'. 
In ähnlichem Sinne hat die Stelle besprochen Schneidewin die 
homerische Naivetät p. 115 ff. Dagegen bemerkt Haupt bei Beiger 
Moriz Haupt als akademischer Lehrer, p. 191: 'Naiv ist hier nicht 
das unschuldige Dichten, sondern die Unbefangenheit, mit der der 
Dichter es kundgiebt, dafs ihm die Seelengröfse seiner Helden 
nicht pafst. Heyne wollte die drei Zeilen 234 — 236 tilgen. 
Davor werden wir uns hüten* Wir erblicken hier ein sicheres 
Zeichen überlieferter Sage: der Dichter steht hier unter seinem 
Volke.' Gerlach aber im PhiloL XXXIII p. 27 sieht in den Versen 



154 Z. Anmerkungen. 

284 — 36 nur eine philiströse, von gemeiner Gesinnung zeugende 
Bemerkung und verwirft dieselbe als Interpolation. — Der sprich« 
wörtliche Charakter, mit welchem das xffvöea xalKilmv bei spftteren 
von der Ungleichheit in verschiedener Hinsicht erwähnt wird, 
ist aus Stellen ersichtlich wie Plat Symp« c. 84 p. 219*; Heliodor. 
VII 10. IX 2; Plut. adv. Stoio. c. 11 p. 1068«; AeUan V. H. IV 
6, 10. Themist. or. 11 p. 151^; Cic. ad Att. VI 1, 28; Horat. 
Bat. I 7, IG; Gell. N. A. II 23. Ja ü. A. Evertsz de Homeri 
auctoritate apud iureconsultos Romanos (Leovardiae 1819) p. 77 
hat es sogar noch aus lustinianus nachgewiesen. Wagen der nach- 
folgenden Preisbestimmung vgL Hui t seh Metrol. S. 124. — Übri- 
gens empfiehlt Nauck M^langes IV p. 583 Plavxov statt rXavnip. 
287 £ Über die in dem folgenden Abschnitt (bis 812) aus- 
gesprochenen Athetesen vgl. die Einleitung p. 124ff.y dazu Dttntzer 
hom. Abh. p. 260 f., Kaber quaostt. Hom. p. 158, Kammer zur 
homer. Frage I p. 27, Hoffmann quaestt. Hom. 11 p. 188; zu 
V. 252: Köchly de II. carmm. diss. VI p. 7, Dttntzer hom. Abh. 
p. 260, Jacob Entstehung d. II. u. Od. p. 218; zu V. 811. 812: 
Köchly de D. carmm. diss. VI p. 8, v. Christ in Jahrbb. f. PhiloL 
1881 p. 152, Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 496. 578. — 
Die Gleichzeitigkeit beider Erzfthlungen ist schon von den Alten 
bemerkt worden. So sagen die SchoL BL. iinudi^ [uraßatviiy to 
iutKivov r^g noqtUig ''E%TOi^oq &vanlfiQoi6ag toSg tut ITiMVKOV nal 
Jtofii^iovg. Dies haben spftter viele von neuem erinnert bis herab 
auf F. Nutzhorn Entsteh, der Hom. Gedichte S. 182 not — Statt 
des von den meisten Handschriften gebotenen g>fifav giebt der 
Ven. A und andere nvQyov^ und diese Lesart empfehlen Fr. Scholl 
in den Acta societ. Lips. ed. Ritschel II, 2, 487 und Naber quaestt 
Hom. p. 45: ^ne matronae et virgines Troianae urbe exiisse videan- 
tur^ — 242 ff. Über die hier geschilderte Lokalität vgL H. Rumpf 
de aedibus Homericis I p. 28 sq. und jetzt: Protodicos de aedi- 
bus Homericis, Lips. 1877 p. 25 ff., der eine ganz neue Anordr 
nung giebt, auch v. Sjbel über Schliemanns Troja, Marburg 1875 
p. 8. Von tiyioi 248 ist uns die Erklärung Aristarchs über- 
liefert Denn Aristonikos bemerkt dazu folgendes: fj Stnl^f Zut 
viu^aot f|a<rv, tu> xiytoi^ iva f^ itoisvmviat* ifUfuXmg ih "OiM/iQog 
9Uil iuc t^g ^Iliaiog nccl Sui ttjg ^Odvüötlag xavg yvvaixelovg dcrAcr- 
[tovg awütfi^iv. — 245 und 249. nlr^alov ADSMNO und die bei 
Heyne erwähnten. Vgl. aber Spitzners UrteiL — 252. In den 
Worten jiaodlunjv iöayovca haben die Alten, unter ihnen Aristarch 
(auch Orion in Beide. Anecd. p. 882, 19), das Verbum intran- 
sitiv erklärt: ^zur Laodike gehend', haben also getrennt ig Syavca 
geschrieben, wie auch Lehrs Q. e. p. 87 sq. die Stelle aufführt Aber 
ein intransitives ayuy ist aus Homer nicht nachweisbar. Auch 
hätte sieb in diesem Sinne ein lovca von selbst dargeboten. Neaer- 
dings hat man fr' Syovca konjiciert ^noch mit sich führend' 



Z. Anmdrkiingen. 155 

und das 'tri wie 411. IT 364' verstehen wollen. Auch Nauok 
beseiohnet i^yovou als verdftchtig. Vgl. die Einleitang p. 126 
und %xk 237. — Statt i^tcniv aber vermutet Nanck a}^Ttjv. — 
266. An Stelle des handschriftlichen ikuqvu^vci yermutet yan Her- 
werden quaestiunculae ep. et eleg. p. 9 (ui^aiävovg vgl. 327 f., 
welche Vermutung auch Nauck anführt. — 262. rvv9}. steht sonst 
überall im VersanÜEmge. van Herwerden a. 0. p. 9 und Nauck 
vermuten in dem Verse einen späteren Zusatz. Über die Etymo- 
logie und Bedeutung von hi^g vgl. L. Lange de ephetarum Äthe- 
niensiimi nomine. Lips. 1874. — 260. Über die Erasis xairog vgL 
J. La Boche Hom. Unters. 3. 285. — 266. Statt des Aristarchi- 
Bchen ivlmoiaiv^ das auch in A und ohne den Schlufskonsonanten 
in CDEGLMNO sich findet, hat L Bekker die Lesart des Zeno- 
dotos avlntxfiiv in den Text genommen. Vgl. analoge Fälle im 
Anhange zu E 466. — 270. 6vv ^ieaaiv wird gedeutet:* *mit 
Opfergerät\ Aber die Geräte befanden sich im Bereiche des 
Tempels selbst, brauchten nicht erst zu jedem Opfer hingeschafft 
zu werden. Es ist vielmehr auch hier, wie in den andern Stellen, 
an die Bauchopfer selbst zu denken. Dafs hierzu bei Homer 
der Weihrauch noch nicht gebraucht vmrde, hat schon J. H. Vofs 
Antisjmb. II S. 456 bemerkt Den homerischen Begriff von ^uv 
mit seinen Derivaten erläutert K Lehrs de Arisi' p. 82 sq. VgL 
euch L. Doederlein Hom. Gloss. § 2474. — 272. Zu diesem 
Verse bemerkt Nauck: spurius? 

281. In den Worten Sg %i oi c^i yaüc %ivoi hat I. Bekker 
das einstimmig überlieferte %t m ii geändert unter Zustimmung 
von Capelle im Philol. XXXVI p. 685; auch Nauck führt diese 
Vermutung an. Aber man sieht nicht, was für einen Gegensatz 
dies ii bezeichnen solle, sowie auch der umstand bedenklich 
macht, daiGs das unmittelbare Zusammentreffen der Partikeln mg 
H nicht nachweisbar ist aulser in Stellen wie ng di %al ano^aviv- 
xmv 7i(mp ht iwv iattv, ov jiAOi ä(nut r^ii Fiat Phaed. p. 87. 
€^eraten«r ist es jedenfalls, die Überlieferung xi beizubehalten, die 
Stelle mit o 545 (wo man ebenfalls geändert hat) und der wün- 
schenden Frage mit iwg ȣ o 195 in Vergleichung zu stellen, wie 
später mig iv oder tlg iv zum Ausdruck des Wunsches dient: 
vgl. G. Hermann Opusa IV p. 170sq. Bäumlein Über die grieoh. 
Modi S. 293 f.^ Schneidewin-Nauck zu Sopk Ai« 388. Denn 
eine derartige Frage steht mit dem Ausruf in enger Verbindung. 

285. I. Bekker und Nauck haben die Lesart des Zeno* 
dotos qwiriv nev fplXov fitoQ otSvog ixXalad'io&ai in den Text ge- 
nommen. Gegen die Lesart des Aristarch fp^iv atsQ nov oiivog %%L 
spricht Naber quaesti Hom. p. 110. Über die Verbindung von 
^qiva mit biUUSh^i, vgl. Fulda Unters, p. 126. Gegen die ge- 
wöhnliche Lesart 9«r/i}v hb ipqiv atiifwyi) oiivog ixÄ. bemerkt 
A. Nauck H^langes Gr^co-Bomains II p. 644: ^Eine Form au^inog 



156 ^» Anmerkangen« 

ist unerhört', äufsert dann das * Bedenken: wie verfiel man auf 
tptfiv atiifjtovj wenn tpllov ^ro^ in den Handsehriften stand ?^ nnd 
giebt schUefslich die Vermntung: ^möglich wftre, wie mir soheint, 
folgender Ansdmok: tpahiv x$v ipgiv^ &ip€iif nov i^tvog hlika^i" 
(t&€u\ Ameis billigte die Aristarchische Lesart «fre^ nav it^vog 
inXeXa^ia&ai mit folgender Deutung: ^so möchte es mir yorkom- 
men, als wenn durch die hohe Freude über den Tod des Freylera 
Paris schon jedes Andenken an die Drangsal aus dem Geiste ge- 
schwunden wftre'. Die Worte des Aristonikos bei L. Fried« 
laender lauten: tj dmh'qj oti to ai^fuctvofuvav^ d hutvov idoifu 
tmXBVJfiKox«^ Soiatiu iv ifikelija^cii tilg nuno^iuAMUig xal x(»Qlg 
aivijg fifavivini (accuratius: i6^M(u Sv %nQlg tilg %• ftvoiavogy 
iitktXijö^ai aitilg Lehrs.). (vioi dh iyvotfluvxtg fifci<p9V6tv atif^nov* 
— J. La Boche Hom. Stud. § 15 z. E. will die Vulgata atiffnov 
itivog beibehalten und mit SchoL ^^ivor als Subjekt verstanden 
wissen« — 289. An Stelle von M^ lauv ol vermutet Nauck: 
IW« X &«!/, vgL Cauer in G. Curtius' Stud. VII p. 122. — 
290. F. G. Welcker Der epische Cyklus II 8. 94 bemerkt: *Der 
Dichter schrieb vielleicht tovg avxogj und als man die Beziehung 
auf das entferntere Substantiv vermied^ bedachte man nicht ^ dab 
es eine weit unangemessenere Freiheit sei, darum lieber eine Fabrik 
sidonischer GewSnder in Troia durch geraubte Frauen betrieben 
anzunehmen'. Dieselbe Vermutung haben Nauck in der Ausgabe 
und Madvig in Det philologisk-historiske Samfunds Mindeskrifti 
Kopenhagen 1879 p. 157 — 73 ausgesprochen. VgL übrigens auch 
Kajser hom. Abhandl. herausgegeben von Usener p. 93. — Das 
urkundliche naiutotmXoi haben Bekker nnd Nauck wegen des 
Digamma von Iffya mit Bentley und Fayne Knight in naf^ 
noUda geändert Vgl. den Anhang zu A 395. — 291. Statt des 
handschriftlichen hunlmg empfehlen van Herwerden quaestiunr 
culae ep. et eleg. p. 10 und Nauck in der Ausgabe imnXovg als 
das ursprüngliche herzustellen. — 297 ff. Den Vorgang im Tempel, 
besonders auch die iXokvyii^ erörtert v. Leutsch im Philol. Snppl. 
I p. 76. — 305. Gewöhnlich wird i^valivroU gelesen, aber die 
Schol. ABLV bemerken: a^utvov di ^v^lntoh^ %ttl olmi&v tatg sm^I 
aontiglav ivxofävaig tilg noXiwg. Dies dürfte ans einer Aristarchi« 
sehen Quelle geflossen sein. 

311. I. Bekker und Nauck haben den Vers athetiert Ari- 
stonikos ed. FriedL p. 123 bemerkt: a^nntaij iti nifig oHhf fo 
inifpdvfffita nal oim sU^iöiUvov* luna fUv yiiQ to iv€tvtlov i Zivg 
inißißtuoi Kctxavivav. nal e^g Ö^ iiukiyofUvov äg at ^iv f* 
iüxovro 6afp£g yivnat m^coog o inl%og, ysloia ii nal ij «v«« 
vtvavaa ^A&mfSs Vgl. die Einleitung p. 125 f. 

312. Über die an den folgenden Abschnitt bis 869 sieh 
knüpfenden kritischen Fragen vgl. die Einleitung p« 126 f. und dazu 
Aristonic. ed. FriedL p. 150 zu 493, Köchlj de IL carmmu 



Z. Anmerkungen. 157 

disB. VI p. 8, Naber qnaestt. Hom. p. 157, Kammer zur hom. 
Frage I p. 22 u. 27, Genz zur Iliaa p. 26, Gerlaoh im PhiloL 
XXX p. 28, Nutzhorn die EntstehungsweiBe der hom. Gedichte 
p. 202, Bergk grieoh. Litteraturgesoh« I p. 682, Sohoemann 
de reücenüa Homeri p. 6 f. und in den Jahrbb. f. klass. PhiloL 
Bd. 69 p. 25 f. In den Versen 318 — 320 glaubt E. Lentz de 
versibu» apud Homerum perperam iteratie, Bartenstein 1881 p. 17 
den ursprünglichen Zusammenhang so herzustellen: 

318. {4/^* Ißxxnif ila^X^B dtbpüiog. fvdov htrfuv 
321. iSw ^AUiiewdQov ne(fl xaüJUfi« vev%f' ttnovtü, 

321. m^nudUa vivxt* fhtovta ist die einstimmige Überliefe- 
rung; aber dafür hat Bekker negl xaXhfuc uvxi fhtovta koi\ji- 
dert (wie auch Nauck) und in den Text gesetzt mit einem lako- 
nischen *cf. 556', wo nsQl uv%s^ hcova&v als Versschlufs steht. 
Die letztere Stelle benutzt J. E. Ellendt Drei Hom. Abhandl. 
8. 31 Anm. zu folgender Erörterung: ^Da mQtxaUia xiv%ia nur 
«165 vorkommt, so scheint das Beiwort nicht so beliebt gewesen 
au sein, wie ttaXi^ nlvta, nskmi^uiy da ferner Srniv sich gar nicht 
findet, und die Stelle in O mit unserer Stelle offenbar parallel 
geht, so könnte man versucht sein zu schreiben mni nalkifta oder 
nsifi nonallu r. i. Vielleicht hat aber die Parechese so mächtig 
gewirkt, dafs der frei schaffende Dichter etwas Ungewöhnliches 
sagte und den Zuhörern überliefs, aus jtiQt9wtlXia sich ein %%^l für 
thtowa gewiesermaüsen mitherauszuhören ^ Indes nimmt Butt- 
mann Lexil. No. 99 II p. 216 Anmerk. als eigentliche Bedeutung 
für fhuiv ^bereiten' an. — 322. Das hinter ^ci^ipM eingesetzte 
Komma ist Aristarchisch nach der Bemerkung des Nikanor, 
dessen Bichügkeit bereits J. Ülassen Beobachi S. 133 gebührend 
hervorgehoben hat. Ebenso urteilen L. Doederlein Hom. Gloss. 
§ 1094 und J. La Boche Hom. Stud. § 82, 4. — 323. Ober die 
Lokalität, die mit for' «pa dfm^ci angedeutet ist, vgl. H. Rumpf 
de aedibus Homericis II p. 25 (35). 

326. Die an dies^ Stelle sich knüpfenden kritischen Bedenken 
sind erörtert in der Einleitung p. 128 f. — 333. Am Ende dieses 
Verses interpungiert mit Kolon K. Lehrs de Arist^ p. 58 not. 
Auch der Venetus A hat am Ende von 333 einen Punkt I. Bekker 
hat unsem Vers athetiert — 344. Zu ox^oei^ äuTsert 0. Cur- 
tius Etjm.^ Nr. 77, ^p, 156 die Veimutung, dafs das vorgesetzte 
Meicht durch blofses Mifsverständnis entstanden sein könne', 
wenn man die ursprüngliche Oenetivform nuMfM/ixuvoo und imöfipUoo 
voraussetzt Beides hat bereits Pajne Knight in den Text gesetzt 

347. ilg scv^ ist die einstimmige Überlieferung der Hand- 
schriften, und W. C. Kajser im PhUol. XVH S. 699 bemerkt, 
*da£B dg oQog { ilg nvfMt von dem Scholiasten 7u Soph. Oed. B« 
194 (Didymos) ebenso gelesen wurde, wie von Plutarch. de adulat 
p. 78*, und dafs der Verfasser der homerischen Epimerismen wieder- 



158 Z. AmnerkiingexL 

holt (p. 172, 12. 180, 1) die Lesart als eine reeipierte Aosnafame 
anflUirt, obgleich er die Variante ig xtf^a (p. 172, 14) wohl kennt'« 
Das Gktseti der Symmetrie hat anch sonst im Homer seinen Ein^ 
flaffl geflbt Vgl. SU Jl 102. — 353. An Stelle des handschrift- 
liohen t^ yerroutet van Herwerden quaestiuncolae ep. et eleg« 
p. 10 rov, ebenso Nanck oder auch tcov. 

370. Eine Analyse der folgenden Scenen bis 502 giebt Bischoff 
über homerische Poesie p. 66 ff. Die diesen Abschnitt betreffenden 
kritischen Fragen sind erörtert in der Einleitung p. 129 ff., dazu 
Tgl. Gerlaeh im Philol. XZXIII p. 206 f., Naber quaestt Hom. 
p. 156, P. L\ Roche im Phüol. XII p. 395 ff., Köchlj dies. VI 
p. 9 ff., Düntzer Aristarch p. 191 ff., Düntzer Homer. AbhandL 
p. 261; — Zu 424 insbesondere Köchly diss. VI p. 9 und dar 
gegen Dttntzer Aristarch p. 195 und Friedlaender in Jalirbb« 
f. PhiloL Bd. 83 p. 32 f.; — zu 425—428 Düntzer in Jahrbb. 
f. PhiloL Bd. 2 p. 407, Aristarch p. 195, hom. Abhandl. p. 261, 
Jakob Entstehung d. D. u. Od. p. 210; — zu 447 ff. Holm ad 
Gar. Lachmanni exemplar etc. p. 8, La Roche im PhiloL XU 
p. 401 ff., Düntzer Aristarch 192, hom. AbhandL p. 263. — 372. 
Die Diäresis in IwänXm haben CDGLS; ebenso 378 und 383. 

376. Statt $1 S* ayB vermutet Nauck tV Sye, ygL L. Lange 
de formula Homerica d 4' Sya Leipzig 1873 p. 17. — 388 f. 
werden von Nauck als spurii? bezeichnet. — 390. Wie L. 
Doederlein Hom. Oloss. § 2199 zu unserer Stelle beifügt: 
^sonst immer mit Ergänzung des Subjektes aus dem Yorigen', 
so wird auch bei R. Kühner Ausf. Gramm. I' § 289 Anm. 6 
noch immer gelehrt: *^ bei Hom. oft nach einer angeführten 
Rede *» sprachs, eiximal auch mit dem Nom. Z 390'. Die her- 
vorgehobene doi^elte Unrichtigkeit kann aus der Note des Eom« 
roentars zu ß 321 und dem Anhang zu 356 berichtigt werden. 

393. Nauck bemerkt zu diesem Verse spurius? — 396. 
Über die Anlehnung des nomen *Htttmv an das folgende Relativ 
spricht Bekker hom. Blätter I p. 314 f. — 403. Nach der ety- 
mologischen Erläuterung des Wortes ava^ von Angermann in 
G. Curtius' Stud. III, 117 ff. ist die Grundbedeutung ^Schützer, 
Schirmer', die hier durch die Erläuterung des Namens '^tftvova^: 
ohg yiiQ igveto "Rtav ISktioq durchaus bestätigt wird. — 409. Bei 
gelegentlicher Erwähnung von £ 309 ^vvbg ^Ewahog wd t$ xnrvi- 
ovrnc wnhna hat C. G. Cobet Yar. Lect. p. 195 folgendes be- 
merkt: ^Ktttviovta barbarum est, quamquam nil mutant Honieri 
Codices et editiones. Recte Bekkerus edidit X 13 nveviitgj at hoo 
loeo Kxaviovtu retinuit, et Z 409 KaxaKtaviovatv et £ 181 xatmctuvi" 
ctfdc'. YgL denselben Miscellan. crit. p. 330, nach ihm hat Nauok 
Hounnsviovöiv in den Text gesetzt. — Über bildliche Darstellungen 
der Scene zwischen Hektor und Andromache aus dem Altertum 
spricht Brunn troische Miscellen I p. 73 ff. — 429. 430. Als 



Z. Anmerkongen. 159 

Nachahmungen dieser Verse aufser den bei Heyne genannten 
Tgl. die Stellen bei Pflugk zu Eurip. Hec. 281 und dazu noch 
Soph. Ai. 614 ff. Eur. Heracl. 230 f. Ovid. Herold, m 51 f. Terent. 
Andr. I 5, 60. Natürlich sind alle diese Nachahmungen nur mehr 
oder weniger matte und verblafste Abbilder im Vergleich mit der 
lebensfrischen Farbengebung des homerischen Originales (das über- 
haupt naohr Aristoi Poet. c. 24 Xii$t xal tuxvol^ Ttdvxug imiff- 
ßißXijMv). Über dieses sagt Nägelsbach Hom« Theo!. V*85 
8. 259 der Ausg. Ton Autenrieth mit Recht folgendes: ^Andro- 
mache steht rein auf dem Boden weiblichster Empfindung, und 
nie hat ein Dichter, der die Liebe nur als Leidenschaft besungen, 
mehr Herz und Seele in die Schilderung glühender Gefühle gelegt, 
als Homer dem Ausdruck ehelicher Liebe in den Worten giebt: 
'^fttoQj «Ttt^ 0v itol iöai xri.'. Den Sinn der beiden Verse 429 f. 
hat auch F. Nutzhorn Entstehungsweise der Hom. 6ed. S. 139 
Anmerk. richtig angedeutet indem er bemerkt: *Es könnte den 
Anschein haben, als wenn diese*^ Worte einen über die Gefühle 
mehr reflektierenden Standpunkt bezeichneten, jedoch nur, wenn 
man sie aus dem epischen Zusammenhang herausninunt'. Über 
das Verhältnis derselben zum Folgenden vgL Glassen Beobach- 
tungen p. 13. 

43S. Die Verse 433 bis 439 stehen in allen Handschriften, 
nur in A sind sie mit Obelos bezeichnet. Aristarch hat die- 
selben athetiert, worüber Aristonikos folgendes berichtet: adc- 
vovvtM 0%l%ot htta, OH avoC%noi ot Xoyot f{ IrfvdpofMx^l?' avn- 
Of^aiffiyit fiiQ tf IEmhoqi, xal «^tv^og naQixovOiV oi yaQ nagiturniv 
iV9fMi^(iL0v To titxog nttttic xovto to (liQog, ovd^ ovtmg lau nltialov 
n (uixfi xav ttlxavg. md o "ISxro)^ ngbg tot itqoxi^n inavxa liymv 
fl x«2 iiAol xiii navxa. Über diese Athetese vgl. die Einlei- 
tung p. 130f., dazu Lachmann Betracht, p. 22, mit Hoff mann 
im Phüol. III p. 213, Gerlach im Philol. XXX p. 28; femer 
Holm ad Car. Lachmanni exemplar etc. p. 8, Eöchly de IL carmm. 
diss. VI p. 9, Düntzer hom. Abb. p. 57. 261, Genz zur Ilias 
p. 25, Bergk griech. Litteraturgesch. I p. 583, Jacob Entstehung 
d. II. u. Od. p. 210y Kiene Komposition d. Ilias p. 79 Anmerk., 
Nitzsoh Sagenpoesie p. 193. 

489. Die Präsentia inox(fvvei nal avuiyu nach dem Aorist tvtCfu 
lassen sich kaum so erklären, dafs Andromache eine Wiederholung der 
früheren Versuche erwarte und die Stimmung, die früher zu solchen 
Versuchen führte und auch jetzt dazu führen kann, zusammenfassend 
als gegenwärtig dauernd im Präsens bezeichne. Daher ist J. La 
Boche Hom. Textkr. p. 196 geneigt ivnyii als Plusquamperfekt 
aufni&ssen mit dem Zusatz: ^inoxifvvH mufs vielleicht in inifiQV' 
ytv geändert werden'; auch Nauck Tcrmutet inmffvvtv. — 456. 
An Stelle des handschriftlichen ngog ilkfig vermutet Nauck nox* 
&XXi^g. — 457. Wegen Mtactitg vgl E. Curtius Pelopon. U S. 240. 



160 2* Amnerkangen. 

Über die drei Lokalitäten, die hier genannt werden, giebt L. Dö- 
declein in aeiner Ausgabe folgende beachtenswerte Bemerkung: 
*Tres -maxime ex Achi^is et nobilissimi quidem obversantur Hecto» 
ris animo, tanquam horum uni Andromache quandoque servitura 
sity Agamemno, Menelaus, Achilles. Ex bis Agamemno iv "A^yu 
regnabat, Menelans in Laconica, ubi fons Mea^viCg prope Therapnen, 
eecundum Pausan. III 20, 1, Achilles in Thessalia, in qua prope 
Pberas 'Ihägua fons memoratur J3 734 et Find. Pyth. lY 222. 
Plin. N. H. lY 8, 15'. Dafs die sptttem Dichter bei ihrer Dar- 
Stellung der Andromache aus dieser Stelle des Homer geschöpft 
haben, hat sohon Aristarch bemerkt: vgl. K. Lehrs de Arist^ 
p. 178. 

465. 9Kf/v yi xij wie Döderlein vermutete, statt des früher 
gelesenen 9r^lv / hi, haben ADLN und die noch bei Heyne er- 
wähnten. Sodann erwähnt Herodian^ dafs Dionysius Sidonins, 
Alexion, Heracleon dieselbe Lesart hatten, mit Beifügung der dafür 
sprechenden Gründe. Heyne hatte bereits aus diesen Quellen 
das richtige tk^/v yi xt aufgenommen. — aijg ßorig erklärte Ameis: 
Ton dem Eampfgeschrei um dich. Aber eine derartige Deu- 
tung des possessiven Pronomens ist unerhört^ weil nicht die ent- 
sprechende Verbalkonstruktion mit Objekt angenommen werden 
kann, aus der sich die Möglichkeit einer solchen Beziehung des 
possessiven Pronomens ergeben würde. Es bleibt nur die Frage, 
wie die Genetive im Verhältnis zu nv^ia^ai zu fassen sind. loh 
gestehe, dafs man nach cijg tc ßafjg^ da in diesem Zusammenhange 
etwas besonders Erschütterndes, sehr Schmerzliches an der Stelle 
ist, ein Verbum des Hörens erwarten mufs, welches die unmittel- 
bare Wahrnehmung durch das Gehör bezeichuet, ein okovsiv, und 
glaube, dafs man hier eine Ausnahme statuieren muTs von dem 
sonstigen Gebrauch, wonach die sächlichen Objekte im Genetiv bei 
nw^civec^ai nur Objekte der vermittelten Kunde sind, um so mehr, 
da auch O 224 (xaloc yuo X6 udxrig iitv^ovto %al SXloi wegen des 
Zusatzes oiTtB^ ivi^eQol tlai ^iol von unmittelbarem Vernehmen 
des Kampfgetöses durch das Gehör verstanden werden mufs, wdU 
sonst die Wirkung des ganzen Ausspruchs wesentlich abgeschwächt 
werden würde (vgl. T6lff.). Gegen die zeugmatische Verbindung 
der beiden Genetive mit nv^ia^ai dürfte nichts Erhebliches ein- 
zuwenden sein. Übrigens vermutet Kauck: xe %lavd'(ioio statt 
d' ihnfi^lioio. — 475. Das slns 6\ statt des gewöhnlichen eJnev 
ist die Aristarchische Lesart, die auch Alexis Pierron auf- 
genommen hat mit der Bemerkung: ^La vulgate sItuv est ime 
correction de quelque gr^mmairien m^ticuleux'. 

479. In 9wl jtoxi xig e&r^fft ^ma^g y oit nolXhv ifielvmv* 
ist der Konjunktiv eihf^at die herkömmliche Lesart der Hand- 
schriften und Ausgaben, wozu man den ähnlich lautenden Anfang 
459 und ff 87 (auch JIC106. f 275. ^324) vergleicht Aber der 



Z. Anmerkungen. 161 

Qe<Janke ist gänzlich verschieden. An unserer Stelle kann iiftyai 
aus folgenden Grfinden nicht gebilligt werden, l) Der Koi\janktiy 
würde mit den 2wei folgenden Optativen des Wonsohes den Zu- 
sammenbang stören, was auch Hagena im Philol. YIII S. 385 
gegen ifitffii bemerkt. 2) Die Kürze der ersten Silbe in lutt^ogy 
wie sie bei der Lesart ifrr^ac anzunehmen wäre, ist beispiellos 
und im Homer ohne Analogie. Das hat zuerst Dawes Mise. crit. 
p. 247 sq. bemerkt, dann haben es Hagena und andere von neuem 
geltend gemacht. Und in der That der einfache Schlufs ist dieser: 
da die Form TMnr^o^ im Homer 120mal vorkommt und davon in 
119 Stellen mit langer Anfangssilbe^ so kann diese einzige Stelle 
unmöglich eine Ausnahme bilden. Auch wird niemand die Kürzen 
in den anderen Wörtern, welche bei C. £. Geppert Über den 
Ursp. der hom. Ges. II S. 14 und J. La Roche Hom. untere. 
S. 9 aufgezählt sind, als vermeintliche Analogien ansehen wollen. 
Es ist daher auch von dieser Seite her der Optativ iVjtoi unab- 
weisbar. Und diese Optativform ist im Yenetus A von derselben 
Hand darübergeschrieben, wird von Kidd. bei Dawes ex codd. Harl. 
duobus et cod. Townl. angeführt, von Heyne aus Mose. 2 mit 
yg* itnoiy in L. steht itittf. Was aber am meisten Beachtung ver- 
dient: dies iVjioi ist offenbar die Aristarohische Lesart gewesen« 
Denn Nikanor beginnt hier seine Note nach dem Texte bei 
I. Bekker: to i^iig^ luxC noti %tg itnoi in 7ioKi(Mv oviovta (was 
freilich L. Friedlaender stillschweigend in nkf^tft geändert hat). 
Sodann findet sich dieselbe Form in dem Citate des Nikanor zu 
N 362. Auch Bekkers Paraphrast giebt den Optativ wieder. Unter 
don Neuem hat den Optativ aufser andern G. H. Schaefer zu 
Theocrit XVI 4 empfohlen und Pajne Knight hat ihn bereits 
in den Text genommen, jetzt auch La Roche und Nauck, ebenso 
hat sich Cobet in d. Muemosjne 1873 p. 232 ff. für den Optativ 
ausgesprochen. Dagegen sucht A. Lud wich in 0. Schades Wissensch. 
Monatsblätt. U (1874) p. 21 ff. iSrpy<n zu rechtfertigen. — avlovra 
verstand Ameis von dem angeredeten Astyanax: *zu dem zu- 
rückkehrenden': aber unsere Stelle ist von den von Ameis zur 
Begründung seiner Ansicht über avMvra angezogenen Stellen, wie 
M60, dadurch wesentlich verschieden, dafs dort slm unmittelbar 
die Person als Objekt bei sich hat, die dann in den Anfangs- 
worten der Rede selbst im Vokativ angeredet wird, während hier 
thmt zun&chst ohne Objekt steht und in den Worten selbst gar 
keine Anrede erfolgt; denn, wie der Sprechende, indem er mit 
Zis auf den Zurückkehrenden hinweist, mit diesem Gestus zugleich 
auch die Worte selbst in direktem Anruf an denselben richten 
soll, ist unbegreiflich. Ich kann daher nur C. Albrecht zu- 
•timmen, wenn er in Curtius' Stud. IV p. 10 den Accusativ avtovxcc 
versteht nicht von dem, zu dem der Redende spricht, sondern von 
dem er redet. Die Worte der direkten Rede stehen also lebhaft < 

Mektzb Aabftag jni Hörnen nias. II. 11 



162 Z. Anmerkangen. 

ataU einer Infinitivkoiistniktion, oder wie Ameis selbit riehüg 
bemerkte: als Stellyertreter des indirekten Objekte. — Über die 
AuffMenng der folgenden Optative ist im Anhange za A 541 ge- 
eprooben« Sachlich bemerkt A. Weidner zn Yerg. Aen« I 906: 
*War es im Altertum allgemeine Überzeugung , dafe die kOrper» 
liehen, eittlichen und geistigen Eigensctoften von den Eltern auf 
die Kinder übergehen (Cic Tusc. I § 79. Tac. Germ. 20), eo ver- 
nimmt man daneben auch hitufig die Klage, dab die Eiiäer nipo- 
vt% werden als die Eltern. Um io gröfeer das Oltlck der Blenii 
wenn sie gleich tUchtige oder noch tüchtigere Kinder bedleeii'. 
Übrigens erinnert die Situation, wie sehon Heyne, H. Kflohljr, 
6. Antenrieth u. a. bemerkt haben, an des Aias Abschied von 
Eurysakes bei Soph. AI. 560 i %itX ytvoto i€otfi>g iiwj^hfn^ nti. 
468. Über die Situation hat G. Auienrieth ebenso sehOn 
als wahr folgendes bemerkt: ^Hektcr hat in banger A-hnmig der 
Andromaehe eine trübe Zukunft geschildert; dieser Tranerakkord 
mufs eine Auflösung finden und dazu dient die Person des Ideinen 
Astjanaz, an dessen unschuldiger Kindheit beide EUeni sieh er- 
freuen und ao ihres Scbmerses für den Augenblick Tergessen. 
Selbst der eben noch so trüb gestimmte Vater erhebt sich aus 
der gedrückten Stimmung in so weit, dafs er ^ freilich in Form 
eines Wunsches — dem Kinde mne glückliche Zukunft im glOek- 
liehen Troia prophesseii Es ist dies ein Moment der Erstarkung 
seines mannhaften Gefühls, wie M24S, wo er die bange Atimmg 
abschüttelt, und so übergiebt er den Knaben gleichsam als Unter- 
pfand dieser Weissagung, als bonum omen, als künftigen Bescbfltaer 
Troias, gleichsam zum Trost und Ersatz — nun doch wohl nicht 
der WKrterin, sondern — seiner Mutter. Und selbst wenn Hektor 
in der Beherrschung seines Oeftihls ihr gegenüber nur den Sefaeia 
dieser Zuversicht angenommen hat, ihre Wirkung bat sie nicht 
Terfehlt: imKqv6%v yüucti^a^ während noch die ThrSae ia ihrem 
Auge zittert, leuchtet ein Hoffnungsstrahl über ihr Antlits, so dab 
Hektor froh ist, den gefürchteten Moment der Trennung sieh und 
ihr zu erleichtem, indem er in der zweifelhaft gefabten tttUeft 
Hoffiiung sie zu bestärken und zu beruhigen suchte, und dann 
— *Mer Mann mufs hinaus in das feindliche Leben'', die Qailia 
seinem GeheiXs gernttb will nach Haus in den Kreis der Dienerinnen; 
aber nun bricht die Sehnsucht nach dem Gatten heftig hervor: 
es ist vielleicht das letzte Mal und sie will ihn doch wieder und 
wieder sehen, imd dann tritt sie mit Thrftnen ins Haus'. — 93. 
Statt der einstimmigen Überlieferung noiaiVy i^ol ih luiUaw haben 
L Bekker und Nauck, um das Digamma in 'JO/p zu wahren, 
nSMt pMkuft« t* ifio/ in den Text genommen mit der Note: *Hoff- 
mannua, coli. X 422. « 859. X 368. d 490. g> 868. t ^^'' Dies 
besieht sich auf C. A. J. Hoff mann Quaest Hom. II p. 100, 
wober auch das falsche Cüat ^ 490 entlehnt ist: denn dieser An- 



Z. Amuerkungen. 163 

fang findet sich in der Odjssee nur vier MaL Da nun das Di- 
gamma Yon '^og (das auch von Oskar Meyer Qu. Honu p. 2 sqq. 
behandelt wird) in mehreren Stellen selbst bei Bekker nicht 
steht: £204. Z 386. J7 345. iV349. £210, 0128, in andern 
Stellen aber, wie £648. S 251» P 145. 27 58. 439. 81. 156. 
A 67. d 495. 578. £ 238. q 104. 1 182. 193 erst dnrch verschie- 
dene Konjekturen hineingebracht ist: so ist die überlieferte Lesart 
beibehalten. — Zu 498 — 502 bemerkt Nauck: spurii? — 500. 
Die auffallende Form yoov erkittrt 6. Meyer in Bezzenbergers 
Beiträgen I p. 224 als lyofov aus einem PrSsensstamme yoJ-o^ 
dagegen vermutet Nauck tnivi^v. — 507. Zu tköIoio xQoalviov 
hat Emil Thewrewk von Ponor (in der zu Pest 1865 mit un- 
garischem Kommentar erschienenen Ausgabe) angeführt aus Oppian 
Cyneg. I 279 tanwi^oict noSsaot xQoalvovxBg neiioio. 

511. Über den Gegenstand des Vergleichs bemerkt J. L. Hoff- 
mann im Album des Litter. Vereins in Nürnberg 1866 S. 54: 
^Der freie Lauf eines Pferdes, welches das Glikk seiner Selbständig- 
keit fühlt 7 übt anf das Auge einen ganz besondem Zauber aus. 
Mit einem solchen läfst sich gar wohl ein Held vergleichen, der 
vom Hause nach dem Kamp^latz eilt'. Ähnlich sagt W. E. Glad- 
stbne Hom. Studien von Albert Schuster S. 444: ^Homer ist ein 
grofser Liebhaber des Bosses, dessen Schönheit er teils in der 
Farbe, mehr in der Form, am meisten aber in der Bewegung des- 
selben fühlt'. Und in Bezug auf den vorliegenden Vergleich: *Wie 
bewunderungswürdig ist hier älüch der Übergang von dem ruhig 
verlaufenden Verse, der das gewöhnliche Bad des Bosses beschreibt 
(508), zu dem raschen und leichten Laufe des Kenners über das 
Blachfeld, wo jeder Daktylos einen Sprung des Pferdes malt (511)'. 
Das letztere aber wird von andern teils in schwächern teils in 
stürkern Ausdrücken bekämpft, so dafs man geradezu bemerkt: 
*Der Rhythmus soll nicht malen', worauf sich mit Leichtigkeit 
entgegnen läfst: soll nicht malen? malt indes ungesucht und un- 
willkürlich durch Übereinstimmung der Form mit dem Inhalt. Da 
him der Kommentar den Ton und den Rhythmus des homerischen 
Verses an mehreren charakteristischen Stellen bemerklich macht, 
diese Seite der Erkläi'ung aber einen speziellen gegnerischen Auf- 
satz in 'Blätter für das Bayr. Gyom. -Wesen' 1867 8. 2 10 ff. veran- 
lafst hat, so möge der Gegenstand in seinen allgemeinen Grund- 
Zügen hier berührt werden, um die bezüglichen Anmerkungen vor 
Mifsverständnis möglichst zu sichern und zugleich anzudeuten, dafs 
sie nicht auf flüchtigen Einteilen, sondern auf mehrseitiger Er- 
wägung beruhen. Es kommen nämlich hierbei folgende Gesichts- 
punkte in betracht: l) Die Homerischen Gedichte sind nicht 
für das Auge des Lesers, sondern für das Ohr des Hö- 
rers geschaffen. Diesem Ursprünge entsprechen die Cäsuren 
und Rhythmen, diesem Zwecke dient die Komposition durch Silben 



164 t, Anmerkungen. 

und Buchstaben, diesen Einflub empfinden wir in Bew^ung und 
Klang der Worte. Und dies alles sind Eigentttmliclikeiten der 
Naturpoesie, die gerade dahin arbeitet, dafs dureh die Eindrtbeka 
aufs Ohr die dargesteUtem Sbge Tor Augen treten. Diesen Ur- 
sprung und diesen Eiufluds beiilhrt auljer andern QuinetU. IX 4: 
^rnihi campagUUme velut amentis quibusdam nerrisque intendi ei 
concitari sententiae fidentur. Idee eruditissimo cuique pereuasum 
est, Tftlere eam quam pluximum non ad delectationem modo, sed 
ad motum quoque animorum: primnm, quia nihil potest intrare 
in alFeotum, qnod in aure Telut quodam vestibulo statim oflimdity 
deinde quod natura dneimur ad modos'. Wenn also etwas Rasches 
und Schnelles geschildert werden soll, nehmen auch die Bhythmen 
einen raschen und schnellen Fortgang; wo dagegen eine langsame 
ernste feierliche Sache zur Darstellung kommt, füllen auch dertürtige 
Töne und Bhjtbmen das Ohr des sinnlichen Hörers. So springt 
hier wie durch innere Notwendigkeit die Form der BhTthmen aus 
dem Gedanken berror, und die Hörer eihalten nach ihrem Be- 
dürfiiis Ton der geschilderten Sache eine recht sinnlich £afsbare 
Vorstellung. Hieraus folgt: 2) Ton und Rhythmus im Homer 
sind nicht künstliche Erzeugnisse eines kleinlichen Stu- 
diums, sondern einfache Nachahmung der Naturpoesie. 
Wie Aristot de poet. cl IV das ti fu^tMai ai^u^pvtov xotg iv" 
d'Qsinoig in naltmv icxlv überhaupt herrorhebt, eo kommt diese 
dem Geiste angeborene Eigentümlichkeit auch in dem vorliegenden 
Falle zur Erscheinung. Dies haben schon manche von den Alten 
erkannt, wie die Erörterungen des Dionysius Ton Halicarnass de 
comp. verb. beweisen. Man mufii freilich gestehen, dafs dessen 
Theorie Ton der Silben- und Buchstaben-Malerei nicht wenig Über- 
triebenes und künstlich Gesuchtes «nthlllt, ja an einer Stelle nahe 
an die Grenze streift, wo uns Deutschen die nichtige Spielerei der 
weiland Pegnitzschftfer in Erinnerung kommt: aber man darf des- 
halb doch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Unbestreit* 
bare Wahrheit liegt in den Worten ci4>. XVI p. 194 ed. Schaef.: 
(isyakfi Tovfo^v i^ii tuA tiöaonaiog 19 ^vai^ 1^ notovaa (umuuovg 
fl(Mig nal ^SfiNovg ti¥ 3vo|u(fe»V| nlg Siiladtm w u^iyyMtm^ nata 
nvag ivko/avg lurl tumiti$iitg tilg ^*«tvatag i^i^vipw^. Um aber 
gegen den Milhbrauoh einer zu weiten Ausdehnunig gesichert zu 
sein, erinnere man sich beim Gedanken an Homer nur des treffsn- 
den Ausspruchs Ton Herder Über den Urspr. der Sprache I S. 163*. 
^Dieser Singer Orieohenlands inttt^ wie mich dünkt, eben auf den 
Punkt, der schmal wie ein Haar und scharf wie die Schürfe des 
Schwertes ist» wo Natur und Kunst in der Poesie sich Tereinigten\ 
Und wenn wir nun nach dem gemeinsamen Mittelponkte aller ein- 
xelnen Fülle fragen oder nach dem allgemeinen Namen, mit d^ sich 
die ganze Sache beseiohnen Ufst, so dürfte die Antwort lauten: 
8) Ton und Rhythmus sind in ihrem eigentliohen Wesen 



Z. Anmerkangeu. 165 

nichts weiter als Produkte der Onomatopoiie in weiterer 
Bedeutung. Man ist allgemein einverstanden, dafs in einzelnen 
Worten und einzelnen Verbindungen ein onomatopoietisches Ele- 
ment enthalten sei, so dafs man zu den von QuintiL I 5 extr. 
erwähnt«! Ullis merito laudatis Xty^i ßlog et (r^t' otp^aliMg^ noch 
ein ganzes Register aus Homer hinzuftlgen kann. Was hindert 
nun aber noch einen Schritt weitei* zu gehen und dieselbe Onoma- 
topoiie in Hemistichen und ganzen Versen zu finden? Sicherlich 
haben wir in beiderlei Hinsicht denselben Ursprung und dieselbe 
Erscheinung anzuerkennen, n&mlich die natttrliche Harmonie des 
Ausdrucks mit dem Gedanken. Dies ist auch bei mehreren teils 
rein daktylischen (V116. X 598) teils rein spondeischen Versen 
(^221) allgemein anerkannt: vgl. den Anhang zu l 598 und 
334. Selbst ein so scharfer Kritiker und tiefer Forscher im 
Versbau wie Arthur Ludwich De hexametns poet. Gr. spondiacis 
hat p. 164 zu dm bis 119 die Bemerkung gegeben: *Optime 
his deliberantis dubitationem yides depingi, ac simile aliquid 
habeut versus A 189. 11 435 alii supra indicatL Quibus non ab* 
similes sunt hi: ^ 113 et q> 124. 149. Stupentes descriptos 
habes ^^728 cf. 881' cet. Daher darf man nebenbei sagen, dafs 
auch Vergil bei seinen malerischen Versen (A. Weidner zu Verg. 
Aen, I 222) den Homer zum Vorbild habe. Wenn nun eine 
solche Harmonie der Bhjthmen und des Gedankens bei Homer 
mit dem Namen ^Eunst^ bezeichnet wird, so meint man dabei nicht 
mühsame Berechnung aller malerischen Kl&nge, sondern die un* 
bewufste Kunst des natflrlichen Sinnes, wie sie der angeborene 
und gebildete Genius scha&ti kurz die Kunst der Naivetftt. Dies 
alles hat F. A. Wolf Proleg. p. XLH in folgende Worte zusammen- 
gefafst: ^Ita enim haeo^ carmina paullo diligentius oognita ad- 
mirandam ostendunt yim naturae atque ingenii, minorem 
artis, nuUam reconditae doctiinae et ezquisitae. Quamyis enim 
hebeti sensu surdisque auribus sit, qui artem in iis nuUam sentiat» 
utpote quam ne in Tersuum quidem numeris doctissimi imitatores 
assequi potnerint, omnem tarnen artem illam naturae quodam- 
modo propiorem esse apparet, neque ex disoiplinae ouiuadam 
formula perpcripta libris, sed ex nativo sensu recti et yenusti 
delibatam'. Von dem bisher ErCrterten ist nun das Besultat: 
4) Ton und Öhjthmus im Homer gehören mit unter die 
wesentlichen Beweise, dafs fiberall Form und Inhalt zu- 
sammenstimmen. Es liegt also in den derartigen homerischen 
Versen eine alte Bestfttigung dessen, was der neuere Dicditer Fried- 
rich Büokert im allgemeinen sagt: 

'^Grundstein zwar ist der Gebalt, 
Doch der Schlubsteiii die Geatalt^ 
Dies sin in kurzem Abrifs die Gesichtspunkte, yon denen aus die 
bezttgliohen Bemerkimgen des Kommentars betrachtet sein wollen.*«— 



166 Z- Ajunerknngen. 

Was das yorliegende Gleichnis betrifft, fto hat darüber 0. W. Nitzgcb 
Sagenpoesie S. 159 noch folgendes bemerkt: *bei Paris erkennt 
man auch den Anlafs zur Wahl gerade dieses Bildes vom Stall- 
pferde, denn wie Paris vorher im Gremach verweilt bat, jet%t mit 
einmal zur Mannhaftigkeit aufgestachelt znm Kampf eilt, so wird 
ein solches Pferd, nach allzu guter Fütterung von der Lnst nach 
der freien Weide und dem Bade erregt. Aristareh bat auch 
dies hinzugeftigt: xal xb r^^ iftaCing xov ütnav nffog tov h Oa- 
Xafup iicctttQKpoxa otniTtagansiTau ^ xs luna xt^v ahpvtSiov i$o^fii|- 
0iv bfiOiiTfig\ — 613. Über '^Xinx(OQ vgl. G. Curtius' Etymu' 
S. 131 Nr. 24, ^p. 136. Wenig ansprechend ist die Deutung von 
W. £. Gladstone Hom. Stud. von A. Schuster S. 440. 

522. An Stelle des handschriftlichen axt^M^ittiB schreibt Nauck 
&xifiaca€u^ was derselbe rechtfertigt in den M^langes 6r6co-Bo« 
mains IV p. 39 ff. — 624. Über die Verbindung xij^ iv ^f*y 
bemerkte Ameis, die Erklttrung Puldas Untersuchungen p. 178il 
abweisend: ^iv ^(im kann nach homerischem Sprachgebrauche nicht 
etwas von wiq sinnlich Getrenntes und Verschiedenes sein, 
sondern beide müssen als Synonyma betrachtet werden. Das 
haben teilweise bereits die alten Schol. erkannt, nSmlich LV mit 
^v(m dl TcS loyiöfi^y BL mit kvrcovfjiM ovv Xoyiiofuvogj der ParUr 
phrast mit 17 6i ifj^i tfn;^^ Xvitstrcci Iv i^^» In diesen Deutungen 
sind beide Begriffe nicht als zwei sinnlich verschiedene Dinge be- 
trachtet, sondern der Einheitsbegriff ist festgehalten, wiewohl alle 
drei den richtigen Ausdruck der Erklärung verfehlt haben. Die 
Worte x^^ ivl ^vf^a nSmlich können nur heifseu) das Herz im 
Herzen, in einem Sinne, wie Wallenstein bei Schiller m 18 sagt : 
^ ^Am Sternenhimmel suchten meine Augen, 

Im weiten Weltenraum den Feind, den ich 
Im Herzen meines Herzens eingeschlossen'. 
Oder wie Schillers Don Cesar: 

^Ins klare Auge sah ich meiner Braut, 
Ins Herz des Herzens hab ich ihr geschaut', 
[wozu Autenrieth noch fügt aus Fleckeisens Jahrbb. Bd. 102 
p. 350 f. Shakespeares Hamlet III, 2: and I will wear bim in my 
hearts core, ay, in my heart of heart, as I do thee.' Goedekes 
Schillerausgabe Bd. VI u. IX p. 49 Z. 28: SchiUer: ^im Herzen 
seines Herzens würde er ihn getragen haben, wie Hamlet seinen 
Horatio']. 

Dies ist nämlich eine sprachliche VerstSrkmig des Gedankens, 
bei welcher für Homer folgende zwei Punkte zu beachten sind. 
1) Es ist bei Homer noch nicht Sitte, dasselbe Wort zur Ver- 
stärkung des Begriffs zu wiederholen, weder in derselben Form 
(vgl. den Anhang zu £ 31) noch in einer gleichbedeutenden Kon- 
struktion. So sagt man auch nirgends 9$a ^samv^ sondern mit 
dem Sjnonynum 6tcc &eä(ov und ähnlich in ähnlichen Wendungen.